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Berliner Zeitung 03.07.2019

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Sie gibt Gas, sie will Spaß: WieSupercar Blondie zur Influencerin wurde – Seite 3 Dahlem – mehr als nur Depot Seite 20 11°/20° Mal Sonne, mal Wolken Wetter Seite 2 Glücklich: Kapitänin Rackete ist frei Politik Seite 5 www.berliner-zeitung.de WM-Halbfinale: Der Glanz der Niederländerinnen Sport Seite 17 Mittwoch, 3. Juli 2019 Nr.151 HA -75. Jahrgang Auswärts/D**: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Sie trauen sich: Zwei wollen die SPD führen Politik Seite 4 Tennis Coco will die Beste werden VonDoris Henkel Man hätte sie für Mutter und Tochter halten können, als sie nach dem Spiel auf Wimbledons Centre Court aufeinander zugingen. Auf der einen Seite Venus Williams, die ältereder legendären Schwestern und mit 39 Jahren älteste Spielerin des Turniers,links Cori Gauff, mit 15 Jahren und knapp vier Monaten die jüngste. Miss Cori, die lieber Coco genannt werden möchte, streckte die Hand aus und nutzte die besondere Gelegenheit, um der bewunderten Gegnerin mitzuteilen, was ihr Cori Gauff hat Tennis-Legende Venus Williams besiegt. sehr am Herzen lag. Danke für alles, was du für diesen Sport getan hast, sagte sie. Es spricht einiges dafür, dass mit diesem Handschlag am späten Nachmittag des 1. Juli offensichtlich wurde, was Fachleute schon länger vermuten –dass die junge Amerikanerin auf sehr ähnlichen Pfaden unterwegs ist wie die berühmtesten und erfolgreichsten Schwestern des Sports, Serena und Venus Williams. Die Eltern Gauff orientieren sich bei vielen Entscheidungen am Beispiel von„big daddy“ Williams, wobei für die nächste und übernächste Generation afroamerikanischer Spielerinnen vieles leichter ist als damals für den Pionier Richard Williams und seine Töchter. Cori Gauff, aufgewachsen in Atlanta in Georgia und dann wegen besserer Trainingsmöglichkeiten umgezogen nach Delray Beach in Florida, ist noch zu jung, um bei allen Turnieren mitspielen zu dürfen, was ihr nicht gefällt. Sie hat absolut kein Problem damit, die Welt des Tennis wissen zu lassen, wie sie sich die Sache vorstellt. „Ich will die Beste werden“, sagt sie. Das wollen viele, aber entscheidend auf demWegzugroßen Zielen ist ja oft die Kunst der kleinen Schritte. Sowie die Einstellung, mit der sie ins Spiel gegen ihr Idol auf dem berühmtesten Tennisplatz der Welt gegangen war. „Mein Traum war zu gewinnen. Und das ist passiert. Ich denke,dass sich die Leute einfach zu viele Grenzen setzen.“ Im Moment gehörtsie noch nicht zu den besten 200 Spielerinnen der Welt, aber das könnte schon nach einem weiteren Sieg inWimbledon der Fall sein. Und auch das ist sicher nicht mehr als eine Zwischenstation. Sie hat keine Angst vor großen Worten, aber sonst scheint sie ein herzerfrischend normaler Teenager zu sein –„definitiv ziemlich albern“ nach ihrer eigenen Beschreibung. Unddefinitiv gut beraten. Seit sie 13 ist, wird sie von Roger Federers Management-Firma Team8 betreut, und es war ein vielsagendes Bild, als Federers Manager und Partner bei Team8, Tony Godsick, nach dem Sieg von Cori Gauff gegen Venus Williams mit breitestem Lächeln applaudierte. Geschichtsstunde Das Ernst-Thälmann-Denkmal soll erweitert werden –und historisch eingeordnet. Das Land Berlin und der Bezirk Pankow suchen mit einem Wettbewerb nach innovativen Konzepten. Berlin Seite 11 Müllers solidarisches Angebot Senat beschließt die Berliner Alternative zu Hartz IV für jährlich bis zu 1000 Langzeitarbeitslose VonMelanie Reinsch Die Freude war dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) durchaus anzusehen: Sein Solidarisches Grundeinkommen, gedacht als Alternative zu Hartz IV, ist am Dienstag vom Senat beschlossen worden. Trotz Gegenwind, Kritik und Bedenken ist der Startschuss für das bundesweit einmalige Modellprojekt nun gefallen. Noch im Juli, so hofft man, sollen erste Verträge abgeschlossen sein. „Ich will nicht zugucken, dass Menschen jahrelang von einer kurzfristigen Maßnahme in eine andere geschickt werden und am Ende doch perspektivlos dastehen“, so Müller. Rund 1000 Berliner Langzeitarbeitslose bekommen nun die Chance, wieder eine unbefristete, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu finden. Angestellt werden sie bei öffentlichen Verwaltungen oder landeseigenen Unternehmen und Trägern. DieBezahlung erfolgt nach Tarif- oder Landesmindestlohn. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt. Insgesamt kommen rund 42 000 Menschen für das Solidarische Grundeinkommen in Frage. Esrichtet sich an Menschen, die mindestens ein Jahr arbeitslos waren und es höchstens seit drei Jahrensind. Man könne mit dem Solidarischen Grundeinkommen die Aufgaben, die in der Stadt bewältigt werden müssten, mit den Arbeitsuchenden zusammenbringen, die eine dauerhafte Beschäftigung suchen. „Ich möchte ihnen ein gutes Angebot machen“, sagte Müller. Gleichzeitig betonte er, dass es immer erstes Ziel sein müsse, Erwerbslose in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. „Das Solidarische Grundeinkommen beginnt dann, wenn man diesen Anschluss nicht gefunden hat“, erklärte der Regierende Bürgermeister weiter. Damit reagiert Müller auf einen der Kritikpunkte unter anderem aus der Opposition oder auch von der Industrie- und Handelskammer (IHK), dass Arbeitslose zu früh dem Arbeitsmarkt entzogen würden. Zudem sollen die Beschäftigten der neu geschaffenen Jobs innerhalb der Laufzeit des Modells gecoacht und weiterqualifiziert werden. Ziel ist, dass sie sich entweder aus der Beschäftigung heraus auf eine Stelle in einem anderen Unternehmen bewerben oder innerhalb des Unternehmens in eine höhere Position wechseln und damit nicht mehr das Grundeinkommen beziehen. Zu Beginn wird mit Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine Qualifizierungsmaßnahme entwickelt. So haben die Arbeitgeber fünf Jahre Zeit, die Bezieher auf vakante Stellen im Unternehmen vorzubereiten. Auch die BVG wird ein Arbeitgeber für das Solidarische Grundeinkommen sein. Voraussichtlich 120 Jobs soll es dortgeben. DieTätigkeiten reichen zudem von unterstützenden Arbeiten in Schulen, im Quartiersmanagement und in Kitas über City-Lotsen, die im Nahverkehr aushelfen, und Mobilitätshelfern bis „Ich will nicht zugucken, dass Menschen jahrelang von einer kurzfristigen Maßnahme in eine anderegeschickt werden und am Ende doch perspektivlos dastehen.“ Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin hin zu Jobs in der Umweltbildung oder bei Wohnungsbaugesellschaften. „Das sind alles Bereiche, die in unserem Lebensalltag eine Rolle spielen. Die Jobs sind zusätzliche“, betonte Müller, „sie sollen niemandem den Arbeitsplatz wegnehmen.