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Berliner Zeitung 13.12.2018

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Wiedie Privatisierung der Autobahnen vorangetrieben wird – Wirtschaft Seite 6 Heute mit Kulturkalender -2°/2° Sonne und Wolken Wetter,Seite 28 Zurück in Pankow: Sara Mardini Berlin Seite 11 www.berliner-zeitung.de Koalition stützt Mieter der Karl-Marx-Allee Berlin Seite 9 Donnerstag,13. Dezember 2018 Nr.291 HA -74. Jahrgang Auswärts/D*: 1.60 €–Berlin/Brandenburg: 1.50 € Karamba, Karacho: Heino wird 80 Feuilleton Seite 21 Brandenburg Richterin unter Leuten VonHarry Nutt Neujahr“ heißt der jüngste Roman der Schriftstellerin Juli Zeh, in dem für die Hauptfigur Henning nur scheinbar alles in bester Ordnung ist. DerMann leidet an Panikattacken und dem Gefühl permanenter Überforderung. Ein Zustand, der Juli Zeh nicht fremd ist. Vordrei Jahren litt sie an einem Burn-out- Syndrom und beschloss, sich fortan vonanderen nicht mehr alles aufhalsen zu lassen. Aber das ist für eine engagierte Frau wie sie gar nicht so einfach. Am Mittwoch hat die Erfolgsschriftstellerin ein neues Amt Juli Zeh, angenommen – Schriftstellerin und und was für eins. Verfassungsrichterin Mit 71von 86 möglichen Stimmen wurde Juli Zeh imbrandenburgischen Landtag in Potsdam zur ehrenamtlichen Verfassungsrichterin gewählt. Neben dem Filmemacher Andreas Dresen ist sie bereits die zweite Künstlerin in dem neunköpfigen Gremium, das zu je einem Drittel aus Berufsrichtern, Mitgliedern mit der Befähigung zum Richteramt oder Diplomjuristen sowie Mitgliedern besteht, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen müssen. Vor allem bei Letzteren setzt man auf einen gesunden Menschenverstand jenseits der professionellen Ausbildungswege. Den nimmt Juli Zeh ganz gewiss für sich in Anspruch, und ihre Romane zeugen auch davon. Tatsächlich aber gehört sie in die Gruppe der Volljuristen. Sie studierte mit dem Schwerpunkt Völkerrecht in Passau, Krakau, New York und Leipzig, aber es dauerte noch bis zum Jahr 2010, ehe sie mit einer Arbeit über die Rechtsetzungstätigkeit von UN-Übergangsverwaltungen promoviertwurde. Zu diesem Zeitpunkt war sie nicht nur mit ihren Romanen im Buchhandel gefragt, sondernauch in den Talkshows des Landes,indenen Zehsich stets meinungsfreudig behauptete, zu welchem Thema auch immer.Zusammen mit dem Schriftsteller Ilija Trojanowhat sie auf die Gefahren des Datenmissbrauchs aufmerksam gemacht, lange bevor die NSA-Affäre das Problem ganz oben auf die politische Agenda setzte. Aber sie kann auch anders. Mit „Unterleuten“ hat sie den weiter anhaltenden Trend zum zeitgenössischen Dorfroman überhaupt erst begründet. Terror im Advent Für viele Berliner sind die Nachrichten aus Straßburg eine böse Erinnerung: Wieschon 2016 auf dem Breitscheidplatz sterben wieder Menschen bei einem Attentat auf einen Weihnachtsmarkt Nun also Straßburg. Ein Mann mit einer Waffe, ein Weihnachtsmarkt, Tote und Verletzte.Und dann ein Täter auf der Flucht. Wie sich die Ereignisse gleichen. Fast genau zwei Jahreliegt in diesen Tagen der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz zurück. Was damals passierte, ist den Menschen dieser Stadt noch immer präsent. Jetzt trifft eine ganz ähnliche Tatdie französische Stadt im Elsass. DieErmittler gehen bei dem tödlichen Anschlag in Straßburgmittlerweile voneinem terroristischen Hintergrund aus.Die Antiterrorabteilung der Pariser Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge war es ein einzelner Mann, der am Dienstagabend in der weihnachtlich geschmückten Innenstadt um sich geschossen hat. Er hatte eine Handfeuerwaffe und ein Messer dabei. Auf seinem Weg durch die Stadt tötete und verletzte er Menschen. Nach Schusswechseln mit Sicherheitskräften flüchtete er. Zwei Menschen sind nach Angaben des Chefermittlers ums Leben gekommen. Eine weitere Person sei hirntot. Zwölf Menschen wurden verletzt, acht von ihnen schwer. Der Terrorverdächtige ist 29 Jahre alt. Nach ihm wirdgefahndet. Wernur die Nachrichtenlage verfolgt, kann den Eindruck gewinnen, dass sich die Ereignisse überschlagen. Über 600 Einsatzkräfte und mehrere Hubschrauber sind an der Fahndung beteiligt. Es gab vorübergehende Festnahmen im Umfeld des mutmaßlichen Täters. Das Europaparlament in Straßburg beginnt seine Sitzung am Mittwoch mit einer Gedenkminute für die Opfer. Der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster fordertals Konsequenz ein europäisches Terrorabwehrzentrum. In Berlin zeigt