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Berliner Zeitung 01.08.2019

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Ein quälender Prozess: Der Fall Georgine Krüger – Seite3 Heute mit Kulturkalender 17°/26° Wechselnd bewölkt Wetter Seite 2 Die Krise am Golf: Deutschland hält sich raus Tagesthema Seite2,Leitartikel Seite 8 www.berliner-zeitung.de Berliner Rabbiner bespuckt und beleidigt Berlin Seite 9 Donnerstag,1.August 2019 Nr.176 HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Gerecht? Der Audi-Chef auf der Anklagebank Wirtschaft Seite 6 Von Männern vertrieben VonThomas Magenheim Janine Kugel muss den Siemens- Vorstand verlassen. Siemens Als Janina Kugel 2015 in den Vorstand des Münchner Siemens- Konzerns berufen wurde, galt sie als Hoffnungsträgerin. Seitdem hat die Personalchefin gezeigt, was sie kann. Den Konzernumbau und die Jobverluste in Krisensparten hat sie so leise wie nur möglich gemanagt. Dennoch sind Kugels Tage bei Siemens nun gezählt. Der Aufsichtsrat wird ihren im Januar auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Kommt es so, wäre die Amerikanerin Lisa Davis die einzige Frau im Siemens-Vorstand. Frauen haben es in der obersten Hierarchie- Ebene von Siemens schwer. Und das, obwohl die Zusammensetzung speziell des Vorstands oft als zu weiß, deutsch und männlich kritisiert wird. Kugels Vorgängerin Brigitte Ederer musste nach einem verlorenen Machtkampf gehen. Siehatte sich mit der im Konzern mächtigen IG Metall angelegt. Kugels Schicksal hingegen wurde dem Vernehmen nach durch das schwierige Verhältnis zum Konzernchef Joe Kaeser und zu anderen – männlichen –Vorstandskollegen besiegelt. Die Volkswirtschaftlerin, 49 Jahre alt, in Stuttgart geboren, ist eine selbstbewusste Managerin. Das hat sich bei öffentlichen Auftritten immer wieder gezeigt. Problematisch wurde das dann, wenn Kaeser neben ihr saß. Wer mit dem Siemens-Boss zusammen auftritt, hat nicht viel Redezeit. Raum für eine eigene Meinung oder gar Widerspruch ist da noch weniger. Kaeser gilt als ausgesprochenes Alpha-Tier. Auch männliche Vorstände haben das in den vergangenen Jahren zu spüren bekommen und mussten gehen. Wirklich unglücklich soll Kugel mit ihrem Ausscheiden nicht sein. „Ich bin nicht zartbesaitet“, sagt sie über sich selbst. Robustheit hat sie schon im Kindergarten lernen müssen, als sie im Schwäbischen von anderen Kindern als „Negerlein“ verhöhnt wurde. Mit ihr verliert Siemens mehr als eine bloße Vorzeigefrau. Kugel, Mutter von Zwillingen, ist über Siemens hinaus bekannt und so etwas wie das weibliche Gesicht des Konzerns. Siesteht für offeneres,weniger hierarchisches Managen. Deshalb sagt ihr Abgang viel über die Unternehmenskultur bei Siemens aus. Berliner Schnauze Der Zoo feiert seinen 175. Geburtstag. Die Berliner Zeitung gratuliert mit den schönsten Bildern. Seiten 12 und13 Seehofer verspricht zu viel Nach der Attacke in Frankfurt will der Innenminister die Polizei verstärken. Doch das wird Jahre dauern VonThoralf Cleven und Philippe Debionne Die Polizeigewerkschaft GdP unterstützt den Plan von Innenminister Horst Seehofer (CSU), nach der tödlichen Attacke eines 40- jährigen Eritreers auf einen achtjährigen Jungen die Polizei personell zu verstärken, warnt jedoch vor übertriebenen Erwartungen. „Wirklich mehr Polizisten im Einsatz werden wir erst frühestens in acht Jahren haben“ ,sagte GdP-Bundeschef Oliver Malchow der Berliner Zeitung (RedaktionsnetzwerkDeutschland). Der Gewerkschafter begründete dies mit der großen Zahl vonPensionierungen und der vierjährigen Ausbildungszeit für einen Polizisten. „Von den 260 000 Vollzugsbeamten in Bund und Ländern gehen in der Zeit von2017 bis 2020 rund 40 000 in Pension. Diese Lücke wird knapp wieder aufgefüllt. Erst 2018 wurde langsam damit begonnen, für den Mehrbedarfeinzustellen.“ Wenn in der Politik behauptet werde, heute hätten wir so viele Polizeibeamte wie noch nie, dann sei dies unehrlich, sagte Malchow. „Da werden einfach die Tausenden Auszubildenden mitgezählt, die noch gar nicht im Einsatz sind.