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Berliner Zeitung 08.08.2019

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Festival der Bürokratie: Wenn Kreative in Brandenburg feiern wollen – Seite 3 Heute mit Kulturkalender 17°/26° Meist sonnig Wetter Seite 2 WieinBerlin Deutsch gelernt wird Berlin Seite 9 www.berliner-zeitung.de Katrin Sass und das Heimatgefühl Ost Feuilleton Seite 23 Donnerstag,8.August 2019 Nr.182 HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Schalke: Warum der Verein im Fall Tönnies einen Fehler macht Leitartikel Seite 8, Sport Seite 20 USA Die Stimme der Monica Lewinsky VonSebastian Moll Monica Lewinsky hat lange Zeit überlegt, ihren Namen zu ändern. So schwer lastete auf ihr, was die amerikanische Öffentlichkeit seit jenem Tag mit ihr in Verbindung bringt, an dem sie in den Mittelpunkt des Amtsenthebungs-Verfahrens gegen den damaligen US-Präsident Bill Clinton rückte. Die 46-Jährige wurde zur Verführerin eines beliebten Politikers, zur Sünderin, die einen vermeintlich guten Mann zu Fall brachte. „Ich hatte das Gefühl, als wäre jede Schicht meiner Haut und meiner Monica Lewinsky Identität abgezogen worden,“ will dieAffäre mit Bill Clinton selbst erzählen. sagte sie in einem Interview. Sogar die gesamte Affäre wurde nach ihr, nicht nach Bill Clinton benannt, wie sie jüngst in einem TV-Interview beklagte. Das Clinton-Impeachment wirdimVolksmund wohl auf ewig als „Lewinsky-Affäre“ in Erinnerung bleiben. Monica Lewinsky wurde zum Synonym für die Skandalisierung und Moralisierung der amerikanischen Politik und somit für einen Wendepunkt zum Schlimmeren im politischen Diskurs des Landes. Doch Lewinsky hat ihren Namen behalten, über die vielen Jahre hinweg, in denen sie keine Arbeit fand oder nur solche,die ihren schlechten Rufauszubeuten suchte.Sie hat ihre Vergangenheit nicht verleugnet, während sie versuchte, das Trauma durchzuarbeiten, das die gesamte Affärebei der damals noch sehr jungen Frau verursacht hat. Heute kann Lewinsky sehr gut zu dem stehen, wersie ist. Mitdem Rückenwind der MeToo-Bewegung und unter einem offen Frauen-verachtenden Präsidenten erscheint sie plötzlich als Pionierin. Zum ersten Mal seit beinahe 20 Jahren, gab sie jetzt in einem Artikel für Vanity Fair bekannt, fühle sie sich nicht mehr alleine. Metoo hat Lewinsky darin bestärkt, ihreStimme zu erheben. Deshalb hat sie sich nun auch dazu entschlossen, als Produzentin an einem TV-Mehrteiler über das Impeachment Verfahren gegen Bill Clinton mitzuwirken. Monica Lewinsky will die Geschichte nun endlich aus ihrer Sicht erzählen. Mächtige weiße Männer hatten in Amerika lange genug das Wort. VonPeter Neumann Noch sind sie gefühlt überall, die kleinen flinken elektrischen Tretroller. Doch ab sofort dürfen sie in zwei Bereichen in Berlin nicht mehr abgestellt werden. Rund um das Brandenburger Torund das Holocaust-Mahnmal in Mitte wurden Sperrzonen eingerichtet, in denen Parken nicht mehr möglich ist, teilteVerkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) am Mittwoch nach einem Gespräch mit Bezirken und Anbietern mit. Voraussichtlich vom nächsten Jahr an sollen dann sämtliche Gehwege in Berlin für parkende E-Scooter tabu sein, hieß es. Nach demWillen der Bezirke müssten weitereBereiche dazukommen. „Wir stellen fest, dass die E-Scooter auf Gehwegen viel Platz einnehmen“, sagte Günther.Seh- und Gehbehinderte empfinden die oft kreuz und quer abgestellten Zweiräder als Gefahr. Darauf müsse reagiert werden, so die Grünen-Politikerin. Es gehe darum zu definieren, an welchen Orten es künftig ausgeschlossen ist, E-Scooter abzustellen. Gehwegparken werde künftig „keine Option“ mehr darstellen, bekräftigte Monika Herrmann, Bezirksbürgermeisterin in Friedrichshain- Sperrgebiet für E-Scooter Kreuzberg. Zum Abstellen von elektrischen Tretrollern, aber auch von Mietfahrrädern, wollen die Bezirke am Straßenrand Raum schaffen. Dafür sollen Parkplätze umgewandelt werden. Die Grünen-Politikerin sprach sich dafür aus,inBerlin auch Grünanlagen und Bereiche rund um Senioreneinrichtungen zu Sperrgebieten für E-Tretroller zu erklären. Seit Mitte Juni, als die Zweiräder in Deutschland legalisiert wurden, gab es in Berlin 38 Verkehrsunfälle, an denen E-Scooter-Nutzer beteiligt waren –meist schuldhaft. Das teilte Polizeipräsidentin Barbara Slowik mit. 30 Strafermittlungsverfahren wurden eingeleitet, unter anderem wegen Trunkenheit am Lenker. Der Rekord lag bei 1,8 Promille. Slowik