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Berliner Zeitung 13.02.2018

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Flughafen-Chef: „BER-Baustelle fast nicht beherrschbar“ – Seite 11 . . Dienstag, 13. Februar 2018 Nr.37HA-74. Jahrgangwww.berliner-zeitung.de 1.50 € Berlin/Brandenburg -1.60 € Auswärts/D** ................................................................................................................................................................................................................................................................................................................... W E I N S T E I N Brüder im Verdacht VON ELIANA BERGER Der Name Weinstein war in Hollywood einmal eine großer. Harvey Weinstein und Robert„Bob“ Weinstein: The Weinstein Company. Die Welt kannte die Brüder, weil sie Welterfolge produzierten. „Pulp Fiction“, „Shakespeare inLove“ und „Der Englische Patient“ zum Beispiel. Im Herbst 2017 folgt dann für einen Weinstein-Bruder der tiefe Fall: Mehr als 100 Frauen beschuldigen HarveyWeinstein, sie sexuell belästigt, genötigt oder vergewaltigt zu haben. Sein Name wird zum Synonym für sexuelle Belästigung. Und Bob, der jüngere Bruder? Der 63-Jährige bleibt im Hintergrund. Er gilt als der stille Part, der dem Duo zufinanziellem Erfolg verhilft. Gemeinsam mit Harvey gründet er 1979 Miramax, eine Bob Weinstein ist Harveys Bruder und auch angeklagt. Produktions- und Verleihfirma. 1993 kauft Disney die Firma, 2005 verlassen die Brüder Miramax und gründen die Weinstein Company. Nicht immer soll die Beziehung der beiden Brüder reibungslos gewesen sein. Harveysoll laut US-Portal TMZ sogar davon ausgehen, dass Bob die Missbrauchsvorwürfe gegen ihn öffentlich machte –umihn aus der Firma zuwerfen. In der Folge des Skandals war der 65-Jährige alsVorstandschef abgesetzt worden. Harvey dementiertdas,aber Bobhat bei TMZ dennoch wenig Gutes über ihn zu berichten: „Mein Bruder Harvey ist offensichtlich ein sehr kranker Mann.“ Seine Entschuldigungen seien unglaubwürdig. Die Beziehung der Brüder könnte also besser sein. Nun werden sich beide aber wohl gemeinsam verteidigen müssen: Der US-Bundesstaat New York hat Harvey und Bob Weinstein und ihre Company verklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen „wiederholte, fortdauernde und entsetzliche Rechtsverletzungen“ vor. Angestellte seien „bösartig und ausbeuterisch“ behandelt worden. Die Firma habe sie nicht vor Übergriffen geschützt. Von einem für Frauen „feindlichen Arbeitsumfeld“ ist die Rede. Für die Weinstein-Brüder kommt diese Nachricht zu einem schlechten Zeitpunkt. Ein geplanter Verkauf der Weinstein Company scheitertnach Bekanntwerden der Anklage am Sonntag. Eine Investorengruppe zieht ihr Angebot über 500 Millionen Dollar laut Wall Street Journal wieder zurück. Der Firma droht nun Medienberichten zufolge die Insolvenz. Weinstein, das ist kein großer Name mehr. Auch BobWeinstein nicht. Die TV-Produzentin Amanda Segel erhob Vorwürfe gegen ihn, kurz nachdem die Debatte um seinen Bruder begonnen hatte.Ersoll sie sexuell belästigt haben. Lotto-Quoten, Notrufe 13 ................................................................................................................. Rätsel, Sudoku 13, 27 ................................................................................................................. Kleinanzeigen 13 ................................................................................................................. ................................................................................................................. Berliner Verlag GmbH, 10171 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr 10-16 Uhr), Fax–499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27 -50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de ................................................................................................................. 