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Berliner Zeitung 07.02.2018

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Berliner Zeitung

Die Berliner stehen immer länger im Stau – Seite 11 . . Mittwoch, 7. Februar 2018 Nr.32HA-74. Jahrgangwww.berliner-zeitung.de 1.50 € Berlin/Brandenburg -1.60 € Auswärts/D** ................................................................................................................................................................................................................................................................................................................... M A L E D I V E N Unfairer Kämpfer im Ferienparadies VON WILLI GERMUND Auf der offiziellen Präsidenten-Website lässt sich Abdulla Yameen, Staatsoberhaupt der Malediven, als Sportler feiern. Spätestens seit der Verhängung des zweiwöchigen Notstands im tropischen Ferienparadies ist zweifelhaft, ob Yameen, 1959 geboren, einen Sinn für fairen Wettstreit besitzt. „Ich musste zwei der Obersten Richter festsetzen, um herauszufinden, weshalb sie eine Revolution anzetteln wollen“, sagt der Präsident, seit 2013 im Amt, am Dienstag in einer Fernsehansprache, inder er die Verhängung des Notstands begründete. Der Oberste Gerichtshof hatte vergangene Woche angeordnet, die wichtigsten politischen Gefangenen freizulassen, was Yameen verweigert. DasGericht urteilte auch, zwölf vonYameens Partei Abdulla Yameen will Präsident der Malediven bleiben. abtrünnige Abgeordnete müssten ihr Mandat zurückerhalten. Außerdem hob der Gerichtshof eine umstrittene Verurteilung vonYameens Vorgänger Mohamed Nasheed wegen Terrorvorwürfen aus dem Jahr 2015 auf. Der inSri Lanka lebende Politiker, 2012 durch einen Putsch gestürzt, könnte damit in seine Heimat zurückkehren und bei der für dieses Jahr vorgesehenen Präsidentschaftswahl in dem Inselstaat kandidieren. AbdullaYameen, vorJahren durch illegale Öllieferungen an das damals von Sanktionen betroffene Birma reich geworden, glaubt nicht ganz zu Unrecht, dass die Obersten Richter gemeinsame Sache mit der Opposition machen. Wenn die unter fadenscheinigen Vorwürfen verhafteten und vom Obersten Gericht begnadigten Politiker ins Parlament zurückkehren würden, hätte der Staatschef keine Mehrheit mehr. Vorsichtshalber ließ er nun von der Polizei und den Militärs das Parlamentsgebäude abriegeln. „Yameen ist völlig isoliert“, erklärte Hamid Abdul Ghafoor,Sprecher des Ex-Präsidenten Nasheed. Yameen könne sich nur noch auf einige Militärs, einen Teil der Polizei und islamische Extremisten stützen. Ob sich der Präsident im Amt halten kann, wird auch in Malé bezweifelt. Die politische Krise bedroht den Tourismus, den wichtigsten Wirtschaftszweig des Landes.Die Inselkette ist als Luxus-Urlaubsziel beliebt. MehrereStaaten haben ihreBürger aufgerufen, Reisen auf die Malediven abzusagen oder die Hauptstadt Malé zu meiden. Auch das Auswärtige Amt mahnt angesichts der politischen Lage zu besonderer Vorsicht und rät vonReisen nach Malé ab. Diepolitische Unruhen, die schon länger schwelen auf den Malediven, haben Reisende aus aller Welt bislang allerdings nicht von Besuchen auf den Atollen abgehalten. Im vergangenen Jahr kamen 1,4 Millionen Touristen –ein Rekord. Verkehr,Notrufe 15 ................................................................................................................. Rätsel, Sudoku 14, 27 ................................................................................................................. Immobilien, Stellen, Reise 