bekräftigte, dass die Polizei Verstöße konsequent ahnden werde – mit möglichen gravierenden Folgen für die Tretrollerfahrer.Wer während der Fahrt telefoniert, müsse damit rechnen, 100 Euro Bußgeld bezahlen zu müssen. Außerdem trägt das Kraftfahrt-Bundesamt einen Punkt ein. „Wer als Fahranfänger alkoholisiert „Ästheten und Freidenker melden sich zu Wort und sprechen von einer Vermüllung des öffentlichen Raumes. Dabei fällt diesen Stimmen überhaupt nicht auf, dass derRaum längst völlig mit Blech zugeparkt ist. “ Andreas Knie, Mobilitätsforscher am Wissenschaftszentrum Berlin Elektro-Tretroller dürfen in Berlin bald nicht mehr auf Gehwegen stehen, vereinbaren Senat, Bezirke und Betreiber. Es wareinmal: Elektrische Tretroller parkenamBrandenburger Tor. Das Berliner Wahrzeichen ist seit Mittwoch für abgestellte E-Scooter tabu. auf einem E-Scooter erwischt wird, läuft Gefahr,seinen Führerschein zu verlieren“, sagte Slowik. Der Berliner Mobilitätsforscher Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin warnte davor, das neue Verkehrsmittel zu dämonisieren. Kritik, dass die Fahrzeuge das Stadtbild verschandeln, sei verfehlt, sagte er. „Ästheten und Freidenker melden sich zu Wort und sprechen von einer Vermüllung des öffentlichen Raumes“, so Knie. „Dabei fällt DPA/CHRISTOPH SÖDER Höhere Steuern für mehr Tierschutz? Verbraucherschützer halten wenig davon Verbraucherschützer haben zurückhaltend auf den Vorschlag einer höheren Mehrwertsteuer auf Fleisch zur Verbesserung der Haltungsbedingungen reagiert. „Bei einer Mehrwertsteuererhöhung auf Fleisch würden Verbraucher draufzahlen, ohne dass etwas für das Tierwohl gewonnen wäre“, sagte der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, amMittwoch. Verbraucher wollten vielmehr sicher sein, dass das zusätzliche Geld, das sie für Fleisch aus tiergerechter Haltung ausgeben, „dortankommt, wo es hinsoll“. DieVerbraucherschützer bevorzugen einen anderenVorschlag: Oberste Priorität der Bundesregierung müsse es sein, das staatliche Tierwohllabel auf denWegzubringen, forderte Müller. Nötig seien außerdem eine verbindliche nationale Nutztierstrategie und hohe gesetzliche Mindeststandards für die Haltung vonNutztieren. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) plant ein staatliches Tierwohlkennzeichen, das zunächst aber nur freiwillig und auch nur für die Haltung von Schweinen gelten soll. Müller reagierte auf Überlegungen vonPolitikernvon SPD und Grünen, den derzeit reduzierten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent aufFleisch aufzuheben und den normalen Satz von19Prozent zu berechnen. AuchTierschützer forderten eine Fleischsteuer. Das Geld müsse ins Tierwohl fließen. Grünen-Chef Robert Habeck wandte sich gegen den Vorschlag seines Parteikollegen Friedrich Ostendorff, die Mehrwertsteuer-Reduktion aufzuheben. Eine „isolierte Betrachtung von Einzelsteuersätzen“ sei nicht sinnvoll, sagte er der SZ. (AFP) Tagesthema Seite 2, Kommentar Seite 8 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt diesen Stimmen überhaupt nicht auf, dass der Raum längst völlig mit Blech zugeparkt ist. Autos, Autos überall, dicht an dicht. Eine Privatisierung öffentlicher Räume erster Güte.Nur das fällt keinem auf! Daran hat man sich ja gewöhnt.“ Der Sozialwissenschaftler sprach sich dafür aus, statt E-Scootern Privatautos aus der Innenstadt zu verbannen. „Eine Stadt mit Zukunft kann keinen Raum mehr verschenken“, stellte Knie fest. „Private Autos, die auf öffentlichem Raum stehen, gehören nicht mehr in die Stadt. Nur noch Dinge, die allen zugänglich sind, Busse,Tram, U-Bahnen, Autos, Räder und Roller, alles für alle zugänglich! Das wird die Stadt der Zukunft. Nur müssen sich unsere Ästheten daran erst noch gewöhnen.“ „Sinnvoller als Verbote sind Aufklärung und der Einsatz digitaler Mittel“, sagte die FDP-Verkehrspolitikerin Daniela Kluckert, stellvertretende Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Bundestags. „Anbieter und Städte können gemeinsam Konflikte lösen, indem Sammelpunkte definiert werden, um ein unkontrolliertes Abstellen zu verhindern. Auch kann per GPS vermieden werden, dass bestimmte Verkehrsbereiche wie Bürgersteige überhaupt befahrenwerden.“ Berlin Seite 12 4 194050 501603 41032 Nur noch bis DIESEN SAMSTAG: MEHRWERT WOCHEN GRATISZUGABEN auf viele MARKENMÖBEL Möbel Hübner GmbH | Genthiner Str. 41 | 10785Berlin | www.moebel-huebner.de

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