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Berliner Zeitung 06.03.2019

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Nachruf auf einen Freund: Die Autorin Tanja Kinkel über den Politiker Klaus Kinkel – Politik Seite 6 Wemgehört das Berliner Stromnetz? Seite 2 3°/13° Viele Wolken Wetter Seite 2 Halbzeit: Der Berliner Senat lobt sich selbst Berlin Seite 10 www.berliner-zeitung.de Lustig? Die Reden zum Aschermittwoch Hauptstadt Seite 5 Mittwoch, 6. März 2019 Nr.55HA-75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € DFB-Elf künftig ohne Müller, Hummels und Boateng Sport Seite 20 Der Bewahrer des Stadtgrüns VonTorsten Harmsen AmDonnerstag wirdGünter Landgraf im Landeskleingartenbeirat offiziell darüber informiert, wie sich der Senat die Entwicklung der Berliner Kleingärten in den nächsten Jahrenvorstellt. Bisherigen Berichten zufolge sollen 15 Kleingartenanlagen komplett verschwinden. Aufden Flächen sollen Turnhallen, Schulen oder Kitas entstehen. Dies sei nur ein „verwaltungsinterner ersterVorschlag“, stellte die Senatsumweltverwaltung inzwischen klar, „keine endgültige,nicht einmal eine aktuelle Fassung“. Doch Günter Landgraf, Landesverband der Gartenfreunde Kleingärten die Kleingärtner sind alarmiert. Günter Landgraf, seit 2010 Präsident des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde, geht davon aus, dass der Entwurf eines neuen Kleingartenentwicklungsplans mit den Verbänden besprochen werden muss.Imelfköpfigen Landeskleingartenbeirat sitzen neben Kleingärtnern auch Vertreter des Senats, der Bahn- Landwirtschaft, des Naturschutzes. Ein neuer Plan müsse Ergebnis der Beratung aller sein, so Landgraf. „Leider ist es in Berlin Praxis,dass Betroffene oft nicht einbezogen werden.“ Landgraf wurde 1948 geboren. Er wuchs im sächsischen Rochlitz auf, lernte Werkzeugmacher und lebt seit 1968 in Berlin. Er wirkt ruhig und besonnen. „Wenn eine Stadt wächst, ist es notwendig, die Infrastruktur in Ordnung zu bringen“, sagt er. Dazu gehöre auch, Flächen für Straßen oder Schulen freizumachen. Doch laut Gesetz müssten Kleingärtner in einem solchen Fall eine Ersatzfläche erhalten. „Das ist oft nicht so“, sagt Landgraf. Der Verband der Gartenfreunde hat bereits angekündigt, dass er ab jetzt auf der Bereitstellung von Ersatzflächen bestehen werde. Schon als Kind hat Landgraf im Bauerngarten seiner Großeltern erfahren, „was man alles mit der Erde machen kann“. Seit 1980 gärtnert er in Mahlow auf eigener Parzelle. Hier sind seine zwei Söhne großgeworden. ZurInfrastruktur einer Stadt gehörten Grünflächen, vor allem auch gepflegte Kleingärten sagt er. Messungen hätten gezeigt, dass es an heißen Sommerabenden in Kleingärten um vier bis sechs Grad kühler sei als in umliegenden Wohngebieten. Gärten seien für eine Stadt, die immer mehr zubetoniertwürde,lebenswichtig. Der UnglücksortamTag nach dem Todesrennen. Zeugen sprachen im Prozess von einem Trümmerfeld. VonKatrin Bischoff Tödlicher Größenwahn Im Kudamm-Raser-Prozess sagt einer der Angeklagten, auch sein Leben sei ein Scherbenhaufen. Der Gutachter attestiert ihm Selbstüberschätzung als Autofahrer. Undander Anklage hat sich nichts geändert: Sie nennt es Mord Mit Spannung wurde sie erwartet, die erste Einlassung im Mordprozess gegen die beiden sogenannten Kudamm-Raser. Nach drei Jahren, in denen die beiden Angeklagten Marvin N. und Hamdi H. in der Untersuchungshaft auf ein rechtskräftiges Urteil warten. Marvin N., 27 Jahre alt, lässt am Dienstag vor dem Berliner Landgericht über seinen Anwalt eine vierseitige Erklärung verlesen. Sie zeugt von einer zumindest einst bei ihm vorherrschenden Selbstüberschätzung als Autofahrer, als Raser. Größenerleben, nennt das der psychiatrische Gutachter wenig später.Größenwahn wohl der Volksmund. Marvin N. sagt, er sei davon überzeugt gewesen, „dass ich einer von wenigen im Straßenverkehr war, die das Steuern eines Pkw wirklich bis hin zur Perfektion beherrschten“. Er war stolz auf seinen 381 PS starken AMG-Mercedes, für den der Wachschutzmitarbeiter eine monatliche Leasingrate von650 Euro zahlte.Das Auto war, wie er nun bekennt, sein Statussymbol. Ein Fahrzeug, mit dem er öfter, meist nachts, sehr schnell, manchmal auch über rote Ampeln gefahren sei und sich in seinem angeblichen fahrerischen Können gesonnt habe. In der Nacht zum 1. Februar 2016 sei er „vollständig und zutiefst davon überzeugt“ gewesen, dass durch seine Raserei niemals etwas passieren würde. „Weil ich einfach zu gut war und jede vorstellbare Situation im Griff hatte.