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Berliner Zeitung 12.10.2018

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In aller Offenheit: Stormy Daniels in Berlin – Seite 3 Sommer im Herbst Seite 10 11°/22° Ohne Wolken Wetter Seite 2 Beschäftigung: Das Teilzeit-Problem in Berlin Made in Berlin Seite 6 www.berliner-zeitung.de Trisomie 21: Werden Bluttest zahlen sollte Tagesthema Seite 2 Freitag,12. Oktober 2018 Nr.238 HA -74. Jahrgang Auswärts/D*: 1.60 €–Berlin/Brandenburg: 1.50 € Müller in Australien: Queens wird Partner Berlin Seite 11 Besen statt Tennisschläger VonTobias Miller Den Blick kennt man von Rafael Nadal eigentlich nicht. Aufdem Foto sind die Augen des großartigen Tennisspielers weit aufgerissen, er schaut ein wenig traurig und ratlos in die Ferne. Derjenige, der auf dem Center Court für faktisch jedes spielerische Problem, für jeden Gegner eine Lösung parat hat, weiß auch nicht so recht weiter.Erhat auch keinen Tennisschläger in der Hand, sondern einen Besen. Nadal hilft auf Mallorca Rafael Nadal im Katastropheneinsatz auf Mallorca Mallorca beim Aufräumen nach der Unwetterkatastrophe auf der Urlaubsinsel. Das wiederum ist keine Überraschung. Denn der 32-Jährige stammt aus Manacor, einem Städtchen inmitten der Insel, und er ist ein stolzer Mallorquiner.Auf der Insel ist er aufgewachsen, dortbegann auch seine sportliche Karriere –als Fußballer und als Tennisspieler. Er hatte einen Onkel, der es sogar bis zum FC Barcelona schaffte, und einen, der als Tennistrainer auf der Insel arbeitete. Dalagen beide Sportarten für ihn nahe. Als Elfjähriger wurde er mit seiner Mannschaft sogar Balearenmeister. Nadal entschied sich dann aber für Tennis und den damit verbundenen Weltzirkus. Aber seiner Heimatinsel blieb er immer verbunden. Dorterrichtete er auch seine Tennisakademie. Nach der Unwetterkatastrophe bot er die Hallen Menschen, die wegen der Überschwemmungen Häuser und Wohnung verloren haben, als Unterkunft an. Zudem sprach er auf Facebook den Angehörigen der Opfer an diesem „traurigen Tag“ sein „aufrichtiges Beileid“ aus. Heftige Regenfälle hatten auf Mallorca zu Überschwemmungen geführt. Dabei kamen mehrere Personen ums Leben; unter den Toten sind auch drei Deutsche. Betroffen war vor allem der Nordosten der spanischen Urlaubsinsel, die Ecke aus der Nadal stammt. Er bot eben nicht nur ein Dach denjenigen, die im Moment nicht zu Hause übernachten können. Er zogsich Arbeitshandschuhe und Gummistiefel an und schrubbte mit anderen Freiwilligen den Schlamm aus einer Autowerkstatt. Vorbildlich, nicht nur auf dem Tennisplatz. Panorama Seite 28 VonChristine Dankbar Die Schriftstellerin Juli Zeh soll im Dezember im Brandenburger Landtag zur Verfassungsrichterin gewählt werden. Das bestätigte die SPD-Fraktion, die Zehvorgeschlagen hat, der Berliner Zeitung am Donnerstag.„Juli Zehist Brandenburgerin und engagiertsich seit Jahren für Bürgerrechte und Datenschutz“, sagte ein Fraktionssprecher.„Sieist für uns daher die ideale Kandidatin.“ Juli Zehlebt seit 2007 mit ihrer Familie im Havelland. Das Leben auf dem Land in Brandenburg hat sie in einem ihrer Romane literarisch umgesetzt: „Unterleuten“ erschien 2016 und erzählt die Geschichte eines Dorfes aus den verschiedenen Perspektiven der jeweiligen Protagonisten, die sich aus völlig unterschiedlichen Gründen für oder gegen den Bau eines Windparks engagieren. Nebenbei entsteht ein Bild des komplizierten sozialen Gefüges der Dorfgemeinschaft zwanzig Jahre nach der Wende. Sie freue sich auf die Auseinandersetzung mit „echten“ Problemen, das habe ihr in den letzten Jahren ein bisschen gefehlt, sagte Juli im Interview mit der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Angst, keine Zeit zum Schreiben mehr zu finden, habe sie wegen der neuen Aufgabe nicht. Die Verfassungsrichter in Brandenburg arbeiten ehrenamtlich und bleiben in ihren Hauptberufen tätig. Die44-Jährige ist promovierte Juristin, aber keine Richterin. Am Brandenburger Verfassungsgericht würde sie daher zur Gruppe der Richter „mit Befähigung zum Richteramt“ gehören. Dieneun Richter teilen sich in drei Gruppen auf: Es gibt jene mit Richteramt, dann Personen mit juristischer Ausbildung und sogenannte Laienrichter.ZuLetzteren gehörtder Filmregisseur Andreas Dresen, der auf Vorschlag der Linken 2012 gewählt wurde.Erwirdimnächsten Jahr einer der dienstältesten Verfassungsrichter in Brandenburgsein, denn insgesamt müssen sechs der neun Richterstellen neu besetzt werden, weil die zehnjährige Dienstzeit der Amtsinhaber 2019 abläuft und nicht verlängert werden kann. Außer Juli Zeh werden sich Ende des Jahres noch fünf weitereJuristen „Es ist doch toll, wenn man sich in den Dienst einer so guten Sache stellen kann.