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Berliner Zeitung 07.02.2019

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Ganz tief unten: Wiedie Berliner SPD sich selbst lähmt – Berlin Seite 11 Heute mit Kulturkalender 1°/6° Viel Regen Wetter Seite 2 Die neue Baustellenliste der Berliner S-Bahn Berlin Seite 10 www.berliner-zeitung.de FC Bayern schlägt Hertha im DFB-Pokal Sport Seite 20 Donnerstag,7.Februar 2019 Nr.32HA-75. Jahrgang Auswärts/D**: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Das Leid der Schweine und das neue Schutz-Siegel Wirtschaft Seite 6 Berlinale Das Publikum ist der Star Katja Berlin Kolumnistin Andiesem Donnerstag beginnen die 69. Internationalen Filmfestspiele Berlin und somit die letzten unter Dieter Kosslicks Leitung. 18 Jahre lang war er Direktor der Berlinale und prägte sie nicht zuletzt durch seinen Humor und sein kreatives Englisch. Das Publikum ist der Star, war seine Devise. Immerhin kam das ja auch immer zahlreich – im Gegensatz zu den Berühmtheiten aus Hollywood. Obwohl dieses Jahr die Ticketpreise leicht erhöht wurden, bleibt die Berlinale für uns eine erschwingliche Möglichkeit, in diese Starrolle zu schlüpfen. Vielleicht zu erschwinglich, um es richtig zu würdigen. Ich muss nämlich leider feststellen, dass wir in derVergangenheit sehr unspektakuläre Stars waren. Wir sahen aus wie solche, die von Paparazzi morgens beim Gassigehen im Central Park fotografiert werden. Also die in ausgeleierten Hosen, altenTurnschuhen und in einer Daunenjacke, die schon beim Kauf vorfünf Jahren nicht schick war. Ansonsten waren wir höchstens mal die SorteStar,die frühmorgens betrunken aus Taxis fällt. Wirwaren alle viel zu unglamourös. Da wir nicht wissen, wie sich das Festival unter neuer Leitung von Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek entwickeln wird, sollten wir unsere Aufgabe dieses Jahr etwas ernster nehmen und der Berlinale die Stars geben, die sie verdient. Ich möchte also von Ihnen riesige Sonnenbrillen, Paillettenkleider, Smokings und wahnwitzige Hüte sehen. Signieren Sie ungefragt die Tickets Ihrer Mitmenschen und steigen Sie hinterher in dunkle Limousinen statt in die S1. Ich freue mich auf langes Posieren auf Teppichen aller Art, ins Kino geschmuggelte Champagnerflaschen und natürlich auf Ihre Tobsuchtsanfälle,weil es kein verdammtes Popcorngibt. Dieses Jahr haben sich Catherine Deneuve, Christian Bale und Tilda Swinton angekündigt, und wenn wir uns Mühe geben, werden sie am Ende Selfies mit uns machen wollen. Sehnsucht nach großem Kino Sauber und glatt soll er sein, der rote Berlinale-Teppich. VonHarry Nutt Man braucht kein intimer Kenner der Filmbranche zu sein für die Feststellung, dass diese sich in einer schweren Krise befindet. Seit den Enthüllungen um den Filmmogul Harvey Weinstein und dessen sexuelle Übergriffe vor bald zwei Jahren ist klar geworden, dass es sich nicht nur um einen perfiden Einzelfall handelt, in dem ein mächtiger Mann seine Stellung zur gewalttätigen Behauptung sexueller Dominanz ausgenutzt hat. DerFallWeinstein führte auch vor Augen, dass die schönen Bilder der Illusionsfabrik nicht selten auf der Basis zynischer Rücksichtslosigkeit entstehen. Das Kino hat seine Unschuld verloren, sichtbar wurde ein System hinter der Bildproduktion, das sich aufs Wegsehen verständigt hatte. Längst geht es nicht mehr nur um