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Berliner Zeitung 02.07.2018

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Die neuen Rechte für Reisende – Wirtschaft Seite 6 Trump und der Whiskey aus Kentucky Seite 3 12°/21° Nur ein paar Wolken Wetter,Seite 2 www.berliner-zeitung.de Montag,2.Juli 2018 Nr.151 HA -74. Jahrgang Auswärts/D**: 1.60 €–Berlin/Brandenburg: 1.50 € Die Überraschung: Russland schlägt Spanien Seite 9 Der Star: Mbappé löst Messi ab Seiten 10 und 11 Der Kauz: Will Löw weitermachen? Seite 14 DIE WM-KOLUMNE Es ist wahre Liebe Schlechte Note für Scheeres Aktuelle Forsa-Umfrage für die Berliner Zeitung VonChristian Seidl Nun ist das Turnier also auch für Argentinien und Portugal vorbei. Werdie beiden Teams in der Vorrunde verfolgt hat, dürfte darüber wenig überrascht sein, und nach allem, was man sah, trugen es die mitgereisten Landsleute mit Fassung. „Entsetzen“ darüber, wie bei Sky zuhören war, ein „Schock“ gar, wie Bild meinte, herrscht bestenfalls bei all den Operetten-Fans in ihren Messiund Ronaldo-Trikots,die es für einen Distinktionsgewinn halten, vom Argentinier Messi als „Genie“ und dem Portugiesen Ronaldo als „Außerirdischem“ zu schwärmen. Sie wissen jenseits vonRückennummer,Schuhmarke und Tätowierverhalten der beiden aber aber gar nichts vomWesen des Fußballs. Echte Tränen flossen auch: in einer Tapas-Bar in Prenzlauer Berg zum Beispiel, wo sich die Fans von Real Madrid und des FC Barcelona versammelten –und am Ende traurig von ihren Lieblingen verabschiedeten. Mancher Madrilene musste seinem Kind das Herz kitten mit dem Verweis, dass nach dem Aus Ronaldos in anderen Teams noch etliche Spieler seines Leib-und-Seelenklubs im Turnier sind. Wahre Liebe zum Fußball erwächst immer aus der Liebe zu einem Verein. Miteinem Verein lebt und leidet man während einer langen Saison, hofft, bangt, flucht, verzeiht. Und ein Spieler dieses Vereins bleibt es auch dann, wenn er eine WM spielt – in einem Konstrukt namens Nationalelf, das kein Bekenntnis birgt, nicht Treue belohnt, ja nicht einmal nach Verwendbarkeit, sondern dem zufälligen Kriterium der Staatsangehörigkeit zusammengestellt wird. Es waren Fans von Arsenal London, die darauf hinwiesen, dass Mesut Özil gegen Südkorea ein herausragendes Spiel gemacht hat. Sie taten dies nicht, um den ausgeschiedenen Deutschen Trost zu spenden, sondern aus Stolz auf den Spielmacher ihres Herzensvereins. Trost braucht im Übrigen auch keiner hierzulande – zumindest nicht, wenn er für die richtigen Klubs brennt: Ein Endspiel VfB Stuttgart (Pavard, Frankreich) gegen Eintracht Frankfurt (Rebic, Kroatien) ist möglich. Christian Seidl setzt als Bayern-Fan auf Kolumbien. VonDamir Fras und Daniela Vates Der Asylstreit zwischen CDU und CSU hat am späten Sonntagabend eine dramatische Entwicklung genommen. Horst Seehofer hat nach Informationen der Berliner Zeitung den Rücktritt vonseinen Ämtern als Bundesinnenminister und CSU-Chef im CSU-Vorstand angeboten. Unklar war zunächst, ob damit der erbittert geführte Konflikt um die Flüchtlingspolitik beendet ist oder die Ankündigung ein taktischer Schritt war.Zuvor hatte Seehofer die Pläne der Kanzlerin für den künftigen Umgang mit Migranten in einer CSU-Gremiensitzung in München harsch kritisiert. In CSU-Kreisen hieß es, Seehofer habe drei mögliche Lösungen des Streits mit der CDU angekündigt: Aufgabe der CSU-Position, deren Umsetzung oder seinen Rücktritt. Die Drohung Seehofers,seine Ämter aufzugeben, sorgte für Überraschung in der CSU. Landesgruppenchef Alexander Dobrindt wurde vonTeilnehmernmit denWorten zitiert, er könne „das so nicht akzeptieren“. Die CSU- Führung zog sich am späten Abend zu einer internen Beratung zurück. Zuvor hatte Seehofer laut Teilnehmerangaben gesagt, er habe niemals die Fraktionsgemeinschaft der CSU mit der CDU und auch nicht die Regierung in Frage gestellt. Erste Reaktionen aus der CDU zeigten das Ausmaß der Skepsis, das inzwischen das Verhältnis zwischen den Schwesterparteien prägt. Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther sagte, ein Rücktritt Seehofer „wäre die nächste Eskalationsstufe“. In der Sache helfe das nicht weiter. Zuvorhatte sich auch in stundenlangen Krisensitzungen keine Lösung im Streit um die Flüchtlingspolitik abgezeichnet. Im Gegenteil: Die CSU lehnte Teile der Pläne vonBundeskanzlerin Angela Merkel ab. Ein Bruch der Fraktionsgemeinschaft zwischen CDU und CSU sowie ein Ende der großen Koalition schienen weiter möglich. Bei einer Sitzung der CSU-Spitze in München lehnte Horst Seehofer „Dass es ernst ist, weiß jeder.