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Berliner Zeitung 04.06.2019

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Die Akte Schmücker: Vor45Jahren starb der Verfassungsschutz-Spitzel im Grunewald – Report Seite 5 Lassen sich Tattoos entfernen? Seite 16 19°/29° Gewittergefahr Wetter Seite 26 Berlin United: „Icke“ Häßler wird ausgewechselt Sport Seite 17 www.berliner-zeitung.de Wärmer als Mallorca: Hitze in der Hauptstadt Berlin Seite 10 Dienstag,4.Juni 2019 Nr.127 HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Trump in London: Der unhöfliche Besucher Politik Seite 6 In Berlin kann er nicht landen VonFrederik Bombosch Mit Rückschlägen kann man unterschiedlich umgehen. Man kann die Brocken hinwerfen. Man kann anderen an allem die Schuld geben. Oder man übt sich in Gelassenheit –sowie Thomas Keller, Unternehmensberater und Fallschirmjäger der Reserve aus Hamburg. „Es hat nicht geklappt“, so kommentiert er den Rückschlag, mit dem er einen Umgang finden muss. „Aber ich hätte es doch sehr bedauert, wenn wir es nicht einmal probierthätten.“ Thomas Keller, Initiator des Luftbrücken-Gedenkflugs Tempelhof Man kann nur erahnen, wie viel Disziplin solche Sätze den 62-Jährigen kosten. Drei Jahre lang hat er darauf hingearbeitet, sich und anderen einen Traum zu erfüllen: Zum75. Jubiläum des Endes der Luftbrücke wollte er den legendären Hilfskonvoi auferstehen lassen. Zusammen mit seinen Mitstreitern kontaktierte Keller die Besitzer historischer Douglas-Flugzeuge in aller Welt, rund zwei Dutzend sagten zu. Knapp eine Woche lang werden sie vom 10. Juni an historische Luftbrücken-Flugplätze besuchen. Nur ein Ortfehlt: Berlin. Zwar soll die Oldtimer-Karawane am dritten Juniwochenende über die Innenstadt fliegen. Eine Landung in Tempelhof ist aber nicht möglich – am Wochenende wurde die Absage des Senats bekannt. Eine Absperrung wäreunvereinbar mit dem Gesetz zur Bewahrung des früheren Flughafens. Eine Landung im Umland scheiterte an den Versicherungen. Keller musste feststellen, dass die demokratische Ordnung, die mit der Luftbrücke verteidigt wurde, inzwischen so gefestigt ist, dass sie deren Neuauflage verhinderte. Waren die Mühen vergebens? Nein, sagt Keller. „Die Luftbrücke ist eines der bedeutendsten Zeichen von Völkerverständigung.“ Die Jugend der Welt hätte damals zusammengehalten. „Viele Piloten waren erst 25 Jahre alt.“ Auch das solle eine Botschaft der Flugzeugkarawane sein. Die heutigen Jugendlichen müssen ihre Blicke nicht mal allzu weit vom Smartphone heben, um sie zu erheischen. Die Flughöhe der Douglas- Maschinen über Berlin soll weniger als 400 Meter betragen. Wenn sie denn die endgültige Genehmigung bekommen –noch steht sie aus. Zusammenhalten und führen: Thorsten Schäfer-Gümbel, Manuela Schwesig und Malu Dreyer sind das neue Spitzentrio der SPD –auf Zeit. VonAndreas Niesmann und Tobias Peter Die drei Fragezeichen Eine neue Troika fürdie SPD: Manuela Schwesig, Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel führen jetzt die SPD. Doch in welche Richtung soll es gehen? Der Rücktritt von SPD- Fraktions- und Parteichefin Andrea Nahles aus der Politik zieht in den Regierungsparteien personelle Umbesetzungen und inhaltliche Richtungsdebatten nach sich. Die endgültige Entscheidung in der SPD wurde aber zunächst vertagt. Den SPD-Parteivorsitz übernimmt vorübergehend eine Troika aus den Ministerpräsidentinnen von Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz, Manuela Schwesig und Malu Dreyer, und dem hessischen SPD-Politiker Thorsten Schäfer- Gümbel. Dauerhaft wolle aber keiner von ihnen Parteichef werden, erklärten sie bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin. Schwesig und Dreyer wollen Regierungschefs in ihren Ländern bleiben, Schäfer-Gümbel wie geplant im Herbst in die Chefetage der staatlichen Entwicklungshilfe-Organisation GIZ wechseln. Über die Zukunft der gemeinsamen Bundesregierung mit der Union sowie über das weitereVorgehen für die Wahl der neuen Parteispitze soll der SPD-Vorstand am 24. Juni beraten. Dann soll es auch um die künftige Struktur der SPD-Führung gehen. MehrereSozialdemokraten plädieren inzwischen für eine Doppelspitze. „Die Zeit, in der eine Person drei Spitzenämter parallel ausüben konnte, ist aus meiner Sicht vorbei“, sagte dazu der Sprecher des konservativeren Seeheimer Kreises in der SPD, der nordrhein-westfälische Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese, der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk Deutschland). „Ich finde aber, wir sollten das in Ruhe, gemeinsam und möglichst breit diskutieren. Die Zeiten schneller Entscheidungen im Hinterzimmer müssen ein Ende haben.