“ Ein gravierender Trugschluss,wie er nun bekennt. In jener Nacht rasten Hamdi H. in seinem Audi und Marvin N. in seinem Mercedes bei einem illegalen Autorennen, einem sogenannten Stechen, auf dem Kudamm und der Tauentzienstraße mit dem Dreifachen des erlaubten Tempos einen unbeteiligten Autofahrer tot. Es ist das Revisionsverfahren, das das Landgericht derzeit gegen Hamdi H. und Marvin N. führt und „Ich war zutiefst davon überzeugt, dass ich einer vonwenigen im Straßenverkehr war, die das Steuern eines Pkw wirklich bis hin zur Perfektion beherrschten.“ Marvin N., Angeklagter im Mordprozess gegen die sogenannten Kudamm-Raser das dem Ende entgegengeht. Einerstes Urteil zu lebenslanger Haft wegen Mordes im Februar 2017 hatte der Bundesgerichtshof im vorigen Jahr aufgehoben und zurückverwiesen. An der Anklage hat sich nichts geändert, sie geht wieder von Mord aus. Marvin N. will mit seiner Erklärung weg von einer erneut drohenden lebenslangen Freiheitsstrafe. Er gibt zu, sich auf ein Rennen mit Hamdi H. eingelassen, dabei auch rote Ampeln überfahren zu haben. Obwohl er zunächst zu seiner Beifahrerin gesagt haben will: Wasrast der Idiot denn so weiter. Erbekennt auch, dass er vorder roten Ampel an der Nürnberger Straße „lieber aufs Gas“ gedrückt habe in der Hoffnung, es werde gleich Grün und es werde schon gut gehen. „Und dann nahm DPA/BRITTA PEDERSEN das Unheil seinen Lauf. Ichhabe den Jeep nicht gesehen“, bekennt er. Ein 69-jähriger Arzt im Ruhestand wollte mit seinem Jeep aus der Nürnberger in die Tauentzienstraße einbiegen. Er durfte fahren, er hatte Grün. Er hatte keine Chance. Der Audi von Hamdi H. krachte in das Fahrzeug hinein und schleuderte dann in den Mercedes vonMarvin N. Der sagt nun, dass der Toddes Mannes auch aus seinem Leben einen Scherbenhaufen gemacht habe. Das habe nichts mit der Strafe zu tun, die ihn erwarte,vielmehr damit, dass er sein eigenes Ich hinterfragt und korrigierthabe.Marvin N. weist den Vorwurf zurück, ihm sei der Tod eines anderen Menschen gleichgültig gewesen. Maximiliam Warshitsky hält die Aussage sokurz vor Prozessende für eine rein taktische Erklärung. Warshitsky ist der Sohn des getöteten Autofahrers und Nebenkläger in dem Verfahren. Er hoffe, dass am Ende des Revisionsprozesses wieder ein Mordurteil stehen werde. Am kommenden Donnerstag werden der Staatsanwalt und die Nebenklagevertreter ihrePlädoyers halten. Später folgen die Anwälte der Angeklagten. Ein Urteil will die Schwurgerichtskammer am 26. Märzverkünden. Macrons Appell an die Europäer Frankreichs Präsident warnt vor den Nationalisten Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron hat keine Angst vor Pathos: „Bürgerinnen und Bürger Europas“, beginnt sein Appell, mit dem er sich am Dienstag in Zeitungen in den 28-EU-Mitgliedsländern an die Menschen wandte, „wenn ich mir heute erlaube, mich direkt an Siezuwenden, dann tue ich das nicht nur im Namen der Geschichte und der Werte, die uns einen, sondern weil dringend gehandelt werden muss.“ Wasfolgt, ist ein leidenschaftlicher Aufruf für einen demokratischen Neubeginn in Europa. In Deutschland erschien der Gastbeitrag in der Berliner Tageszeitung DieWelt. Unterstützung aus Deutschland Mandürfe Europa nicht den Nationalisten, die keine Lösungen anzubieten hätten, überlassen, schreibt MacrondreiMonate vorder Europawahl. Entlang der Themen Freiheit, Schutz und Fortschritt müssten sich die Europäer einen Aktionsplan geben. Unterstützung bekam der 41-jährige Politiker aus Deutschland. „Emmanuel Macron hat ein entschlossenes Signal für den Zusammenhalt in Europa gesetzt. Ich finde, er hat recht: Nicht Skepsis, sondern Zuversicht sollte unser Handeln bestimmen“, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). Der stellvertretende Vorsitzende der FDP im Bundestag, Alexander Graf Lambsdorff, sagte zu dem Gastbeitrag: „Auch wenn aus Sicht der FDP-Fraktion nicht in allen Punkten Einigkeit besteht, enthält der Beitrag viel Richtiges.“ Kritik kam vonder AfD.„Je größer die Probleme in Frankreich werden, desto mehr gibt Macron den Weltstaatsmann“, erklärte Parteichef Alexander Gauland. (dpa) Politik Seite 4, Leitartikel Seite 8 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 31010 Besser hier.Besser wir. Joachimsthaler Str. 5–6 ·Friedrichstr.150 ·Schlossstr.18 Wilmersdorfer Str.125 ·Bayreuther Str.37–38 Jetztden hohenGoldpreis nutzen – Direktbeim Testsieger verkaufen! Hier bekommen Siemehr fürSchmuck,Uhren undDiamanten. dtgv.de TESTSIEGER Goldankauf- Filialisten Test 02/2016 6Anbieter Auch Hausbesuche! In Berlin&Potsdam Terminvereinbarung: 030 88033970 www.exchange-ag.de 7xinBerlin und Potsdam ·Über 20 xinDeutschland ·Tel.:030 88033970

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