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Berliner Zeitung 09.10.2019

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Wendepunkte der Geschichte: 9. Oktober 1989, Leipzig – Seite 3 Werden Nobelpreis bekommen sollte Seite 5 9°/16° Viele Wolken Wetter Seite 2 Bahn: VonBerlin geht’s künftig öfter an die Ostsee Berlin Seite 13 www.berliner-zeitung.de Limburg: Wardie Lkw-Fahrt ein Anschlag? Politik Seite 4, Kommentar Seite 8 Mittwoch, 9. Oktober 2019 Nr.234 HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Syrien: Die Kriegsgefahr an der Nato-Grenze Tagesthema Seite2 Nationalmannschaft Die Stunde des Niklas Stark VonPatrick Berger Erhatte da eine leise Vorahnung. „Das war schon mehr als ein Augenzwinkern“, sagte Niklas Starkvor fünf Tagen nach dem 3:1-Erfolg in der Bundesliga mit Hertha BSC gegen Fortuna Düsseldorf. Die starken Signale, die er von Bundestrainer Joachim Löw erhalten hatte, haben sich im Laufe des Dienstags bestätigt: Niklas Stark wird imTest gegen Argentinien in Dortmund zu seinem Debüt für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft kommen. „Seine Stunde schlägt auf jeden Fall“, Niklas Stark kündigte Löw darf gegenArgentinien auf der Pressekonferenz an. vonBeginn an ran. „Das hatte sich schon länger angekündigt, weil Niklas stabile und sehr solide Leistungen in Berlin auf der Position gezeigt hat.“ Der24Jahrealte Innenverteidiger imponiere mit seiner selbstbewussten Art und Weise und werde auch deshalb vonBeginn an spielen. Damit wird Stark gegen Argentinien der 102. Debütant unter Löw sein. Und das ist nach langer Wartezeit durchaus verdient. Seit März war Stark dreimal vom Bundestrainer zu Lehrgängen eingeladen worden, saß allerdings in allen sechs Länderspielen nur auf der Bank. So lange hatte in der Löw-Ära seit 2006 noch kein Neuling auf seine Chance warten müssen. Das lange Warten macht sich nun aber bezahlt. Freilich profitiert Herthas Abwehrchef auch vonden vielen Ausfällen in der DFB-Abwehr.Doch sein Premieren-Einsatz ist kein Geschenk Löws, sondern eine Anerkennung für die starken Leistungen im Verein. Stark, immerhin U17-Europameister von 2014 und U21-Europameister von 2017, nahm in den letzten Monaten eine positiveEntwicklung. 2015 wechselte der gebürtige Bayer, seinerzeit ein schlankes Bürschchen, vom1.FCNürnbergan die Spree. Mittlerweile ist er zu einer festen Größe bei den Blau-Weißen avanciert und machte 103 Bundesligaspiele für eben diese.Starkist kein Lautsprecher, aber ein durchaus kommunikativer Teamspieler. Sein Wort hat auch in der Kabine Gewicht. Auch deshalb ernannte ihn sein Vereinstrainer, Ante Covic, vor der Saison zum Vizekapitän. Dass Stark auch Mut zur klärenden Auseinandersetzung hat, zeigt folgendes Beispiel: Ende Januar gab der 1,90 Meter große (mittlerweile) Modellathlet dem Berliner Kurier ein Interview, indem er über seinen großen Traum, das DFB-Team, sprach. Daraus entstand die Zeile: „Die Nationalmannschaft ist mein Ziel!