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Berliner Zeitung 02.11.2018

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VonOberschöneweide nach Los Angeles –eine ostdeutsche Erfolgsgeschichte – Seite 3 Heute mit „Made in Berlin“ Seite 6 7°/14° Heiter bis wolkig Wetter,Seite 2 Donald Trumps fatale Flüchtlingspolitik Politik Seite 5 www.berliner-zeitung.de Apple Watch: Bezahlen mit der Armbanduhr Netzwerk Seite 26 Freitag,2.November 2018 Nr.256 HA -74. Jahrgang Auswärts/D*: 1.60 €–Berlin/Brandenburg: 1.50 € Bluthochdruck macht das Herz krank Gesundheit Seite 17 Torjäger ohne Starallüren VonMathias Bunkus Wenn man für einen Fußballspieler die perfekte Woche skizzieren müsste,wären die vergangenen Tage für Sebastian Polter dieser schon recht nahe gekommen. Am Wochenende konnte der Mittelstürmer in Diensten des Fußball- Zweitligisten 1. FC Union die begehrte Plakette der „Sportschau“ für den Torschützen des Monats September entgegennehmen. Am Mittwoch gelang ihm dann ungefähr zur „Tagesschau“-Zeit ein Kunststück, das Sebastian Polter, Fußballspieler beim 1. FC Union 1. FC Union ihm garantiert eine Erwähnung in der Nachrichtensendung eingebracht hätte. Mit seinen zwei Toren imDFB-Pokalspiel der Köpenicker beim Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund hätte er fast für den Sensationscoup gesorgt und Deutschlands aktuell beste Fußballtruppe im Alleingang aus dem Wettbewerb gekegelt. Polter ist ein Torjäger aus Leidenschaft und damit so etwas wie die personifizierte Aufstiegshoffnung der Eisernen. Entsprechend geschockt war man in Köpenick, als der 27-Jährige sich im Märzdiesen Jahres beim Aufwärmen einen Achillessehnenriss zuzog. Der 1,90 Meter große Polter genießt im Südosten der Stadt schon Kultstatus. Nicht nur, weil er im Januar 2017 bei seinem Wechsel aus London zurück an die Alte Försterei, wo er bereits in der Saison 2014/15 spielte, auf viel Geld verzichtete. Sondernweil er darüber hinaus stets bescheiden blieb: Starallüren sind ihm ohnehin fremd, und er verkörpertinder Glitzerwelt des Profibusiness den Archetypus des bodenständigen Malochers. Seit nun knapp fünf Wochen ist der zweifache Vater wieder zurück im Wettkampf. Bei seiner Rückkehr gegen Holstein Kiel erzielte er Ende September als Einwechselspieler ein Fallrückziehertor. Seitdem kam er erst einmal über Kurzeinsätze nicht hinaus, inDortmund waren es aber immerhin schon 60 Minuten. Verletzt er sich nicht wieder, könnte er die Aufstiegsambitionen neu beflügeln. Nicht umsonst skandierten die 8000 nach Dortmund mitgereisten Unioner bei seiner Einwechslung beim Spielstand von 0:1 lautstark „Jetzt geht's los!“ Drei Minuten später traf Polter zum Ausgleich. Mobil hinter Gittern Alle 4000 Gefängnisinsassen in Berlin sollen ein internetfähiges Tablet bekommen. Damit ist die Hauptstadt Vorreiter in deutschen Haftanstalten. Doch ist das richtig? Es gibt durchaus Bedenken VonKatrin Bischoff Berlins Strafgefangene gehen bald online. Alle 4000 Häftlinge in den Berliner Justizvollzugsanstalten (JVA) sollen als erste in ganz Deutschland mit internetfähigen Tablets ausgestattet werden. Ein Modell, das Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) wegweisend nennt. Manmüsse den Gefangenen die Möglichkeit bieten, am gesellschaftlichen Leben und technischen Fortschritt teilzuhaben, sagte er am Donnerstag in der JVAHeidering. Auch, damit eine Resozialisierung klappen kann. Doch das sieht nicht nur die Opposition kritisch. Behrendt will das Leben in der Haft dem Leben in der Freiheit angleichen. „Wir nehmen den Menschen in den Gefängnissen die Freiheit, aber nicht ihre Würde“, sagte er. Dem Fraktionsvorsitzenden der Berliner CDU, Burkard Dregger, geht das deutlich zu weit. „Manch einer merkt doch gar nicht mehr,dass er im Gefängnis sitzt“, sagte Dregger der Berliner Zeitung. Strafe müsse auch spürbar bleiben. Es gehe nicht, dass im Interesse der Resozialisierung Strafe abgeschafft werde. Dregger lehnt das Tablet-Projekt zwar nicht generell ab.Essei in Ordnung, wenn ein Strafgefangener vor dem Ende der Haftzeit online Zugang etwa zu Arbeitsangeboten erhalte.Aber warum müsse jeder Häftling über seine gesamte Haftzeit ein vonSteuermitteln finanziertes Tablet bekommen? Drei Monate lang hatten Häftlinge der JVA Heidering in einem Pilotprojekt internetfähige