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Berliner Zeitung 12.05.2018

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Unverbindliche Kaufempfehlung: Hertha vor dem Transfersommer – Sport Seite 26 12°/25° Reichlich Sonne Wetter,Seite 18 AM WOCHENENDE www.berliner-zeitung.de Sonnabend/Sonntag,12./13. Mai 2018 Nr.109 HA -74. Jahrgang Auswärts/D*: 1.90 € Berlin/Brandenburg: 1.70 € Getarnte Geschäfte Im Magazin: Mein Leben in Israel Schriftsteller Etgar KeretimInterview Seiten 2und 3 Außer Kontrolle Doch Frank Schätzing bleibt Optimist Seiten 4und 5 Millionen-Dollar-Frau Modiglianis Schöne untermHammer Seite 10 Anzeige Beim Verkauf des Kudamm-Karrees wurde ein verschachteltes Firmenkonstrukt errichtet –Teil 2der exklusiven Recherche der Berliner Zeitung. Seiten 2und 3 ILLUSTRATION: ANNETTE TIEDGE; DPA (4); GETTY IMAGES (2) [M] www.fliesen.de Flotte Sohle: Wie Berlin wandert Berlin bewegt sich, Seite 22 Gelandet: Das Ufo an der Spree Berlin Seiten 10 und 11 Junge Männer in schwarzenKapuzenpullovern werfen Steine. Polizisten in Schutzwesten laufen nebeneinander eine Straße entlang.Wasserwerfer sind zu sehen, umgeworfene Müllcontainer, brennende Barrikaden, dazu treibende Musik mit der wiederkehrenden Textzeile: „Jagt die Jäger, schwingt die Keule,Gewalt muss sein.“ Ein solcher Film ist derzeit im Internet zu sehen. Er endet mit der Aufforderung, nach Friedrichshain zu kommen, es sei Zeit für Gewalt. Das Mobilisierungsvideo,gepostet auf der linksextremistischen Internetseite Indymedia, wirbt für die Teilnahme an Diskussions- und Chaostagen, die Linksautonome für dieses Wochenende angekündigt haben. Chaos zu stiften Es war eineWeile ruhig um die linken Szenehäuser an der Rigaer und der Liebigstraße in Friedrichshain. Am Montag aber ist vordem Landgericht ein Prozess um die Räumung der Autonomenkneipe Kadterschmiede angesetzt. Dasist der Szene bekannt und Anlass für allerlei Aktivitäten. Es gibt Aufrufe, Chaos in der Stadt zu stiften, zu demonstrieren, zu rebellieren und das verhasste System zu bekämpfen. Wo immer es geht. Steine sind bereits geflogen. Ein Polizeiwagen wurde attackiert. Am Donnerstag hat die Polizei einen kleinen illegalen Flohmarkt auf der Rigaer, Ecke Liebigstraße entfernt. Am Nachmittag wartet die Polizei mit drei Mannschaftswagen vordem Haus, ob sich noch jemand rührt. DieVeranstalter hatten schon in der Einladung gestichelt und die Polizei indirekt zum Eingreifen aufgefordert. Für diesen Sonnabend wurde eine Demonstration angekündigt, die absichtlich nicht bei den Behörden angemeldet wurde. Die Polizei teilt mit, sie sei vorbereitet. Das sind noch keine Straßenschlachten. Von Bildern wie beim G20-Gipfel in Hamburg imvorigen Sommer,als im Internet livezuverfolgen war, wie sich linke Gruppen und die Polizei bekämpften, sind wir weit entfernt. Und doch stellt sich die Frage,wie ernst man das Ganzenehmen sollte und was eine Großstadt wie Berlin aushalten können muss? DasVerfahren um die Linksautonomen-Kneipe in der Rigaer Straße 94 ist nicht irgendein Prozess.Für die linksradikale Szene ist das einst besetzte Haus zu einer europaweit bekannten Hochburg geworden. Für die meistenWohnungen gibt es mittlerweile Mietverträge. Nicht aber für eine Werkstatt im Seitenflügel und die Kadterschmiede, die ein Verein seit Ende 2013 nutzt. Seit zwei Jahren will der neue Eigentümer des Hauses beide räumen lassen. Er ist nicht immer zielführend vorgegangen. Im Juni 2016 hatten Handwerker im Auftrag dieses Eigentümers,der Gesellschaft Lafone Investment Limited mit Sitz in London, unter dem Schutz von300 Polizisten die Besetzung von Kneipe und Werkstatt beendet. Es kam zu Tumulten. Die Räumung wurde später von einem Zivilgericht für illegal erklärt, da weder ein Räumungstitel vorlag, noch ein Gerichtsvollzieher vorOrt war. Seitdem schleppt sich das Verfahren hin. Wohl auch, weil es sich bei dem Eigentümer um eine Briefkastenfirma aus England handelt, die dort nicht einmal einen Briefkasten besitzt, sagt Lukas Theune, Anwalt der Kadterschmiede-Betreiber, der Lauern auf den ersten Schlag Berlin unter Spannung: Vor dem Räumungsprozess gegen eine linksautonome Kneipe haben sich Szene und Staat in Stellung gebracht VonKatrin Bischoff und Julia Haak „Wir sind kämpferisch, was diesen Prozess angeht. Ich denke mal, es wird höflich und gesittet zugehen.