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Berliner Zeitung 02.02.2018

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Berliner Zeitung

Schneeschieber: Mit dem Pistenbullyübern Berg – Seite 3 . . Freitag, 2. Februar 2018 Nr.28HA-74. Jahrgangwww.berliner-zeitung.de 1.50 € Berlin/Brandenburg -1.60 € Auswärts/D** ................................................................................................................................................................................................................................................................................................................... S U P E R B O W L Mr.President, hör gut zu! 4 VON CORNELIA GEISSLER Twitter-Nachrichten haben eine begrenzte Zeichenzahl? Nicht für Pink. IhrenÄrger über die Bemerkung des Chefs der Grammy-Verleihung, Frauen müssten sich steigern, formulierte sie Anfang dieser Woche so ausführlich, dass er das vorgegebene Maß hätte sprengen müssen. „Frauen sind seit Anbeginn der Zeit stark“, hielt die 38- Jährige in 86 Wörtern dem unsensiblen Mann entgegen. „Das letzte Musikjahr GE- HÖRTE den Frauen“, war da zu lesen, nicht im knappen Zeichenfeld, sondern als Foto. Pink hatte ihreWutrede auf einem Zettel notiert und dann fotografiert. Wenige Tage zuvor zog sie einen begeisterten Twitter-Ausruf mit dem etwa 30-mal getippten Buchstaben O in die Länge: Sie dürfe Pink beim Super Bowl, dem singt die Football-Profiliga-Finale, US-Nationalhymne die US-Nationalhymne singen. Wasfür eine schöne Wahl, diese Frau für dieses Millionen-Fernsehereignis zu besetzen. Als Pausenclown tritt wieder einmal JustinTimberlake auf, Pink aber hat den patriotischen Part. Wenn sie dann mit ihrer eigentümlich rauhellen Stimme vom Land der Freien und der Heimat der Tapferen singt, über denen das sternenbesetzte Banner weht, dann klingt so vieles mit. Da ist ihr Song „What About Us“von ihrem jüngsten Album, den sie im Sommer in Berlin erstmals vor Publikum gespielt hatte. Drängende Fragen nach der Zukunft enthält das Lied. Da klingt mit, dass sie mit ihrem neuesten Video für Unicef wirbt. Aber auch, dass sie sich seit Jahren für die Menschenrechtsbewegung Human Rights Campain einsetzt und von ihr ausgezeichnet wurde. Vor allem drängt sich die Erinnerung an ein Lied auf, das die Musikerin im Jahr 2006 herausgebracht hat. „Dear Mr President“ heißt es,eswar damals als offener Brief an George Bush gedacht, in dem der mächtigste Mann der westlichen Welt gefragt wird, ob er überhaupt noch ruhig schlafen kann. Von wirklich harter Arbeit wisse er nichts,wirft sie ihm darin vor. Pink, mit bürgerlichen Namen Alicia Moore, schrieb schon als Teenager eigene Songs, geprägt vom Punk, von Jimi Hendrix und Janis Joplin. Heute zerschlägt sie keine Gitarren mehr auf der Bühne, sondern probiert, was der Mainstream aushalten kann, ermuntert junge Frauen und Mädchen, sich nicht klein machen zu lassen. Ihr Lied für den Präsidenten könnte auch eine Hymne der Schwachen sein. Es lässt sich als Aufruf hören zum Aufbegehren der Freien und der Tapferen, wie sie in der Nationalhymne auftauchen. Vielleicht gelingt es ihr, amSonntagabend, etwas von dem einen Lied in das anderezulegen. SportSeite 20 ................................................................................................................. Rätsel, Sudoku 14, 27 ................................................................................................................. Kleinanzeigen 14 ................................................................................................................. Traueranzeigen 14 ................................................................................................................. Berliner Verlag GmbH, 10171Berlin Redaktion: (030) 6333 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax –499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)2327-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27 -50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de ................................................................................................................. Postvertriebsstück A6517 /Entgelt bezahlt 194050 5 01504 51005 VON ELIANA BERGER Der Pflegenotstand in Deutschland lässt sich in Zahlen messen und vergleichen. Bei jedem vierten Bewohner eines Pflegeheimes wurden 2016 Wunden nicht ausreichend versorgt; drei Jahrezuvor war es bei jedem fünften so. Ebenfalls bei jedem vierten wurde das Gewicht nicht ausreichend kontrolliert, 2013 war es nur bei jedem zehnten. Das sind nur zwei Angaben aus dem umfangreichen Bericht des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, der am Donnerstag in Berlin präsentiert wurde. Die Kontrolleurenotierten auch leichte Verbesserungen, aber insgesamt zeigt der Bericht, dass es vor allem an gut ausgebildetem Personal fehlt. An dem Problem werden auch die 8000 Pflegestellen, die die große Koalition in einer Art ambulanten Schnellhilfe schaffen will, nichts ändern. Das sei ein Tropfen auf den heißen Stein, sagte Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverband. Auch andere Sozialverbände kritisierten die Vereinbarung der sich abzeichnenden großen Koalition. Mit einem etwas ungewöhnlichen Vorschlag hat sich jetzt der querschnittsgelähmte Schauspieler Samuel Koch, 30, zuWort gemeldet. Man sollte einen Pflichtsozialdienst schaffen. Seit der Aussetzung der Wehrpflicht fehlten Zivildienstleistende in der Pflege, sagte Koch im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Koch ist gelähmt seit seinem verunglückten Stunt-Auftritt in der ZDF-Show „Wetten, dass …?“ Ein Pflichtsozialdienst würde „ganz akut Menschen in den Kliniken und Altenheimen entlasten“, sagte er. Zugleich könnten junge Menschen feststellen, wie wichtig Pflege sei, Berührungsängste abbauen und für sich entscheiden, ob der Beruf etwas für sie sei. „Es reicht nicht aus, 8 000 oder 16 000 neue Stellen zu schaffen – bei 12 000 akut unterversorgten Einrichtungen“, sagte Koch. Caritas und Diakonie halten wenig von dem Koch-Vorschlag: „In der Pflege ist das eigentliche Thema der Fachkräftemangel“, sagt Claudia Beck, Pressesprecherin des Caritasverbandes. „Ein Pflichtsozialdienst hilft nicht, da dabei keine ausgebildeten Kräfte angesprochen werden.“ Es gebe außerdem die Möglichkeit, über den Bundesfreiwilligendienst oder ein Freiwilliges Soziales Jahr die Arbeit in der Pflege kennenzulernen. Solche Angebote würden positiver aufgenommen als ein verpflichtendes Jahr. Auch die Diakonie bevorzugt dieses System: „Wir sind für Freiwilligkeit an dieser Stelle und gegen die Pflicht“, heißt es auf Anfrage. „Wenn ich jemanden mit Pflicht an ein Krankenbett zwinge –was soll er da Gutes tun?“ Skeptisch äußert sich auch die Berliner Pflege- und Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD): „Der Zivildienst war gut, weil er junge Menschen an soziale und Pflegeberufe herangeführt hat. Sie können aber ausgebildete Pflegekräfte nicht ersetzen. Wir müssen unsere Pflegekräfte gut ausbilden und gut bezahlen. Das ist der richtige Weg“, sagte sie der Berliner Zeitung. „Die Einführung eines verpflichtenden Pflegesozialdienstes könnte helfen – als Notwehr gegen den Pflegenotstand.