Weinstein. Diskreditiert ist auch der künstlerische Anspruch des Kinos, seit es nicht mehr nur ein Gerücht ist, dass der zentralen Szene des Filmklassikers „Der letzte Tango in Paris“ aus dem Jahr 1972 ein handfester sexueller Übergriff gegen die Schauspielerin Maria Schneider zugrunde lag, den der kürzlich verstorbene Regisseur Bernardo Bertolucci beim gemeinsamen Frühstück minutiös mit seinem Darsteller Marlon Brando geplant hatte.Eine Erniedrigung, um die Szene noch echter wirken zu lassen. Die Filmkunst wird lange brauchen, um gegen eine derartige Authentizitätslüge ein ganz Die Berlinale startet diesmal in Zeiten einer schweren Krise der Filmbranche. Die MeToo-Enthüllungen wirken nach, viele Zuschauer bevorzugen Serien. Und doch: Das Festival ist unverzichtbar als Ort für Debatten –und für Helden neues Selbstverständnis zu entwickeln. Ein neues Selbstverständnis braucht die Branche auch hinsichtlich der Vertriebsformen. DerVerkauf von Kinokarten in Deutschland war im vergangenen Jahr starkrückläufig, die Bilanz lag über knapp 105 Millionen verkauften Karten 2018. Im Jahr davor waren es noch 122 Millionen. Wer nach Gründen sucht, mag bei einem langen und heißen Sommer fündig werden. Oder auch bei der ganz andere Zuschauerbedürfnisse bindenden Fußball-WM. Immer mehr macht sich aber auch ein fundamentaler Strukturwandel in der Rezeption von filmischen Erzeugnissen bemerkbar. Das Erfolgsprodukt der Stunde sind epische Serien, die längst nicht mehr nur aus den klassischen Kinowerkstätten kommen. Das ansich wäre kein Problem, aber Cineasten muss es in der Seele wehtun, dass immer mehr Filme in Streamingversionen minderer Qualität konsumiert werden. Schnell und billig geht voropulentem Kinogenuss. Diese Themen werden auch diesmal die Berlinale zwischen den Filmen beherrschen. Eine prinzipielle Kommunikationsfreudigkeit gehört zuden Voraussetzungen eines Besuchs am Potsdamer Platz und der vielen anderen Kinos. Seit jeher war das Berliner Publikum nicht nur auf Sehen und Staunen aus, spätestens seit Ende der 60er- Jahregalt die Berlinale auch als politisches Festival,auf dem sich die Kinoleute nicht gegen die Welt da draußen abschotteten. Was heute fast schon wie ein Staatsauftrag gilt, den Kulturstaatsministerin Monika Der persönliche Triumph, überhaupt eine oder mehrere Kinokarten ergattert zuhaben, überragt regelmäßig die Frage, obsich darunter auch der Wunschfilm befindet. Grütters gewiss auf die eine oder andere Weise in ihrer Begrüßungsrede ausgeben wird, musste in der einstigen Konfliktphase des deutschen Autorenkinos hart erkämpft werden. Beim starren Blick auf die Stars am roten Teppich, wo Berlinale- Chef Dieter Kosslick nach 18 Jahren ein letztes Mal darum bangt, dass alles gut geht, vergisst man allzu schnell die wechselvolle Geschichte des Festivals, das seinen Platz unter den großen Dreien in Europa neben Cannes undVenedig erst behaupten musste. GETTY/OMER MESSINGER Die Stars kamen und gingen, manchmal blieben sie aus. Der verlässlichste Faktor in der Geschichte der Filmfestspiele aber war seit jeher das Berliner Publikum, das die Kinos nicht nur als Abspielstätte in Beschlag nahm, sondern auch als Erfahrungs- und Diskussionsort. Auf keinem anderen Festival wurde so herzhaft über Filme gestritten, und jeder noch so spezielle Film, der abseits des Mainstreams nach einem Publikum suchte, erhielt in