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Berliner Zeitung 04.01.2019

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Ist Zalando das neue Siemens? Die Digitalwirtschaft und die Konjunktur – Made in Berlin Seite 6 Heute mit Gesundheits-Tipps Seite 16 0°/6° Niesel oder Regen Wetter,Seite 28 Spätes Comeback: Ulf Kirsten kickt wieder Sport Seite 19 www.berliner-zeitung.de Auf gepackten Koffern: Antisemitismus in Berlin Berlin Seite 9 Freitag,4.Januar 2019 Nr.3HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Schreiben, was ist: Harry Nutt zur Spiegel-Affäre Feuilleton Seite 21 USA Trumps mächtigste Gegenspielerin VonKarlDoemens Das Urteil klingt drastisch. Aber es ist positiv gemeint. „Sie schneidet dir den Kopf ab, und du merkst nicht einmal, dass du blutest“, hat ihre Tochter Alexandra gerade über Nancy Pelosi gesagt. Im Sender CNN war die Filmemacherin gefragt worden, ob es die neue Sprecherin des Repräsentantenhauses wohl mit dem Wut-Präsidenten Donald Trump aufnehmen könne. Offenbar hegt sie daran keine Zweifel. Die neue demokratische Mehrheit im Parlament sieht das ähnlich. Nach Nancy Pelosi den Wahlen im wird selbst in der eigenen Fraktion gefürchtet. es anfangs Wi- November hatte derstand vor allem der jungen Abgeordneten gegen die erneute Wahl der 78-Jährigen auf den einflussreichen Posten gegeben, den sie schon 2007 bis 2011 bekleidete. Doch Pelosi schlug die Revolte mit einer Mischung aus Härte und Versprechen nieder.„Sie wird inder Fraktion mehr gefürchtet als bewundert“, schreibt die New York Times. Dabei speist sich der Nimbus der Politikerin aus Kalifornien nicht nur aus ihrem Ruf als erstklassige Spendensammlerin und Netzwerkerin. Ihr gebührt auch das unzweifelhafte Verdienst, seinerzeit die Gesundheitsreform Obamacare durch den Kongress gepeitscht zu haben. Für die Verjüngung der Demokraten steht Pelosi ebenso wenig wie für die neue Blutzufuhr aus der Anti- Trump-Graswurzelbewegung. Als Millionärin und Besitzerin eines Weinguts gehört sie zum Establishment. Doch eine zwingende Alternativezuihrer Person ist nicht in Sicht. Und dass im MeToo-Zeitalter eine Frau dem offen sexistischen Präsidenten, der seine Geliebten mit Schweigegeld bezahlte, gegenübertritt, hat eine tiefereSymbolik. Als Sprecherin des Repräsentantenhauses ist Pelosi nun die mächtigste Gegenspielerin vonTrump und die wohl einflussreichste Frau in der amerikanischen Politik überhaupt. Dass sie dem Präsidenten die Stirn bieten wird, hält nicht nur ihreTochter für sicher. Ihr erstes Gespräch im Weißen Haus zur Haushaltssperrevor drei Wochen beschrieb sie respektlos als „Pinkelwettbewerb mit einem Stinktier“ und lästerte, die Mauer zu Mexiko sei für Trump wohl „so eine Männlichkeitssache“. VonMartin Klesmann und Melanie Reinsch Politik ist anziehend Berliner Parteien erleben starken Zulauf –besonders Grüne und SPD gewinnen viele Neu-Mitglieder Politikverdrossenheit? In Berlin ist davon nicht so viel zu spüren: Fast alle Parteien im Abgeordnetenhaus haben im vergangenen Jahr Mitglieder hinzugewonnen. So verzeichnete die SPD Ende November 20 129 Mitglieder, 860 mehr als im Jahr zuvor (Dezember 2017). Überraschend ist der Zuwachs deshalb, weil die SPD im Bund und auch im Land drastisch an Zustimmung verloren hat. Nach der Forsa- Umfrage der Berliner Zeitung im Dezember würden momentan nur 15 Prozent die SPD wählen, wenn am Sonntag Abgeordnetenhauswahl in Berlin wäre. Beachtlich, aber wenig verwunderlich ist die Zunahme dagegen bei den Grünen. Diese erleben gerade einen Höhenflug. Und das wirkt sich auch auf die Mitgliederzahlen aus. Ende Dezember 2018 verzeichneten die Grünen 7418 Mitglieder, ein Jahr zuvor waren es noch 6480. Bei den Linken gibt zwar weniger Mitglieder –Ende des vergangenen Jahres waren es 7861, im Jahr 2017 waren es 7952 –, dieser leichte Rückgang ist aber vorallem durch die Zahl der verzogenen und verstorbenen Mitglieder zu erklären. Denn auch bei den Linken gab es mehr Eintritte,als Austritte: 601 Menschen traten in die Partei ein, 553 aus. Zu den Austritten zählen auch Parteimitglieder, die sechs Monate keinen Beitrag gezahlt haben. „Der Abwärtstrend in den Mitgliedszahlen ist 2015 gestoppt und umgedreht worden. Wir freuen uns darüber“, sagte Sebastian Koch, Landesgeschäftsführer der Linken. Auch die Berliner CDU konnte ihre Mitgliederzahlen steigern, allerdings nur in kleinem Umfang. Im Dezember 2017 verzeichneten die Christdemokraten 12 238 Mitglieder, Ende 2018 waren es elf mehr. Auch die FDP in der Hauptstadt legte geringfügig zu. Ende 2018 verzeichneten die Liberalen 3340 Mitglieder, zum Jahresende 2017 waren es 126 weniger.