“ Wiese forderte für den künftigen Parteikurs,die SPD müsse wieder „mehr soziale Marktwirtschaft wagen“: „Wir müssen die Freiheit des Einzelnen mit der sozialen Absicherung aller verbinden“, sagte er.Zudem stehe die SPD dafür, „Klimaschutz und die Interessen der arbeitenden Menschen unter einen Hut zubringen“, sagte er. „Das ist „Machen Sie’sgut.“ nicht leicht, aber genau deshalb braucht es hier mehr SPD und weniger Grün.“ Der Vorsitzende des einflussreichen NRW-Landesverbandes, Sebastian Hartmann, plädierte bei der Führungsfrage für eine Mitgliederbefragung:„Damit die SPD zu neuer Stärke Andrea Nahles am Montag beim Verlassen der Parteizentrale in Berlin-Kreuzberg. In der Sitzung hatte sie ihren Rücktritt als Parteivorsitzende erklärt. An diesem Dienstag will sie in der Bundestagsfraktion ihren Job ebenfalls aufgeben. findet, braucht es viel Rückhalt und eine breite Legitimation des oder der neuen Vorsitzenden in der Partei“, sagte er. Eine Mitgliederbefragung, die klare Ergebnisse liefere, sei dafür ein geeigneter Weg. „In dieser für die SPD existenziellen Lage brauchen wir –neben dernotwendigen Klärung inhaltlicher und strategischer Fragen – einen offenen und transparenten Prozess für die Neubesetzung des Parteivorsitzes.“ Inhaltlich müsse die SPD „wieder spannender werden.“ Deshalb müsse man auch bei der Wahl „ganz bewusst mit alten Ritualen brechen“. AFP/TOBIAS SCHWARZ In der Bundestagsfraktion übernimmt derweil der Außenpolitikexperte Rolf Mützenich als dienstältester Fraktionsvize die kommissarische Führung. Er zählt wie Nahles zum linken Parteiflügel. Am Vormittag hatte Nahles im Parteivorstand offiziell ihren Rücktritt erklärt. Sie verließ das Willy- Brandt-Haus mit den Worten „Machen Sie’s gut“. Der Vorstand tagte weiter ohne sie. Von der parallel dazu tagenden CDU hieß es am Montag, sie fühle sich einer stabilen Regierung verpflichtet –sei aber auch für den Fall gewappnet, dass die SPD aus der großen Koalition austritt. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer erklärte auch auf die Frage nach einer Unions-Kanzlerkandidatur bei möglichen Neuwahlen: „Für alles, was kommt oder nicht kommt, können Sie davon ausgehen, dass die CDU vorbereitet ist.“ Inhaltlich sprach sie sich für eine klimafreundlichere Steuer-und Abgabenpolitik aus –der Wirtschaftsflügel der Union lehnt das ab. CDU-Vize und Hessens MinisterpräsidentVolker Bouffier sagte, angesichts der aktuellen Umfragen müsse der Kampf um die politische Führung in Deutschland eher „zwischen der Union und den Grünen geführtwerden“. Seiten 2und 3, 8 Jeder zweite Berliner für ein Kopftuchverbot Exklusive Forsa-Umfrage für die Berliner Zeitung VonMartin Klesmann Genau 51 Prozent der Berliner sprechen sich für ein Kopftuchverbot an den Grundschulen aus,44 Prozent sind dagegen. Das ergab nun eine repräsentativeUmfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Berliner Zeitung. Es ist ein Thema, das in Berlin äußerst kontrovers gesehen wird. Während ältere Berliner für ein striktes Verbot sind, ist die junge Generation mehrheitlich dagegen und somit wesentlich toleranter. Auch parteipolitisch stehen sich die Lager in dieser Frage unversöhnlich gegenüber. Während die Anhänger von Rot-Rot-Grün mehrheitlich gegen ein solches Verbot sind, sind CDU- und FDP-Anhänger mehrheitlich dafür, Anhänger der AfD sowieso. Das österreichische Parlament hatte Mitte Maimit den Stimmen der rechten FPÖ und der konservativen ÖVP ein Kopftuchverbot an den Grundschulen des Landes beschlossen. In Österreich endet die Grundschulzeit nach der 4. Klasse,inBerlin erst nach der 6. Klasse. In Berlin und anderswo gibt es allerdings überhaupt keine belastbaren Daten, wie viele Grundschülerinnen tatsächlich bereits das muslimische Kopftuch tragen. Einzelne Berliner Schulleiterinnen sprachen zuletzt voneiner wachsenden Zahl. Laut Forsa sprechen sich aber noch mehr Berliner dafür aus, alle sichtbaren religiösen Symbole an staatlichen Schulen zu verbieten. Und das inzwischen umstrittene Neutralitätsgesetz finden sogar 76 Prozent der Befragten gut. Dieses Gesetz untersagt es Lehrern, Polizisten und Justizbediensteten, im Dienst religiöse Symbole zu tragen. Berlin Seite9 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 21023 Wanderurlaub ··· mit Zufriedenheits-Garantie! Nicht vergessen, rechtzeitig Wanderschuhe zu kaufen. Schuhe plus Socken sollten eingetragen werden. Wir empfehlen für eine ausführliche Wanderschuhberatung bei unseren Spezialisten mindestens 30 Minuten einzuplanen, dann wird esder richtige Schuh für den perfekten Wanderurlaub. Wochenendeist Shoppingzeit, deshalbsei clever undkomme Mo bisDo. Die OutDOOr-insiDer Karl-Marx-Allee 32 Berlin-Mitte www.camp4.de

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