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Berliner Zeitung 11.04.2019

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Der Unvergleichliche: Dirk Nowitzkis bewegender Abschied – Seite 3 Heute mit Kulturkalender 1°/7° Wolkig Wetter Seite 2 In Uniform: Die Bundeswehr an Berliner Schulen Berlin Seite 9 www.berliner-zeitung.de Geblitzt: Das erste Foto eines schwarzen Lochs Wissenschaft Seite 17 Donnerstag,11. April 2019 Nr.85HA-75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Exklusiv: New Yorker Streit um Berliner Immobilien Berlin Seite 12 SPD Die alte Tante und die Bloggerin VonChristine Dankbar Essieht ganz so aus, als habe sich für die SPD eine Personalie schon auf Anhieb gelohnt. Die Genossen haben ab Montag eine neue Social-Media-Chefin im Willy- Brandt-Haus. Weil es sich dabei um Carline Mohr handelt, ging es gestern erst mal ab auf Twitter und in den Mediendiensten. Tenor:Die alte Tante SPD will es noch mal wissen. Denn die 33- Jährige ist das, was man einen Digital Native nennt: Sie leitete bereits bei Bild den Bereich Social Media und war bis Ende Carline Mohr 2017 etwa anderthalb arbeitet ab Montag Jahre für die SPD. für Audience Development bei Spiegel Online zuständig. Vorallem aber ist sie als Expertin in Sachen Internet unterwegs und in den Medien sehr präsent, gelegentliches Anecken nicht ausgeschlossen. Siehat einen Roman geschrieben, den es auch auf Papier gibt, äußert sich auf Twitter zu allen möglichen Themen, gerne auch über durchzechte Nächte. Sie mag Ohrringe in der Form von Früchten, aber keine Emojis. Und sie betreibt einen Blog, die Mohrenpost. „Seit etwa zwei Jahren rede ich mehr über Politik als je zuvor“, schreibt sie, und dass man um die liberale Demokratie kämpfen müsse. Das könnte die Motivation sein, den Arbeitgeber zu wechseln. Seit 2017 hatte Mohr den Bereich Plattform Strategie einer Marketing- Agentur geleitet, die vom früheren Stern-Chefredakteur DominikWichmann gegründet worden war. Bei der SPD freut man sich sehr auf den Neuzugang, hieß es aus dem Willy-Brandt-Haus. Allerdings versäumte man es dortauch nicht, darauf hinzuweisen, dass man Carline Mohr keineswegs rekrutierthabe.Sie habe sich vielmehr auf die ausgeschriebene,freigewordene Stelle beworben und sei genommen worden. Auf Spiegel Online hatte man am Morgen lesen können, dass die SPD selbst erkannt habe,dass man im Social-Media-Bereich bisher unter seinen Möglichkeiten geblieben sei, so als sei Mohr angeheuertworden, um den Laden auf Vordermann zu bringen. Das kam im Willy-Brandt-Haus nicht ganz so gut an. In den Umfragen gibt es für die SPD aber ganz klar noch Luft nach oben. Da ist jede recht, die hilft. Protest am Alexanderplatz: Am Sonnabend demonstrierten Zehntausende Mieter in Berlin gegen steigende Wohnkosten. VonUlrich Paul Der Vorstandsvorsitzende der Deutsche Wohnen Michael Zahn hat bei der ersten gemeinsamen Diskussion mit der Initiative Deutsche Wohnen &Coenteignen Kritik an der Geschäftspolitik seines Unternehmens zurückgewiesen und die Initiativezugleich hartangegriffen.„Wir lassen uns nicht enteignen, und wir werden auch nicht enteignet“, sagte Zahn am Mittwochabend bei einer Podiumsdiskussion am Potsdamer Platz, zu der die Immobilienwirtschaft eingeladen hatte. „Wir sind hier nicht in einer Bananenrepublik“, sagte Zahn zum Sprecher der Initiative Deutsche Wohnen &Coenteignen, Rouzbeh Taheri, der mit auf dem Podium saß. Wenn ein Unternehmen sich an Recht und Regeln halte, dann sei es als Marktteilnehmer auch geschützt. „Wir haben keinen Dieselskandal, und wir haben auch nicht betrogen.“ Zahn warf Taheri vor, Angst zu schüren. Er führe eine Kampagne, „die sehr populistisch, polemisch, stark vereinfachend, fehlerhaft“ sei. „Das, was sie hier zeigen, das ist das hässliche Berlin, das ist das laute Berlin. Unddas ist das unseriöse Berlin. Unddas ist das Berlin, das meines Erachtens keine Der Enteignungsgipfel Zum ersten Mal treffen der Chef der Deutsche Wohnen und der Sprecher der Initiative Deutsche Wohnen &Coenteignen aufeinander. Die Miet-Aktivisten haben jetzt schon die 20 000 Unterschriften gesammelt, die für die erste Stufe des Volksbegehrens nötig sind Zukunft hat“, sagte Zahn. Die Initiative Deutsche Wohnen &Coenteignen will die Häuser privater Immobilienunternehmen mit mehr als 3000 Wohnungen per Volksbegehren vergesellschaften –gegen eine Entschädigung.Die für die erste Phase benötigten 20 000 Unterschriften sind laut Michael Zahn, Vorstandschef der Deutsche Wohnen SABINE GUDATH (2) Initiative bereits gesammelt. Rouzbeh Taheri ging Zahn ebenfalls hart an. „Die Deutsche Wohnen ist kein Wohnungsbaukonzern, sondern ein Spekulationskonzern“, sagte Taheri. „Sie kaufen Wohnungen, um die Preise in die Höhe zu treiben“, fügte er hinzu. Hier müsse ein Stoppsignal gesetzt werden, denn: „Wohnungen sind keine Schweinehälften, mit denen man handeln kann.