“ Samuel Koch Diepflegepolitische Sprecherin der Linksfraktion, Pia Zimmermann, sagte der Berliner Zeitung: „Ich bin ebenso wie Herr Koch der Meinung, dass die 8000 geplanten Pflegestellen nicht mehr sind als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ich spreche mich aber ganz strikt gegen einen Zwang zum sozialen Engagement aus. Wir brauchen in der Pflege anständige Arbeitsbedingen, gute Qualifizierungsmöglichkeiten und ein sicheres, Pflegefall Pflege Wer alt ist, wird oft schlecht versorgt. Das ist das alarmierende Ergebnis einer Untersuchung der deutschen Krankenkassen. auskömmliches Gehalt für alle Pflegekräfte.“ Nicht nur in den Pflegeheimen, auch in den Krankenhäusern fehlt Personal. In Berlin haben am Donnerstag Pfleger und Krankenschwestern das Volksbegehren „Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus“ gestartet. 20 000 Unterschriften sollen in sechs Monaten gesammelt werden. Pflegesenatorin Kolat kündigte eine Bundesratsinitiative an. „Wir haben bereits eine Bundesratsinitiative vorbereitet, um Krankenkassen und Krankenhäuser zur Einführung vonPersonalschlüsseln zu zwingen, die alle Bereiche umfassen und rund um die Uhr gelten“,, sagte sie. Allein in den Berliner Krankenhäusern fehlen 3000 Pflegekräfte. Bei den Koalitionsverhandlungen steht die Einigung in der Gesundheitspolitik noch aus. Nach der Einigung zur Pflegepolitik blieben in der Gesundheitspolitik weiter die wesentlichen Streitpunkte ungelöst. Über sie soll erst am Ende der Verhandlungen von den Parteivorsitzenden von CDU, SPD und CSU an diesem Wochenende entschieden werden. Dies gilt vor allem für die Frage, ob nach SPD- Wunsch eine Bürgerversicherung eingeführtoder wie vonder Unionangeboten über Honorarregelungen versucht wird, Unterschiede zwischen der Behandlung gesetzlicher und Privat-Versicherter aufzuheben. Auch über die umstrittene Zulassung von Online-Apotheken soll dann entschieden werden. (mit tom., mdc., vat.,dpa) Tagesthema Seite 2, Politik Seite 6 GETTY IMAGES Liebe Leserinnen und Leser, am Sonnabend präsentieren wir Ihnen eine ganz besondereBerliner Zeitung. Sieist dem 5. Februar gewidmet. DemTag, an dem die Mauer genau so lange wegist, wie sie einst gestanden hat. Einhistorischer Moment, den wir mit 28 Sonderseiten feiern–mit Reportagen, Analysen und Interviews zur Geschichte und GegenwartBerlins.Seien Siegespannt, IhreRedaktion der Berliner Zeitung NICHT VERPASSEN ❖ SCHWARZFAHRER DieZahl der Schwarzfahrer in Berlin geht zurück. Im vergangenen Jahr wurden etwa 540 000 Fahrgäste ohne Ticket vonS-Bahn- und BVG-Kontrolleurenerwischt. Kommentar Seite 8, Berlin Seite 11 SCHLEUSER Angeblich ist die Balkanroute für Flüchtlinge so gut wie dicht. Doch per Facebook bieten Schleuserbanden ihreillegalen Dienste ganz offen an. So verlangen sie 9000 Euro,umeine Familie nach Deutschland zu bringen. Berlin Seite 9 KEIN FAMILIENNACHZUG DerFamiliennachzug für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutzstatus bleibt bis Ende Juli ausgesetzt. DerBundestag beschloss am Donnerstag nach hitziger Debatte einen Gesetzesvorstoß, auf den sich Union und SPD vorabbei den Koalitionsverhandlungen verständigt hatten. Politik Seite 4 DOPING DerInternationale Sportgerichtshof hat die vomIOC im Zuge des Staatsdopingskandals verhängten lebenslangen Olympiasperren gegen 28 russische Sportler aufgehoben. Auch die vonden Sportlern bei den Winterspielen 2014 in Sotschi erzielten Erfolge sind wieder gültig. In Russland freut man sich. SportSeiten 18 und 20 WETTER BERLIN: ReichlichWolken, eventuell Regen und in der Nacht Schneeregen. Höchstwert: 5bis 7Grad. Seite 2 dtgv.de TESTSIEGER Goldankauf- Filialisten Test 02/2016 6Anbieter

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