Aufrufe
vor 2 Jahren

Berliner Zeitung 11.10.2018

  • Text
  • Kino
  • Berlin
  • Cinestar
  • Berliner
  • Vorstellung
  • Cineplex
  • Abenteuer
  • Kinowelt
  • Unglaublichen
  • Smallfoot
  • Zeitung
  • Berlin.de

Berliner Zeitung

Die Seele stärken: Wieman Depressionen vorbeugen kann – Wissenschaft Seite 17 Heute mit Kulturkalender 12°/23° Sehr sommerlich Wetter Seite 2 Die Bahn: Jeder vierte ICE hat Verspätung Tagesthema Seite 2 www.berliner-zeitung.de Das Problem: So viele Lehrer fehlen bundesweit Politik Seite 4 Donnerstag,11. Oktober 2018 Nr.237 HA -74. Jahrgang Auswärts/D*: 1.60 €–Berlin/Brandenburg: 1.50 € Der Neuanfang: Die DFB-Elf trainiert in Berlin Sport Seite 20 Zu cool für Plapperrunden VonMarcus Weingärtner Benno Fürmann macht sich für die gute Sache stark. #unteilbar Dass die Welt ohne Empathie nicht überleben könne,verkündete Benno Fürmann am Mittwoch etwas pastoral in den Räumen der Bundespressekonferenz. DerSchauspieler und ein Bündnis verschiedener Institutionen, Künstler und Aktivisten warben für die gute Sache: Unter dem Hashtag #unteilbar sollen am Sonnabend 40 000 Menschen in Berlin gegen Rassismus und für eine offene und solidarische Gesellschaft demonstrieren. Fürmann hat sich schon für den Welt-Aids- Tag engagiert, für Organspenden und Menschenrechtsbe- wegungen starkgemacht. Trotzdem ist es selten, dass der „Bubi Scholz“- und „Babylon Berlin“-Darsteller außerhalb seines Berufs in Erscheinung tritt. Der Berliner tingelt nicht durch Talkshows, man erfährt selten etwas über sein Privatleben. Fürmann ist ein kantiger Typ, zu cool für TV-Plapperrunden. Er scheint sich offenbar nichts beweisen zu müssen, seine Karriere hatte bereits große Momente. Vielleicht schon ihre größten. Denn abgesehen von seiner Rolle als Oberst Günther Wendt in TomTykwers Serienerfolg „Babylon Berlin“ hat Fürmann bei der Auswahl seiner Rollen nicht immer ein glückliches Händchen. Er ist toll als Außenseiter und Kämpfer, glänzte als Box-Legende Bubi Scholz und als Bergsteiger Toni Kurz in Philipp Stölzls „Nordwand“. Garherausragend war er in der Rolle des Fahrerflüchtigen in Christian Petzolds Drama „Wolfsburg“. Komplett fehlbesetzt hingegen wirkt Fürmann in ARD-Schmonzetten vom Schlage „Weniger ist mehr“, in der er einen hyperaktiven Manager mimt, der sein Leben ändern will. Dabei hat sich Fürmann, geboren 1972, längst aus genau jenem Segment rausgearbeitet. Vergessen sind die Jahre der RTL-Ruhrpott-Serie „Und tschüss!“ in der er sich als schlichter Autoschrauber Günni durch die Folgen witzelte. Benno Fürmann ist im ernsthaften Rollen besser besetzt, das will er auch am Sonnabend zeigen: Laut Veranstalter nehmen der Schauspieler und seine Familie ebenfalls an der Demonstration durch Berlin teil. Berlin Seite 9 Autofahrer in Berlin müssen nicht nur mit Dieselfahrverboten, sondern auch mit weiteren Tempo-30- Bereichen auf Hauptstraßen rechnen. Das hat Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) bekräftigt. „Tempo 30 ist Teil des Maßnahmenpakets, das wir jetzt intensiv prüfen“, sagte sie.Eine solche Beschränkung könne dazu beitragen, auf zahlreichen Straßen Fahrverbote zu verhindern, so Günther. Wo die Belastung durch Stickstoffdioxid nur wenig über dem Grenzwert liege, könnte Tempo 30 Mittel der Wahl sein, um den Schadstoffgehalt der Luft deutlich