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Berliner Zeitung 13.02.2019

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Wo Trumps Mauer das Land teilt. Ein Besuch – Seite 3 Berliner Clubs unter Druck Seite 9 3°/7° Viele Wolken Wetter Seite 2 Die Auferstehung des Palastes der Republik Berlin Seite 10 www.berliner-zeitung.de „Watergate“ oder: ein Präsident außer Kontrolle Berlinale Seite 22 Mittwoch, 13. Februar 2019 Nr.37HA-75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € So wohnen die Bundestagsabgeordneten Hauptstadt Seite 4 Berlinale Der Ort und sein Name Cornelia Geißler Feuilleton-Redakteurin Wenn wir mit den Berlinale-Filmen durch die Welt reisen, sammeln wir Eindrücke,die der Prüfung durch die Realität nicht immer standhalten. Müssen sie auch nicht. Dem Berlin-Bild Angela Schanelecs in ihrem Film mit dem orthografisch falschen Titel „Ich war zuhause,aber“ (es muss „zu Hause“ heißen), kann ich mein eigenes entgegensetzen. Bei großen Städten ist das sowieso leichter als in der Provinz. Großstädten gesteht jeder Vielgestaltigkeit zu. Irgendwo in Amerika entdeckt Jamie Bells Figur Bryon, dass er kein Nazi mehr sein will. Er lässt sich die Zeichen dafür von der Haut entfernen, „Skin“ heißt der Film im Panorama. Dort, wo sich die Schlägertruppe mit Fahnen und Waffen ein Zuhause gebaut hat, sieht es unbehaglich aus.Und auch in der kanadischen Provinz, wie sie der Wettbewerbsfilm „Ghost Town Anthology“ zeigt, möchte ich niemals landen, so trostlos wirkt das Dorf. Nur die Bürgermeisterin redet da von Zukunft. Der Regisseur Denis Côté hat im Interesse seines Landes mit Irénée-les- Neiges einen fiktiven Namen gewählt. DenOrt gibt es also nicht. Anders handelte die Regisseurin Teona Strugar Mitevska, die ihren Film um die Kreuz-Taucherin Petrunija im mazedonischen Štip ansiedelte. Eine Horde Männer jagt und bespuckt Petrunija im Film, als habe sie deren Ehreverletzt. Dasverleitete mich in der Rezension zur Formulierung, man könne „als Zuschauerin nur beipflichten, wenn die Fernsehfrau sagt: ,Das ist Mazedonien im Jahr 2018 –wie im Mittelalter!‘“ An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Mazedoniern und speziell den Bewohnernvon Štip entschuldigen. Ein Leser wies mich in einer Mail nicht nur darauf hin, um was für eine schöne Stadt es sich handelt, sondern auch darauf, „dass Kunstwerke aus Materialien der realen Welt eine eigene Realität erschaffen“. Stimmt. Allerdings arbeitet Kunst und vorallem der Film oft mit dem ästhetischen Mittel der Einfühlung. Die Regisseurin bietet hier an: die coole Petrunija, die empörte Reporterin, den bigotten Polizeichef. Womit nichts gesagt sein soll gegen die echten Polizisten in Štip. Auch achte ich im Allgemeinen die Arbeit kanadischer Bürgermeisterinnen. Und nie würde ich behaupten, dass in Berlin mit Vizslas,den Ungarischen Vorstehhunden, generell so empathiefrei umgegangen würde, wie es MarenEggertinAngela Schanelecs Film tut. DerarmeStadthund. DieBerlinale auf den Seiten 21/22 Symphonie zum Mauerfall Zum 30. Jubiläum plant Berlin eine Themenwoche an Orten der Wendezeit. Kosten: zehn Millionen Euro VonStefan Strauß Ins Schloss mit der Berliner Zeitung Zum 70. Geburtstag des Grundgesetzes im Mai lädt der Bundespräsident auch Leserinnen und Leser der Berliner Zeitung ein. Bewerben Sie sich für einen Platz in Bellevue. Tagesthema Seite 2 Berlin wird im30. Jahr nach dem Fall der Mauer eine Woche lang zu einer großen Open-Air-Ausstellung unter freiem Himmel: mit Kunstinstallationen, Hörstationen, Gesprächen und viel Musik. Nach Informationen der Berliner Zeitung sollen Orte in der Stadt, die eng mit dem Mauerfall am 9. November 1989 verbunden sind, an die Ereignisse in dieser turbulenten Zeit erinnern. Vom 4. bis 10. November sind stadtweite „temporäreAnlaufstellen“ geplant, im Gespräch sind Alexanderplatz, Gethsemanekirche, Brandenburger Tor, Bornholmer Brücke, Kudamm und Breitscheidplatz.Von„Tagen der Begegnung“ ist die Rede, ebenso von einem kritischen Umgang mit der Geschichte. „Wir schauen mit differenziertem Blick auf die Zeit des Umbruchs in der DDR“, sagt TomSello, Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur im Land Berlin. Es gehe auch um die Hoffnungen, Wünsche und Forderungen, die die Menschen damals hatten. Sello,der in der DDR in oppositionellen Friedens- und Umweltgruppen gearbeitet hatte,gehörtzueinem Beirat, der die Organisatoren der landeseigenen Kulturprojekte Berlin GmbH berät. ZumGremium gehören auch die Robert-Havemann-Gesellschaft, die Bundesstiftung Aufarbeitung, Berlins Tourismusagentur Visit Berlin sowie die Gedenkstätte Berliner Mauer. Deren Direktor Axel Klausmeier sagte der Berliner Zeitung: „Wir wollen die internationale Dimension der Ereignisse betrachten. Dabei wollen wir uns auch mit den Menschen beschäftigen, die 1989 nicht als einziges Jubelfest erlebt haben. Insofernspielen für uns auch die Ambivalenzen des Erinnerns in diesem Jahr eine große Rolle.