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Berliner Zeitung 13.07.2019

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Ein vertriebener Schriftsteller zurück in Berlin – Feuilleton Seite 25 Heute mit Service und Immobilien 14°/26° AM WOCHENENDE Wärmer,mit Regen Wetter Seite 2 www.berliner-zeitung.de Sonnabend/Sonntag,13./14. Juli 2019 Nr.160 HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 2.00 € Berlin/Brandenburg: 1.80 € Zusammenhalten Wiefunktioniert Dorfgemeinschaft? Eine Sommerreise nach Eisdorf in Sachsen gibt Einblicke und überraschende Antworten. Report Seiten 2und 3 BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER: GALLERIE NAZIONALI DI ARTE ANTICA,ROM/FOTOLAN Im Magazin: Spatz auf dem Dach Tierische Wohnraumprobleme in der Stadt Seite 4 Wasist schon normal? Sabine Kroh über Wahnsinn im Kreißsaal Seite 5 Mann mit Ambitionen Maxim Leo und die Wanderhosen-Frage Seite 8 Anzeige www.atala.de Gewaltige Schau in Potsdam Feuilleton Seiten 26 und 27 Taschengeld für Ecstasy Berlin Seite 14 Meilenstein, Quantensprung, Schlussstein – der Griff in die Kiste rhetorischer Superlative scheint zur feierlichen Eröffnung der James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel nicht limitiertgewesen zu sein. Undfür Begeisterungsäußerungen muss sich tatsächlich niemand schämen, denn das von dem britischen Architekten David Chipperfield und seinem Team erschaffene Gebäude, das ab sofort als großzügiges Eingangsportal zu den Kunstschätzen der Museumsinsel dienen soll, überzeugt durch formale Schlichtheit ebenso wie durch luftige Eleganz. In der Mitte Berlins ist auf zuletzt eher unauffällige Weise ein aus der Berliner Kulturlandschaft herausragendes Gebäude entstanden, das das Raumgefühl der Stadt in den kommenden Jahrzehnten prägen wird. Gutmöglich, dass darüber hinaus ein attraktiver Treffpunkt der Berliner Stadtgesellschaft entsteht. Die Kritik der vergangenen Jahre ist angesichts der leuchtend weißen Pfeiler seltsam verstummt. DerBlick von der Terrasse überwältigt vom ersten Moment an und steigert die Aussicht von Repräsentanten wie Passanten, gesehen zu werden. David Chipperfield ist zudem das Kunststück gelungen, dem historisch so bedeutsamen Bauensemble der Museumsinsel ein neues Gebäude hinzuzufügen, das sich bei aller selbstbewussten Auffälligkeit durchaus bescheiden zurückzunehmen weiß. Weil er die Erfahrung gemacht habe, soChipperfield bei der Vorstellung seines Hauses,dass man die Sammlungen großer Museen allzu selbstverständlich hinnehme, den eigentlichen Kontakt zu ihnen aber schnell verliere, habe er zwischen der Stadt und den Museen eine Brücke errichten wollen, die die Aufbewahrungsorte der Kunstschätze präsent halte. Das ist ihm in vielfältiger Hinsicht gelungen. Sobald man sich in der James-Simon- Galerie befindet, versteht sie es einerseits, sich glorios zu inszenieren und verweist andererseits auf beinahe jedem Quadratmeter auf ihre dienenden Funktionen. In der Sprache der Museumsmacher heißt das: Die James-Simon- Galerie ist das zentrale Empfangsgebäude der Museumsinsel, es geht hier um Ticketverkauf und Personenführung in einem in vielfältiger Hinsicht beeindruckenden Museumskomplex. Zum modernen Raumkonzept gehören ein weitläufiger Museumsshop,eine auch außerhalb der Öffnungszeiten zugängliche Gastronomie sowie ein stattliches Auditorium für Vorträge und Publikumsveranstaltungen. Dieinder ursprünglichen Anordnung sich eher voneinander abwendenden Häuser werden durch die James-Simon-Galerie räumlich, aber auch konzeptuell miteinander verbunden. Der Architekt hat gewissermaßen bloß eine moderierende Auf- Die Brücke Die James-Simon-Galerie ist eröffnet. Sie schafft Verbindungen weit über die Museumsinsel hinaus VonHarry Nutt Kanzlerin Angela Merkelmit Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz DPA gabe übernommen. Damit aber hat er