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Berliner Zeitung 10.03.2018

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der Scha ten. n T Von Win Schumacher ERUN ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK Dzanga- Sangha- Schutzgebiet Bangui DEMOKRATISCHE REPUBLIK WIN SCHUMACHER zent zurückgegangen. Babypausen. Das machtdie Bestände verwundbar.“ . . . Sonnabend/Sonntag, 10./11. März 2018 Nr.59HA-74. Jahrgangwww.berliner-zeitung.de 1.70 € Berlin/Brandenburg -1.90 € Auswärts/D** Bernhard Schlink über Vaterland und Muttersprache – Magazin AM WOCHENENDE ................................................................................................................................................................................................................................................................................................................... N E T F L I X Anzeige Showmaster Obama www.fliesen.de V ON SEBASTIAN MOLL Barack Obama und David Letterman hatten einander viel zu sagen, als sie sich jüngst zu einer Plauderstunde in New York trafen; schließlich stecken die beiden in einer ähnlichen Lebensphase.Als Obama erzählte, wie er damit ringt, seine Kaffeemaschine selbst zu bedienen, nickte Letterman verständnisvoll und erzählte von seinen Abenteuernals gewöhnlicher Kaufhauskunde. Dieeinstigen Superstars tun sich nicht immer leicht im Dasein als Zivilisten, und so drängt es sie dann doch wieder ins Rampenlicht. Dabei haben beide den Weg über jene Plattform gewählt, die sie zum Pensionärs-Talk am City College von Harlem zusammen gebracht hat: den weltgrößten Streamingdienst Netflix. Am Freitag berichtete die New York Times, dass Barack Obama verhandelt mit Netflix über eine Show. Barack Obama mit diesem in fortgeschrittenen Verhandlungen über eine eigene Sendung steht. Wie der gestandene Medien-Veteran Letterman glaubt Obama offenkundig, dass der Produzent von Serien wie „House of Cards“ und „The Crown“ der richtige Partner ist, um als Stimme in der öffentlichen Debatte Amerikas präsent zu bleiben. Konkretes war über das Format der Obama- Show nicht zu erfahren, doch die NewYorkTimes spekulierte,dass es weniger direkten Polit-Talk geben wirdals viel mehr inspirierende Geschichten über Menschen, die das Gemeinwohl voran bringen. „Die Obamas haben schon immer an die Kraft des Storytelling geglaubt“, ließ Obamas Sprecher verlauten. Amerikaner über ihr beliebtestes Massenmedium dafür zu begeistern, sich für das große Ganze zuengagieren, passt gut zu der Strategie, die Obama für sein verbleibendes Berufsleben vorschwebt. Aus den Grabenkämpfen der Tagespolitik hält er sich heraus. Insbesondere offene Kritik an seinem Nachfolger vermeidet er sorgsam, auch wenn es ihm sicher nicht leicht fällt. Stattdessen wählt der einstige Jura-Professor Obama die lange Sicht. In seiner Präsidenten-Bibliothek in Chicago soll die nächste Generation politischer Anführer Möglichkeiten für ziviles Engagement finden. Tagespolitisch setzt sich seine Organisation Organizing for America gegen die Neubegrenzung vonWahlbezirken zur politischen Vorteilnahme ein. Dabei bleibt der Ex-Präsident betont unparteiisch. Viele seiner Anhänger wünschen sich freilich, dass er sich stärker einmischt. Doch diesen Gefallen wirderihnen wohl auch auf Netflix nicht tun. Man wird sich wohl mit Erbauungsfernsehen begnügen müssen. Reichlich Quote wird der mit jedem Trump-Monat beliebter werdende Ex wohl dennoch bescheren. Leserbriefe 17 . ............................................................................................................... . Sudoku, Rätsel am Wochenende 31, B14 ................................................................................................................. Kleinanzeigen, Veranstaltungen 14, 16 ................................................................................................................. Traueranzeigen 20 ................................................................................................................. Berliner Verlag GmbH, 10171Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr 10-16 Uhr), Fax–499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030) 23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27 -50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de ................................................................................................................. 4 Postvertriebsstück A6517 /Entgelt bezahlt 194050 501702 61010 Berlin überwacht Weniger Kameras, keine geheimen Aufnahmen und keine Richtmikrofone – die Initiative für mehr Vidoeüberwachung überarbeitet ihren Gesetzentwurf. Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit bleiben. V ON FREDERIK BOMBOSCH Die Unterschriftensammlung ist gerade erst beendet, die rechtliche Prüfung durch die Innenverwaltung hat noch nicht einmal richtig begonnen, da legen die Initiatoren des Volksbegehrens für mehr Videoüberwachung bereits eine Überarbeitung ihres Gesetzentwurfs vor. „Unsere Ziele sind die gleichen geblieben“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete und frühere Justizsenator Thomas Heilmann am Freitag. Allerdings habe man den Entwurf aneinigen Stellen verdeutlicht. DenExperten der Innenverwaltung sollte für die Prüfung ein möglichst aktueller Stand des Gesetzentwurfs vorliegen. Weitere Änderungen zu einem späteren Zeitpunkt schloss Heilmann nicht aus. Nurnoch 1000 Kameras Am wichtigsten war Heilmann die Änderung einer Fußnote zum Gesetzentwurf. Hier steht nun: „Versteckte Kameras sind nicht zulässig.“ Kritiker, unter anderem der von der Linksfraktion beauftragte Polizeirechtler Fredrik Roggan, hatten bemängelt, dass das „Bürgerbündnis für mehr Videoaufklärung und Datenschutz“ auch verdeckte Videoüberwachung einsetzen wollte. Roggan sah darin einen schweren Grundrechtseingriff. Auch die meisten anderen Änderungen finden sich in den Fußnoten des Entwurfs, die übrigens deutlich länger sind als das Gesetz selbst. So wurde eingefügt, dass im Rahmen der Überwachungsmaßnahmen keine Richtmikrofone eingesetzt werden dürfen. DasBündnis möchte an öffentlichen Plätzen nämlich nicht nur Bilder aufzeichnen, sondern auch Geräusche, damit beispielsweise Hilferufe identifiziert werden können. Weitere Änderungen beziehen sich auf die Wahrung des Datenschutzes in öffentlichen Gebäuden und auf die Zahl der Kameras, die zusätzlich installiert werden sollen.„Wir haben technisch dazugelernt“, sagte Heilmann. Nunmehr sei das Bündnis überzeugt, dass rund 1000 zusätzliche Kameras ausreichen dürften, bisher war von der doppelten Zahl die Rede. Heilmann und sein Mitstreiter, der frühere Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky, präsentierten auch die Auswertung einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey. Demnach sprachen sich knapp 65 Prozent der 1597 Berliner Teilnehmer für eine Ausweitung der Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen aus. Selbst unter Anhängern der Linken, die mehr Kameras vehement ablehnt, gab es eine Zustimmung von44Prozent. Zuletzt hatte die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk vehemente Kritik am Gesetzentwurf der Initiative geübt. Siebemängelte unter anderem ineiner neunseitigen Stellungnahme, dass die Definition „Kein Polizeibeamter kann eine Kamera ersetzen. Wie viel tausend Polizisten will die Linke denn einstellen?“ Heinz Buschkowsky, SPD, früherer Bürgermeister von Neukölln der Orte, andenen Kameras installiertwerden sollen, nicht klar genug gefasst sei.„Die Formulierung lässt eine Videoüberwachung faktisch an jedem Ort zu, soweit abstrakt Straftaten drohen“, schrieb sie.Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit sei damit nicht gewahrt. Außerdem stellte Smoltczyk infrage, ob die Unterschriftensammlung, die im Februar abgeschlossen wurde, gesetzeskonform ablief. In der Kurzfassung des Gesetzentwurfs auf den Unterschriftenlisten habe der Hinweis gefehlt, dass mit dem Gesetz auch Tonaufnahmen im öffentlichen Raum ermöglicht werden sollen –damit sei den Unterstützern eine wesentliche Information vorenthalten worden. Heilmann wies die Kritik zurück. „Der Entwurf für die Kurzfassung stammte vonder Innenverwaltung“, erklärte er. Auch mit ihrer Kritik an der mangelnden Bestimmtheit des Gesetzes läge sie falsch. Nach Smoltczyks Argumentation sei ansonsten auch die Videoüberwachung in den Fahrzeugen der BVG unverhältnismäßig. Der SPD-Politiker Buschkowsky betonte, der Gesetzentwurf greife mehrere Elemente aus den Polizeigesetzen anderer Bundesländer auf.„Wir beenden eine Sonderstellung Berlins“, sagte er.Unter anderem in Hamburgseien längst Regeln in Kraft, die der Polizei etwa die fast flächendeckende Überwachung der Reeperbahn ermöglichen. Heilmann und Buschkowsky zeigten sich auch zuversichtlich, dass bis zur möglichen Verabschiedung des Gesetzes die Technik bereitsteht, die es einführen soll: „Intelligente“ Kamerasund Mikrofone mit spezieller Softwaresollen der Polizei nämlich nur solche Aufnahmen einblenden, die auf eine Notsituation hindeuten. Ein „automatischer Notruf“ sei das. Bei der Koalition waren die Reaktionen auf die neue Fassung verhalten.„Diese Korrekturenscheinen mir nicht auszureichen, um den Entwurf verfassungsfest zu machen“, sagte der SPD-Abgeordnete Frank Zimmermann. Der Senat müsse prüfen, ob er den Text des Volksbegehrens dem Verfassungsgericht vorlege. Leitartikel Seite 10 IMAGO/BILDGEHEGE 1. FUSSBALL-BUNDESLIGA 1. FSV Mainz 05 –FCSchalke04 0:1 SportSeite 21 NAC H R I C H T E N Neue Familienkabinen auf der „Aida Prima“ und „Aida Perla“ AidaCruises bietet aufden zwei neuesten Schiffen „Aida Prima“ und„Aida Perla“ künftig Familienkabinen für fünf Personen an. Jeweils 26 sogena nte Verandakabinen Deluxewerde es aufjedem Schiff geben, teilt die R ederei mit.Die Größe der Kabinen beträgt 34 Quadratmeter plus 6Quadratmeter Loungebereich und 6Quadratmeter Veranda.Die fünf Pa sagierefinden Platz in Do pelbe t,Do pelschlafsofa und Pu lman-Be t. Aufder „Aida Perla“gibt es das Angebot ab 24. März, auf der „Aida Prima“ ab 5. Mai2018. (dpa) Einschränkungen am Flughafen Duba im Frühjahr 2019 AmFlughafen Dubai mü sen Reisende im Frühjahr 2019 für einige Wochen mit Engpä sen rechnen. Vom16. April bis 30.Mai wirdeineStart- und Landebahn erneuert, teilt der Betreiber Dubai Airports mit.Die betroffenen Flu gese lschaften wurden dazu aufgefordert, ihreKapazitäten zu reduzieren unddiesezum Beispielüber den Flughafen DubaiWorld-Central umzuleiten. (dpa) Neue Ryanair-Strecken nach Italien im Winter Ryanair hat mehrereneueFlugverbindungen von Deutschland nach Italien fürden Winter2018/19 angekündigt.Sogeht es da n zweimal wöchentlich vonKöln nach Palermoauf Sizilien. VonMemmingen aus e reichen Flugreisende ebenfa ls zweimal pro Woche Brindisiander Adria.Undmit der gleichen Frequenz hebt eineMaschine von Baden-Baden in Richtung Cagliari auf Sardinien ab. (dpa) Einfuhr geschützter Tiere und Pflanzen: Bußgeld möglich Wer Produkte aus geschützten Tier-und Pflanzenarten –oder gar ein lebendes Exemplar –aus dem Urlaub mitbringt, mu s mit einem Bußgeld rechnen.Das Bundesamt für Naturschutz ka n sogar ein Strafverfahren einleiten. Darauf macht das Hauptzo lamt Berlin aufmerksam. Der Zo l rät Reisenden,sich unter www.artenschutz-online.de und www.zo l.de über die geschützten Arten im jeweiligen Urlaubsland zu informieren. Oft werden solche Mitbringsel nicht aus krimine ler Absicht, sondern aus Unwi senheit mit nach