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Berliner Zeitung 12.02.2019

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1800 Wohnungen: Berlin kauft sich ein Stück des Kosmos-Viertels zurück – Berlin Seite 12 Amazon Crime: Jeff Bezos’ Scheidung Seite 26 1°/6° Wenig Sonne Wetter Seite 2 Berlinale: Kosslicks AfD-Aktion Kommentar Seite 8, Berlin Seite 11 www.berliner-zeitung.de Ist bald Schluss? Die Lage in der großen Koalition Tagesthema Seite 2, Leitartikel Seite 8 Dienstag,12. Februar 2019 Nr.36HA-75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Götz Aly über gefährliche Versprechen der SPD Kolumne Seite 8 Berlinale Der Griff in die Wundertüte Katja Berlin Kolumnistin Das Schöne an der Berlinale ist ja immer auch die Ungewissheit. Meistens wissen wir nämlich vorab viel weniger über die Filme,als wenn wir normalerweise ins Kino gehen. Wir haben noch keinen Trailer gesehen, keine Kolleginnen darüber schwärmen hören, vielleicht haben wir noch nicht einmal Kritiken gelesen. Wie das mit solchen Wundertüten so ist, fällt die Überraschung mal besser, mal schlechter aus. Unter uns: Ja, es laufen auch wirklich schlimme Filme auf der Berlinale. Anstrengende, verkünstelte, langweilige und einfach doofe Filme. Mein erstes Berlinale-Erlebnis hatte ich mit 16 Jahren und es blieb für lange Zeit mein letztes.Irgendwie bin ich an ein Ticket für einen französischen Film in der Urania gekommen. In diesem großen Raum saß ich genau in der Mitte,konnte also nicht vorzeitig rausgehen, ohne dass unangenehm viele Leute für mich hätten aufstehen müssen. Derfranzösische Film war nämlich leider so, wie französische Filme häufig sind: auf Französisch. Aber damit nicht genug, gab es auch diese französischen Kameraeinstellungen, die 20 Minuten lang ohne Schnitt oder Bewegung ein trauriges Gesicht zeigen, das reglos aus dem Fenster starrt. Dann eine Szene mit nackten jungen Mädchen und dann wieder 20 Minuten irgendetwas Tiefsinniges,umdie Szene mit den nackten jungen Mädchen künstlerisch aufzuwerten. Dennoch rate ich jedem, das Risiko eines schlechten Filmgenusses einzugehen.Wenn wir nämlich nicht in die Wundertüte greifen, können wir auch nichts Gutes herausziehen. Unsere normalen Sehgewohnheiten engen unseren Horizont ein und die Berlinale ist wie dafür gemacht, ihn wieder zu erweitern. Kaufen Sie ein paar übrig gebliebene Filmtickets und lassen Sie sich darauf ein. Die Chancen, dabei auf etwas richtig Interessantes zu stoßen, stehen ausgesprochen gut. Noch ein Tipp: Bei französischen Filmen sitze ich seitdem nur noch ganz hinten am Rand. Berliner SPD steht zu Giffey Die Plagiatsvorwürfe gegen die Familienministerin führen zu keiner Personaldebatte –noch nicht VonMelanie Reinsch Nach den Plagiatsvorwürfen gegen Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) stellen sich Berliner SPD-Politiker bislang hinter die ehemalige Neuköllner Bezirksbürgermeisterin. Giffey steht im Verdacht, bei ihrer Dissertation „Europas Wegzum Bürger“ aus dem Jahr 2010 gegen wissenschaftliche Standards verstoßen zu haben. DasInternetforum VroniPlag Wiki überprüft aktuell die Doktorarbeit der Ministerin. Giffey hat daraufhin die Freie Universität (FU) selbst um eine Prüfung gebeten. Sie habe die Arbeit nach „bestem Wissen und Gewissen verfasst“, erklärte Giffey. Laut Vroni- Plag sollen auf 49 von205 Seiten Plagiatsfundstellen dokumentiertsein. Wie schnell ein Doktortitel aberkannt werden kann, musste gerade erst der Berliner CDU-Politiker Frank Steffel feststellen: DieFUentzog ihm den akademischen Grad wegen Plagiaten in seiner Dissertation, die auch durch Recherchen der Berliner Zeitung offengelegt worden waren. Senatssprecherin Claudia Sünder sagte am Montag, dass „die Doktorarbeit der Bundesfamilienministerin BVG streikt am Freitag Busse und Bahnen stehen bis 12 Uhr mittags still. Nur die Berliner S-Bahn fährt. Berlin Seite 9 kein Thema in der Berliner Senatskanzlei“ sei. Aus Kreisen der SPD hieß es, dass das Thema bislang nicht diskutiert werde. Bevor kein Ergebnis vorliege, mache es keinen Sinn, darüber zu spekulieren. Ein Parteimitglied erklärte, dass Giffey bei den Berliner Sozialdemokraten „hohes Ansehen genieße“ und man sie verteidige.Soauch MarcoPreuss, SPD-Fraktionsvorsitzender der Bezirksverordnetenversammlung Neukölln. Er kenne Franziska Giffey schon als EU-Beauftragte im Bezirksamt, bevor sie überhaupt in die Politik eingestiegen sei, schrieb er auf Facebook. Schon da habe er ihre Kompetenz bewundert. „Sie schrieb ihre Doktorarbeit, bevor sie 2010 als Stadträtin in die Politik wechselte, der Doktortitel spielte in ihrer politischen Karriere inNeukölln niemals wirklich eine Rolle.