sich der Regierende Bürgermeister Michael Müller erschüttert. „Wir in Berlin denken angesichts des Geschehens von gestern Abend sofort an den brutalen Terrorangriff auf den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz am Seiten 2und 3, Leitartikel Seite 8 VonJulia Haak 19. Dezember vor zwei Jahren“, sagt er. Berlin habe sich trotz der menschenverachtenden Gewalttat entschlossen, an seiner freiheitlichen, toleranten und weltoffenen Lebensweise festzuhalten. „Wir wünschen auch Straßburg diese Kraft“, sagt Michael Müller. Am Breitscheidplatz spürt man am Mittwoch, was er wohl meint. Der Markt ist gut besucht. Menschen stehen an den kleinen Tischchen vor den Buden, genau dort, wo vorzweiJahren der Terrorist Anis Amri einen Sattelschlepper in die Menge steuerte und dabei elf Menschen tötete und über 70 zum Teil schwer verletzte. Es riecht nach Glühwein und Zimt. Als ein Mann im Vorübergehen –geschmacklos– Explosionsgeräusche nachmacht, reagiert niemand. Die Leute an den Tischen unterhalten sich weiter –über Weihnachten, die Arbeit, die Kinder.Wenn man sie nach Straßburgfragt, äußernsie sich mitfühlend, aber es schreckt sie nicht ab,diesen Marktzubesuchen. Siefühlen sich sicher hinter einer Barrikade aus Lkw-Sperrenund sandgefüllten Gitterkörben. Aufsolche Reaktionen setzen die Berliner Sicherheitsbehörden. Die Polizei sei auf Anschlagszenarien wie auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt vorbereitet, sagt am Mittwoch Innensenator Andreas Geisel (SPD). Der Anschlag von Straßburg zeige, dass die Terrorgefahr unverändert hoch sei. Das gelte auch für Berlin. „Die Polizei ist entsprechend vorbereitet und schützt sichtbar und mit verdeckten Mitteln die Weihnachtsmärkte in unserer Stadt.“ Nach dem Anschlag in Straßburg hat die Behörde ihre Sicherheitsvorkehrungen auf den Weihnachtsmärkten der Stadt noch einmal erhöht. Am Breitscheidplatz sieht das dann so aus: Eine Kolonne vonPolizeiwagen steht auf der Budapester Straße. Polizisten patrouillieren in Leuchtwesten über den Markt, mit einer Maschinenpistole vor der Brust. Den Menschen auf dem Markt gefällt das.„Manfühlt sich beschützt. Ändern kann man ja doch nichts“, sagt eine Frau. Es hörtsich trotzig an. AFP/SEBASTIEN BOZON RegineGünther: „Es tut mir sehr leid“ Verkehrssenatorin schließt Rücktritt im Interview aus Mit ihrer Entscheidung, den krebskranken Staatssekretär Jens-Holger Kirchner (Grüne) in den Ruhestand zu versetzen, hat die Berliner Verkehrssenatorin Regine Günther viel Kritik auf sich gezogen. Im Interview mit der Berliner Zeitung sprach die 56-Jährige nun ihr Bedauerndarüber aus.„Es tut mir sehr leid, dass ich Jens-Holger Kirchner mit meinem Handeln so stark belastet habe. Ich bedaure sehr, dass wir nicht mehr zusammenarbeiten können“, sagte sie am Mittwoch nach der Vereidigung des neuen Staatssekretärs Ingmar Streese (Grüne). Regine Günther betonte, sie habe gut, vertrauensvoll und erfolgreich mit Kirchner zusammengearbeitet. Die Personalentscheidung, die formal nur ihr Haus betreffe, habe sehr viel Verunsicherung in die Stadtgesellschaft hineingetragen, räumte sie ein. Die „Koalition, die Politik insgesamt“, hätten dabei erheblichen Schaden genommen. „Das tut mir sehr leid –und ich möchte dafür um Entschuldigung bitten“, bekräftigte sie. Von ihrem Amt zurückzutreten, wie Grünen-Mitglieder vonder Basis es fordern, schloss Regine Günther jedoch aus: „Weder habe ich mit Rücktritt gedroht noch ihn angeboten.“ Sie wolle Senatorin bleiben, sagte sie. „Ich möchte diese Stadt weiterhin mitgestalten.“ DieParteilose,von den Grünen für ihr Amt nominiert, erläuterte wie schwierig die Situation seit der Krebserkrankung ihres Staatssekretärs war:„Als Jens-Holger Kirchner im Sommer ins Krankenhaus ging, haben wir erst einmal versucht, die Arbeit intern anders zu verteilen.“ Es habe sich jedoch gezeigt, dass „daraus kein Erfolgsmodell wird“. (BLZ) Berlin Seite 10 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501504 41050 SCHÖNEFELD VERKAUFSOFFENER NUR IN SCHÖNEFELD VERKAUFSOFFENER SONNTAGBERATUNG & VERKAUF AB 13 UHR. 16.DEZEMBER |12 -18UHR Kostenloser Einpackservice JEDEN ADVENTS-SAMSTAG NURNOCH 15.12. &22.12.2018 UND AM VERKAUFS- OFFENEN SONNTAG 16.12. Höffner Möbelgesellschaft GmbH &Co. KG • Schönefeld/Berlin •AmRondell 1•12529 Schönefeld •Tel. 030/37 444-02 Öffnungszeiten: Mo.-Sa. 10-20Uhr, Mo.-Sa. 10-19Uhr (Schönefeld) •www.hoeffner.de •www.facebook.com/Moebel.Hoeffner

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