4 Postvertriebsstück A6517 /Entgelt bezahlt 194050 501504 21007 Der Kampf um den Schulplatz Warumist es so schwer in Berlin, sein Kind auf einem Gymnasium oder einer Sekundarschule unterzubringen? Warum ist Bildung in der Hauptstadt ein Glücksspiel? VON MARTIN KLESMANN Inden nächsten Tagen müssen sich über 25 000 Berliner Sechstklässler entscheiden, wie ihr weiterer Lebensweg aussehen wird. Denn ab diesem Dienstag bis zum 21. Februar müssen die ElternihreKinder an einem Gymnasium oder einer Sekundarschule ihrer Wahl anmelden. Eine Entscheidung von gewisser Tragweite: Werden sich die Kinder dortwohl fühlen und Freunde finden? Ist das pädagogische Angebot angemessen und fördernd zugleich? Die Unruhe unter Eltern und Schülern ist in diesen Fragen groß. Viele wählen taktisch. Im vergangenen Jahr hatten zwei Drittel aller Gymnasien und drei Viertel aller Sekundarschulen mehr Anmeldungen, als dort Plätze zur Verfügung standen. Dort entscheidet der Notenschnitt der Grundschule. „Leistungsschwächere Schüler werden von uns schon im Vorfeld bewusst wegberaten“, gibt ein Schulleiter offen zu. Immer mehr Elternund Schüler probieren esinder Folge an besonders begehrten Schulen gar nicht erst. An einigen beliebten Gymnasien wird mitunter ein Notenschnitt von 1,3 verlangt, sodass in vielen Fällen nur die vage Hoffnung auf das Losglück bleibt. Denn an stark nachgefragten Gymnasien oder Sekundarschulen werden bekanntlich 30 Prozent der Plätze verlost. Viele Eltern setzen auf eine Schule, ander die Chance, aufgenommen zu werden, realistisch ist. „Die Schule berät, die Eltern entscheiden“, steht zwar auf der Homepage der Senatsbildungsverwaltung. „Die Wirklichkeit sieht aber anders aus“, merken Elternan. Zur allgemeinen Verunsicherung trägt womöglich bei, dass die Nachrichten aus Berliner Schulen in letzter Zeit oft wirken wie Realsatire. Einiges erscheint unglaublich: Gerade hat ein Parteifreund die glücklose Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) dazu gezwungen, die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten für Drittklässler zu veröffentlichen. DerNeuköllnerSPD- Abgeordnete Joschka Langenbrinck musste dafür erst auf die jüngste Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Auskunftsrecht vonParlamentariernverweisen. Seine vormalige Anfrage war von der Bildungsverwaltung noch abgelehnt worden. Alarmierend sind die sogenannten Vera-3-Ergebnisse einmal mehr: Die Hälfte der getesteten Drittklässler schaffte demnach im vergangenen Jahr in Rechtschreibung noch nicht „Leistungsschwächere Schüler werden von uns schon im Vorfeld bewusst wegberaten.