14, 12, 10 ................................................................................................................. Kleinanzeigen 12, 15 ................................................................................................................. Berliner Verlag GmbH, 10171Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr 10-16 Uhr), Fax–499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27 -50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de ................................................................................................................. 4 Postvertriebsstück A6517 /Entgelt bezahlt 194050 501504 31006 VON ULRICH PAUL Der Alexanderplatz gilt als wichtigster Standort für neue Hochhäuser in Berlin. Nach dem überarbeiteten Masterplan des Architekten Hans Kollhoff von1993 sollten dorteigentlich neun bis zu 150 Meter hohe Türme rund um das Hotel Park Inn entstehen. Doch nun will der Senat die Pläne ändern. Die Hochhäuser sollen mehr Rücksicht auf die vorhandene Bebauung nehmen –und sich an dem rund 130 Meter hohen Hotel Park Inn orientieren. Das geht aus einer offiziell noch nicht veröffentlichten Antwort der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Katalin Gennburg und Gabriele Gottwald hervor. Die Änderung kommt einer mittleren Revolution in der Stadtplanung gleich. Denn sie zielt darauf ab, dass die Grundstückseigentümer Abstriche bei der geplanten Ausnutzung ihrer Flächen machen. Waswiederum bedeutet: Sie werden auf Gewinne verzichten müssen. Angebahnt hat sich der Wandel in der Planung mit der Übernahme des Stadtentwicklungsressorts durch Katrin Lompscher (Linke). Sie hatte schon früher gefordert, dass die Türme am Alexanderplatz nicht so hoch werden dürften –umden Tiefer gelegt Der Berliner Senat will seine Hochhaus-Pläne für den Alexanderplatz ändern. Die Türme dort sollen nur noch maximal 130 Meter hoch werden. Damit sie besser zu der vorhandenen Bebauung passen. Das birgt Konfliktstoff Blick auf den Fernsehturmnicht zu verstellen. Zwar nimmt der vor drei Jahren überarbeitete Masterplan für den Alex schon mehr Rücksicht auf die vorhandene Bebauung wie das denkmalgeschützte Haus des Reisens,das nun nicht mehr für ein Hochhaus abgerissen werden soll. Die Höhe der Türme war aber darin bisher noch nicht infrage gestellt worden. Zunächst sollen die beiden geplanten Hochhäuser am Hotel Park Inn und auf dem Areal des Kaufhofs schrumpfen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erklärte auf Anfrage der Berliner Zeitung, sie strebe mit den Grundstückseigentümern „eine am bestehenden Park-Inn- HotelorientierteHöhenentwicklung an“. Dabei stützt sich die Stadtentwicklungssenatorin auf das Baukollegium, das die Stadt in architektonischen Fragen berät. Das Baukollegium empfahl auf seiner letzten SitzungimDezember „eine einheitliche Höhenentwicklung“ – allerdings „für alle Hochhäuser am Alexanderplatz“. Das birgt Konfliktstoff, weil sich wahrscheinlich nicht jeder Investor damit anfreunden mag. Immerhin: Der Eigentümer des Hotels Park Inn, das französische Unternehmen Foncièredes Régions (FdR), zeigt sich aufgeschlossen für die Änderung.Wir „Wir unterstützen den Senat dabei, eine stärker an den bestehenden Häusern ausgerichtete Planung zu betreiben.