“ Lukas Theune, Anwalt der Kadterschmiede-Betreiber, zum erwarteten Chaos beim Gerichtstermin wegen einer Klage auf Räumung. die Klage auf Räumung vor Gericht für unzulässig erklären lassen will. DieBetreiber haben laut Theune mit dem Eigentümer von 2013 ein Nutzungsrecht vereinbart. Der Anwalt glaubt nicht, dass es vor Gericht zum Chaos kommen wird. Besucher müssen alles abgeben, was als Wurfgeschoss oder zum Lärmerzeugen genutzt werden kann: Obst, Farbbeutel, Trillerpfeifen, Eier,Bücher,selbst Haarbürsten. Krawalle, davon geht der Jurist aus, werde es nicht geben. „Ich denke mal, es wird höflich und gesittet zugehen“, ist Theune zuversichtlich. Der Berliner Verfassungsschutz geht bei der Rigaer Straße allerdings von einer gezielten Eskalationsstrategie aus. Imbisher aktuellsten Bericht für das Jahr 2016 widmet die Behörde den 30 bis 40 Bewohnern und Besucherndes Wohnprojekts elf Seiten und führt aus, dass sie zum harten Kern der autonomen Anarcho-Szene zu rechnen seien. Die Rigaer 94 sei Ausgangspunkt von militanten Aktionen und anschließend Rückzugsort. DerVerfassungsschutz geht davon aus, dass Räumungsankündigungen durch die Politik, Demonstrationen und Brandanschläge von der Szene genutzt würden, um Solidarisierungseffekte zu erzielen. Es würden Polizeieinsätze provoziert, um sich anschließend als angegriffenes Opfer zu gerieren. Diese Strategie sei spätestens seit Sommer 2015 erkennbar. Damals kam es nach einer Teilräumung immer wieder zu Brandanschlägen und Rangeleien mit der Polizei. Eine Demonstration wuchs innerhalb kurzer Zeit auf 3500 Teilnehmer an und endete mit Gewaltausbrüchen. Die Tonlage verschärfte sich bis hin zu Aufrufen zur Tötung politischer Gegner. Der Verfassungsschutz schätzt die Lage in der Szene als fragil ein. Auseinandersetzungen um die Rigaer 94, auch vor Gericht, könnten jederzeit zum auslösenden Moment für weitereEskalation werden. Im Hause von Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat man sich jedenfalls auf alle Eventualitäten eingestellt. „Wir sind wachsam, sehen die Situation aktuell allerdings relativ entspannt. Nichtsdestotrotz verfolgen wir die Ankündigungen aufmerksam“, sagt eine Sprecherin der Innenverwaltung. „Die Polizei bewertet die Lage fortlaufend und wird imFalle vonStraftaten diesen selbstverständlich konsequent nachgehen.“ Sollte es zu einer Räumung kommen, werde eskrachen in der Stadt, sagt allerdings der Linksextremismusforscher Klaus Schroeder von der Freien Universität und zwar „dort, wo es die Polizei nicht erwartet“. Eine Großstadt wie Berlin müsse das ertragen. Irgendwie. Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501702 61019 ALFA ROMEO STELVIO AUTOMATIK SUPER 2.2 DIESEL 16V ·Klimaautomatik ·Alfa Connect 6,5“ Radio, Navi ·Rückfahrkamera ·Sitzheizung ·*zzgl.899 €für Bereitstellungskosten ·monatlicheLeasingrate: 299 €·Anzahlung: 0€·Laufzeit: 60 Monate /10Tkm/Jahr ·ein Angebotder König Leasing GmbH (10829 Berlin, Kolonnenstr. 31) · 1) mind. 1.000 €über DAT für Ihr Altfahrzeug bei Inzahlungnahme ·Abb. zeigt Sonderausstattungen Gesamtverbrauch (l/100 km): innerorts 5,5; außerorts 4,3; kombiniert 4,7; CO 2 -Emissionen (g/km): kombiniert 124 (Werte nach VO (EG) 715/2007) Berlin-Jeep City Store: Franklinstraße 28-29 030-36751770 Teltow: Warthestraße 17 03328-3378300 Autohaus Gotthard König GmbH (Sitz: 10829 Berlin-Schöneberg, Kolonnenstraße 31 030-7895670) ·insgesamt 45x in Deutschland www.alfaromeokoenig.de

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