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Berliner Zeitung 03.01.2019

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Wieder mehr Tote im Straßenverkehr –die Berliner Unfallstatistik – Berlin Seite 11 Heute mit Kulturkalender -1°/4° Ein wenig Schneeregen Wetter,Seite 2 Brandenburg: Die SPD steigt ab, die AfD steigt auf Brandenburg Seite 16 www.berliner-zeitung.de WasPutin und Trump gemeinsam haben Feuilleton Seite 22 Donnerstag,3.Januar 2019 Nr.2HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Der Wegzur Altglastonne in Berlin wird länger Berlin Seite 12 Michael Schumacher Die Frau, die ihn schützt VonPaul Linke Obermanchmal in eine andere Haut schlüpfen wolle, fragte die Sportjournalistin Sabine Kehm. Ja, sagte Michael Schumacher, weil es nicht angenehm sei, ständig beobachtet zu werden oder stundenlang Autogramme zu schreiben. Wasalso tun? „Du mußt dir so eine gewisse Mauer aufbauen.“ DasInterview fand 1998 statt. Schumacher, damals 29, war ein deutscher Sportheld, zweimaliger Formel-1-Weltmeister, und die goldene Ära Ferrari begann gerade erst. Doch er galt auch als skrupelloser Draufgän- Sabine Kehm, Michael Schumachers ger,als unnahbarer, ehrgeiziger Managerin Mann, der ungern mit Journalisten sprach. Schon gar nicht über Gefühle. Mit Sabine Kehm redete er.Schumacher gefielen die einfühlsamen und direkten Fragen. Zwei Jahre später beauftragte er sie mit dem Mauerbau. Aus der Sportjournalistin wurde eine Pressesprecherin, und später die Managerin, die an Neujahr 2014, zwei Tage nach Schumachers Skiunfall, die Universitätsklinik in Grenoble verließ und die versammelte Weltpresse informierte: „Sein Zustand ist stabil, aber weiter kritisch.“ Nachfragen? Unerwünscht. Gegen Falschmeldungen leitete Kehm immer wieder juristische Schritte ein. Die Mauer wuchs –und schützt die Familie Schumacher vor Einblicken in ihre Privatsphäre. Auch an diesem Donnerstag, Schumachers 50. Geburtstag. Kehm, 54, Diplomsportlehrerin, Absolventin der Axel-Springer-Journalistenschule, hat verhindert, dass sich Unbefugte der Geschichte Schumachers bemächtigen. In der Regel gibt sie die Statements zu seiner Gesundheit ab. Ermache Fortschritte, sei nie allein. Kehm verwaltet ein öffentliches Erbe schon zu Lebzeiten. „Michael Schumacher verkörpertdie typischen deutschen Eigenschaften“, schrieb sie gerade im Kölner Express, „war immer treu, zuverlässig, pflichtbewusst, sachgetrieben.“ 2006 hat Kehm ein Buch geschrieben, „Die offizielle und autorisierte Inside Story zum Karriere-Ende“, sie wohnte zeitweise auf dem Familienanwesen in der Schweiz. Und wie geht es jetzt Michael Schumacher? Sabine Kehm weiß es.Wenn der passenden Zeitpunkt gekommen ist, wirdsie es verraten. SportSeite 20 Claudia Vanoni, die neue Antisemitismusbeauftragte der Berliner Generalstaatsanwaltschaft. VonKatrin Bischoff In Berlin ist die Zahl antisemitisch motivierter Gewaltdelikte starkangestiegen. Flossen 2017 insgesamt sieben derartige Straftaten in die offizielle Statistik ein, so waren es bis Mitte Dezember des gerade vergangenen Jahres bereits 24 Gewalttaten. Dassagte Claudia Vanoni, die neue Antisemitismusbeauftragte der Berliner Generalstaatsanwaltschaft, im Gespräch mit der Berliner Zeitung. Für Entsetzen sorgte vor allem der Fall eines jungen Mannes aus Syrien, der im April inPrenzlauer Berg mit einem Gürtel auf einen Kippa tragenden Israeli eingeprügelt und verletzt hatte. Der Israeli filmte den den Vorfall mit seinem Handy. Zudem wirdauch die Gesamtzahl der antisemitischen Straftaten in Berlin erneut steigen. Wurden im gesamten Jahr 2017 in der Hauptstadt insgesamt 305 derartige Delikte polizeilich registriert, so waren es bis Mitte Dezember 2018 zwar erst 295 Straftaten. Jedoch geht die Oberstaatsanwältin Vanoni davon aus, dass die Zahl das Niveau des Vorjahres überschreitet. „In der Regel werden auch noch im Januar Fälle nachgemeldet“, begründet Vanoni. Berlin hält damit einen traurigen Rekord. Nach Angaben von Claudia Vanoni werden in der Hauptstadt im bundesweiten Vergleich die meisten antisemitischen Straftaten im Verhältnis zur Einwohnerzahl erfasst. „Ich habe den Eindruck, Antisemitismus wird lauter, unverhohlener und aggressiver“, sagt Vanoni. Underziehe sich durch alle Schichten der Gesellschaft. Claudia Vanoni hat den Kontakt zur Jüdischen Gemeinde und anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren aufgebaut. Sie sagt, sie wolle erreichen, dass die Betroffenen mehrVertrauen in die Arbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft bekommen und so animiertwerden, Straftaten anzuzeigen. Dazu müssten auch die Strafverfolgungsbehörden für die Belange der Betroffenen sensibilisiert werden, sagt die Antisemitismusbeauftragte.ZweiStaatsanwälte aus der Fachabteilung für politisch-motivierte Straftaten bearbeiten seit Vanonis Amtseinführung ausschließlich Antisemitismus-Fälle. Levi Salomon, der Sprecher des Jüdischen Forums für Demokratie „Es ist nicht traurig, dass in dieser als weltoffen und liberal geltenden Stadt das Amt der Antisemismusbeauftragten existiert. Traurig ist, dass es Antisemitismus gibt.