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Berliner Zeitung 05.04.2019

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Familienbande: Wiesich ein Berliner Sportpolitiker und sein Verein entzweiten – Seite 3 Arbeiterbilder in der U-Bahn Seite 10 10°/20° Sonne und Wolken Wetter Seite 2 Kostenloses Schulessen wird zum Problem Berlin Seite 9 www.berliner-zeitung.de Abgelehnt: AfD-Kanditatin scheitert im Bundestag Politik Seite 4, Leitartikel Seite 8 Freitag,5.April 2019 Nr.80HA-75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € 70 Jahre Nato: Ein Streit zum Geburtstagsfest Tagesthema Seite 2 Alfons Zitterbacke Er ist wieder da VonAnne Vorbringer ZweiEpisoden haben sich mir tief eingebrannt und werden sofort abgerufen, wenn dieser Name fällt: Alfons Zitterbacke. Zitterbacke, Kinderbuch- und Identifikationsfigur für Heranwachsende im Osten der Republik. Immer Ärger mit den Erwachsenen, zielsicher von einem Fettnapf in den nächsten tretend, und dann dieser Name!„Zitterbacke, Hühnerkacke!“ Wer nicht zur Müller-Meier- Schulze-Fraktion gehört, der weiß um das unerschöpfliche Lästerpotenzial, das Kinder in Alfons Zitterbacke: Seine Geschichte wird Nachnamen auftun können. erneut verfilmt. Aber zurück zu den Episoden. Eine handelt vom Bau eines Haustelefons –ein Projekt, das Zitterbacke gemeinsam mit seinem besten Freund Bruno von nebenan ausheckte. Streng geheim, versteht sich. „Am Ende einer langen Strippe werden alte Schuhcremedeckel festgebunden, über die Deckel spannt man Pergamentpapier.“ Genial! Nach reichlich Ärger mit den Nachbarn spannte sich die Bindfadenleitung tatsächlich von Wohnung zu Wohnung. Mit dem Telefonieren klappte es trotzdem nicht. Kaum weniger einfach gestaltete sich Zitterbackes erster Kopfsprung. Jeder, der schon mal zitternd auf dem Dreimeterbrett gestanden hatte, konnte die Ängste verstehen, die den Elfjährigen umtrieben. Undals es dann endlich klappte mit dem Sprung, hat Papa nicht hingeschaut. Warjaklar. Es ist ein ganz normaler Junge, den der Berliner Schriftsteller und SED-Funktionär Gerhard Holtz- Baumert (1927–1996) da geschaffen hat. Einer,über den man lachen, mit dem man leiden konnte. Einer, der alles richtig machen will und dann doch wieder Pech hat. Der nie die Flinte ins Korn wirft, sondern Rückschläge tapfer wegsteckt. Kein Wunder, dass Alfons Zitterbacke zu einem der populärsten Kinderbuchhelden der DDR wurde. Auch 60 Jahre nach Erscheinen des ersten Bandes ist Zitterbacke nicht vergessen. Ab kommenderWoche kehrt ersogar auf die Kinoleinwand zurück –mit „Astro-Alex“ Alexander Gerst in einer Gastrolle.Denn natürlich hat Zitterbacke nicht nur Haustelefone im Kopf. Jetzt will er als Astronaut das Weltall erobern. Bund steigt bei der Charité ein Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung wird dauerhaft finanziert. Eine solche Vereinbarung hat es bundesweit noch nicht gegeben Die Charité hat künftig drei Säulen: Fakultät, Uni-Klinikum und Berliner Institut für Gesundheitsforschung.Letzteres wird vom Bund direkt finanziert. VonTorsten Harmsen Große Erleichterung für Berlin: Nach langen Debatten kann das Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIG) volle Fahrt aufnehmen. Es erhält eine unbefristete Förderung, allein fürs laufende Jahr 83,3 Millionen Euro. Das Besondere: 90 Prozent sind vom Bund, 10 Prozent vom Land Berlin. Grundlage ist eine noch nicht veröffentlichte Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Land. Sie soll in Kürze vorgestellt werden. Nicht nur für Berlin, sondern auch bundesweit ist die Vereinbarung ein Novum. Zum ersten Mal wird hier die 2015 beschlossene Grundgesetzänderung angewandt, der zufolge der Bund Wissenschaftseinrichtungen eines Landes auch langfristig fördern kann. Bis dahin war dies nur im Rahmen befristeter Projekte und Programme möglich. Die Verwaltungsvereinbarung sieht vor, dass der Bund als Partner direkt in die Charité mit einsteigt. Bisher war das 2013 gegründete BIG gemeinsam von der Charité und dem Max-Delbrück-Centrum für MolekulareMedizin (MDC) getragen worden. Nun werde das BIG „in einen eigenständigen Exzellenzbereich innerhalb der Charité überführt“, wie es in der Vereinbarung heißt. DasBIG werdedamit zur dritten Säule der Charité –neben Medizinischer Fakultät und Uni-Klinikum. Vertreter des Bundes sitzen künftig im Aufsichtsrat der Charité und im Verwaltungsrat des BIG. Den Verantwortlichen ist es wichtig zu betonen, dass das BIG wirtschaftlich unabhängig ist und sein Vermögen eigenständig verwaltet. Das