Aufrufe
vor 1 Jahr

Berliner Zeitung 05.06.2019

  • Text
  • Berlin
  • Berliner
  • Juni
  • Aladdin
  • Rocketman
  • Pikachu
  • Deutschland
  • Menschen
  • Zeit
  • Zeitung
  • Berlin.de

Berliner Zeitung

Jeder zweite Schüler nutzt YouTube zum Lernen – Netzwerk Seite 26 Was wird aus dem Soli? Seite4 20°/34° Heiter und heiß Wetter Seite 2 Ratlos: Die Stimmung in der SPD Politik Seite 5 www.berliner-zeitung.de Herausforderung: Wiedie Pflege besser werden soll Tagesthema Seite 2 Mittwoch, 5. Juni 2019 Nr.128 HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Lauschen: Innenminister möchten Alexa abhören Politik Seite 4, Kommentar Seite 8 Wenn Surrealismus sehr real wird VonIngeborg Ruthe InLeipzig kochen die Emotionen hoch. Einer, der sich als Patriot sieht, hat einen Stein ins Facebook- Wasser geworfen, und nun gibt es Wellenkreise in allen Medien, landesweit. Der aus Halle stammende Leipziger Maler Axel Krause,60,Vertreter der berühmten Neuen Leipziger Schule mit ihrem neoromantischen, surrealen bis magisch-fantastischen Stil, steht im Mittelpunkt eines Streites über die Freiheit der Kunst, in diesem Falle der Meinungsfreiheit. Axel Krause, Maler in Leipzig,sieht sich ausgegrenzt. Kunstfreiheit Mit Krauses Malerei hat das kaum zu tun. Sein Stil orientiert sich an Caspar David Friedrich, Edward Hopper, Balthus, Giorgio de Chirico, anVermeer und Manet. Keine schlechten Malerväter, die ihn inspirierten. Das brachte ihn in die Künstlerliste der Leipziger Galerie Kleindienst sowie in internationale Ausstellungen und zu Auktionen bei Sotheby’sNew York. Bereits 2018 aber kündigte ihm die Galerie wegen seiner das linksliberale Leipzig empörenden Social-Media- Einträge.Krause,Mitglied des Kuratoriums der AfD-nahen Desiderius- Erasmus-Stiftung, hatte gepostet, er halte „die illegale Masseneinwanderung für einen großen Fehler und die AfD für ein zu begrüßendes Korrektiv im maroden Politbetrieb“. In der Zeitschrift Anbruch –erstes patriotisches Kunstmagazin –beklagt Krause die „Ausgrenzung“. Der Künstler werde „unfreier“ wegen der herrschenden politischen Korrektheit, als Beispiel führte er die Tilgung des Gomringer- Gedichtes an der Berliner Alice-Salomon-Hochschule an. Nun hat es die Leipziger Jahreskunstschau erwischt. Nachdem einige Künstler nicht gemeinsam mit Krause teilnehmen wollten, wurde die Schau abgesagt, und der Vorstand der Schau trat geschlossen zurück. Feuilleton Seite 22 Steinmeier ehrt DDR-Bürgerrechtler Bundespräsident spricht am 9. Oktober in Leipzig. Dissidenten kritisieren Mauerfall-Gedenken der Regierung VonStefan Strauß Ohne den 9. Oktober 1989 und seine Ereignisse in Leipzig ist der 9. November, der Tagdes Mauerfalls vor 30 Jahren, nicht denkbar. Namhafte DDR-Bürgerrechtler fordern deshalb von der Bundesregierung, die Ereignisse im Oktober mehr zu würdigen. Ihrer Meinung nach spielte die Demo an diesem Tag bisher keine Rolle bei den Planungen für die Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr.Dabei sei bereits der 9. Oktober 1989 der „Tag der Entscheidung“ gewesen, an dem „die Ostdeutschen zu Tausenden auf die Straße gingen und sich selbst befreiten“, sagt Frank Ebert von der Robert-Havemann- Stiftung in Berlin. Eberthat mit mehr als 50 Bürgerrechtlern und DDR-Dissidenten einen offenen Brief an das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat geschrieben. Das hatte im April 2019 eine Kommission einberufen, die die Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag des Mauerfalls vorbereiten sollte – allerdings nicht im Sinne der früheren Bürgerrechtler. „Ohne den 9. Oktober 1989 hätte es den 