zu verringern. Das Tempolimit gilt bereits auf rund drei Vierteln des Berliner Straßennetzes. Umzuermitteln, ob dies die Stickstoffdioxidwerte senkt, begann im Aprilinder Leipziger Straße der erste von fünf Tempo-30-Versuchen in Berlin. Im November soll die Kantstraße entschleunigt werden. Dabei soll es nicht bleiben. Seit Monaten prüft die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, auf welchen weiteren Hauptstraßen Tempo 30 sinnvoll wäre. Bislang seien Abschnitte von13Straßen im Gespräch, hieß es.Nach Informationen der Berliner Zeitung zählen dazu die Martin-Luther-Straße und die Kolonnenstraße in Schöneberg, die Frankfurter Allee in Friedrichshain, die Oranienstraße in Kreuzberg sowie die Sonnenallee in Neukölln. Auch Busse werden gebremst DieVerwaltung geht davon aus,dass sich diese Liste noch verändert und länger wird. Denn in seinem Urteil vonDienstag hat dasVerwaltungsgericht dem Senat aufgegeben, für 117 Straßenabschnitte zu prüfen, wie dort die Stickstoffdioxidbelastung unter den Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gedrückt werden könnte.„Wir werden jetzt im Einzelnen schauen, welche Maßnahmen –zum Beispiel Tempo 30 und Verkehrsverstetigung – sinnvoll sind“, sagte Matthias Tang, der Sprecher der Verkehrsverwaltung, am Mittwoch. „Wo die Belastung nur knapp über dem erlaubten Wert liegt, könnte man mit Tempo 30 dafür sorgen, dass Dieselfahrverbote nicht erforderlich werden“, so ein Experte. Entsprechende Daten gibt es nach einer Liste des Senats zum Beispiel für die Grunerstraße in Mitte, die Badstraße in Wedding und die Erkstraße in Neukölln. MitTempo 30 ließen sich zudem weitere Ziele erreichen. So werde der Verkehr leiser, und Kollisionen haben weniger schwere Folgen. Allerdings gibt es auch Kritik. So würde Tempo 30 auch den ökologisch sinnvollen Busverkehr ausbremsen, der ohnehin immer langsamer würde. Waren die Busse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)2016 im Schnitt mit 19,4 Kilometer proStunde unterwegs, waren es im vergangenen Jahr Langsam zu besserer Luft Um Fahrverbote zu verhindern, prüft der Senat nun die Ausweitung von Tempo-30-Zonen VonPeter Neumann Langsam kommt man auch in Berlin ans Ziel. BLZ /MARKUS WÄCHTER 19,2. Ziel müsse es sein, den steigenden Kraftfahrzeugverkehr zu verringern. Zu diesem Ziel trage Tempo 30 nichts oder nur wenig bei, hieß es. Strittig ist auch, in welchem Maße es die Schadstoffbelastung verringernkann. DerSenat geht davon aus, dass Tempo 30 sie im Durchschnitt um fünf Mikrogramm senkt, dasVerwaltungsgericht hält das für plausibel. „Mehr als ein bis zwei Mikrogramm sind nicht erreichbar –und das auch nur, wenn sich alle Kraftfahrer daran halten“, sagte dagegen Axel Friedrich. Der frühere Abteilungsleiter im Umweltbundesamt berät die Umwelthilfe,die gegen das Land Berlin geklagt hatte. Ein früherer Versuch mit Tempo 30 in der Leipziger Straße habe den Wert um bis zu ein Mikrogramm verringert. WeitereKlage erwartet Unterdessen erwartet Peter Kremer, der die Umwelthilfe vordem Verwaltungsgericht vertrat, weiteren Streit – und weitereKlagen. „Die Richter haben bestätigt, dass es nicht auf einen durchschnittlichen Wert ankommt, sonderndass der Grenzwertanjeder Stelle in der Stadt eingehalten werden muss.Jeder Anwohner kann das jetzt vomSenat für sein Haus verlangen“, so der Rechtsanwalt. Dieser Teil der zu erwartende Urteilsbegründung werdeFolgenhaben. DemVerwaltungsgericht liege bereits eine Individualklage vor, sagte Ulrich Marticke, der Vorsitzende Richter des Zehnten Senats. „Es ist aber noch unklar, wie weit der Anwohner von der betreffenden Straße entfernt wohnt.