Hause genommen, da sie vor Ort oft vö lig selbstverständlich verkauft werden. (dpa) K O N T A K T BerlinerZeitung E-Mail:berlin.service@dumont.de NICHT Berliner Zeitung · Nummer 5 9 · 10./11. März 2018 – Seite B 1 Wochenende Reise Karriere Mobile Welten Wandern inder Walachei: In die entlegenen Gebiete Rumäniens veri ren sich weniger Touristen Seite B2 A lein unter Tausenden: Eine Kreuzfahrt mit vielen Fragen und ein Selbstversuch Seite B3 ns Herz der Finsternis dringt kein Son- Auf ausgetretenen Elefan- Inenstrahl. tenpfadenbahnt sich Andrea Turkaloihren Weg durch den Dschungel. Durch das Halbdunkelüber demWaldboden taumeln feuerfarbene Schme terlinge, immer auf der Suche nach einem winzigen Flecken Licht. Hier im Zentrum des zentralafrikanischen Regenwalds giert a les Leben nach der Sonne. Das ausladende Blä terdach der Baumriesenüberdem Urwalddickicht verbannt die Bewohner der unteren Stockwerke des Waldes in einewigesReich Plötzlich aber dringt Licht ins Dunkel. Der Wald öffnet sich zu einer Lichtung. Turkalo e reicht eine haushohe Holzte ra se. Die Au sicht, die sich ihr von oben bietet, lä st jedem Naturfreun den Atem stocken: Vor den scharlachfarbenen Blä terdächern der Lophira-Bäume auf der anderen Seite der Lichtung haben sich mehr als vierzig Elefanten versammelt, daneben Rotbüffel und Riesenwaldschweine, Ibi se und schi lernde Bienenfre ser. Nirgendwo sonst la sen sich die scheuenWaldbewohner des äquatorialen Regenwalds auf einen Blick in solch eindrucksvo ler Artenvielfalt und Zahl beobachten wie von der Au sichtspla tform der berühmten Dzanga Bai. Alte Bu len mit mächtigen Stoßzähnen „Es ist ein Wunder“, sagt Andrea Turkalo. Unter den Augen der amerikanischen Forscherin graben mehrere Elefantenherden mit ihren Rü seln im Schlick einer Saline nach wertvo len Mineralien. Gemeinsam mit dem angrenzenden Lobéké-Nationalpark in Kamerun und Nouabele-Ndoki in der Republik Kongo bildet das Dzanga Sangha-Schutzgebiet in der Zentralafrikanischen Republik das grenzüberschreitende Unesco-Welterbe SanghaTrinational. Waldelefanten leben in weiten Teilen des tropischen Afrikas von Gabun bis Uganda. Doch nirgendwo sonst ka nman sie wie hier Tag und Nacht beobachten. Andrea Turkalo zeichnet winzige Skizzen von Elefantenköpfeninihr Notitzbuch. Für die 65-Jährige ist die Dzanga Bai ihr Zuhause. Als die Biologin 1980 mit ihrem damaligen Mann, einem Gori laforscher, zum ersten Mal indie Zentralafrikanische Republik reiste, war sie von DzangaSangha fasziniert. Sie kehrte zehn Jahre später zurück und begann ihre Forschungsarbeit über die Waldelefanten. „Ich ha t einfach Glück“, sagt sie.„Niemand ha te die Tiere zuvor wirklich studiert.“ Sie schlug in der Nähe der Lichtung ihr Lagerauf und begann akribische Aufzeichnungenüber die Elefanten. InkurzerZeit konnte sie die einzelnen Tiere an ihren Schädelformen und Einrissen in den Ohren unterscheiden. „Ich bin ein sehr visue ler Mensch“, sagt Turkalo. „Für mich sind Elefanten wie Menschen. Ich erke ne sie anhand ihrer Gesichter.“ Sie und lernte, die kompleturen und Lebensweisen ndrea Turkalo fast 4 0 tifiziert. Etwa 15 0 besuen Abständen die Lichmilien ke nt sie bereits Studieren und da n? Viele Studenten wi se nicht, in welchen Beruf es sie später einmal verschlagen kö nte. So gelingt die Entscheidung Seite B4 Bi nenschi fer sind auf den Wa serstraßen in Deutschland unterwegs –und kein Arbeitsta gleicht dem anderen Seite B5 Hin und zurück: Zum Beispiel mit Bru sels Airlines (www.bru selsairlines.com) über REISEN NACH ZENTRALAFRIKA Brü sel oder Ethiopian Airlines (www.ethiopianairlines.com) über A dis Abeba nach Yaoundé in Kamerun. Weiter in zwei Tageseta pen in den Lobéké-Nationalpark. Unterkunft: Doli-Lodge: www.dzanga-sangha. org/de/content/doli-lodge Sangha Lodge: www.sanghalodge com Bedrohtes Paradies