MDC soll „privilegierter Partner“ des BIG werden und eng in die Entwicklung des Instituts eingebunden sein. Insider sehen die direkte Einbindung des BIG in die Charité als beste Lösung an. Siebiete die größte Nähe zu den Patienten, denen die Forschung gilt, heißt es.Und sie beende eine jahrelange Unsicherheit über die Zukunft des BIG. DasInstitut war 2013 gegründet worden. Es soll „innovative Gesundheitsforschung von übergreifender Bedeutung“ betreiben, heißt es in der Vereinbarung. Spitzenwissenschaftler aus aller Welt forschen hier an den Grundlagen neuer Therapien, die den Patienten Erstmalig wird die Grundgesetzänderung von 2015 angewandt. Seither kann der Bund Wissenschaftseinrichtungen eines Landes direkt und langfristig fördern. möglichst bald zugutekommen sollen – Translation genannt. Dabei geht es unter anderem um Therapien gegen Krebs, Alzheimer und Herz-Kreislauf-Krankheiten. Derzeit forschen am BIG 20 Professoren und drei Nachwuchsgruppen. Zu den berufenen Professoren gehören Immunologen, Mikrobiologen, Herz- Kreislauf-Forscher, Bioethiker, aber auch Spezialisten für Gehirnsimulationen oder mathematische Modellierung des neuronalen Lernens. IMAGO IMAGES/KARL-HEINZ SPREMBERG Doch trotz aller Erfolge geriet das BIG in den vergangenen Jahren ins Schlingern. Es kam zu Führungsquerelen. Grund war die komplizierte Zusammensetzung des Vorstands der gemeinsamen Einrichtung von Charité und MDC. DieFolgen waren Interessenkonflikte und eine erschwerte Profilbildung, wie es in einem Gutachten hieß. Um die Zukunft des BIG und auch die Bundesförderung dauerhaft zu sichern, brauchte es eine neue Konstruktion. EinJahr lang wurde über eineVereinbarung verhandelt. Nun sind die Staatssekretäre des Regierenden Bürgermeisters und Berliner Wissenschaftssenators Michael Müller (SPD) und der Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) zu einem für beide Seiten annehmbarenErgebnis gekommen. DieVereinbarung muss im Juli noch den Bundesländern in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) zur Zustimmung vorgelegt werden. Die Vereinbarung stärkt die Bedeutung Berlins nicht nur finanziell, mit Bundesmitteln von jährlich mehr als 70 Millionen Euro,sondern auch auf anderer Ebene: DasBIG soll künftig deutschlandweit Projekte auf dem Gebiet der translationalen biomedizinischen Forschung fördern. Kommentar Seite8 Cyberangriff auf den Bayer-Konzern Hinter der Hackergruppe könnte China stehen VonHendrik Geisler und Frank-Thomas Wenzel Die Hacker-Gruppe Winnti soll den Bayer-Konzern attackiert haben. Der Konzern bestätigte den Angriff. Winnti soll im Auftrag des chinesischen Staates agieren, vermuten Experten. Die Hackergruppe soll 2016 auch hinter einer Attacke gegen ThyssenKrupp gesteckt haben. Bayer habe umgehend das Löschen der Schadsoftware vorbereitet, jedoch nicht sofort eingegriffen, um das Verhalten der Hacker beobachten zu können, sagte ein Sprecher. Ende März 2019 seien die Systeme bereinigt worden: „Bis zu diesem Zeitpunkt sind die Angreifer nach unseren Erkenntnissen nicht aktiv geworden, um Informationen auszuleiten.“ Es sei jedoch nicht hundertprozentig auszuschließen, dass die Hacker Daten heruntergeladen hätten. Laut Bayerischem Rundfunk und NDR ist Winnti-Malwarein den vergangenen Wochen auch bei drei Firmen aus dem deutschen Mittelstand entdeckt worden. Sie sollen aus den Sparten Chemie, Maschinenbau und Softwarestammen. Dass hinter Winnti möglicherweise der chinesischen Staat steht, macht die Sache politisch brisant. Seit Wochen wird hierzulande darüber diskutiert, ob beim Ausbau des neuen 5G-Standards das chinesische Unternehmen Huawei beteiligt werden kann. DieUS-Regierung unterstellt dem Konzern, mit dem chinesischen Geheimdienst zu kooperieren. Beweise dafür wurden bislang aber nicht vorgelegt. Nicht nur Großkonzerne wie Bayer sind Ziel von solchen Angriffen. Auch Kleinunternehmer und Mittelständler müssen sich wehren. Made in Berlin Seite6 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 51014 Besser hier.Besser wir. Joachimsthaler Str. 5–6 ·Friedrichstr.150 ·Schlossstr.18 Wilmersdorfer Str.125 ·Bayreuther Str.37–38 Jetztden hohenGoldpreis nutzen – Direktbeim Testsieger verkaufen! Hier bekommen Siemehr fürSchmuck,Uhren undDiamanten. dtgv.de TESTSIEGER Goldankauf- Filialisten Test 02/2016 6Anbieter Auch Hausbesuche! In Berlin&Potsdam Terminvereinbarung: 030 88033970 www.exchange-ag.de 7xinBerlin und Potsdam ·Über 20 xinDeutschland ·Tel.:030 88033970

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