“ Das gefiel dem durchaus zielsicheren Profi allerdings nicht. Die Überschrift sei zu forsch, zu fordernd. Stark wollte sich lieber mit Taten, statt Worten aufdrängen. Das hat er nun getan. SportSeite 20 Reden wir über Berlin Wieteuer darf das Leben in der Hauptstadt sein? Ein Streitgespräch zwischen dem Soziologen Andrej Holm und Ralf Spann, Europa-Chef des Wohnungskonzerns Akelius. Seiten 10 und 11 Senat: Eklat um Mietendeckel Sitzung wegen Beschlussunfähigkeit geplatzt. Grüne wollen Absenkung der Mieten vertagen VonElmar Schütze und Ulrich Paul Eklat im Roten Rathaus. Am Dienstagmorgen ist die allwöchentliche Sitzung des Berliner Senats ausgefallen, weil –mitten in den Herbstferien –zuwenige Mitglieder der Regierung anwesend waren. Mangels Beschlussfähigkeit gingen die anwesenden Senatsvertreter unverrichteter Dinge auseinander. Dabei wollten sie sich eigentlich über eines der wichtigsten politischen Projekte verständigen: über den Stand der Gespräche zum Mietendeckel. Wie konnte das passieren? Dazu gibt es je nach Parteizugehörigkeit unterschiedliche Antworten. Die einen reden von „Schlamperei“, die anderen sehen „höhereGewalt“. Von den elf Regierungsvertretern hatten es jedenfalls nur fünf ins Rote Rathaus geschafft. Einer zu wenig für einen Beschluss. Sechs Ressortchefs fehlten: darunter Kultursenator und Bürgermeister Klaus Lederer (Linke), Wirtschaftssenatorin und Bürgermeisterin Ramona Pop (Grüne) sowie der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD), der den Angaben zufolge mit seinen Kindern Urlaub macht. Wichtig ist dies, weil der Regierende Bürgermeister normalerweise durch die Bürgermeister vertreten wird. Also durch Pop oder Lederer. Weil Lederer mit den Philharmonikern auf Dienstreise in Tokio ist, hätte Pop die Sitzung am Dienstag leiten sollen. Pop schaffte es aber nach Angaben ihrer Sprecherin nicht, rechtzeitig vom Urlaub aus Kroatien nach Berlin zurückzukehren. Die Senatorin habe nachts per Fernbus nach Venedig fahren wollen, um von dort per Flugzeug nach Berlin zu kommen. Doch der Bussei ohne die Senatorin gefahren. Er sei „überbucht“ gewesen, erklärt Pops Sprecherin. Es sei ärgerlich und peinlich, dass dies passiert sei, doch die Senatorin habe „alles versucht“. Dass die Landesregierung nicht beschlussfähig gewesen sei, bedauere sie,sodie Sprecherin. Im Laufe des Dienstags kam Pop doch noch in Berlin an und entschuldigte sich umgehend per Brief bei den Senatskollegen. Sie werde „sicherstellen, dass sich so eine Situation nicht wiederholt“, schrieb sie. Zugleich bedauerte sie, dass sie durch ihr Fernbleiben ihre Kompromissvorschläge zum Mietendeckel nicht persönlich mit den anderen Senatoren habe diskutieren können. Obwohl die Senatssitzung offiziell nicht stattfand, berieten einige Politiker der Koalition informell darüber, wie es aus ihrer Sicht mit dem Mietendeckel weitergehen soll – „stehend“ am Senatstisch, wie Teilnehmer berichten. Diemeisten Vertreter der SPD,darunter mehrereStaatssekretäre, verließen jedoch den Sitzungssaal. Innensenator Andreas Geisel (SPD) gehörte zu den wenigen, die blieben. Der Gesetzentwurf zum Mietendeckel aus dem Haus von Stadtentwicklungssenatorin Katrin „Wir Grüne wollen den Mietendeckel zu einem Erfolg führen. Wir sind den 1,5 Millionen Haushalten verpflichtet, jetzt gemeinsam eine gute Lösung zu finden.