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Berliner Zeitung 09.08.2019

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Kreuzband-OP: Bayerns Wunschkandidat Sané fällt lange aus – Sport Seite 18 E-Scooter: Das teure Vergnügen Seite 6 16°/28° Heiter geht es weiter Wetter Seite 2 Die Bilanz: Putin ist seit 20 Jahren an der Macht Politik Seite 5 www.berliner-zeitung.de Letzte Warnung: Das Klima bedroht die Ernährung Tagesthema Seite 2, Leitartikel Seite 8 Freitag,9.August 2019 Nr.183 HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Widerdas Vergessen: Das Massaker in der Toskana Seite3 Der seltsame Fall des Bakery Jatta VonPatrick Berger Am30. Juni 2016 erschien Bakery Jatta zu seinem ersten offiziellen Training als Profifußballer des (damaligen Erstligisten) Hamburger SV. Die Fans, Mitspieler und vor allem auch Reporter im Volkspark schauten gespannt auf die ersten Schritte des Neulings.Jatta stellte sich hinterher vor, höflich, zuvorkommend, der Körper athletisch und muskulös,der Händedruck fest. Schon damals gab es Zweifel am Alter des Flügelstürmers, der im Sommer 2015 als BakeryJatta –oder doch BakaryDaffeh? Hamburger SV Flüchtling hierher kam, der älter wirkte, seinerzeit aber erst 17 Jahrealt war. Bakery Jatta wurde am 6. Juni 1998 in Gunjur/Gambia geboren –oder besser: soll geboren worden sein. Nach einem Bericht der Sportbild sind die Zweifel an der Identität des Kickers erneut aufgekommen. Demnach könnte Jatta eine Vergangenheit als BakaryDaffeh haben und bereits am 6. November 1995 geboren worden sein. Er wäre also schon 23 statt 21. Jatta weist die Vorwürfe zurück, beteuert, als Minderjähriger nach Deutschland gekommen zu sein und zuvor nie in einem Verein gespielt zu haben. Einen Asylantrag, das vermeldete das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, hat Jatta nach seiner Ankunft nicht gestellt. Für seine Anstellung beim HSV erhielt er eine Aufenthaltserlaubnis. Auf YouTube gibt es ein zehnminütiges Video von Daffeh, der für mehrere afrikanische Klubs spielte, auch für die U20 Gambias. Die Ähnlichkeit ist allerdings marginal. Beim HSV, den der (mutmaßlich) 17-jährige Jatta im Winter 2015 in Probetrainings überzeugte, war man damals skeptisch. Juristen prüften den Fall. „Es wurde festgestellt, dass die biologische Entwicklung abgeschlossen ist“, sagte der damalige Sportchef Peter Knäbel. Derseltsame Fall des BakeryJatta liegt nun bei den Behörden. Sollte sich der Verdacht erhärten, droht dem Gambier der Entzug der Aufenthaltsgenehmigung. Bis dahin bleibt zu hoffen, dass Jatta, der als Musterbeispiel für Integration gilt, in den Stadien nicht die hässlichen Anfeindungen erhält, die im Netz kursieren. Vonden eigenen Fans erhielt er im Training jedenfalls viel Zuspruch. Hoffentlich sicher unterwegs: Teenager laufen über eine Straße. 2016 gab es 691 Unfälle, bei denen Jungen und Mädchen bis 14 Jahre verunglückten. 2018 waren es 752. FELIX VOGEL VonPeter Neumann Vision Zero – keine Verkehrsunfälle mit Toten und Schwerverletzten mehr: Dasist ein Ziel, das sich der Senat auf die Fahnen geschrieben hat. Doch auch was die Zahl der verunglückten Kinder anbelangt, läuft die Entwicklung in Berlin in die andere Richtung. Darauf hat die Sachverständigenorganisation Dekra in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Verkehrssicherheitsreport 2019 hingewiesen. „Wir dürfen es nicht einfach so hinnehmen, dass die Zahl der Kinder,die verunglücken, erneut gestiegen ist“, sagte Mario Schwarz, Leiter der Niederlassung Berlin. Zum Thema Unfälle mit Kindern spricht die Statistik der Berliner Polizei eine klare Sprache. Danach hat sich die Situation von 2016 bis 2018 deutlich verschlechtert. So ist die Zahl der Unfälle, bei denen junge Menschen im Alter vonbis zu 14 Jahren verunglückten, von 691 auf 752 gestiegen. Besonders viele Kollisionen dieser Artereigneten sich in den Bezirken Pankow, Mitte und Lichtenberg, zwischen 16 und 17 Uhrwar das Unfallaufkommen am höchsten. Bei den leicht verletzten Kindern gab es eine Zunahme von 552 auf 605, bei den schwer verletzten von 144 auf 161. Kamvor drei Jahren kein Kind im Berliner Straßenverkehr Gefährliches Pflaster In Berlin ist die Zahl der Unfälle mit Kindern gestiegen. Mehr Kontrollen und höhere Strafen wären sinnvoll, sagt die Dekra, doch das Hauptproblem sei das Verhalten der Verkehrsteilnehmer ums Leben, waren es im vergangenen Jahr zwei. In Lichtenberg starb ein 13-jähriges Mädchen unter einer Straßenbahn. Kurz darauf wurde ein acht Jahre alter Junge auf dem FahrradinSpandau voneinem rechts abbiegenden Lastwagen getötet. 