Aufrufe
vor 11 Monaten

Berliner Zeitung 08.02.2019

  • Text
  • Berlin
  • Berliner
  • Gemacht
  • Leicht
  • Februar
  • Deutschland
  • Zeitung
  • Junge
  • Facebook
  • Menschen
  • Berlin.de

Berliner Zeitung

Allergiker-Qual: WieAmbrosia sich ausbreitet – Brandenburg Seite 16 Stadt unter Strom Seite 6 2°/9° Ab und an sonnig Wetter Seite 2 Ost-Gefühle: Mit Stolz in die Zukunft Politik Seite 5 www.berliner-zeitung.de Daten-Streit: Kartellamt attackiert Facebook Tagesthema Seite 2, Kommentar Seite 8 Freitag,8.Februar 2019 Nr.33HA-75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Bestseller-Queen: Abschied von Rosamunde Pilcher Panorama Seite 28 Berlinale Dieser giftige Cocktail Susanne Lenz Feuilleton-Redakteurin Indem ersten Superman-Film aus dem Jahr 1978 muss der Held eine furchtbare Entscheidung treffen. Sein Gegenspieler plant, durch ein Erdbeben die amerikanische Westküste zu zerstören, gleichzeitig schickt er eine Rakete Richtung Ostküste los.Superman gibt sein Bestes, er repariert die Golden Gate Bridge, stoppt die Wassermassen des gebrochenen Hooverdamms,doch überall Unheil zu verhindern, ist nicht zu schaffen. Superman muss wählen. Ich kann dieses Dilemma so gut nachfühlen. Während der Berlinale wäre ich am liebsten in allen Kinos gleichzeitig. Es ist das Unglück der schier unendlichen Möglichkeiten, die sich einem in den nächsten zehn Tagen bieten. Die angebliche Entscheidungshilfe „Programmheft“ ist doch auch nur eine Mischung aus Behauptungen, Ankündigungen, Versprechungen. Aber was soll man machen. Ichjedenfalls sauge an diesem giftigen Cocktail, als hinge mein Leben davon ab. Ob man mit der Berlinale glücklich wird, hängt davon ab,was für ein TypMensch man ist. Ich gehöre zu den bedauernswerten Typen, die der amerikanische Psychologe Barry Schwartz als Maximizer bezeichnet. Als solcher will ich immer die bestmögliche Entscheidung treffen, und dafür wäge ich hin und her, und im Hinterkopf lauert die Angst, mir könne etwas entgehen. Schwartz sagt, solche Menschen neigten zu Depressionen. Ichweiß, was er meint. Von Freunden höre ich immer, das Schöne bei der Berlinale sei doch, sich durch das Programm treiben, sich überraschen zu lassen. Sie stellen sich an den Ticketschalter, kaufen, was es gibt, und erzählen später vonihren tollen Kinoerlebnissen. Diese Menschen definiert Schwartz als Satisficer.Sie haben die Gabe, mit etwas zufrieden zu sein, solange es nicht ganz schlecht ist. Mein Vorsatz für dieses Festival: keine Selbstzerfleischung. Vielleicht lerne ich dieses Jahr endlich das echte Berlinale-Gefühl kennen. Auftakt mit Abschied Die Berlinale hat begonnen. Und damit das letzte Festival von Dieter Kosslick. Der Direktor mit dem roten Schal geht –aber so ganz erst in zehn Tagen. Seiten 12, 21 &22 Kampf um die Berliner Luft Der Senat will auf Tempo-30-Zonen in vielen Straßen verzichten. Umweltschützer sind entsetzt VonPeter Neumann Im Streit um die Reinhaltung der Berliner Luft bahnt sich ein neuer Konflikt an. Zwar will der Senat spätestens Ende Juni auf elf Straßenabschnitten Dieselfahrverbote verhängen –sowie es das Verwaltungsgericht angeordnet hat. Doch auf vielen weiteren Abschnitten, deren Luft ebenfalls stärker als erlaubt mit Stickstoffdioxid belastet wird, soll es nicht einmal Tempo 30 geben. DieVerwaltung hofft, dass für ganz Berlin geltende „gesamtstädtische Maßnahmen“ dortreichen werden, die Luftqualität deutlich zu verbessern. Nun hat die Deutsche Umwelthilfe, die das Gerichtsurteil erstritten hat, den Senat gewarnt. „Die Maßnahmen müssen messbareVerbesserungen bringen“, sagte Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch am Donnerstag der Berliner Zeitung. Dieelf Straßenabschnitte,auf denen der Senat Dieselfahrverbote anordnen wird, sind insgesamt etwas mehr als einen Kilometer lang. Für 106 weitereTeilstücke,auf denen die Belastung nicht ganz so groß ist, muss der künftige Berliner Luftreinhalteplan ebenfalls Maßnahmen enthalten. Anfangs war davon die Rede,dass dies in fast allen Fällen auf Tempo 30 hinauslaufen dürfte.Doch nun hören sich die offiziellen Aussagen differenzierter an. „Nicht auf allen 106 Abschnitten, für