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Berliner Zeitung 07.11.2018

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Obamas Schneider,eine deutsch-jüdische Geschichte – Seite 3 Heute mit „Hauptstadt“ Seite 6 7°/14° Sonne und Wolken Wetter,Seite 2 Jahrgang 1989: Die Kinder der Wende Berlin Seite 12 www.berliner-zeitung.de Wiesich Berlin gegen Spekulanten wehrt Berlin Seite 10 Mittwoch, 7. November 2018 Nr.260 HA -74. Jahrgang Auswärts/D*: 1.60 €–Berlin/Brandenburg: 1.50 € Feine Sahne Fischfilet im Brauhaus Dessau Politik Seite 4 Trennung per Selfie VonRegina Kerner Aus seinem Privatleben hat Italiens starker Mann Matteo Salvini nie ein Geheimnis gemacht. Selfies vonsich und seiner Lebensgefährtin Elisa Isoardi, Ex-Model und Moderatorin einer Kochshow, postete der rechtspopulistische Lega-Chef, Innenminister und Vizepremier gerne auf Twitter und Facebook. Die beiden präsentierten sich knapp bekleidet am Strand und veröffentlichten Fotos,auf denen Isoardi Elisa Isoardi war Partnerin vonItaliens Innenminister Salvini. Italien seine Hemden bügelte. Nun hat auch das Ende der langjährigen Beziehung in aller Öffentlichkeit stattgefunden. Isoardi veröffentlichte am Montag auf Instagram ein Selfie,das die beiden in –noch –trauter Zweisamkeit zeigt. Und zwar im Bett. Sie liegt im weißen Bademantel auf dem Rücken und lächelt in die Kamera, er hat seinen Kopf an ihre Brust geschmiegt und scheint friedlich zu schlummern, mit nacktem Oberkörper.Zur intimen Szene stellte Isoardi ein Gedicht: „Nicht das, was wir uns gegeben haben, werde ich vermissen, sondern das, was wir noch hätten geben müssen. Mit grenzenlosem Respekt für die wahreLiebe,die da war.Danke Matteo.“ Als die Botschaft ihn ereilte, weilte Salvini weit weg, auf Dienstreise in Westafrika, in Ghana. Derfrische Single reagierte Stunden später auf Facebook. Während er sich in Afrika für Sicherheit und die Lösung des Migrationsproblems einsetze, kriege er ständig Anrufe aus Italien, schrieb er am späten Abend. Er habe aber aus guter Erziehung, Charakter und Respekt heraus nie sein Privatleben zu Markte getragen, versicherte Salvini allen Ernstes. „Ich habe geliebt und verziehen. Sicher habe ich auch Fehler gemacht, aber ich habe bis zuletzt daran geglaubt. Schade, jemand hatte andere Prioritäten“, lautete sein Beziehungs-Fazit. Es war ein ungewohnter Ton, geradezu zart. Fast 6000 Zuschriften bekam er bislang auf Facebook, darunter aufmunternde („Wartab, die wirdschon wieder anrufen“), tröstende („Jetzt hast du ein Land, das dich liebt“) und eindeutige Angebote („Künftig bügele ich deine Hemden“). Für Salvini ist es nicht die erste Trennung. Er ist geschieden und hat zwei Kinder aus früheren Beziehungen. Ist der Alex jetzt wirklich sicherer? Oder ist die Erfolgsbilanz von Innensenator Geisel einfach nur geschönt? Auf jeden Fall fehlen wichtige Zahlen in seiner Kriminalstatistik –Zahlen, die kein gutes Bild vom Alexanderplatz zeichnen. Die CDU greift den Senator dafür hart an Seit einem Jahr gibt es die neue Polizeiwache am Alexanderplatz. VonPhilippe Debionne Vor einer Woche verkündete Innensenator Andreas Geisel (SPD) stolz, dass sich die Sicherheitslage am Alexanderplatz deutlich verbessert hat. Er sprach von einer „Erfolgsgeschichte“ und verwies auf aktuelle Zahlen der Polizei. Diese erzählten aber,soRecherchen der Berliner Zeitung, nicht die ganze Wahrheit. In der veröffentlichten Liste fehlten schlicht ganzeDelikt-Kategorien. Es wurde nur die Entwicklung ausgewählter Straftaten veröffentlicht. Nicht genannt wurden zum Beispiel 47 tätliche Angriffe auf Polizisten am Alexanderplatz – von Schlagen bis Beißen. Auch an anderer Stelle gibt es Unklarheiten. Im Einzelnen habe sich etwa die Zahl schwerer Körperverletzungen von40 auf 20 halbiert, auch die Fälle vonTaschendiebstählen seien deutlich zurückgegangen, so Geisel vergangene Woche. Das stimmt. Doch die gesamten polizeiinternerfassten Straftaten zeigen ein zum Teil anderes Bild. So ist die Zahl „Sonstiger Einfacher Diebstähle“, die in der vom Innensenator vorgestellten Statistik nicht auftaucht, mit 537 Taten 2018 imVergleich 2017 (596) nur leicht zurückgegangen. Und die gestiegene Zahl der Sachbeschädigungen auf 90 Fälle in den ersten neun Monaten des Jahres (Vorjahr:68) findet man in der von der Senatsinnenverwaltung veröffentlichten Statistik nicht. Dass „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ für 2018 mit null Fällen angegeben wird, sorgt zudem für „Es ging mitnichten darum, Angriffe auf Vollstreckungsbeamtinnen und -beamte unerwähnt zu lassen. Sollte es hier zu Missverständnissen gekommen sein, bitte ich das zu entschuldigen.