im Tropenwald Der Frühling startet und damit die Fah rad-Saison Seite B8 Ein Familienauto mit viel Schnickschnack und Chichi: Der Skoda Karoq im Test Seite B12 Nirgendwo lassen sich die Waldelefanten besser beobachten als auf einer Lichtung imzentralafrikanischen Dzanga-Sangha-Schutzgebiet. Aber wie lange noch? Wilderei und Holzwirtschaft gefährden selbst das Schutzgebiet. schlechtsreif werden und da n auch längere Babypauseneinlegen als ihre Verwandten in der Sava ne. Das macht die Bestände noch verwundbarer al si es ohnehin schon wegen der zunehmenden Elfenbein-Wildere in Zentralafrika sind. „Erst vor zwei Tagen wurd ein Elefant nur zwei Kilometer von hier getötet“, sagt Turkalo. In den vergangenen Monaten wurden dutzende Elefanten im Gebiet Opfer der Wilderei. Die wahren Zahlen kennt niemand. Es gibt kaum einen Ort, wo es gut für sie au sieht.Innerhalb einesJahrzehnt sin die Gesamtbestände von Afrikas Waldelefanten nach jüngsten Forschungsergebni sen um mehr als 60 Pro- Ausverkauf der Natur „Die Tiere reagieren sehr sensibel auf die wachsende Präsenz des Menschen und weichen in ruhigere Orte aus“, sagt Turkalo. „AberselbstimReservat wird Holz gefä lt. Es ist ein riesiges Problem.“ Vor a lem chinesische Unternehmen haben längst ein Augeauf die wertvo len Tropenhölzer der Region geworfen. Zwar geben die Regierungen im äquatorialen Afrika gerne vor, ihre Wälder langfristig schützen zu wo len, die Realität sieht aber oft anders aus. „Eine nac haltige Holzwirtschaft existiert nur auf dem Papier“, sagt Turkalo.InWahrheit pa sieregerade ein Ausverkauf derWälder an asiatische Firmen. Die Regierungen seienmitverantwortlich für den Rau bau an der Natur. „Ich bin ein Pe simist, einfach weil ich Realist bin“, sagt der Leiter des WWF-Büros in Dzanga Sangha. Der Spanier arbeiteteseit 1980 in verschiedenen Nationalparks im zentralen Afrika. Erhat an vielen Orten die zunehmende Abholzung und Wilderei erlebt. Im Garamba-Nationalpark inder Demokratischen Republik Kongo wurden zwischen 2 08 und 2013 17 seiner Mitarbeiter von Wildererbanden getötet. „Es war mehr ein Arm einsatz als Naturschutz“, eri nert er sich, „aber sie waren mehr als wir.“ Und Dzanga Sangha? „Wir mü sen auch hier vorbereitet sein.“ Seit mehrals 20 Jahren engagiert sich der WWF im Park –hauptsächlich finanziert mit Steuermi teln durch Gelder der deutschen Wochenende Entwicklungszusammenarbeit. Mit Unterstützung der KfW und der Stiftung Tri-National de la Sangha bildet er Wildh fördert di Reise Anschauen –Auf der Elefanten-Lichtung in Zentralafrika Karriere Umsehen –Wie man nach dem Studium den richtigen Jobfindet Mobile Welten Gesehen werden –Fahrradwege sind die neuen Laufstege Immobilienwelten Entdecken –Wohnen in Charlottenburg-Wilmersdorfist in VERPASSEN ❖ SPD-MANNSCHAFT DieSPD hat die letzten offenen Kabinettsposten besetzt –und dabei kleinereÜberraschungen geboten. Unter anderem wirddie bisherige FamilienministerinKatarina Barley Justizministerin. Tagesthema Seite 2 TRUMP TRIFFT KIM DieUSA und Nordkorea wollen bei einem Gipfeltreffen über eine Lösung des Atomkonflikts sprechen. DasTreffen zwischen Donald Trump und KimJong Un soll „bis Mai“ stattfinden. PolitikSeite 4, Kommentar Seite 10 PROTEST AUF DER ITB Am Messestand Israels auf der ITB haben drei Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma „Freiheit für Palästina“ skandiert. DiePolizei griff ein. Berlin Seite 11 WETTER BERLIN: Leider reichlich Wolken und Regen. Höchsttemperatur 10 Grad. Am Sonntag 16. Seite 2 „Waldelefanten werden spät erwachsen und machenlange Die schönsten Stunden erleben Sie an einem Ort, an dem alles stimmt. Mit Formen, die einfach und klar sind. Ralph Bosshammer GmbH Karl-Marx-Allee 77 –79. 10243 Berlin. Tel. 030 42201520. www.dk-bulthaup.berlin

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