“ Katalin Gennburg, Linken-Abgeordnete sehen das neutral und folgen hier den Empfehlungen des Baukollegiums und des Senats, da sie das Projekt eher aus einer Stadtentwicklungsperspektive sehen als wir“, erklärte Marcus Bartenstein, der bei der FdR- Tochter Immeo für die Hochhauspläne zuständig ist. Laut Stadtentwicklungsbehörde wurden alle Grundstückseigentümer über die Bestrebungen informiert, sich stärker am Bestand zu orientieren. „Grundsätzlich besteht auch bei allen Grundstückseigentümern die Bereitschaft, die künftige Bebauung gemeinsam mit dem Land Berlin zu entwickeln“, sagt Behördensprecherin Petra Rohland. Dort, wo rechtlich der Bau eines 150 Meter hohen Turms möglich ist, kann der Senat einen Investor aber nicht zwingen, ein niedrigeres Haus zu errichten. Stadtentwicklungssenatorin Lompscher kann bei den geplanten Änderungen auf ihre Fraktion bauen. „Wir unterstützenden Senat dabei, eine stärker an den bestehenden Häusern ausgerichtete Planungzubetreiben und durch eine einheitliche Höhenvorgabe eine stärkereEnsemblewirkung zu erzeugen“, sagt die Linken-Abgeordnete KatalinGennburg. Selbst die geschrumpften Hochhäuser könnten allerdings zum Problem werden. Noch ist die Frage offen, wie das zusätzliche Verkehrsaufkommen bewältigt werden kann, dasdurch Tausende neue Arbeitsplätze und Wohnungen entsteht. Gennburg warnt: „Die Verkehrsfrage ist weitgehend ungelöst.“ Bereits heute sei die auf der Stadtbahn verkehrende S-Bahn starkausgelastet und teilweise an der Kapazitätsgrenze. „Das bloße Rufen nach ‚Höher,schneller,weiter‘in punkto Hochhausbau ist völlig realitätsfern“, sagt Gennburg. Kommentar Seite 8, Berlin Seite 10 ERLINER ZEITUNG/GERD ENGELSMANN DFB-POKAL –VIERTELFINALE SC Paderborn–BayernMünchen 0:6 Bayer Leverkusen –Werder Bremen 4:2 n.V. SportSeite 20 NICHT VERPASSEN ❖ GRÜNDLICHE VERHANDLER Ausdauernd haben die Verhandler vonSPD, CDU und CSU auch am Dienstag um ein Regierungskonzept gerungen. Immerhin: Es ist tatsächlich in greifbareNähe rückt. Allerspätestens an diesem Mittwoch soll sie stehen, die große Koalition. Tagesthema Seite 2 BRUTALE ANGREIFER Weil es klirrend kalt ist in der Stadt, zieht es Obdachlose nachts in die Bahnhöfe.Zum zweiten Malinnerhalb vondreiWochen sind nun wohnungslose Menschen in Berlin brutal attackiert worden. Berlin Seite 9 HARTNÄCKIGE VEREHRUNG DerMythos Stalin ist in Russland lebendiger, als man im Westen ahnt. Besonders jetzt in Wahlkampfzeiten. DieSehnsucht nach Helden im XXL-Format ist groß. Daskommt dem Kreml- Chef Wladimir Putin zugute. Politik Seite 5 FALSCHE PROPAGANDA Noch zwei Tage bis zur Eröffnung: Athleten aus aller Welt beziehen ihreQuartierein Pyeongchang. Junge Südkoreaner sind verärgert–darüber,dass der nordkoreanische Diktator KimJong Un „ihre“ Spiele dafür benutzt, für sich Propaganda zu machen. Seite 3, SportSeiten 17 und 18 WETTER ISTOCKPHOTO KLEINE HAPPEN Snackpaprika, Minigurken, Babymöhren und winzige Bananen –immer häufiger liegt Obst und Gemüse in Miniatur-Form in den Regalen der Supermärkten. Sieht niedlich aus,ist aber teuer. Warumkaufen es dann alle? Berlin Seite 13 BERLIN: Es bleibt heiter.Tageshöchstwerte um 2Grad, nachts bei minus 7Grad. Seite 2 16. &17. BERLIN MESSEN Februar 2018 Dein Marktfür Ausbildung,Karriere, 9–16Uhr Weiterbildung &Qualifizierung Freier Eintritt Cafe Moskau Karl-Marx-Allee 34 10178 Berlin Interessante Präsentationen Spannende Workshops Attraktive Angebote Weitere Informationen:www.berliner-zeitung.de/berlin-messen|berlin.messen@dumont.de SCHIRMHERRSCHAFT Frau ElkeBreitenbach Senatorin für Integration, Arbeit undSoziales

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