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Berliner Zeitung 11.05.2018

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Kudamm-Bühnen und die Empörung des Rolf Hochhuth – Berlin Seite 10 Der Spion, der aus dem Netz kommt Seite26 14°/20° Wolken und Schauer Wetter,Seite 28 Fachkräfte fehlen in Berlin: Wasdie Firmen tun sollten Made in Berlin Seite 6 www.berliner-zeitung.de Geschafft: Die BR Volleys sind Deutscher Meister Sport Seite 20 Freitag,11. Mai 2018 Nr.108 HA -74. Jahrgang Auswärts/D*: 1.60 €–Berlin/Brandenburg: 1.50 € Urteil: Kopftuchverbot für Grundschullehrerin Kommentar Seite 8, Berlin Seite 13 Unaufgeregt und charmant VonElmar Kraushaar Wer sich darauf einlässt, muss weinen. Die Stimme von Michael Schulte steckt voller Gefühl, von tiefer Verzweiflung bis zu aller Traurigkeit der Welt. Der 28-Jährige vertritt an diesem Sonnabend Deutschland beim Eurovision Song Contest (ESC), diesmal übertragen aus Lissabon. Mit einer Ballade, die an seinen zu früh verstorbenen Vater erinnert, soll Schulte, der selbst kürzlich Michael Schulte singt für Deutschland in Lissabon. ESC Vater geworden ist, Deutschland aus der Pleite- Serieder vergangenen Jahre führen. Traurig ist der in Dollerup bei Flensburg aufgewachsene Schulte schon in seinen frühesten Musikvideos, die er im Jugendzimmer aufnimmt und beiYoutube hoch lädt. Das sind eigene Versionen von Hits angesagter Weltstars,das gefällt, und die Menschen schließen den jungen Träumer, der seine rote Locken unter einer Wollmütze versteckt, ins Herz. Seine Youtube- Songs werden mehr als 50 Millionen Mal geklickt. 2011 entdeckt der irische Musiker Rea Garvey den spröden Norddeutschen, tritt mit ihm bei der Kieler Woche auf und nimmt ihn ein Jahr später mit auf Tour. Zwischendrin absolviert Schulte noch das Casting-Format „Voice of Germany“, er belegt den dritten Platz. Der talentierte Sänger schreibt derweil seine Lieder längst selbst, hat schon einige Alben und EPs veröffentlicht und zeigt selbstbewusst seine voluminöse Haarpracht. Als man ihm rät, seine Songs doch auf Deutsch zu produzieren, lehnt er ab: „Ich fühle es einfach nicht.“ Jetzt ist er also beim großen ESC- Zirkus dabei. Dasist nicht seineWelt, doch schlägt er sich bislang hervorragend. Unaufgeregt und charmant meisterterProben und Pressekonferenzen in Lissabon, im Vordergrund immer wieder seine Musikalität. Dennoch stehen seine Chancen für das Finale nicht wirklich gut. Fans und Experten sagen ihm voraus, dass er den letzten Platz, quasi Pflicht für dieVertreter Deutschlands in den letzten Jahren, wohl meiden wird. Doch kann ihm ein Achtungserfolg nur dann gelingen, wenn sich das europaweite TV-Publikum auf ihn einlässt, auf ihn und seine Traurigkeit. Raketenspuren am Nachthimmel über Damaskus. Das Foto verbreitete der offizielle Dienst Syrian Central MilitaryMedia. VonMelanie Reinsch Nur wenige Stunden nach dem Ausstieg der USA aus dem Iran-Abkommen hat sich die Lage im Nahen Osten dramatisch zugespitzt. Der Konflikt zwischen Israel und dem Iran war in der Nacht zu Donnerstag gefährlich eskaliert. Iranische Streitkräfte griffen nach israelischen Angaben erstmals von Syrien aus israelische Militärposten auf den Golanhöhen mit Raketen an. Israels Luftwaffe attackierte daraufhin in der Nacht Dutzende iranische Militärziele in Syrien. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sind bei den israelischen Luftangriffen in Syrien mindestens 23 Menschen getötet worden. Nach Angaben von Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman wurde mit den Luftangriffen die iranische Infrastruktur in Syrien schwer getroffen. Iran ist neben Russland der wichtigste Verbündete des Machthabers Baschar al-Assad. Auf seiner Seite kämpfen Milizen, die vom Iran finanziertund ausgerüstet werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron riefen zur Deeskalation auf. „Die Eskalationen der Merkel: Es geht um Krieg und Frieden Der Konflikt zwischen Israel und Iran eskaliert nach dem Ende des Nuklearabkommens mit Teheran durch die USA. Die Bundeskanzlerin appelliert an die Europäer,ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. vergangenen Stunden zeigen uns, dass es wahrlich um Krieg und Frieden geht“, sagte Merkel am Donnerstag bei der Zeremonie zurVerleihung des internationalen Karlspreises an den französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Aachen. „Es ist nicht so, dass die Vereinigten Staaten von Amerika uns einfach schützen werden“, sagte Merkel weiter. Europa müsse „sein Schicksal selbst in die Hand nehmen“. DieEuropäer müssten Frieden und Stabilität im Nahen Osten schaffen, sagte Macron in Aachen. Das Auswärtige Amt verurteilte die iranischen Angriffe auf die israelischen Armeeposten. „Diese Angriffe sind eine schwereProvokation, die wir auf das Schärfste verurteilen. Israel hat, das haben wir immer betont, ein Recht auf Selbstverteidigung“, sagte eine Sprecherin. „Unsere Aufgabe ist es, Frieden und Stabilität im Nahen Osten zu schaffen.