“ Martin Pallgen, Sprecher der Senatsinnenverwaltung Verwirrung und Unmut bei Berlins Polizisten. Die „allgemeine Lage“ habe sich „tatsächlich etwas beruhigt“, so einer der Alex-Ermittler. „Aber, dass es keinen Widerstand gegen Einsatzkräfte gab,stimmt nicht.“ Kollegen seien bei diesen Widerstandshandlungen verletzt worden. In der internen Polizeistatistik tauchen diese Fälle auf: Demnach wurde in den ersten neun Monaten dieses Jahres 47-mal wegenWiderstands mit tätlichem Angriff gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Laut Martin Pallgen, Sprecher des Innensenators, handelt es sich bei den fehlenden Zahlen um ein Versehen. Er sagte der Berliner Zeitung: „Die Polizei Berlin führt unter anderem die Straftaten Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Widerstand/Tätlicher Angriff auf.“ Bei letzterer fehle der Zusatz „gegen Vollstreckungsbeamte“. Man hätte also „annehmen können, dass sich die tätlichen Angriffe als Straftatbestand auf alle und nicht nur auf Vollstreckungsbeamte beziehen“. Es sei „mitnichten“ darum gegangen, die Angriffe unerwähnt zu lassen. Nach seinen Worten hat ereine aus seiner Sicht relevante Auswahl getroffen. Pallgen: „Sollte es hier zu Missverständnissen gekommen sein, bitte ich das zu entschuldigen.“ IMAGO Eine Entschuldigung, die dem Berliner CDU-Fraktionsvorsitzenden Burkard Dregger nicht reicht. „Senator Geisel rechnet sich die Welt, wie sie ihm gefällt“, so Dregger. Geisel habe „verfälschte Zahlen genutzt, um die Gewalt gegen ihm anvertraute Polizeibeamte kleinzureden. Wassollen wir ihm noch glauben? Können wir uns auf diesen Innensenator noch verlassen?“ Wenn es um die Sicherheit der Berliner gehe, erwartet Dregger „Verlässlichkeit und Seriosität, keine Tricksereien“. Er will das Thema kommenden Montag im Innenausschuss zur Sprache bringen. Jörn Badendick, Sprecher des Berufsverbands „Unabhängige in der Polizei e.V.“, geht sogar noch einen Schritt weiter: „Wenn Innensenator Andreas Geisel Angriffe auf Polizeibeamte verschweigt, um fehlende Erfolge in der Innenpolitik zu kaschieren, ist er als oberster Dienstherr aller Berliner Polizisten untragbar.“ Die Gesamtübersicht der Straftaten zeigt allerdings auch, dass die vor einem Jahr gegründete Ermittlungsgruppe „Alex“ erfolgreich arbeitet und sich die Zahl aller Straftaten verringert hat. In den ersten drei Quartalen im Jahr 2017 wurde 5377 Straftaten gezählt, im gleichen Zeitraum dieses Jahres waren es 4914. Drei Milliarden Euro für neue S-Bahnen 1200 Wagensollen bis 2033 gekauft werden VonAnnika Leister Die Berliner Landesregierung will für 2,8 bis 3,2 Milliarden Euro einen eigenen S-Bahn-Fuhrpark anschaffen. Bis2033 sollen mindestens 1200 neue Wagen eingekauft werden, die alten werden sukzessive ersetzt. Der Senat nahm am Dienstag eine entsprechende Vorlage vonVerkehrssenatorin Regine Günther (parteilos,für Grüne) zur Kenntnis. Die Ausschreibung für die TeilnetzeStadtbahn und Nord-Süd-Bahn kann damit erfolgen. Die nötige Vorabinformation im EU-Amtsblatt soll noch in dieser Woche veröffentlicht werden, das Vergabeverfahren startet im November 2019. Wervon den interessierten Unternehmen –darunter bisher Bombardier, Siemens, Stadler und die Deutsche Bahn –den Zuschlag erhält, soll spätestens im Herbst 2021 entschieden werden. Für Berlin ein Novum: DieUnternehmen müssen für die Teilnahme am Vergabeverfahren nicht zwangsweise Bahnen beschaffen, reparieren und auch betreiben –sowie es eine Tochter der Deutschen Bahn zurzeit macht. Stattdessen können sich Firmen auch darauf bewerben, Beschaffung und Instandhaltung zu übernehmen oder lediglich den Betrieb. Der Senat hält sich damit die Möglichkeit offen, erstmals vondem Konzept „Alles aus einer Hand“ abzuweichen. Dieses Vorgehen war lange umstritten, SPD und Linke sprachen sich zunächst dagegen aus. Als Angriff gegen die Deutsche Bahn will die Verkehrsverwaltung das Konzept nicht verstanden wissen. Manwolle so eine Monopolsituation vermeiden, heißt es allerdings. Stadtbahn und Nord-Süd-Bahn machen zwei Drittel des S-Bahn-Gesamtnetzes aus. Berlin Seite 12 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501504 31045 BERLIN MESSEN 10. &11. November 2018 10 –17Uhr Cafe Moskau Karl-Marx-Allee 34 10178 Berlin 5€Eintritt* Kinder &Jugendliche unter 16 Jahren freier Eintritt *Ticketfür beide Messetagegültig Reise &Gesundheit DieMesse für Urlaub, Fitness &Ernährung Exklusive Messeangebote Interessante Präsentationen www.berlinmessen.de

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