“ Claudia Vanoni, Oberstaatsanwältin und Antisemitismusbeauftragte der Berliner Generalstaatsanwaltschaft „Der Hass auf und gegen Antisemitismus, sagt, es sei gut, dass die Berliner Staatsanwaltschaft nun eine Antisemitismusbeauftragte habe. Esdürfe aber erst der Anfang sein. Die Strafverfolgungsbehörden müssten viel tun, um das Vertrauen in ihre Arbeit zu stärken. „Und der Politik muss bewusst sein, womit sie es beim Antisemitismus zu tun hat.“ Antisemitismus betreffe nicht nur Juden. Er bedrohe die Demokratie und damit die gesamte Gesellschaft. „Berlin muss Juden wird lauter und aggressiver“ Berliner Antisemitismusbeauftragte Claudia Vanoni warnt: Die Zahl der Gewaltdelikte steigt drastisch an BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER viel mehr Mittel einsetzen, um Initiativen zu fördern, die sich gegen den Antisemitismus engagieren“, fordertSalomon. Auch wenn die offiziellen Statistiken keinen gravierenden Anstieg bei antisemitischen Straftaten zeigten, so sei die jüdischen Gemeinschaft alarmiert. „Sie fühlt sich zunehmend bedroht“, sagt Salomon. Sie schicke ihre Kinder nicht mehr auf normale Schulen, sondern in private Einrichtungen oder auf jüdische Schulen.„DuJude“ gelte heute nicht nur als ein Schimpfwort gegen Menschen jüdischen Glaubens. Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) erklärt, die Hauptstadt habe mit Claudia Vanoni die bundesweit erste Antisemitismusbeauftragte einer Strafverfolgungsbehörde. Gleichzeitig fördere Berlin wie kein anderes Bundesland zivilgesellschaftliche Projekte zur Beobachtung, Erfassung und Bekämpfung des Antisemitismus.Betroffene würden professionell an Opferberatungsstellen vermittelt und beim Erstatten einer Anzeige beraten. Auch Behrendt spricht davon, mehr Vertrauen schaffen zu wollen. Ziel müsse sein, dass irgendwann wirklich jede antisemitische Straftat auch zur Anzeige gebracht und verfolgt werden könne. Berlin Seite 10 Debatte nach Bottrop und Amberg Auto-Attentat auf Ausländer und Gewalt von Flüchtlingen Die Bundesregierung hat nach den Angriffen auf Passanten in Amberg sowie die Autoattacken im Ruhrgebiet„jede Artvon Gewalt“ verurteilt. Beide Tatenseien „mit Bestürzung zur Kenntnis genommen“ worden, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz am Mittwoch. Zugleich verwehrte sich ein Sprecher des Bundesinnenministeriums,inBottrop voneinem Terrorakt zu sprechen und deklarierte die Tatals„allgemein-kriminell“. Gegen den Autofahrer, der in der Silvesternacht in Bottrop und Essen mit seinem Wagen Passanten attackiert haben soll, wurde Haftbefehl wegen mehrfachen versuchten Mordes erlassen. Auf seiner Amok-Fahrt hatte er acht Menschen verletzt, darunter auch Kinder. Die meisten Opfer stammen aus Syrien und Afghanistan. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 50-Jährige aus fremdenfeindlichen Motiven handelte und unter psychischen Problemen leidet. Die Behörden haben keine Hinweise darauf, dass der Mann Verbindungen in die rechtsextreme Szene hat. Die wahllosen Angriffe von alkoholisierten Flüchtlingen auf Passanten im bayerischen Ambergbefeuern auch die Debatte über den Umgang mit straffälligen Ausländern. „Wenn Asylbewerber Gewaltdelikte begehen, müssen sie unser Land verlassen. Wenn die vorhandenen Gesetze dafür nicht ausreichen, müssen sie geändertwerden“,sagte Innenminister Horst Seehofer (CSU)der Bild-Zeitung. Einen solchen Vorstoß hatte er bereits MitteDezember angekündigt. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers will Seehofer die Gesetzesänderungen in dennächstenWochen vorlegen. (BLZ/ AFP,dpa) PolitikSeite 4, Leitartikel Seite 8 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 41001 Jetztbis zu 25%Rabatt. Hol’ dir dein Viertel zurück: bis zum 10. Januar buchen und sparen!* *DerRabatt gilt für Reisen auf ausgewählten Strecken ab und nach Deutschland vom 30.01.19 bis 03.07.19 und One-way p. P.,basierend auf zwei Passagieren, die mit der gleichen Buchung reisen. Der Sale endet am 10.01.19 um Mitternacht. Stand: 20.12.18.

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