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Berliner Zeitung 03.04.2019

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Gauck: Ostdeutschen fehlt der Durchsetzungswille – Seiten 4und 8 Heute mit Hauptstadt Seite 5 10°/17° Starkbewölkt Wetter Seite 2 DFB-Skandal: Präsident Grindel ist zurückgetreten Sport Seite 20 www.berliner-zeitung.de Voll cool: Der Erfolg des YouTubers MontanaBlack Seite 3 Mittwoch, 3. April 2019 Nr.78HA-75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Impfpflicht –und die Alternativen dazu Wissenschaft Seite 17 Wieder einen Kampf gewonnen VonBirgit Holzer Esgehörte zu den Aufgaben von Emmanuel Macrons bisheriger Presse- und Kommunikationsbeauftragten Sibeth Ndiaye, am Montag ihren eigenen Jobwechsel zu verkünden: Mit der 39-Jährigen, die als „Präsidentenflüsterin“ und als Macron-Vertraute der ersten Stunde gilt, befindet sich nun zum ersten Mal eine gebürtige Senegalesin auf dem exponierten Posten der Regierungssprecherin. Die französische Öffentlichkeit lernte Sibeth Ndiaye, neue Sprecherin von Präsident Macron Frankreich Ndiaye bereits im Dokumentarfilm „Emmanuel Macron, die Kulissen eines Sieges“ kennen, der nach seiner Wahl im Mai 2017 im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Ndiaye fiel darin durch ihr breites Lächeln und lautstarkes Temperament auf. „Das ist nicht die Arbeit eines Journalisten, das ist die Arbeit eines Schmutzfinken“, schimpfte sie in einer Szene einen Reporter am Telefon aus. Berühmt-berüchtigt wurde auch ihr Satz, sie könne problemlos „lügen, um den Präsidenten zu beschützen“. DiePresse wirft ihr vor, sie kontrollieren zu wollen und unliebsame Journalisten auszusortieren. Der franko-mauretanische Politik-Berater Ibrahima Diawadoh N’Jim glaubt hingegen, dass ihreKritiker etwas anderes stört: „Man wirft Sibeth Ndiaye vor, dass sie eine schwarze Frau ist, die Erfolg hat.“ Geboren wurde Ndiaye inDakar als jüngste von vier Töchtern einer Politiker-Familie: Ihr Vater gründete die afrikanische Unabhängigkeitspartei mit, ihre verstorbene Mutter saß als Präsidentin dem senegalesischen Verfassungsrat vor. Sibeth Ndiaye, deren Vorname in der Sprache der Diola jene bezeichnet, „die viele Kämpfe gewonnen hat“, kam zum Studium nach Paris und engagierte sich ab 2002 in der Sozialistischen Partei. Unter Präsident François Hollande war sie Sprecherin von Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg. Nach dessen Ausscheiden aus der Regierung lernte sie seinen Nachfolger Macron kennen. Ihm folgte sie bei der Gründung seiner eigenen Partei „Enmarche!“ als Presse- Beauftragte. Ihr Umfeld bezeichnet die Mutter dreier Töchter als „süchtig nach Politik“. Eine Sucht, die ihr bei ihrer neuen Aufgabe helfen dürfte. Der Manager und sein Präsident: Michael Preetz und Werner Gegenbauer haben allen Grund zum Grübeln. VonElmar Schütze Heimniederlage Der Stadionneubau im Olympiapark sollte ihr größter Erfolg werden. Doch der Plan der Hertha-Verantwortlichen Michael Preetz und Werner Gegenbauer ist in Gefahr. Möglicherweise muss ein neuer Standort gefunden werden. Wo ein Sieg ist, ist die Niederlage oft nicht weit. Das gilt für den Sport – und darüber hinaus. AmTag, als der Name des Eisbärchens aus dem Tierpark bekanntwurde – „Hertha“ –, wurde auch klar,wer derVerlierer in der Debatte um ein neues Fußballstadion in der Stadt ist: ebenfalls Hertha. Denn die Pläne eines Stadionbaus im Olympiapark neben dem Olympiastadion scheitern vielleicht am Widerstand der „Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892“. Sie hätte Hertha sechs Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 24 Wohnungen in der Sportforumstraße verkaufen müssen, um das Stadion möglich zu machen. Daswill sie nun nicht Der Fußballbundesligist wollte die Häuser kaufen, abreißen und an anderer Stelle neu bauen. Doch die Genossenschaft teilte mit: „Wir sind mit Ablauf des 31. März nicht länger bereit, unsereHäuser an Hertha BSC zu veräußern.“ Auf dieses Ultimatum habe man stets hingewiesen, heißt es in einem Schreiben des Vorstands. Der RBB hatte zuerst über das Scheiternder Pläne berichtet. In einer Stellungnahme zeigt sich der Profiklub unbeeindruckt. Die zu Ende gegangene Frist „rührt inkeiner Weise an unseren Plänen, ab 2025 in einer eigenen Fußballarena zu spielen“, heißt es in einer Mitteilung. Ebenso bleibe es der Wunsch, „diese Arena in Berlin zu bauen, idealerweise im Olympiapark“. Doch wie das möglich sein soll, diese Antwort bleibt der Verein zunächst schuldig. Stattdessen wirft er dem Senat Untätigkeit vor. Der Klub habe dem Land, das darüber entscheiden muss, Ersatzstandorte für die Wohnanlage vorgeschlagen. „Trotz intensiver Bemühungen