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Berliner Zeitung 07.12.2018

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„Dogs of Berlin“: Die neue Netflix-Serie und ihr düsteres Bild der Stadt – Feuilleton Seite 21 Mord in Kaulsdorf: Der Prozess Seite 14 7°/11° Wolken bringen Regen Wetter Seite 2 Endlich Weihnachten: Der Handel jubelt Made in Berlin Seite 6 www.berliner-zeitung.de Immer mehr Deutsche tragen Waffen Politik Seite 4 Freitag,7.Dezember 2018 Nr.286 HA -74. Jahrgang Auswärts/D*: 1.60 €–Berlin/Brandenburg: 1.50 € Gingen die Nazis der Soko Chemnitz auf den Leim? Kommentar Seite 8, Netzwerk Seite 26 Die Mode des Protests VonJens Blankennagel Abends auf dem Heimweg mit dem Rad: Berlin-Friedrichshain, eine Kreuzung an der Frankfurter Allee. Esist dunkel, der Autoverkehr lärmt. Die Ampel springt auf Grün, doch kein Radler kann losfahren, denn der Wegist vondreiLeuten mit gelben Warnwesten blockiert. Der erste Gedanke: Ist das vielleicht eine politische Aktion wie bei den Gelbwesten in Paris, die Straßen blockieren und Autos an- Die Warnweste, das Outfit der Revolte in Frankreich GELBE WESTE zünden? Doch dann fahren die drei los – Fehlalarmalso. Es sind Radler auf dem Weg nach Hause, die sich an der Ampel nur etwas zu lange unterhalten haben. So schnell kann es gehen mit derVerwechslung. Die Gelbwesten von Paris –freidrehende linke und rechte Radikale – werden inzwischen als „neue Gesetzgeber von Frankreich“ bezeichnet, weil sie den einst so strahlend jungen Präsidenten Emmanuel Macron ganz schön alt aussehen lassen und ihn zwingen, immer mehr neue Gesetzewieder fallen zu lassen. Auch in Deutschland gibt es Trittbrettfahrer, die sich solche Westen überziehen und zu Straßensperrungen aufrufen. So meldete die Polizei Unna, dass 26 Leute in Gelb angezeigt wurden, weil sie das Autobahnkreuz Kamen lahmlegen wollten. Die Gelbe Weste soll also auch hier zum Revolte-Outfit werden. Fast jeder Haushalt hat eine solche,denn seit 2014 gilt für Autofahrer eine Warnwestenpflicht an Unfallstellen bei Dunkelheit. Die billigste Weste im Netz kostet 1,15 Euro –plus 7,90 Euro Versandkosten. Der Gesetzgeber erlaubt die Farben Gelb, Orange und Rot. Gelb hat sich durchgesetzt, weil es nachts am hellsten leuchtet. Im Internet verkünden die gelben Wutbürger: „Wir sind politisch neutral. Links &Rechts –Hand in Hand gegen das System“ und: „Gelbe Westen –Deutschland macht dicht.“ Gefühlt jeder zehnte Radler in Berlin trägt abends im Winter diese nützlichen Westen –die sind fast alle gelb. Insolch aufgewühlten Zeiten kann dies schnell missverstanden werden. Mal sehen, ob es nun mehr werden oder ob einige Leute lieber auf ein Modell in Orange umsteigen –oder ob die selbsternannte „Revolution“ schnell wieder verpufft. Werwird’s Achtzehn Jahre lang hat Angela Merkel die CDU angeführt. An diesem Freitag tritt sie ab. Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn kämpfen um die Nachfolge. Das Rennen ist offen.? Fünf Wochen schaffte die CDU ein erstaunliches Schauspiel. Nach der Niederlage bei der Landtagswahl in Hessen und der folgenden Ankündigung der Vorsitzenden Angela Merkel, auf dem Parteitag an diesem Freitag nicht mehr zur Wiederwahl anzutreten, fand die Union erstaunlich schnell zu einem munteren innerparteilichen Wahlkampf mit drei Kandidaten. Und das auch noch relativ offen, nicht zuletzt, weil die Granden der Partei sich mit ihren Präferenzen zurückgehalten haben. Biszum vergangenen Dienstag. An dem Tagkam Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble aus der Deckung und nannte als seinen Favoriten Friedrich Merz. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier stellte in der Rheinischen Post fest, damit sei „der Damm gebrochen“ und sprach sich für die Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer als nächste CDU-Vorsitzende aus. „Ich glaube, dass sie unser Land gut führen kann“, Mehrheiten erreichen könne und „in der Mitte“ Wahlen gewinne, sagte der Minister. Altmaier und Kramp-Karrenbauer gelten als enge Vertraute der Kanzlerin. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier sagte vor den Beratungen der Parteigremien im Hotel Atlantic in Hamburg, er werde keine Empfehlung für einen der drei Kandidaten abgeben, „weil ich Respekt vor den Delegierten habe“. Er sehe seine Aufgabe darin, nach der Wahl die CDU„mit der Kraft der drei“ Kandidaten beieinander zu halten, fügte Bouffier hinzu. Bislang gelten Merz und Kramp- Karrenbauer als die Favoriten, der dritte Kandidat, Gesundheitsminister Jens Spahn dürfte nur Außenseiterchancen haben. In der Partei wird befürchtet, dass eine mögliche knappe Stichwahl zwischen Merz und Kramp-Karrenbauer die Partei nachhaltig spalte. Wenn am Freitag kein Kandidat im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht, gibt es zwingend eine Stichwahl zwischen den beiden Erstplatzierten. Daher gab es bereits am Donnerstag Appelle zur Geschlossenheit. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet warnte vor einer Spaltung der CDU. „Wir müssen auch alles tun, dass es dazu nicht kommt“, sagte er der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk Deutschland). „Das ist Demokratie pur, wenn Auswahl besteht. Und den Rest werden die Delegierten entscheiden.“ Angela Merkel, Noch-CDU-Bundesvorsitzende, beim Rundgang durch die Halle in Hamburg,woandiesem Freitag der Parteitag über ihre Nachfolge entscheidet Es müsse alles dafür getan werden, dass die Partei am Abend nach der Wahl geschlossen zusammenstehe, fügte Laschet in Hamburg hinzu. Auch Vizevorsitzende Julia Klöckner sagte,sie hoffe,dassanTag eins nach der Wahl „alle sich hinter dem oder der neuen Vorsitzenden versammeln“. Eine Empfehlung lehnte sie erneut ab: „Ich traue meinen Delegierten zu, dass sie in freier und geheimer Wahl das richtige Kreuz machen“, sagte sie. Der saarländische DPA/CHRISTIAN CHARISIUS Regierungschef Tobias Hans erneuerte seine Unterstützung für Kramp- Karrenbauer. Diese würde auch ein „gutes Bild“ zusammen mit dem voraussichtlichen CSU-Chef Markus Söder abgeben, damit wäre „die Bandbreite der Union“ gut abgebildet, sagte Hans in Hamburg. Kramp-Karrenbauer selbst rief ihre Partei zur Einigkeit nach der Wahl des Parteivorsitzes auf. Es sei wichtig, dass die CDU „geschlossen bleibt“, sagte sie im ZDF-Morgenmagazin. Dies seieine Aufgabe aller. Die 1001 Delegierten des CDU-Parteitags wählen den neuen Vorsitzenden oder die neue Vorsitzende am Freitag. Am Vormittag hält Merkel ihre Abschiedsrede. Danach sprechen die Kandidaten, offen war noch, ob es Aussprachen gibt. Merkel,die nach 18 Jahren an der Spitze der Partei ihren Rückzug angekündigt hatte,äußerte sich „dankbar“ über diese Zeit. Sie sei „gespannt“ auf die Wahl ihres Nachfolgers, sagte Merkel am Donnerstag. „Das ist Demokratie pur, wenn Auswahl besteht.“ Der ebenfalls scheidende CSU- Chef Horst Seehofer sagte in Brüssel zu der anstehenden Wahl, er traue sich „trotz langer Tätigkeit in der Politik“ keine Prognose zu. (tom./dpa, AFP) Seiten 2und 3 Warum Kirchner gehen muss Grüne: Abberufung des Staatssekretärs war richtig VonPeter Neumann ImStreit über die Abberufung des krebskranken Staatssekretärs Jens-Holger Kirchner hat die Berliner Grünen-Spitze am Donnerstag Stellung bezogen. Es sei notwendig, dass die Stelle des seit dem Sommer abwesenden Verkehrsexperten neu besetzt wird, schrieben die Landesvorsitzenden Nina Stahr und Werner Graf in einer Mail an alle Berliner Grünen-Mitglieder. „In einem so zentralen Politikfeld brauchen wir auch eine politische Führung auf Staatssekretärsebene“, heißt es. Die Partei habe eine „hohe Verantwortung“ für Berlin und die Berliner.„Nun haben wir einen Punkt erreicht, an dem die Senatsverwaltung nicht mehr in dem Maße ihren Aufgaben gerecht werden kann, wie es zu Rechterwartet wird“, so Stahr und Graf. Ingmar Streese, den Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) als Nachfolger vorschlagen wird, besitze „umfangreiche Erfahrung in der Verkehrs- und Umweltpolitik“. Wenn Kirchner wieder gesund ist, sei„unser klares Ziel, dass er wieder in leitender Funktion für diese Koalition tätig sein wird“. DasVerhältnis zwischen Kirchner und Günther gilt als gespannt. Berichten zufolge habe die Senatorin ihm schon im Sommer mitgeteilt, dass ein Nachfolger gesucht werden müsse.AmSonntag teilte sie Kirchner ihre Entscheidung mit, ihn in den einstweiligen Ruhestand zu versetzen. Streeses Namen erfuhr er aus der Zeitung, hieß es aus Kirchners Umfeld.Weil er als politischer Beamter jederzeit abrufbar sei, sehe er für eine Klage keine Aussicht auf Erfolg. Ob er eine neue Funktion übernimmt, will er jetzt noch nicht entscheiden. Kommentar Seite 8, Berlin Seite 9 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501504 51049 Einbesonderes Weihnachtsgeschenk! 26.01. -27.01.2019 Tickets: www.ticketmaster.de ·www.eventim.de www.apassionata.show

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