Tablets rund um die Uhr benutzen dürfen. Sie haben sogar eine eigene E-Mail- Adresse erhalten, mit der sie ungehindert Mails schreiben und versenden konnten. „Resozialisierung durch Digitalisierung“ heißt das Pilotprojekt, das laut Behrendt erfolgreich verlief, weshalb es nun auf alle Berliner Haftanstalten ausgeweitet werde. „Ziel ist es, den Gefangenen das Internet näherzubringen, weil sie draußen auch damit zu tun haben werden“, sagte er. Die Vorbereitung auf ein Leben nach der Haft sei ohne Internet kaum noch möglich. Mit den Tablets können die Gefangenen nur auf bestimmte Internetseiten zugreifen – etwa auf das Portal der Arbeitsagentur, um sich eine Arbeit zu suchen. Oder auf bestimmte Seiten, auf denenWohnungen angeboten werden. Auch Bildungsangebote sind abrufbar. Ein Missbrauch etwa durch Inhaftierte, die wegen Internetbetrugs eine Strafe absitzen, sei nicht möglich. „Weil auf den frei zugänglichen Seiten kein Betrug möglich ist“, erklärte Christian Reschke,der Leiter derTeilanstalt 1der JVA, in der die Testphase stattfand. Mittlerweile stehen dort 62Tablets zur Verfügung. In der dreimonatigen Testphase wurden vonden Probanden 24 000 Mails versandt und empfangen. DasPilotprojekt in dem Männergefängnis vor den Toren Berlins fördert der Senat mit 1,3 Millionen Euro. Allein für den Doppelhaushalt 2018/2019 sind jährlich 450 000 Euro vorgesehen. Der rechtspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Holger Krestel, findet das Projekt grundsätzlich nicht falsch, die Möglichkeit, ungehindert E-Mails zu schreiben und zu empfangen jedoch höchst bedenklich. „Dieser Senat sollte schnellstmöglich anfangen, Prioritäten zu setzen.“ Er hätte das Geld lieber in die maroden Schulen stecken sollen, sagte Krestel. René Müller, der Vorsitzende des Bundesverbands der Strafvollzugsbediensteten, hält den unkontrollierten E-Mail-Verkehr für falsch. „Opfer könnten belästigt, neue Straftaten ausgeheckt werden.“ Um den Umgang mit Tablets zu erlernen, müsse zudem nicht jeder Gefangene ein eigenes Gerät erhalten. „Das Geld sollte Berlin lieber für elementareAufgaben ausgeben –für mehr Personal und Sicherheit in den Gefängnissen.“ Berlin Seite 11 BERLINER ZEITUNG/ISABELLA GALANTY Der Schlossplatz und der Terror Wird das Berliner Schloss jetzt mit Pollern umstellt? VonUlrich Paul und Frederik Bombosch Mit Akribie wurde die Fassade des neuen Berliner Schlosses nach historischem Vorbild rekonstruiert –doch jetzt droht dem Bau eine harter gestalterischer Kontrast. Das Landeskriminalamt empfiehlt, den gesamten Schlossplatz mit Pollern zusichern. So sollen die Besucher der künftigen Sehenswürdigkeit vor möglichen Terrorattacken mit Lastwagen geschützt werden. „Alle beteiligten Verwaltungen sind sich einig darüber,dass sich die Sicherheitslage verschärft hat und darauf reagiert werden muss“, sagte die Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, PetraRohland. Im ersten Schritt sollen am Schloss aber zunächst nur die Eingänge speziell gesichert werden. „Im Hinblick auf die Empfehlungen des Landeskriminalamtes, den gesamten Schlossplatz mittels Poller vor Terroranschlägen zu schützen“, seien „im Rahmen eines geregelten Verfahrens räumlich differenzierte, ortsspezifische Lösungen“ zu entwickeln, erklärte Rohland. Außerdem müsse es eine breite Diskussion dazu geben. Die Polizei stuft die zunächst geplante Errichtung von Pollern vor den Eingängen als „geeignet“ ein, um das Schloss im Inneren zu schützen. Dies verhindere aber nicht, dass „Fahrzeuge andie Fassade des Schlosses“ heranfahren und Besucher im direkten Umfeld des Schlosses gefährdet werden könnten. Um einen vollständigen Schutz zu erreichen, empfiehlt die Polizei, „Poller und gegebenenfalls Stadtmobiliar“ an der Grundstücksgrenze zuplatzieren. Innensenator Andreas Geisel (SPD) schließt sich nach Angaben seines Sprechers den Forderungen an. Berlin Seite11 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501504 51044 BERLIN MESSEN 10. &11. November 2018 10 –17Uhr Cafe Moskau Karl-Marx-Allee 34 10178 Berlin 5€Eintritt* Kinder &Jugendliche unter 16 Jahren freier Eintritt *Ticketfür beide Messetagegültig Reise &Gesundheit DieMesse für Urlaub, Fitness &Ernährung Exklusive Messeangebote Interessante Präsentationen www.berlinmessen.de

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