“ Juli Zeh im Interview mit der Märkischen Allgemeinen Zeitung Unter Richtern Die Schriftstellerin Juli Zeh soll in Brandenburg ans Verfassungsgericht –und freut sich auf echte Probleme und Nichtjuristen im Landtag zur Verfassungsrichterwahl stellen. Die SPD darf insgesamt drei Personen vorschlagen und nominiert daher außerdem Michael Möller, derzeit Richter am Finanzgericht Cottbus, sowie die Jugendrichterin Christine Kirbach. DieCDU will den Strafrichter Michael Strauß vom Amtsgericht Brandenburg ander Havel ins Rennen schicken. Die Linke hat sich für Kathleen Heinrich-Reichow entschieden, die Richterin am Sozialge- BERLINER ZEITUNG/PAULUS PONIZAK richt in Neuruppin ist. Die Grünen wollen ihren Vorschlag erst am Dienstag bekanntgeben. Da auch bei ihnen die Rede voneiner Kandidatin ist, sind mit vier Frauen und fünf Männern imBrandenburger Verfassungsgericht die Geschlechter auch demnächst wenigstens annähernd gleich vertreten. DieAfD schlägt niemanden vor, weil der ja ohnehin nicht gewählt werden würde, soder rechtspolitische Sprecher Thomas Jung. „Wir wollen da jetzt keinen Kandidaten beschädigen und rechnen damit, dass es in der nächsten Legislaturperiode für uns besser aussieht.“ Die Richterkandidaten werden sich in den nächsten Wochen im Hauptausschuss den Landtagsabgeordneten vorstellen. Siemüssen auch die anderen Fraktionen von sich überzeugen, denn die Verfassungsrichter müssen im Landtag mindestes zwei Drittel der Stimmen auf sich vereinigen. Juli Zeh wäre nicht die erste Schriftstellerin im Brandenburger Verfassungsgericht. Von1999 bis 2009 amtierte dort schon der Publizist Florian Havemann. Er war von der damaligen PDS-Fraktion vorgeschlagen worden. Die Schriftstellerin Daniela Dahn war zuvor mit ihrer Kandidatur gescheitert. Vorfahrt für Fußgänger Umweltbundesamt für Umbau der Großstädte Mehr Fußgänger,weniger Autos: So will das Umweltbundesamt (UBA) Deutschlands Städte lebenswerter machen und das Klima schonen. Die Zahl der Wege, die jeder Bürger zu Fuß zurücklegt, soll bis 2030 um die Hälfte steigen. Dassieht die neue Fußverkehrsstrategie der Behörde vor. Langfristig sollen danach zwei von drei Parkplätzen in den Großstädten wegfallen. Außerdem soll innerorts flächendeckend Tempo 30 gelten, Gehwege sollen verbreitert und Falschparker schärfer verfolgt werden. UBA-Präsidentin Maria Krautzberger sprach am Donnerstag in Berlin von „revolutionären Vorstellungen“. Nach der 55-seitigen Untersuchung geht es um den Rückbau der „autogerechten Stadt“. Vorrang soll es nun geben für Fußgänger,Radfahrer sowie Busse und Bahnen. „Es muss gelingen, den öffentlichen Raum endlich wieder zurückzuerobern.“ Das Amt will Wartezeiten an Ampeln verkürzen, fordert 2,50 Meter breite Gehwegeals Standardund mehr Zebrastreifen. In den Verwaltungen soll es feste Zuständigkeiten für den Fußverkehr geben. Denn nach dem UBA-Papier liegt für Fußgänger vieles im Argen: Sie müssten vielfach Umwege, Wartezeiten, Lärm und Abgase in Kauf nehmen. Hohe Bordsteine,Treppen, dunkle Unterführungen, Stolperfallen und parkende Autos auf Gehwegen –zu Fuß zugehen, sei in vielen Städten zeitraubend und umständlich. Fußwegeanteile gingen deshalb seit vielen Jahren stetig zurück, sagte Krautzberger.Die Studie„Gehtdoch! Grundzüge einer bundesweiten Fußverkehrsstrategie“ wurde auf dem Fußverkehrskongress in Berlin vorgestellt wird. (dpa) Kommentar, Seite8,Berlin Seite9 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501504 51041 dtgv.de TESTSIEGER Goldankauf- Filialisten Test 02/2016 6Anbieter

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