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Berliner Zeitung 12.10.2019

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Berlin blockiert sich selbst: 2400 Baustellen bremsen die Stadt – Berlin Seite 10 und 11 Anzeige Anzeige Altpapierrecycling kostengünstig und zuverlässig Entsorgungslösungen für Gewerbe und Industrie www.bartscherer-recycling.de www.bartscherer-recycling.de 12°/20° Ein paar Wolken Wetter Seite 16 AM WOCHENENDE www.berliner-zeitung.de Heute mit Service und Immobilien Sonnabend/Sonntag,12./13. Oktober 2019 Nr.237 HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 2.00 € Berlin/Brandenburg: 1.80 € Im Magazin: Endstation Zypern Zahl der Flüchtlinge auf der Insel wächst Seiten 4und 5 Vier Jahre wandern Ichgeh dann mal nach Tibet Seite 7 Leo –Gutsch Forderung: Vorteil für Berliner Kinder Seite 10 Anzeige Biermann, Chausseestraße 131 Durch den Liedermacher wurde die Adresse in der Berliner Mitte berühmt. Doch die Geschichte des Hauses reicht viel weiter. Report Seiten 2und 3 OBS/ZDFINFO/ROGER MELIS; IMAGO IMAGES www.atala.de Nobelpreis geht nach Äthiopien Politik Seite 5 Bakterien in der Milch Wirtschaft Seite 7 Die Tat schockiert das Land: Ein junger Mann aus dem Osten versucht, eine Synagoge in Halle anzugreifen, als er nicht hereinkommt, schießt er um sich, auf einen Döner-Imbiss und Passanten. Zwei Menschen sterben. Stephan B., ein 27-Jähriger aus Eisleben, wird gefasst. Er hat seine Tatnun gestanden, teilte sein Anwalt am Freitag mit. Acht Jahre zuvor ist das Trio Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) aufgeflogen. Seine Mitglieder versteckten sich nicht weit vonHalle, in Zwickau, sie mordeten zehn Jahre lang aus dem Untergrund. Auch sie zielten auf Döner-Imbisse. Sie ermordeten zehn Menschen. Ich habe damals einen Text über den NSU geschrieben, in dem ich der Frage nachging, inwieweit Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe durch die DDR und die Wendezeit geprägt waren. Als damals die Terrorgruppe aufgeflogen ist, haben alle Kommentatoren sofortgewusst, dass die DDR schuld war, mit ihrer autoritären Erziehung, dem staatlich verordneten Antifaschismus. Selbst die wissenschaftlich widerlegte Töpfchen- Theorie wurde hervorgekramt, um die Mordserie zu erklären. Ich argumentierte, dass es komplizierter ist, dass der NSU nicht nur mit der DDR-Sozialisation, sondern auch mit den Umbrüchen der Transformationszeit zu erklären war.Sie warenKinder ihrer Zeit. Wasist nun mit Stephan B.?Inder öffentlichen Diskussion wird die Tat als nationale Krise bewertet, nicht als Krise Ostdeutschlands, da hat sich also etwas getan, etwas weiterentwickelt. Innenminister Horst Seehofer sprach von einer „Schande für Deutschland“. Als Uwe Böhnhardt zum ersten Mal straffällig wurde, 1992, wurde Stephan B. erst geboren. Bei Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe gab es einen eindeutigen Treffpunkt, sie kamen zum ersten Mal zusammen im rechten Jugendklub in Jena. Sie wurden ein fester Bestandteil der rechten SzeneThüringens.Sie hatten einen Unterstützerkreis.Mit ihren Taten, die sie auch dokumentierten, wollten sie andere Neonazis in Nürnbergoder Chemnitz beeindrucken. Es existiert in Sachsen-Anhalt auch heute eine rechtsextreme Szene, aber es gibt bisher keine Belege dafür, dass eine Interaktion mit Stephan B. gibt. Anders als die Mitglieder des NSU, die straffällig geworden sind, bevor sie zu Mördern wurden, blieb der mutmaßliche Täter vonHalle zunächst unauffällig. Er war auch in seiner Region nicht vernetzt, anders als der NSU. DasVorgehen vonStephan B. erinnerteher an die Attentäter vonChristchurch, El Paso oder an Andres Breivik aus Norwegen. B. hat nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler keine Waffen gekauft, sondern sie sich aus Einzelteilen aus dem 3D- Drucker zusammengebaut. Der globale Hass Wiedie Mörder des NSU stammt der Täter von Halle aus Ostdeutschland. Doch das Vorgehen von Stephan B. erinnert eher an die Attentäter von Christchurch und El Paso VonSabine Rennefanz Einschusslöcher in der Tür der Synagoge in Halle AFP Er filmte seine Tat, wie der Täter von Christchurch und lud sie bei Twitch hoch, einer Plattform, auf der Videospiele gestreamt werden. DerTäter richtet sich nicht an Neonazis im Osten Deutschlands, sondernanein internationales Publikum, ein Netzwerk junger weißer Männer, die rassistisch, antisemitisch und antifeministisch denken. In seinem Video spricht er Englisch. Die(ost-)deutsche Dimension spielt bei B. keine Rolle mehr.Der Hass hatsich globalisiert. DerinLondon lehrende Terrorexperte Peter Neumannsagte in einem Interview mit dem Münchner Merkur, dass der Täter seine Inspiration aus dem Internet bezogen hat. Er habe seine Ideologie nach dem Baukastenprinzip zusammengebaut. Nach dem Motto: Juden sind mein Hauptfokus, abergegen Feminismus bin ich auch. Er sei nicht besonders gefestigt gewesen. Wie fing es an, wie wird jemand empfänglich dafür? Dazu kursieren verschiedene Erklärungsmuster. Die Bundeswehr sei schuld, weil derTäter dort vor einigen Jahren eine Grundausbildung absolvierte. Die AfD sei schuld, weil sie Hass auf Juden und Ausländer schürt. Es werden Umfragen zitiert, die eine Zunahme antisemitischer Einstellungen belegen. Das ist alles richtig und erschreckend, aber es erklärt nichts. Esist das eine, aneine jüdische Weltverschwörung zu glauben, aber es ist etwas völlig anderes, auf eine Tür zu schießen, mit jüdischen Kindern, Frauen und Männern dahinter, und auf Menschen im Imbiss, die vor einem stehen und „Bitte nicht“ rufen. Um solch eine Gewalt auszuüben, muss man in einer bestimmten inneren Verfassung sein, man muss eine große Distanz zu allem Lebendigen entwickelt haben. Es ist bisher wenig über Stephan B. bekannt. Sein Vater sagte in der Bild- Zeitung, sein Sohn sei ein Eigenbrötler gewesen, habe die meiste Zeit allein vordem Computer verbracht. Ich bin mir nicht sicher, obman die Aktion des Täters von Halle mit Ideologie erklären kann. Es erscheint mir eher so, als ob sein Motiv persönlich war. Erwollte gesehen werden. Er wollte in den Augen anderer etwas bedeuten. Wenn das so stimmt, dann macht es die Verhinderung solcher Taten extrem schwierig. DieBehörden haben es nicht einmal geschafft, die Mordedes NSU zu stoppen oder aufzudecken, obwohl die Gruppe in einem räumlich begrenzten Umfeld operierte und es sogarV-Männer in der Szene gab. Klar, man kann fordern, dass die Behörden stärker online in rechtslastigen Gameforen aktiv werden. Oder dass es mehr Engagement gegen Antisemitismus gibt. Dasist wichtig. Aber wenn das Problem die Einsamkeit junger weißer Männer ist, dann ist das ein Problem, das nicht nur Politiker oder Sicherheitsbehörden angeht, sondern auch Mütter, Väter, Freunde und Lehrer. Überall. Politik Seite 4 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr13-14 Uhr), Fax-499 Leser-blz@dumont.de; Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501801 61041 VERKAUFSOFFENES WOCHENENDE IN HOPPEGARTEN 12. &13.10.2019|SAMSTAG 09 –18UHR &SONNTAG 13 –18UHR OHNE ANZAHLUNG, WINTERKOMPLETTRÄDER GESCHENKT 1) & MIND.2.000€ ÜBER WERTFÜR IHREN ALTEN GEBRAUCHTEN 2) ! Auchals Automatik verfügbar! Vollkasko-Versicherung statt UVP 15.719 € Barpreis 10.920 € für nur 29,60 €mtl. 3) FIAT50099€ * monatliche Leasingrate Fiat 500 Pop Star 1.2 8V -EURO 6d ·3-Türer ·69kW ·Benzin ·Klimaanlage ·Radio, MP3 ·*zzgl. 799 €für Bereitstellungskosten ·mtl. 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