“ Bis Ende 2020 sollen alle Jobs vergeben sein. Nach Ablauf des Projektes, also im Jahr 2025, verspricht das Land eine Weiterbeschäftigung, wenn die Bezieher bis dahin nicht wieder in den ersten Arbeitsmarkt integriertwerdenkonnten. DasProjekt wird fortlaufend von einem Beirat, bestehend aus Gewerkschaften, Verbänden, Senatsverwaltungen und der Bundesagentur für Arbeit, begleitet. Berlin lässt sich dieses Angebot für Langzeitarbeitslose einiges kosten: jährlich maximal 38,7 Millionen. Im ersten Jahr, wenn noch nicht 1000 Menschen das Grundeinkommen beziehen, rechnet man mit weniger, genau wie im letzten Jahr, wenn die Verträge wieder auslaufen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte Müllers Alleingang in Berlin eine Absage erteilt. Er wollte das Modellprojekt nicht unterstützen. Unter anderem, weil im Januar das „Bundesteilhabechancengesetz“ in Kraft trat, das Langzeitarbeitslosen ebenfalls den Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern soll. Eine Voraussetzung dafür ist, das man mindestens sechs Jahre in den letzten sieben Jahren HartzIV bezogen haben muss. Müllers Ansatz mit einem Konzept, das direkt beim Übergang zu HartzIVgreift, kommt Heils Bundesgesetz damit nicht in die Quere. Inwieweit Heil und Müller in dieser Sache vielleicht doch noch zusammenfinden, hängt wohl maßgeblich vom Erfolg in Berlin ab. Mit dem sprachlich leicht zu verwechselnden bedingungslosen Grundeinkommen hat das Berliner Modell nichts gemein. Am Dienstag hat der Verein Mein Grundeinkommen wieder monatliche Grundeinkommen von1000 Euro verlost. Das Geld kommt aus Spenden. Der Unterschied ist schnell erklärt: Für das bedingungslose Grundeinkommen muss man nicht arbeiten, man bekommt es einfach so. IMAGO IMAGES/SASCHA STEINACH Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 Gipfel schlägt von der Leyen vor CDU-Politikerin soll Chefin der EU-Kommission werden B undesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen soll neue EU-Kommissionspräsidentin werden. DieEU-Staats- und Regierungschefs nominierten die CDU-PolitikerinamDienstag bei ihrem Sondergipfel in Brüssel offiziell und durchbrachen damit eine tagelange Blockade bei der Besetzung von EU-Spitzenposten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) musste sich allerdings nach eigenen Worten enthalten, weil die SPD nicht mitzog. Auch im EU- Parlament, das vonder Leyenwählen müsste,regte sichWiderspruch. Vonder Leyen könnte, wenn sie denn vom Parlament bestätigt wird, die erste Frau an der Spitze der EU- Kommission werden. Ihre Nominierung ist eine große Überraschung nach wochenlangem Postenstreit seit der Europawahl. Merkel wollte ursprünglich den Spitzenkandidaten der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, als Kommissionschef. Als der CSU-Politiker vorallem beim französischen Präsidenten Emmanuel Macron auf Widerstand stieß, stellte sich Merkel hinter den Sozialdemokraten Frans Timmermans, der aber vor allem in den osteuropäischen Ländern nicht durchsetzbar war. Bei Verhandlungen am Sonntag und Montag hatten sich die 28 EU- Staaten gegenseitig blockiert. Deshalb legte EU-Ratschef Donald Tusk am Dienstag ein Kompromisspaket vor. Neben von der Leyen als Kommissionschefin waren darin vorgesehen der liberale belgische Ministerpräsident Charles Michel als Ratspräsident und der spanische Außenminister Josep Borrell als Außenbeauftragter. Ein Sozialist soll für zweieinhalb Jahre Präsident des EU-Parlaments werden.Inder zweiten Hälfte der Legislaturperiode könnte EVP-Fraktionschef Weber diesen Posten übernehmen. Weber gab am Dienstagabend offiziell sein Mandat als Spitzenkandidat der EVP zurück und verzichtete damit auf das Amt des Kommissionschefs. Timmermans soll sein Amt als Vizepräsident der EU-Kommission behalten. Die französische Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, soll Präsidentin der Europäischen Zentralbank werden. (dpa) Politik Seite 4 194050 501603 31027

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