“ Anwalt Kremer erwartet auch deshalb weitere Konflikte,weil Dieselfahrer gesperrte Abschnitte umfahren werden. „Es wird Ausweichverkehr geben“ –der weitereMenschen belasten könnte. Einsolcher Streit ist in Reinickendorf bereits absehbar. Der Kapweg ist eine der acht Straßen, für die das Verwaltungsgericht ein Fahrverbot für Diesel bis Euro 5angeordnet hat. Derzeit nehme das knapp hundert Meter lange Straßenstück einen großen Teil des Verkehrs in seinem Umkreis auf, sagte die CDU-Abgeordnete Emine Demirbüken-Wegner.Er habe es ermöglicht, dass der Kurt- Schumacher-Platz umgebaut wurde. Ein Dieselfahrverbot auf dem Kapwegwerde zu einer „massiven Belastung“ des Platzes führen, warnte die Abgeordnete.Folge wärenRückstaus in der Scharnweber- und der Ollenhauerstraße, wo viele Menschen wohnen.„Inohnehin schon starkbelasteten Quartieren wirdsich die Belastung weiter verschlimmern.“ Wenn es nur auf elf kurzen Abschnitten Fahrverbote gebe, sei das wenig sinnvoll, so der Berliner Grünen-Bundestagsabgeordnete Stefan Gelbhaar. „Dieser Flickenteppich hilft nicht. Die Gesundheit wird erst geschützt, wenn die Kontrolle funktioniert. Die Bundesregierung ist in der Pflicht, endlich die blaue Plakette einzuführen.“ Berlin Seite10 Google sucht Streit Konzern legt Widerspruch gegen Milliarden-Strafe ein Google will die über vier Milliarden Euro schwereWettbewerbsstrafe im Zusammenhang mit dem Smartphone-Betriebssystem Android wie angekündigt vor Gericht kippen. DerInternet-Konzernreichte seinen Einspruch am Dienstag ein, einen Tag vor Ablauf der Widerspruchsfrist. Die EU-Kommission hatte Google MitteJuli nicht nur eine Rekord-Wettbewerbsstrafe von 4,34 Milliarden Euro auferlegt, sondern auch tiefgreifende Änderungen am Android-Geschäftsmodell gefordert. Die Brüsseler Behörde wirft Google den Missbrauch seiner Marktdominanz bei Smartphone-Betriebssystemen vor. Die Kommission stört sich unter anderem daran, dass Hersteller von Android-Smartphones, die Google-Dienste einbinden wollen, immer ein komplettes Paketaus elf Apps des Internet-Konzerns auf die Geräte bringen müssen. So kommen zum Beispiel auch Googles Webbrowser Chrome und die Google-Suche immer auf die Geräte, selbst wenn ein Hersteller zum Beispiel nur die App-Plattform Play Storeinstallieren will. Aus Sicht von der zuständigen EU-Kommissarin Margrethe VestagersichertGoogle damit dieVorherrschaft seiner Suchmaschine auf den Smartphones zum Nachteil des Wettbewerbs. Außerdem kritisiert die Brüsseler Behörde die sogenannte Anti-Fragmentierungs-Vereinbarung, gemäß der Anbieter von Geräten mit Google-Diensten nicht gleichzeitig auch Smartphones mit stark abgewandelten Android-Versionen verkaufen können. Google sieht durch die Forderungen der Kommission die Voraussetzung dafür bedroht, dass Android Geräteherstellernkostenlos angeboten wird. NetzwerkSeite 26 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501504 41041 part of 12.und 13.Okt 10–18Uhr Fotomesse amViktoria-Luise-Platz /Neuheiten /tolle Messeangebote

2019

2018