sich tief eingeschrieben in die Architektursprache der Mitte Berlins, denn schon jetzt kann man die vom Boulevard Unter den Linden her leicht zu erkennende James-Simon- Galerie als kleine, elegante Schwester des eher tapsig wirkenden Schlossbunkers betrachten, der demnächst als Humboldt-Forum eine wichtige kulturelle Inspirationsquelle der Nation sein soll. Die Errichtung kultureller Prachtbauten, wie reflexiv sie auch immer daherkommen mögen, bedeutet in Berlin und für Berlin immer auch die Bearbeitung einer historischen Wunde. Indiesem Fall verweist der Name James-Simon-Galerie eben nicht nur auf einen lange vernachlässigten Mäzen und sozialpolitischen Reformer Berlins, sondern auch auf die Vertreibung und Auslöschung des jüdischen Bürgertums während der Zeit des Nationalsozialismus und die gesellschaftliche Verdrängung danach. Dasehrliche Bemühen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, ihrem frühen Gönner gerecht zu werden, hatdaher alle Anerkennung verdient. JamesSimon hat mit seinen großzügigen Schenkungen maßgeblich zum Umfang und zur Bedeutung des preußischen Kulturbesitzes beigetragen, der der Stiftung als einziges Überbleibsel des einstigen preußischen Staates ihren Namen gegeben hat. Dass der Umgang mit dem kulturellen Erbe keineswegs eine bloß kulturpflegerische Angelegenheit ist, zeigt die aktuelle Diskussion um die Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, denn nichts ist zuletzt stärker infrage gestellt worden als die Idee des repräsentativen Kulturbesitzes überhaupt, der ja immer auch ein Schaufenster in die Geschichte eines Landes ist. Stiftungspräsident Hermann Parzinger hat in einem Beitrag für die Berliner Zeitung (Mittwochausgabe) auch auf die intellektuellen Herausforderungen verwiesen, für die die James-Simon-Galerie sinnbildlich steht. Vonzentraler Bedeutung wird dabei sein, angemessen und achtsam mit den Ansprüchen der Herkunftsländer und -gesellschaften umzugehen, deren Kunstwerke in vielen Sammlungen gezeigt werden. DasZugeständnis,mit viel zu großer Verspätung auf die Leistungen James Simons reagiert zuhaben, wird sich auch auf die Präsentation von Kulturgütern aus kolonialen Kontexten erstrecken müssen. Dieformale Offenheit des Gebäudes, das David Chipperfield entworfen hat, signalisiert auch die Verpflichtung auf ein allmählich erst entstehendes Kulturverständnis,das mehr in Kategorien des Austausches denn eines Herzeigens historischer Trophäen besteht. Die Berliner dürfen sich freuen über das,was im Herzen ihrer Stadt immer deutlichere Formen annimmt, aber nicht zuletzt auch eine kulturpolitische Verantwortung artikuliert. Berlin Seiten 10 und 11 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499 Leser-blz@dumont.de; Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501801 61028 Sie beschäftigen inklusiv Menschen mit Schwerbehinderung? Das Land Berlin freut sich auf Ihre Bewerbung! Der Inklusionspreis wird in drei Kategorien ausgelobt: –Kleinunternehmen –Mittelständische Unternehmen –Großunternehmen Private sowie öffentliche Unternehmen jeder Größe und aller Wirtschaftsbereiche sind herzlich eingeladen, am Wettbewerb teilzunehmen. Neben Bewerbungen von alteingesessenen Firmen ist die Teilnahme von Start-up- und neu gegründeten Unternehmen ausdrücklich erwünscht. Die Gewinner erhalten jeweils: •Eine Geldprämie •Eine Skulptur •Eine Urkunde Die Auszeichnung erfolgt im Rahmen eines Festaktes am 11. November 2019 im Wappensaal des Roten Rathauses. Ihre Bewerbung richten Sie bitte an: Landesamt für Gesundheit und Soziales –Integrationsamt Frau Nelli Stanko –IICÖA∙Darwinstraße 15 ∙10589 Berlin ·Telefon: 030/90229-3307 Bewerbungsschluss: 31.07.2019 · Näheres im Internet: www.berlin.de/inklusionspreis Für den Inhalt verantwortlich: Nelli Stanko –IICÖA V.i.S.d.P.: Silvia Kostner –ZPress

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