“ Ein Berliner Schulleiter einmal die Mindeststandards, konnte also nicht wirklich schreiben. Und zwei Drittel der Drittklässler erreichten nicht die bundesweit definierten Regelstandards. Berlin hatte sich in der Kultusministerkonferenz dafür eingesetzt, solche Daten nicht mehr zu veröffentlichen. DerFairness halber muss gesagt werden: Die Vera-3-Tests prüfen Kompetenzen, über die Grundschüler am Ende der 4. Klasse verfügen müssten. Tatsächlich aber hat die Bildungsverwaltung mit den vorJahrenerst pauschal eingeführten, dann aber wieder rückgängig gemachten altersgemischten Klassen in der Schulanfangsphase nicht gerade dafür gesorgt, dass Lehrer und Schüler sich auf Grundlagen wie Rechtschreibung oder Rechnen konzentrieren konnten. Wer solche Erfahrungen gemacht hat, überlegt schon mal ein wenig länger, welche Oberschule wohl die richtige wäre. Vor Jahren wäre esauch noch unvorstellbar gewesen, dass zum frisch gestarteten Schulhalbjahr erneut gut 40 Prozent aller neu eingestellten Lehrer Quereinsteiger sind – also gar nicht pädagogisch ausgebildet sind. Siemüssen vonden Kollegen erst angelernt werden und erhalten ein Zusatzstudium, das sich die Bildungsverwaltung selbst zurechtgebastelt hat. Über Jahre hatte die Berliner Bildungs- und Hochschulpolitik hier am absehbaren Bedarf vorbeigeplant. Und erst seit kurzemmuss zumindest jeder angehende Lehrer zwingend Deutsch und Mathe studieren. Hoffentlich hilft es. Beim Nachrichtenschreiben auf dem Smartphone lassen Grundschüler jedenfalls Buchstaben derzeit wild durcheinanderpurzeln. Dabei entscheiden letztlich Grundschullehrer über den Notenschnitt der Sechstklässler,der bei der Wahl der weiterführenden Schule eine zentrale Rolle spielt. Wersich das ganze Prozedereersparen will –und vorallem kann –entscheidet sich für eine Privatschule. Berlin Seite 9 FOTOLIA/KONSTANTIN YUGANOV O L Y M P I A 2 0 1 8 Zweites Gold für Laura Dahlmeier DPA/KARLHEINZ SCHINDLER Am Mittwoch in der Berliner Zeitung EinJahr ohne Freiheit: Seit dem 14. Februar 2017 hält die Türkei den Reporter Deniz Yücel in Gewahrsam. Lesen SieamMittwoch unsere Sonderseiten über den Fall. Biathlon-Star Laura Dahlmeier hat sich bei den Winterspielen in Pyeongchang im zweiten Rennen die zweite Goldmedaille gesichert. Zwei Tage nach ihrem ersten Sieg bei Olympischen Spielen im Sprint sicherte sich die 24-Jährige am Montag auch in der Verfolgung den ersten Platz. Die Garmisch- Partenkirchnerin ist die erste Skijägerin, die bei Olympia sowohl Sprint als auch Verfolgung gewinnen konnte. Olympia-Programm wird durch den Wind gestört Deranhaltend starke Wind im Olympiagebiet sorgt für Ärger unter den Sportlernüber unfaire Wettkampfbedingungen und langsam für Terminprobleme im Sportprogramm. Am Donnerstag müssen gleich zwei alpine Skirennen ausgetragen werden: der Riesenslalom der Frauen mit Favoritin Viktoria Rebensburgund die Männerabfahrtmit Streif-Sieger Thomas Dreßen. Geisenberger liegt nach zwei Läufen an der Spitze Das zweite Rodel-Gold hintereinander ist für Natalie Geisenberger zum Greifen nah. Die Sotschi- Olympiasiegerin aus Miesbach liegt im Olympic Sliding Centre nach den ersten beiden von vier Läufen die Führung. Mit 0,120 Sekunden hat sie jedoch nur einen minimalen Vorsprung auf Teamkollegin Dajana Eitberger aus Ilmenau. Die beiden Final-Läufe werden an diesem Dienstag ausgetragen. Olympia Seiten 17 bis 20 WETTER BERLIN: Malwolkig, mal sonnig. Tagsüber um 5Grad, nachts bis minus 4Grad. Seite 2 16. &17. BERLIN MESSEN Februar 2018 Dein Marktfür Ausbildung,Karriere, 9–16Uhr Weiterbildung &Qualifizierung Freier Eintritt Cafe Moskau Karl-Marx-Allee 34 10178 Berlin Interessante Präsentationen Spannende Workshops Attraktive Angebote Weitere Informationen:www.berliner-zeitung.de/berlin-messen|berlin.messen@dumont.de SCHIRMHERRSCHAFT Frau ElkeBreitenbach Senatorin für Integration, Arbeit undSoziales

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