und entgegen öffentlicher Bekundungen seitens des Senats,unser Projekt und damit den StandortBerlin für Hertha BSC zu unterstützen, sind Entscheidungen der Politik bislang leider ausgeblieben“, heißt es weiter. Der von Hertha favorisierte Standort in der Nähe war aber aus Naturschutzgründen nicht realisierbar. Weitere Vorschläge wurden nicht bekannt. Es sind auch solche Schuldzuweisungen, die die Berliner Politik immer skeptischer hat werden lassen. Hatten viele Mandatsträger anfangs Verständnis für einen Auszug aus dem weitläufigen und selten ausverkauften Olympiastadion (75 000 Zuschauer) und den Baueines privatfinanzierten kleineren Stadions unter dem Motto „steil, nah, laut“ (55 000 „Wir werden den Sachverhalt zunächst intern bewerten und uns zu gegebener Zeit zu den weiteren Schritten unseres Arenaprojekts öffentlich äußern.“ Aus der Stellungnahme von Hertha BSC Zuschauer) geäußert, herrscht seit einiger Zeit Unverständnis und Enttäuschung. Hertha habe intransparent gehandelt und die politische Tragweite fahrlässig ignoriert. Insbesondere die Zukunft des Olympiastadions, das mit Herthas Auszug nach sechs Jahrzehnten seinen Hauptmieter verlieren würde und ein öffentliches Millionengrab zu werden drohte,ist ungeklärt. Dass eine Lösung nun an der Frage um 24 Wohnungen zu scheitern scheint, bessert die Lage nicht. IMAGO/MICHAEL HUNDT „Wir haben Hertha immer gesagt, dass keine einzige Wohnung einem Stadionneubau zum Opfer fallen darf“, sagte Innen- und Sportsenator Andreas Geisel (SPD). Diesportpolitischen Sprecher der rot-rot-grünen Koalition sekundierten: „Ein Hertha- Stadion im Olympiagelände ist nicht zu realisieren“, steht in einer gemeinsamen Erklärung. Nicole Ludwig (Grüne) hält den Olympiapark überhaupt für ungeeignet. Dieser solle für die Öffentlichkeit zugänglicher und nicht durch ein Stadion bebaut werden. Der FDP-Sportpolitiker Stefan Förster spricht voneinem „Eigentor für Hertha BSC“, der Verein stehe vor einem selbst verschuldeten Scherbenhaufen. AfD-Sportexperte Frank Scheermesser begrüßt die Entscheidung und sieht den Senat gefordert, „gemeinsam mit Hertha“ die Möglichkeiten zu erörtern, wie der Verein im Olympiastadion gehalten werden kann. Dieses könne mit „vergleichsweise einfachen und kostengünstigen Lösungen technisch aufgerüstet und an die Bedürfnisse von Hertha angepasst werden“. Einzig Teile der CDU haben bis zuletzt Sympathie für den Stadionneubau erkennen lassen. Sie wirft dem Senat vor, Hertha alleine gelassen zu haben. Tagesthema Seite 2, Berlin Seite 9 Weniger Verspätungen bei der S-Bahn Pünktlichkeit und Fahrgastzahl nehmen zu VonPeter Neumann Auch im vergangenen Jahr gab es bei der Berliner S-Bahn mehr Zugverspätungen als vertraglich erlaubt. Zwar stieg die Zahl der Fahrten, die als pünktlich registriertwurden, im Vergleich zu 2017 von 94,3 auf 95 Prozent. Doch trotz der Zunahme wurde das mit dem Senat vereinbarte Ziel von 96Prozent erneut verfehlt. Dasteilte S-Bahn-Chef Peter Buchner am Dienstag mit. Inzwischen zeigen die Maßnahmen für eine bessereBetriebsqualität allerdings Erfolge.„In diesem Jahr lagen wir bislang in allen Monaten über der 96-Prozent-Marke“, sagte Buchner. Im Februar wurde sogar eine Pünktlichkeitsquote von97,1 Prozent erzielt. Als pünktlich werden Fahrten registriert, die exakt laut Plan oder um maximal drei Minuten und 59 Sekunden verspätet stattfanden. Um besser zu werden, hat die S- Bahn zum Beispiel weiteres Fahrpersonal eingestellt –151 neue Mitarbeiter allein im vergangenen Jahr. Außerdem wird die Instandhaltung der Fahrzeuge enger kontrolliert. Störanfällige S-Bahnen haben nun eine „Krankenakte“ und erhalten Check-ups. Hoch belastete Technik an wichtigen Strecken wirdinkürzeren Abständen als bisher gewartet. Knapp 180 Maßnahmen umfasst die „Qualitätsoffensive S-Bahn Plus“, die nun offenbar Erfolge zeigt. Zugenommen hat auch die Zahl der Fahrgäste. 2012 wurden die ockergelb-bordeauxroten Züge für 395 Millionen Fahrten genutzt, im vergangenen Jahr waren es 478 Millionen Fahrten. „Das ist ein sattes Plus von21Prozent“, sagte Buchner. Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) betrug der Zuwachs in dieser Zeit 14 Prozent. Berlin Seite 10 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 31014 ORANKE CAMP’19 Riesen-Zelt- &Kanuausstellung ·Anfassen,· Testen, Kaufen Strandbad Orankesee ·10bis 17 Uhr Openair ·www.camp4.de 6. April Eintritt frei! lädt ein zum Start in den Frühling: Riesen-Zelt- und Kanuausstellung, Infostände,Workshops,Essen&Trinken, Kletterturm, Kistenklettern, Slackline, Secondhand-Outdoormarkt, Lagerfeuer, Pappboot-Aktion: Bau und Rennen

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