9. November 1989 nicht gegeben und nicht den 3. Oktober 1990“, steht in dem Brief. Unterschrieben haben ihn Künstler, Historiker,Vertreter von Kirchen, Umwelt- und Friedensgruppen sowie Opferverbänden. Auf der Liste stehen etwa die Namen von Sebastian Pflugbeil, Wolfgang Templin und Christoph Wonneberger. Zumindest Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigt das Oktoberdatum. Er wird an diesem Taganden offiziellen Feierlichkeiten in Leipzig teilnehmen und an die Großdemonstration vor 30 Jahren Der General bleibt Daniel Barenboims Vertrag als Generalmusikdirektor der Staatsoper wird bis 2027 verlängert –trotz aller Kritik an seinem Führungsstil. Seiten 8, 21 erinnern, als 100 000 Menschen mit dem Ruf „Wir sind das Volk!“ über den Stadtring zogen. DieDemos und Friedensgebete hatten die friedliche Revolution eingeleitet. Steinmeier wird eine Rede im Leipziger Gewandhaus halten und die Bürgerrechtler und Oppositionellen würdigen. Das bestätigte das Bundespräsidialamt der Berliner Zeitung. Steinmeier besucht aus diesem Grund auch Plauen im Vogtland. Dort gingen am 7. Oktober 1989 etwa 20 000 Menschen auf die Straße. Diese Demo sei „eindeutig der erste Sieg des Jahres 1989 über die Staatsmacht“ gewesen, schrieb der Berliner Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk. Die Bürgerrechtler fordern inihremBrief, die Bundesregierung solle Opfern und DDR-Bürgerrechtlern eine Stimme geben und weitereVertreter in die Kommission berufen. Zudem solle die Regierung bis zum 3. Oktober 2020, dem 30. Jahrestag der Deutschen Einheit, ostdeutsche Initiativen auszeichnen, die heute demokratische und wirtschaftliche Entwicklungen in Ostdeutschland vorantreiben würden. Tom Sello, Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, kritisiert, die Bundesregierung würde das Mauerfall-Jubiläum „nicht so richtig ernst nehmen“. In Berlin wird esvom 4. bis 10. November eine Themenwoche zum Mauerfall geben. „Ohne den 9. Oktober 1989 lässt sich die Geschichte derWende nicht erzählen“, sagtVeranstalter Moritz van Dülmen von der landeseigenen Kulturprojekte GmbH. Istdie Kritik der Bürgerrechtler berechtigt?Welche Erinnerungen habenSie an diese Zeit im Herbst 1989? SchreibenSie uns: leser-blz@dumont.de AP/MARKUS SCHREIBER Berliner stehen über 100 Stunden im Stau Immer mehr Stillstand auf den Autobahnen der Stadt Autofahrer stehen in Deutschlands Städten einer Datenauswertung zufolge immer länger im Stau. Die meiste Zeit verloren Autofahrer im vergangenen Jahr in Hamburg, Berlin und Nürnberg, wie der Autoclub „Mobil in Deutschland“ am Dienstag nach Auswertung von Daten des Karten- und Navigationsgeräteherstellers TomTom mitteilte. Diemeisten Probleme haben Autofahrer mit dem Vorankommen in Hamburg. In der „Stauhauptstadt“ dauertbeispielsweise eine halbstündige Autofahrt im morgendlichen Berufsverkehr 16 Minuten länger. Abends sind es 18 Minuten mehr.Ein Pendler,der täglich etwa eine Stunde unterwegs ist, verliert dementsprechend im Mittel 34 Minuten täglich. Halbe Stunde mehr einplanen Bei200 Arbeitstagen im Jahr sind das laut dem Autoclub 113 Stunden, die Pendler am Steuer saßen, ohne sich fortzubewegen. Am schlimmsten ist die Situation am Montagmorgen und am Donnerstagnachmittag. Über den ganzen Taggesehen brauchen Autofahrer in Hamburg je Stunde reine Fahrzeit etwa 20 Minuten länger. In Berlin müssen Pendler zu den Hauptverkehrszeiten täglich im Schnitt 31 Minuten zusätzlich einkalkulieren. Somit standen sie 2018 während der Rush Hour für 103 Stunden im Stau. (AFP) Berlin Seite9 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 31023

2019

2018