“ Malchowmahnte,dass Kräfteverschiebungen klug durchdacht werden sollten. „Zuletzt wurden die Kräfte der Bundespolizei auf Bahnhöfen reduziert, um die Grenzsicherung zu stärken. Nach der tödlichen Attacke in Frankfurt soll am besten beides gleichzeitig in starker Besetzung erledigt werden“, sagte er. Die politischen Reaktionen auf Seehofers Plan sind bislang verhalten. SPD-FraktionsvizeEva Högl verweist auf die Koalitionsvereinbarung, bis 2021 15 000 neue Stellen für die Sicherheitsbehörden in Bund und Ländern zuschaffen. „An diesem Ziel halten wir fest“, so Högl. Ob weitere Stellen benötigt werden, müsse geprüft werden. Die Grünen warnen Seehofer davor, nach dem Mord von Frankfurt falsche Versprechungen zu machen. „Die Forderung nach mehr Polizei kann nicht die Antwort auf alle sicherheitspolitischen Herausforderungen sein und ist schon gar nicht eine adäquate Antwort auf die schreckliche TatinFrankfurt“, sagte die Innenexpertin der Bundestagsfraktion, Irene Mihalic. Sie verlangt von Seehofer „konzeptionelle Vorschläge zur Stärkung der Sicherheit im öffentlichen Raum, anstatt Nebelkerzenzuwerfen“. Die Linken sperren sich nicht gegen eine personelle Verstärkung der Polizei, sagte Fraktionsvize André Hahn. Dass Seehofers Ankündigungen „wieder einmal erst nach einem so tragischen Ereignis erfolgen“, nennt er aber „befremdlich“. In der Debatte über Konsequenzenwirdauch die Frage gestellt, weshalb der Tatverdächtige überhaupt bis nach Deutschland kommen konnte. Und weshalb er nicht international zur Fahndung ausgeschrieben war. Vier Tage, bevor Habte A. den Achtjährigen ins Gleis stieß, hatte er eine Nachbarin mit einem Messer bedroht und sie sowie seine Frau und seine drei Kleinkinder in ihren Wohnungen eingesperrt. Die alarmierte Polizei habe A. daraufhin zwar zur Fahndung ausgeschrieben –allerdings nur in der Schweiz. Manhabe„absolut keine Anhaltspunkte dafür gehabt, dass sich der Flüchtige ins Ausland absetzen könnte“, so die Zürcher Kantonspolizei. Zudem gibt es keine rechtliche Pflicht, einen Straftäter auch international suchen zu lassen. Dem Nachrichtenmagazin 20min.ch sagte der Kriminologe Dirk Baier: „Europaweite Ausschreibungen erfolgen in der Schweiz in Fällen, in denen eine schwere Straftat begangen wurde, zum Beispiel versuchte Tötung“, also bei einem gefährlichen Täter, der anderenorts weitere Delikte begehen könnte. Bundespolizeipräsident Dieter Romann versicherte, man hätte Habte A. vor der TatinFrankfurt„geschnappt“, wenn „eine internationale Fahndung vorgelegen hätte und er an der Grenze kontrolliertworden wäre“. Seehofer kündigte an, Deutschland müsse sich in der EU dafür einsetzen, das Fahndungssystem zu harmonisieren. Die rechtlichen Voraussetzungen sind kompliziert, allerdings gibt es mit Europol bereits eine umfassende Datenbank, auf die alle EU-Staaten unter bestimmten Voraussetzungen Zugriff haben. In Deutschland können gesuchte Straftäter zudem auch wegen kleinerer Straftaten wie dem Fahren unter Alkoholeinfluss zur internationalen Fahndung ausgeschrieben werden. Automatisch passiert das allerdings nicht. Kommentar Seite 8 AKG-IMAGES Techniktest am BER verschoben Start ist nun erst für diesen Donnerstag geplant VonPeter Neumann Der Startder operativen Techniktests im Terminal des künftigen Flughafens Berlin Brandenburg (BER) wird umeinen Tagverschoben. Das teilte Hannes Hönemann, Sprecher der Flughafengesellschaft FBB, am Mittwochnachmittag mit. „Die operativen Tests beginnen morgen“, sagte er.Zuvor hatte der Tagesspiegel berichtet, dass der Start der Wirk-Prinzip-Prüfung „geplatzt“ sei. Die FBB habe nicht alle erforderlichen Dokumente vorlegen können. Bei der Wirk-Prinzip-Prüfung wird die Technik im Terminal T1 im Zusammenspiel getestet. Eine dreistellige Zahl von Szenarien wurde konzipiert, um zu untersuchen, ob die zwölf Anlagen funktionieren. Mit dem Start der Prüfung gewinne die FBB „ein weiteres großes Stück Sicherheit mit Blick auf die Eröffnung im Oktober 2020“, hatte Flughafenchef EngelbertLütke Daldrup im Interview mit der Berliner Zeitung gesagt und angekündigt, dass der Techniktest am Montag beginnt. Nun hieß es, dass zunächst organisatorische Arbeiten anstanden. Hönemann formulierte es so: „Die Wirk- Prinzip-Prüfung hat wie geplant am Montag begonnen. Sie ist nicht gestoppt oder unterbrochen worden. In den ersten Tagen stehen die notwendigen Feinabstimmungen der Prüfabläufe und die Abstimmung der Unterlagen zwischen dem Baubereich der FBB, dem TÜV Rheinland und den Dienstleistern an. Dabei werden auch konkrete Termine koordiniert, Vorbegehungen durchgeführtund final die Termine der Testläufe festgelegt.“ Die eigentlichen Tests würden nun am 1. August beginnen. Eine „frühere Einschätzung“ sei von diesem Mittwoch ausgegangen. Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 41031 Trekking ··· mit Zufriedenheits-Garantie! Vergiss nicht, rechtzeitig Wanderschuhe zu kaufen. Plane für eine Wanderschuhberatung bei uns bis zu30Minuten ein. UndwähledazudieperfekteLeichtausrüstung für deine individuellen Ansprüche. 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