„In Jahren ohneWahlereignis im Land normalisiertsich die politische Mobilisierung und dämpft die Mitgliederentwicklung“, sagt FDP-Sprecher Helmut Metzner. Trotzdem könne die Partei einen Zuwachs verzeichnen. „Das sei das erfreuliche Fazit des Jahres 2018“, sagte „Wenn ich will, dass sich etwas ändert, dann muss ich selbst mehr tun.“ Judith Vogl (27) Neumitglied der Berliner CDU Hinterm Mond Jetzt wissen wir genauer,wie die andere Seite des Erdtrabanten aussieht –und wozu die chinesische Raumfahrt fähig ist. Report Seiten 2und 3 Die Visualisierung zeigt die Rückseite des Mondes vor der Erde. Erstmals ist eine chinesische Sonde auf der nahezu unbekannten Seite des Himmelskörpersgelandet. er. Vor allem durch das Thema Tegel kämen Neumitglieder zur FDP, weiß Metzner aus Gesprächen. Enttäuschte AfD-Wähler wechselten nicht zur FDP.„Vielmehr sind unsere neuen Mitglieder enttäuscht von der rot-rot-grünen Regierung in Berlin“, erklärtder Sprecher. DieAfD,die vorallem Nichtwähler mobilisiert, konnte 2018 ebenfalls Menschen dazu bewegen, in ihrePartei einzutreten. Anfang des neuen Jahres 2019 gab es 1505 Mitglieder in der rechtspopulistischen Partei, Anfang 2018 waren es 228 weniger.Viele Neumitglieder der anderen Parteien wollen durch ihr Engagement offenbar auch dem Rechtsruck in der Gesellschaft etwas entgegensetzen. Der Politikwissenschaftler Gero Neugebauer vonder Freien Universität sieht dies als einen Faktor für die vielen Parteieintritte in Berlin. „Die Auseinandersetzung über die Politik der AfD kann Menschen dazu bringen, sich parteipolitisch zu engagieren“, sagte Neugebauer. „Bei kontroversen Themenwollen sie eine klarePosition beziehen.“ Zudem wirke auch im Jahr nach einer Bundestagswahl die politische Mobilisierung nach, sagte Neugebauer. „Generell treten Menschen in Parteien ein, weil sie auf einer überschaubaren Ebene mitwirken wollen“, betont der Politikwissenschaftler.„Mitunter wollen sie auch in eine Partei gehen, weil ihnen dort einiges missfällt.“ Um noch mehr Neumitglieder zu werben, rät Neugebauer den Parteien, sich der Zivilgesellschaft zu öffnen und auch mit einzelnen Projekten zu kooperieren. „Das macht der Parteiapparat jedoch dann nicht so gern, wenn das für ihn schwierig zu Rekord in Tegel: Mehr Fluggäste denn je In Schönefeld ging die Zahl der Passagiere leicht zurück VonPeter Neumann Die Zahl der Fluggäste in Berlin und Brandenburg hat im vergangenen Jahr einen neuen Rekord erreicht. Auf den Flughäfen Tegel und Schönefeld wurden insgesamt mehr als 34,7 Millionen Passagiere gezählt, teilte die Flughafengesellschaft FBB mit. Im Vergleich zum vorangegangenen Jahr ist das ein Anstieg um über vier Prozent, deutlich mehr als auf vielen anderen Airports. Tegel wurde vonfast 22 Millionen Fluggästen genutzt. Dassind 1,5 Millionen mehr Passagiere als 2017, ein Zuwachs von rund 7,5 Prozent. Im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2016 lag die Zahl immerhin um rund 740 000 höher. InSchönefeld ging die Zahl der Fluggäste im vergangenen Jahr dagegen leicht zurück: um rund ein Prozent auf etwas mehr als 12,7 Millionen, so die FBB. „Die Entwicklung der Fluggastzahlen unterstreicht einmal mehr die international wachsende Attraktivität der Hauptstadtregion“, sagte Engelbert Lütke Daldrup, Chef der Berliner Flughäfen. „Während die Air-Berlin-Insolvenz an anderen großen Flughäfen in Deutschland sinkende Passagierzahlen verursachte, ist der Wachstumstrend an den Hauptstadtflughäfen ungebrochen.“ Der neue Flughafen BER, der 2020 in Schönefeld öffnen soll, sei auf einen weiteren Anstieg der Fluggastzahlen vorbereitet. Er werde mit den Terminals T1, T2 und T5 mit einer Jahreskapazität für mehr als 40 Passagiere starten, so Lütke Daldrup. In Tegel führt der Zuwachs allerdings zu immer mehr Problemen. Fluggäste beschweren sich über lange Wartezeiten und Probleme bei der Abfertigung. Auch Schönefeld erhält oft schlechte Bewertungen. Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt steuernist.“ Berlin Seiten 14 und 15 4 194050 501603 NASA SCIENTIFIC VISUALIZATION STUDIO 51001 Jetzt20%RABATTAUF FAST ALLES * auch amverkaufsoffenen SONNTAG‚ 06.01.2019 | 13–18 Uhr *Ausgenommen sindbereitsreduzierteAngebote,die Möbel Hübner PREMIUM-Kollektion, Gardinensowie die MarkenMusterring und Stressless ® , nicht kombinierbarmit anderen Aktions- undEinkaufsvorteilen, gilt nur fürNeukäufebis 27.01. 2019. Möbel Hübner GmbH | Genthiner Str. 41 | 10785 Berlin | www.moebel-huebner.de

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