Berlin die Chance, fündig zu werden. Der persönliche Triumph, überhaupt eine oder mehrereKinokarten ergattert zuhaben, überragt regelmäßig die Frage, obsich darunter auch der Wunschfilm befindet. DasKino ist trotz der Ausbreitung des Films auf allen nur technisch umsetzbaren Verbreitungswegen ein gesellschaftlicher Sehnsuchtsortgeblieben. Warum das so ist, hat niemand schöner erklärt als der kürzlich verstorbene Filmenthusiast Kurt Scheel in seinem Buch „Ich und John Wayne“: „Der Film ist eine junge Kunstformund seine historische und ästhetische Jugendlichkeit ist ein Grund für seine Schönheit undVitalität. Vordem Buch sind wir älter,zynischer als vor der Leinwand, und da wir von ganz allein immer älter werden, wollen wir es dem Kino nicht vorwerfen, wenn es uns Helden schenkt, mit denen wir uns identifizieren können, wenn es uns, für einige Stunden, in das Staunenund die Begeisterung der Kindheit zurückführt.“ Berlinale-Seiten 21 und 22, Netzwerk Unfall-Fahrt: Hatte Polizist 1,1 Promille? Verdacht nach tödlicher Kollision am Alexanderplatz VonLutz Schnedelbach Der Berliner Polizist, der vor einem Jahr mit einem Streifenwagen in den tödlichen Unfall einer 21- Jährigen am Alexanderplatz verwickelt war, stand offenbar unter dem Einfluss von Alkohol. Am 29. Januar 2018 hatte der Streifenwagen das Auto der Frau gerammt, als sie auf dem Mittelstreifen der Grunerstraße einparken wollte. Der Fahrer sei alkoholisiertgewesen, sagte eine Sprecherin der Polizei am Mittwochmorgen und bestätigte damit einen Bericht der Berliner Morgenpost. Bei dem Polizisten sollen 1,1 Promille gemessen worden sein. Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik erklärte in einem Statement, das die Polizei am Mittwoch auf Twitter veröffentlichte: „Der Unfall war entsetzlich, an Schwere kaum zu übertreffen. Auch wenn Fragen nach Schuld und Verantwortung grundsätzlich erst nach Ende der Ermittlungen in dem Urteil des Gerichts geklärt werden können, erschüttertder bloße Verdacht.“ Der Verdacht besteht, seit in der Anwaltskanzlei, die die Familie der getöteten Frau vertritt, ein anonymer Hinweis eingegangen war. Das bestätigte der Anwalt am Mittwoch der Berliner Zeitung. Nach dem Unfall waren die beiden beteiligten Streifenpolizisten in einer Klinik untersucht worden. Ihnen wurde Blut abgenommen. Dabeistellten die Ärzte den Alkoholkonsum fest und notierten das in der Patientenakte.Unklar ist, weshalbdie Akten nicht unmittelbar nach dem Unfall von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt wurden. Stichprobenartige Alkoholtests wiebei derBVG gibt es bei der Polizei nicht. Kommentar Seite 8, Berlin Seite 12 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt Seite 26 4 194050 501603 41006 --60 % BIS ZU IM SALE GALERIES LAFAYETTE VALENTINSSHOPPINGNACHT 08.02. 20-24 UHR FRIEDRICHSTRASSE 76–78 · BERLIN WWW.GALERIESLAFAY ETTE.DE · GALERIESLAFAY ETTEBERLIN EXKLUSIV FÜR UNSERE KUNDENKARTENBESITZER -30%EXTRA auf reduzierte Mode (1) 1GLASBOUVET bei jedem Einkauf ab 50€ (2) SPEED-DATING (1) Exklusiv für unsere Kundenkartenbesitzer. Gilt auch für Tischkultur. Ausgenommen Shops mit blauem Stern. Nicht mit anderen Vorteilen kombinierbar. (2) Ausgenommen Gourmet. Alle Angebote solange der Vorrat reicht. | Galeries Lafayette (Deutschland) GmbH, Französische Straße 23, 10117 Berlin

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