“ Giffey habe es nicht nötig, in ihrer Doktorarbeit unehrlich zu arbeiten. Kevin Hönicke, SPD-Fraktionschef aus Lichtenberg, kommentierte unter dem Beitrag, dass man die Debatte nicht befeuern und „einfach die Prüfung der FU abwarten“ solle. „Der Doktortitel spielte in ihrer politischen Karriere inNeukölln niemals wirklich eine Rolle.“ Marco Preuss, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksverordnetenversammlung Neukölln DerNeuköllner Ex-Bürgermeister Heinz Buschkowsky, der Giffey 2002 als jüngste Europabeauftragte Berlins engagierte und sie 2010 zur Schulstadträtin machte, sagte der Berliner Zeitung, dass Giffeys Doktorarbeit für ihn nie wichtig war. Buschkowsy gilt als Giffey-Förderer – bis sie sein Amt als Bezirksbürgermeisterin in Neukölln übernahm und ihren eigenenWegging. Seitdem ist das Verhältnis zwischen Giffey und Buschkowsky frostig. Er sagte, dass Giffey ihr Doktortitel immer sehr wichtig gewesen sei. „Frau Giffey war immer extrem ehrgeizig und fleißig“, so Buschkowsky, der gern öffentlich die SPD kritisiert. Voreinem Jahr ist Giffey von der Landes- auf die Bundesebene gewechselt: Als Familienministerin wird sie seitdem genau beobachtet –auch von den Berliner Genossen. Für eine Politikkarriere inder linken Berliner SPD gilt sie vielen als zu konservativ. Seit die SPD im Bund wie auf Landesebene –inBerlinliegen die Sozialdemokraten mit 16 Prozent anvierter Stelle der Umfragen –keinenAusweg aus der Misere findet, wird Giffey als Müller-Erbin gehandelt. Denn der SPD fehlt es nicht nur an Profilschärfe in der rot-rot-grünen Koalition, sondern auch an Nachfolgern, auch für den Chefsessel im Roten Rathaus. Giffey sagt auf diese Frage stets, dass sie sich auf ihr Amt als Familienministerin konzentriere. Die Abgeordnetenhauswahl findet 2021 satt. Personaldebatten, heißt es, würden frühestens 2020 beginnen. DasErgebnis der Prüfung vonGiffeys Doktorarbeit könnte für die SPD doch noch eine Rolle spielen. PolitikSeite 4, Kommentar Seite8 IMAGO Bis zu 90 Cent für einen Brief Wirtschaftsministerium bereitet Porto-Erhöhung vor Wer Briefe verschickt, wird sich ab Sommer auf ein höheres Porto einstellen müssen. Das Bundeswirtschaftsministerium will eine Verordnung ändern, auf deren Basis die Post das Briefporto deutlich stärker anheben könnte als bisher. Eine entsprechende Gesetzesänderung sei auf den Weg gebracht worden, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag. Zuvor hatte die Frankfurter Allgemeine Zeitung darüber berichtet. Ein Sprecher der Post begrüßte das Vorhaben der Regierung. Branchenkreisen zufolge könnte das Porto für einen Standardbrief vonaktuell 70 Cent auf 85 bis 90 Cent steigen. Der Ministeriumssprecher sagte aber: „Wir gehen nicht davon aus, dass die Post für den Standardbrief 90 Cent für das Porto erheben wird.“ Der vorerst letzte Preissprung Anfang 2016 lag nur bei acht Cent. Der genaue Wert für das neue Porto ist noch unklar –esgeht nun um einen größeren Preisspielraum für alle regulierten Postprodukte zusammen, also auch für Postkarte oder Auslandsbrief. Nach der Rechtsänderung entscheidet die Bundesnetzagentur über einen neuen Preisrahmen. Danach beantragt die Post unter anderem das Porto für den Standardbrief, was die Netzagentur noch freigeben soll. Vermutlich ab Juli gilt das neue Porto. Damit steigt es später als geplant –bisher sollten die Briefmarken im Aprilteurer werden. Wegen der Digitalisierung sinkt die Briefmenge seit Jahren. Umprofitabel wirtschaften zu können, pocht das ehemalige Staatsunternehmen angesichts seiner relativ konstanten Kosten auf eine satte Erhöhung. Von2015 bis 2017 sank die Zahl der Briefsendungen der Deutschen Post um 0,9 Milliarden auf 18,4 Milliarden. 2014 waren es noch 20,5 Milliarden. (dpa) Wirtschaft Seite6 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 21007 15. &16. BERLIN MESSEN Februar 2019 Dein Marktfür Ausbildung &Jobs, 9–16 Uhr Weiterbildung &Qualifizierung Freier Eintritt Cafe Moskau Karl-Marx-Allee 34 10178 Berlin Attraktive Ausbildungs- undJobangebote Checkder Bewerbungsmappen Kostenlose Bewerbungsbildervom Profi Interessante Arbeitgeber undPräsentationen WeitereInformationen: www.berlinmessen.de SCHIRMHERRSCHAFT Frau Elke Breitenbach Senatorin für Integration,Arbeit undSoziales

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