“ Emmanuel Macron, Frankreichs Staatspräsident, in seiner Karlspreis-Rede Außenminister Heiko Maas ist am Donnerstag zu seinem Antrittsbesuch nach Moskau gereist. Er und sein Kollege Sergej Lawrow betonten, dass sie sich gemeinsam dafür einsetzten, dass das Iran-Abkommen weiter bestehe. Russland halte trotz des Ausstiegs der USA an der Vereinbarung fest, sagte Lawrow. Nach Angaben Moskaus will der Iran seiner Verpflichtung weiter nachkommen. Die Linke forderte als Reaktion auf die Raketenangriffe einen sofortigen Stopp der Rüstungsexporte in den Nahen Osten. „Die Eskalation in Syrien ist bereits eine verheerende Folge von Trumps Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran. Wenn die Bundeskanzlerin jetzt will, dass die Waffen schweigen, muss sie aufhören, immer weiter Waffen in Krisengebiete wie den Nahen Osten zu liefern“, sagte die stellvertretende SCMM VIA AP Fraktionsvorsitzende der Linken, Sevim Dagdelen, am Donnerstag der Berliner Zeitung. Deraußenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt, hat indes wenig Hoffnung, „Lösungen am Verhandlungstisch“ zu finden. Das zeige die jüngste Eskalation. „Zwar hat das Nuklearabkommen selbst alleine noch keinen Frieden gebracht, doch es war ein Beispiel dafür,dass Diplomatie Erfolge zeitigen kann“, sagte er der Berliner Zeitung. Israel könne zudem nicht darauf vertrauen, dass der syrische Diktator Assad die iranischen Kämpfer in Syrien in Schach halte.„Deshalb ist israelische Gegenwehr gegen Angriffe von syrischem Boden aus legitim“, betonte Hardt. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich, zuletzt Chef der deutsch-iranischen Parlamentariergruppe, sagte, dass Trumps Entscheidung eine „neue Qualität in den transatlantischen Beziehungen“ sei. Trump sei sich der Tragweite überhaupt nicht bewusst. Am Montag wollen sich die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens mit Vertretern des Iran treffen, um über die Zukunft des Atomabkommens zu sprechen. (mit dpa, AFP/mdc.) Seiten 2und 3, Leitartikel Seite 8 Polizeikameras bisher ohne großen Nutzen Nur selten werden Straftaten gefilmt VonFrederik Bombosch Seit Dezember vergangenen Jahrestestet die Berliner Polizei mobile Videokameras. Doch die hochmodernen Geräte, die auf zwei Anhängern montiert sind, waren bislang kaum in Betrieb. Kriminalität zeichneten sie fast gar keine auf. Laut einer Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine noch nicht veröffentlichte Anfrage der Links-Fraktion, die der Berliner Zeitung vorliegt, waren die Video- Anhänger seit Mitte Dezember 50 Mal ankriminalitätsbelasteten Orten im Einsatz –meistens am Alexanderplatz, an der Warschauer Brücke oder am Kottbusser Tor, einige Male auch am Hermannoder am Leopoldplatz. Die Einsätze dauerten zwischen zwei und sieben Stunden. Allerdings waren die Kameras nur insgesamt 78 Minuten lang im Aufnahmemodus, wenn Straftaten prognostiziert wurden. So ging es am Alexanderplatz vor allem um sexuelle Übergriffe und Körperverletzungen. Am Kottbusser Torund der Warschauer Brücke in Friedrichshain-Kreuzberg ging es um Drogenhandel. Nur ein einziges Mal beobachteten Fahnder durch die Kameras direkt eine Straftat, bei der sie einschritten. Die Dauer vom Aufzeichnungsbeginn bis zum Eintreffen der Polizisten am Tatort betrug 1:47 Minuten. „Wir gehen davon aus, dass der Probelauf noch bis Juni läuft“, sagte Martin Pallgen, Sprecher derSenatsinnenverwaltung, am Donnerstag der Berliner Zeitung. „Wenn eine Fortführung nötig sein sollte, um noch weitereErkenntnisse zu gewinnen, werden wir das mit der Polizei besprechen.“ Berlin Seite9 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501504 51019 www.pankow-feiert.de Pfingsten Bürgerpark Pankow 1 . Jazz im Park 19.-21.Mai 2018

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