“ Etwa zehn Millionen Euro sind für die Jubiläumswoche eingeplant. Künstler,Architekten, Designer sowie Vereine und Initiativen werden einbezogen. Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Andiesem Mittwoch wird Kultursenator Klaus Lederer (Linke) das Konzept vorstellen. Daran arbeiten die Organisatoren seit sechs Monaten. Manches ist noch nicht endgültig entschieden. Doch alle Beteiligten wissen, die Erwartungshaltung ist hoch. Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls im Jahr 2009 stand auf dem Alex eine große Freiluft-Ausstellung zur Friedlichen Revolution, entlang des Mauerstreifens kippten riesige Dominosteine um. Zum 25. Jubiläum (2014) wurde der Mauerverlauf mit 8000 leuchtenden Ballons markiert, die abends in den Himmel stiegen. Doch im 30. Jahr wollen sich die Veranstalter nicht mehr nur auf die Mauer konzentrieren, es soll weniger spektakulär, vielmehr „erinnernd und mahnend“ werden,wie es bereits „Wir schauen mit differenziertem Blick auf die Zeit des Umbruchs in der DDR und zeigen die historischen Ereignisse an mehreren Orten der Stadt. Es geht nicht nur um den Mauerfall, auch um die Geschichte davor und danach.“ TomSello, Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur im Land Berlin in einem Zwischenbericht an das Abgeordnetenhaus Ende 2018 hieß. „Wir haben diese Zeit bis heute nicht richtig aufgearbeitet, es gab auch Verlierer in diesem Prozess“, sagt Sabine Bangert, kulturpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. „Wir brauchen dafür die notwendige Sensibilität.“ Trotz aller Nachdenklichkeit und Differenziertheit wird der Mauerfall aber auch gefeiert. Am 9. November 2019, einem Sonnabend, findet ein großes Musikfestival auf mehreren Bühnen statt. Eingeladen sind nationale und internationale Musiker, derenSongs mit dem Mauerfall verbunden sind. Nach dem Vorbild der Fête de la Musique finden über hundert Konzerte statt, etwa im Mauerpark und an der East Side Gallery. Hobbychöre, Schüler- und Profibands sind dabei. Und gegen 19.30 Uhr, dem Zeitpunkt, als Günter Schabowski am 9. November 1989 die Grenzöffnung in einer Pressekonferenz verkündete, könnte eine Symphonie der Großstadt erklingen, mit den Hits der Wende und Revolutionshymnen. „Musik kennt keine Grenzen, alle spielen mit und der Mauerstreifen wirdzur Bühne“, stehtimKonzept. IIMAGO S-Bahn hilft Fahrgästen bei BVG-Streik Berlin rüstet sich für den Ausstand am Freitag VonPeter Neumann Freitag ist Warnstreiktag bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). VomBetriebsbeginn am frühen Morgen bis gegen 12 Uhrfahren weder Busse noch U- und Straßenbahnen. Um die Folgen der Arbeitsniederlegung zu mildern, will die S- Bahn ihr Angebot aufstocken. „Von 5.30 bis gegen 14 Uhr bieten wir auf den Linien S1 und S5 zusätzliche Zugfahrten an“, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Trotzdem müssten die Fahrgäste mit „sehr vollen Zügen“ rechnen, so die S-Bahn. Wie berichtet, wird sie während desWarnstreiks,zudem die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hat, die Hauptlast des Verkehrs tragen. Auch Regionalzüge, Taxis, Mietfahrräder und der Fahrdienst Clever Shuttle stehen als Alternativen zur Verfügung. DerBerlkönig, ein weiterer Fahrdienst, wird zwar von dem Unternehmen ViaVan betrieben, doch er wird amStreiktag wohl nur sehr eingeschränkt zur Verfügung stehen. Die Limousinen parken auf einem Busbetriebshof der BVG–und dort bleiben die Tore während des Streiks geschlossen. Berlin Seite 12 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 Wohnen im Ritterschlag Vorden Toren der Hauptstadt entstehen Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäuser, massiv gebaut und alles aus einer Hand. bonava.de/schulzendorf 0800 670 8080 täglich 9–19 Uhr, auch sonn- und feiertags 31007

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