2017 verunglückte in Berlin ein Kind tödlich. Der vier Jahre alte Junge hatte sich in Heinersdorf von seiner Mutter losgerissen und wurde voneinem Auto erfasst. Er starb zwei Wochen nach der Einlieferung im Krankenhaus. Der Fahrer, der einen Stau umfahren wollte, wurde zu einer Geldstrafe von 200 Euro und einem Monat Fahrverbot verurteilt. Kinder tragen ein erhöhtes Risiko, weil sie noch nicht genug Erfahrung haben. Doch längst nicht immer liegt die Schuld bei den jungen Menschen. In Berlin wurde 2018 rund ein Drittel der Unfälle mit Kindern von den anderen Verkehrsteilnehmern verursacht –bei denen es sich fast immer um Erwachsene handelte. Der Berliner Dekra-Chef nahm vor allem Eltern ins Visier, die ihre Kinder im Auto zur Schule befördern. „Vor manchen Schulen spielen sich unglaubliche Szenen ab“, sagte er. Haltende Autos stehen im Weg, Kinder müssten mitten auf der Fahrbahn aussteigen. „Grundsätzlich haben wir nichts gegen Elterntaxis“, so Schwarz. „Man kann Eltern nicht verbieten, ihre Kinder zum Unterricht zu bringen. Aber sie können „Grundsätzlich haben wir nichts gegen Elterntaxis. Doch vor manchen Schulen spielen sich unglaubliche Szenen ab.“ Mario Schwarz, Leiter der Dekra-Niederlassung Berlin zum Halten geeignete Plätzesuchen und auch mal um die Ecke fahren.“ Vonden Müttern und Vätern, die an einer Dekra-Umfrage zu diesem Thema teilgenommen haben, bringen 23 Prozent ihre Kinder regelmäßig im Auto zur Schule. Elterntaxis werden von 36Prozent der Sechsbis Achtjährigen genutzt. Bei43Prozent der Fälle lautete das Argument, dass sich die FahrtindenWegzur Arbeit integrieren lässt. Fast ein Fünftel der Befragten gab an, dass der Schulwegsonst viel zu gefährlich wäre. In Berlin unterstützt das Projekt „ZuFuß zur Schule“ Schulen und Kitas dabei, Alternativen zum Elterntaxi zu propagieren. „Wir wollen erreichen, dass die Kinder ihren Schulund Kitaweg nicht nur sicher zurücklegen können, sondern auch, dass Zufußgehen und Radfahren als ökologisches Mobilitätsverhalten mehr Gewicht erhalten“, sagte Gabi Jung vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Tödliche Unfälle wie der des Achtjährigen in Spandau ließen sich verhindern, wenn Technik Lkw-Fahrerbeim Abbiegen vorGefahren warnen würden. „Die EU ist der große Verhinderer“, kritisierte Schwarz. Dagegen bestünde in Deutschland Konsens darüber,dass Abbiegeassistenten Pflicht werden müssten. Der Dekra-Chef kritisierte den rot-rot-grünen Senat nicht. „Er arbeitet intensiv an den Themen“ – daran, dass der Verkehr sicherer wird. Mehr Kontrollen und schärfere Strafen wären sicher sinnvoll. Doch das Hauptproblem läge in Berlin woanders: im Sozialverhalten der Verkehrsteilnehmer. Sie seien zunehmend „unentspannt und aggressiv“. Schwarz: „In Berlin wird täglich ein Kampf auf den Straßen ausgetragen. Das kriegt man durch Verbesserungen bei der Infrastruktur nicht kompensiert.“ Allzuoft seien Erwachsene ein schlechtes Vorbild für Kinder. Müller verschont Scheeres Doch in der SPD wächst der Frust über die Senatorin Fehlende Schulplätze, unverändert schlechtes Abschneiden Berliner Schüler, hohe Zahlen an Schulabgängernohne Abschluss,intransparentes Vorgehen der Verwaltung –die Kritik an Bildungssenatorin Sandra Scheeres reißt nicht ab. Am Donnerstag teilte die Verwaltung auf Nachfrage mit, dass 90 Lehrerstellen für das am Montag gestartete Schuljahr weiterhin unbesetzt sind. Besonders in Randregionen wie Spandau oder Marzahn-Hellersdorf sei es schwieriger, Interessenten zu finden. Die Stellen sollten so zügig wie möglich besetzt werden, hieß es. Auch in Scheeres’ Partei, der SPD, mehren sich währenddessen Stimmen, die die Bildungssenatorin absetzen wollen. „Die Leute haben die Nase voll von Scheeres, sie hat seit Jahren nicht geliefert“, heißt es aus Parteikreisen. Anfang der Wochehatte der Sprecher des Landeselternausschusses, Norman Heise,Scheeresdazu aufgefordert, zu einem Krisengipfel zum Thema Bildung einzuladen. Sollte sie dies nicht tun, solle der Regierende Bürgermeister Müller einspringen. In diesem Falle werde Heise die Zusammenarbeit mit Scheeres abbrechen. Doch Müller, der die Ferien über versucht hat, sich auf etlichen Politikfeldern zuprofilieren, macht bisher keine Anstalten dazu, in den Streit einzugreifen oder gar einen Gipfel einzuberufen. Bildungspolitik soll offenbar keine Chefsache der Senatskanzlei werden. Ganz anders ist das beim 30. Jahrestag des Mauerfalls im November.Inzehn Tagen will MichaelMüller in der geschichtsträchtigen Gethsemanekirche das Programm vorstellen, bis dahin sollen alle Senatsmitglieder darüber schweigen. Berlin Seiten 9und 11 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 51032 2. und3. 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