die luftverbessernde Maßnahmen zu prüfen sind, wird eszielführend und damit sinnvoll sein, Tempo 30 anzuordnen“, sagte Dorothee Winden, Sprecherin der Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne). Ein Tempolimit wäre nur dort angebracht, wo „gesamtstädtische Maßnahmen“ nicht reichen. Dazu zählen die Ausrüstung vonBVG-Bussen mit Stickoxidkatalysatoren, die Umstellung auf Elektrofahrzeuge, Informationen über Nachrüstungen sowie die Förderung vonE-Mobilität in der Wirtschaft. Auch neue Ampelschaltungen für einen flüssigeren Verkehr sowie die Förderung des Umweltverbunds, zudem der Fußgänger- und Radverkehr gehören, können sich stadtweit auswirken. „Die Umwelthilfe wird prüfen, ob sie neue rechtliche Schritte unternimmt.“ Peter Kremer, Rechtsanwalt in Berlin Nicht einmal Tempo 30 senke die Luftbelastung wesentlich, entgegnete Jürgen Resch. „Der Senat muss sicher stellen, dass die Grenzwerte wirklich eingehalten werden.“ Berlin werde um„verkehrslenkende Maßnahmen“ nicht herumkommen. „Die Verkehrsmenge muss drastisch reduziertwerden“, forderte Resch. „Der Senat muss bis Ende März einen neuen Luftreinhalteplan aufstellen, mit dem er nachweist, dass die Grenzwerte eingehalten werden“, bekräftigte Rechtsanwalt Peter Kremer,der die Umwelthilfe vordem Verwaltungsgericht vertreten hat. „Alle Maßnahmen, die auf das freiwillige Verhalten von Verkehrsteilnehmernabstellen, dürfen nicht berücksichtigt werden. Auch dürfen keine Maßnahmen berücksichtigt werden, deren Wirkung nicht sicher vorhergesagt werden kann. Setzt der Senat weiter auf solche Maßnahmen, widersetzt er sich schlicht dem Richterspruch. DieUmwelthilfe wird daher anhand des Luftreinhalteplans prüfen, ob sie neue rechtliche Schritte unternimmt.“ Der Verband hält eine Vollstreckung für möglich. Für die Senatsplaner ist es eine Gratwanderung, sagte Tilmann Heuser vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Einerseits müssen sie dieVorgaben des Urteils abarbeiten – sonst drohen neue Klagen“, sagte er.„Andererseits dürfen sie auch nicht übers Ziel hinausschießen. Die Maßnahmen müssen verhältnismäßig sein –sonst ziehen Autofahrer vorGericht.“ Kommentar Seite8 DPA Teurer Umzug des BND nach Berlin Kritiker beklagen Art der Kostenkalkulation VonMarkus Decker AmFreitagvormittag wirdKanzlerin Angela Merkel die neue Zentrale des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Berlin-Mitte eröffnen. Viel Ärger hat es in den vergangenen Jahren um das Projekt gegeben. Auch jetzt sind längst nicht alle Beobachter des Umzugs zufrieden, im Gegenteil. Etliche Kritiker beklagen die Artder Kostenkalkulation. Der Festakt findet mehr als zwölf Jahrenach dem ersten Spatenstich im Oktober 2006 statt. Die Kosten des Projekts stiegen im Lauf der Jahrevon 720 Millionen Euro auf 1,086 Milliarden Euro.Hinzu kommen 300 Millionen Euro für Umzug und Erstausstattung. Eine Sprecherin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung sagte der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk Deutschland), die Kosten bei öffentlichen Bauvorhaben des Bundes würden jeweils auf der Grundlage der zum Planungszeitpunkt geltenden Preise berechnet. Das sehe die Bundeshaushaltsordnung so vor. Absehbare Preissteigerungen während der Bauzeit würden damit regelmäßig nicht berücksichtigt –mit der Folge,dassdie tatsächlichen Kosten oft höher ausfielen. DerParlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Marco Wanderwitz (CDU), fordert, dies zu ändern: „Wir können die mit Sicherheit zu erwartenden Preissteigerungen im Vorfeld nicht einstellen.“ Auch der SPD-Haushaltsexperte Johannes Kahrs mahnt Korrekturen an.„Der Bund sollte sich ein Vorbild an Hamburg nehmen und das Bundesrecht ändern. Hamburgpreist die Inflation ein und bekommt damit einen ehrlicheren Preis. Soein Verfahrensollteauch der Bund einführen.“ Berlin Seite11, Leitartikel Seite8 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 51006 Die schönstenStunden erleben Sie an einem Ort, an dem alles stimmt. Mit Formen, die einfach und klar sind. Ralph Bosshammer GmbH Karl-Marx-Allee 77 –79. 10243 Berlin. Tel. 030 42201520. www.dk-bulthaup.berlin

2019

2018