“ Rouzbeh Taheri, Sprecher der Initiative Deutsche Wohnen &Coenteignen Auf den Einwand, eine Enteignung bringe keine neue Wohnung, antwortete Taheri: Eine halbe Million Menschen könne dann aber „nachts besser schlafen, weil sie keine Mieterhöhungen mehr befürchten“ müssten. DieMieterbewegung in Berlin sei zäh. „Wir lassen nicht los.“ Wenn Investoren in Berlin investieren wollten, dann zu den Bedingungen, die auch die Mieter aufstellten. „Machen Sie noch fünf Jahre weiter, dann wird Enteignung ihre kleinste Sorge sein“, sagte Taheri anZahns Adresse. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jan- Marco Luczak warnte: „Wenn wir über Fragen von Enteignung reden, sägen wir an den Grundfesten unsererfreien undoffenen Gesellschaft.“ GETTY IMAGES/STEFFI LOOS Netanjahu siegt mit Hilfe der Rechten Israels Premier steht vor seiner fünften Amtszeit Nach seinem Erfolg bei der Parlamentswahl in Israel steht der rechtskonservative Regierungschef Benjamin Netanjahu (69) vor seiner fünften Amtszeit. Netanjahus rechtskonservativer Likud habe 35 von120 Mandaten erhalten, genauso viele wie das Oppositionsbündnis Blau- Weiß von Ex-Militärchef Benny Gantz (59), berichteten israelische Medien am Mittwoch nach Auszählung fast aller Stimmen. Allerdings kommt Netanjahus Lager rechter und religiöser Parteien auf eine Mehrheit von 65der 120 Mandate. Daher ist davon auszugehen, dass der 69-Jährige erneut mit der Regierungsbildung beauftragt wird. Netanjahu ist seit 2009 durchgängig im Amt. Er war auch von1996 bis 1999 Ministerpräsident. Er steht aktuell wegen Korruptionsvorwürfen massiv unter Druck. Palästinensische Politiker zeigten sich enttäuscht über das Ergebnis.Es beweise, dass Israel kein Interesse daran habe,die Besatzung der Palästinensergebiete zu beenden, hieß es. DieWahlbeteiligung lag nach Angaben des Zentralen Wahlkomitees mit knapp 68 Prozent etwas niedriger als vor vier Jahren. Das Endergebnis sollte spätestens Freitagmorgen vorliegen. Präsident Reuven Rivlin will kommende Woche Beratungen mit den verschiedenen Fraktionsvorsitzenden aufnehmen. Binnen zwei Wochen muss er entscheiden, wer den Auftrag zur Regierungsbildung erhält. Für den 23. April ist die feierliche Eröffnungssitzung der 21. Knesset geplant. BisEnde Maiwirderwartet, dass die neuen Koalitionspartner ihren Vertrag unterzeichnen. Damit könnte bis Anfang Juni eine neue Regierung ihreArbeit aufnehmen. PolitikSeite 4, Leitartikel Seite 8 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt Unterstützung erhielt die Deutsche Wohnen vom Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU). Die BBU-Chefin Maren Kern sagte: „Die Enteignung bringt nichts, die Enteignung schafft keine einzigeWohnung neu, und die Enteignung wird Berlin in eine finanzielle Schieflage bringen.“ Der SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Mindrup appellierte indes an den Deutsche- Wohnen-Chef Zahn: „Bewegen Sie sich“, „wir müssen die Stadt zusammenhalten“. Menschen aller Einkommen müssten hier leben können. Die Deutsche Wohnen hat unterdessen vor dem Landgericht erfolgreich eine Mieterhöhung gegen Mieter in der Zehlendorfer Waldsiedlung durchgesetzt. Wie amMittwoch bekannt wurde,hat das Landgericht mit Urteil vom 1.März einer Mieterhöhung des Konzerns in voller Höhe stattgegeben, ohne den Mietspiegel anzuwenden. Die ortsübliche Vergleichsmiete wurde durch ein Gutachten ermittelt. DerAlternativeMieter- und Verbraucherschutzbund bezeichnete dies als „Katastrophe für Berlins Mieter“. Die Vorgehensweise führe zu einer Rechtsunsicherheit. Werde eine Mieterhöhung nicht mit dem Mietspiegel begründet, könnten Mieter die Erhöhung nicht überprüfen. Tagesthema Seite 2 4 194050 501603 41015 NOCH BIS DIESEN SAMSTAG 20%NUR RABATT AUF FAST ALLES 1 0% FINANZIERUNG 2 1) Ausgenommen sind bereits reduzierte Angebote,die Möbel Hübner PREMIUM-Kollektion, die MarkenMusterring, Schöner Wohnen und Stressless ® sowie Gardinen. Nicht kombinierbar mit anderen Aktions- und Einkaufsvorteilen, gilt nur für Neukäufebis13.04.2019. 2) Finanzierung durch dieTARGO-BANK AG &Co. KGaA,Kasernenstr.10, 40213 Düsseldorf. 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