“ Katrin Schmidberger, mietenpolitische Sprecherin der Grünen im Abgeordnetenhaus, zu den Gesprächen über den Mietendeckel Lompscher (Linke) befindet sich zurzeit im sogenannten Mitzeichnungsverfahren. Das heißt, die beteiligten Senatsressorts,darunter die Justiz-, die Finanz- und die Wirtschaftsverwaltung, nehmen dazu Stellung. Am Dienstag sollte im Senat der Sachstand beraten werden. Hauptstreitpunkt ist die Frage,ob es im Mietendeckel einen Anspruch auf Absenkung überhöhter Mieten geben soll. DieSPD lehnt dies ab.Innensenator Geisel erklärte am Dienstag, sein Ressort habe der Stadtentwicklungsverwaltung verfassungsrechtliche Bedenken mitgeteilt. Die Berliner Zeitung hatte am Montag über die Bedenken aus der Innenverwaltung berichtet. „Was wir für möglich halten, ist selbstverständlich die Absenkung von Wuchermieten“, so der Innensenator am Dienstag. „Wir können uns auch darauf konzentrieren, beispielsweise Mieten oberhalb der gültigen Mietpreisbremse abzusenken.“ Die Linke ist weiter für Absenkung. DieGrünen wollen die Absenkung überhöhter Mieten zwar auch durchsetzen, sind aber bereit, den Anspruch der Mieter erst im zweiten Schritt einzuführen –etwa neun Monate nach Inkrafttreten. Dasgeht aus den Vorschlägen von Wirtschaftssenatorin Pophervor. Dahinter steckt der Gedanke, die Zeit zu nutzen, um ein Mietpreis-Kataster aufzubauen, also eine Übersicht über die vereinbarten Mieten in der Stadt. Anhand dieser Übersicht soll festgestellt werden, ob die ortsüblichen Entgelte überschritten werden –und inwiefernein Anspruch auf Absenkung besteht. DieGrünen wollen zugleich absichern, dass Investitionen, die dem Klimaschutz dienen, nicht zurückgehen. So soll die Förderung energetischer Modernisierungen ausgeweitet werden, schlägt Pop vor. DieMieten sollen nach ihrer Ansicht außerdem so reguliert werden, „dass Genossenschaften und sozial agierende Vermieter mit niedrigen Bestandsmieten nicht über Gebühr belastet werden“. Kommentar Seite 8 BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER Johnson hält Brexit-Deal für gescheitert Premier: Die EU habe ihre Position geändert Die britische Regierung glaubt offenbar nicht mehr an einen Erfolg der Gespräche über ein EU-Austrittsabkommen. Das berichten mehrere britische Medien übereinstimmend. Grund ist demnach ein Telefonat zwischen dem Premierminister Boris Johnson und Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstagmorgen. In einer Mitteilung hieß es später,die EU habe eine neue Position bezogen. Merkel habe deutlich gemacht, dass ein Abkommen „äußerst unwahrscheinlich“ sei und dass Großbritannien die Staatengemeinschaft nur verlassen könne, wenn Nordirland dauerhaft in der Europäischen Zollunion und dem Binnenmarkt verbleibe. „Wenn das eine neue, etablierte Position ist, dann bedeutet das,dass ein Abkommen prinzipiell unmöglich ist, nicht nur jetzt, sondern immer“, hieß es in der Mitteilung aus London laut SkyNews. Brüssel reagierte verärgert. EU- Ratspräsident Donald Tusk kritisierte Johnson scharf. Es gehe nicht um das Gewinnen eines „dummen Schwarze-Peter-Spiels“, schrieb Tusk auf Twitter. „Sie wollen keinen Deal, Sie wollen keine Fristverlängerung, Siewollen den Austritt nicht widerrufen, quo vadis?“, fragte Tusk in Richtung Johnson. (dpa) Politik Seite 4 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr13-14 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 Audrey LAMY 194050 501603 »Großartig …Das Bild 31041 dieser Frauen wird bleiben« LE MONDE »Selbstvertrauen, Würde,Herz, Humor... Ein wunderbarer Film!« ZDF HEUTE JOURNAL Corinne MASIERO Noémie LVOVSKY DER GLANZ DER UNSICHTBAREN EIN FILM VON LOUIS-JULIEN PETIT Déborah LUKUMUENA CINEMA PARIS *DELPHI LUX HACKESCHE HÖFE *KULTURBRAUEREI FSK *CINEMAXX POTSDAMER PLATZ NEW YORCK *THALIA POTSDAM

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