“ Angela Merkel über die Lage der Koalition Seehofer vor allem einen Vorschlag Merkels ab. Demnach sollen Migranten, die nach Deutschland gekommen sind, nachdem sie in einem anderen EU- Land als Asylbewerber registriert wurden, in sogenannten Ankerzentren untergebracht werden. Das sei eine Verschlechterung gegenüber dem Status quo, soTeilnehmer der Sitzung. Seehofer habe erklärt, wenn der Punkt umgesetzt werde, dann „ziehen wir die Verfahren nach Deutschland“. Das löse „massive Pull-Effekte aus“. Zeitgleich tagte die CDU-Führung in Adenauer-Haus in Berlin. Dort sprach Merkel nach Auskunft von Teilnehmern von einer „sehr ernsten Situation“, in der sich die Union befinde.Zuvor hatte Merkel in einem letzten Appell versucht, die CSU zu besänftigen. In einem am frühen Nachmittag aufgezeichneten Fernsehinterview ging Merkel einen will zurücktreten Er akzeptiert den Asylkompromiss der Kanzlerin nicht. Am Abend bietet der Bayer seine Ämter an. DPA/MICHAEL KAPPELER Schritt auf die CSU zu und erklärte, sie sei „sicher auch ein Stück“ von der bayerischen Schwesterpartei angespornt worden, eine europäische Lösung in der Migrationsfrage zu finden. In dem Interview mit dem ZDF, das am frühen Abend gesendet wurde, sagte Merkel, dass sie Verständnis für das Anliegen der CSU habe, mehr Ordnung in die Migrationspolitik zu bringen. Diesem Anliegen sei sie mit den Vereinbarungen nachgekommen, die auf europäischer Ebene Ende vergangener Woche getroffen worden seien. In der Sitzung des CSU-Vorstandes hatte Seehofer den Streit sogar noch verschärft. Mit den Ergebnissen des EU-Gipfels zeigte er sich nicht zufrieden. Diese seien nicht wirkungsgleich mit seinen Vorschlägen, sagte er nach Angaben vonTeilnehmern. Das hatte die CSU zuvor zur Bedingung gemacht. Seit Wochen belastet der Streit zwischen CDU und CSU die Regierungsarbeit. Es geht um die Frage, wie mit Migranten umgegangen werden soll, die in anderen EU-Ländern ankommen und registriert werden, dann aber nach Deutschland reisen und hier einen Asylantrag stellen. Seehofer will diese Flüchtlinge an der deutschen Grenzen zurückweisen. Tagesthema Seite 2, Leitartikel Seite 8 VonAnne Brüning Zum Schuljahresende bekommt die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) keine gute Note. Imallmonatlich für die Berliner Zeitung ermittelten Ranking der beliebtesten Senatsmitglieder bildet sie erneut das Schlusslicht und erreicht auf einer Skala von Plus 5bis Minus 5einen Wert von Minus 0,8. Damit hat sie sich im Vergleich zum Mai um 0,1 Punkte verschlechtert. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) konnte seine Spitzenposition verteidigen und erreicht einen Wert von Plus 0,9, wie die Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa ergab. Sandra Scheeres und ihr Bildungsressort sind immer wieder in den Schlagzeilen wegen des Mangels an Lehrern, Erziehern und Schulgebäuden. Erst am Freitag machte ein Gipfeltreffen zur Kita-Krise einen Teil der Misere deutlich: Rechnerisch fehlen 2000 bis 3000 Kitaplätze, bis zum Jahr 2020 müssen gut 5000 Erzieher neu eingestellt werden. An den Schulen ist die Lage nicht viel besser. Allein im Bezirk Lichtenberg fehlen mehr als 1100 Grundschulplätze. In ganz Berlin will die Senatorin etwa 2150 neue Lehrer einstellen, was sich als schwierig erweist. Daher will man nun auch auf Lehrer im Ruhestand zurückgreifen und es wurde zwischenzeitlich erwogen, Lehrer an die Schulen zurückzuholen, die an den Universitäten den dringend benötigten Lehrernachwuchs ausbilden. Bei der Sommerklausur des Senats am Sonnabend standen eigentlich auch Themen aus Scheeres’Ressortwie der Neubau vonSchulen an, wurden aber aus Zeitnot vertagt. Berlin Seite15 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501504 11027 Schlafen Karl-Marx-Allee ··· mit Zufriedenheits-Garantie! Fast ein Drittel deines Campingurlaubes schläfst du –hoffentlich gut! Nimm dir Zeit zum Probeliegen aufunseren Isomatten und für Schlafsackberatung vom Experten. GroßeAuswahl an Komfort versus Gewicht. Die OutDOOr-insiDer 32 Berlin-Mitte www.camp4.de

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