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Berliner Zeitung 14.02.2019

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Nachzahlung: Steuerprüfung bei den Reichen in Prenzlauer Berg – Berlin Seite 9 Heute mit Kulturkalender 4°/10° Leider starkbewölkt Wetter Seite 2 Tausende beim Kita-Streik in Berlin Tagesthema Seite 2, Kommentar Seite 8 Berliner helfen Berlinern: Am Freitag streikt die BVG. Fahren Sie doch mal mit dem Rad oder gehen Sie zu Fuß. Wenn Sie mit dem Auto fahren, nehmen Sie andere Berliner mit. Legen Sie diese Zeitung mit dem blauen Punkt einfach hinter die Scheibe, wenn Sie jemanden mitnehmen wollen. Halten Sie die Zeitung hoch, wenn Sie eine Mitfahrgelegenheit suchen. Lassen Sie nur Menschen einsteigen, die Sie für vertrauenswürdig halten; nehmen Sie keine unbegleiteten Kinder mit. Die Teilnahme an der Aktion erfolgt auf eigene Verantwortung. Donnerstag,14. Februar 2019 Nr.38HA-75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € www.berliner-zeitung.de 30 Jahre Mauerfall: Der neue Blick zurück Leitartikel Seite 8, Berlin Seite 10 Berlinale Festival des Scheiterns Katja Berlin Kolumnistin Junge Menschen werden heutzutage für alles kritisiert. DieMillenials oder Generation Y, wie man sie nennt, seien zu verweichlicht, zu fordernd, zu wenig leistungsbereit. Dabei lässt einen doch nichts so alt aussehen wie das Meckern über junge Leute. Und den Millenials wird unterstellt, dass sie FOMO in die Welt gebracht hätten. FOMO ist das Akronym vonFear of missing out, also die Angst etwas zu verpassen. Millenials sind davon so stark betroffen, weil sie auf Instagram immer schöne Urlaubs- und Partyfotos anderer Menschen sehen. So heißt es. Dabei ist FOMO so alt wie Berlin und ich leide schon mein ganzes Leben darunter. Hier verpasst man nämlich dauernd aufregende Ereignisse, jeder Blick in einenVeranstaltungskalender offenbart einem die eigene Unzulänglichkeit. DieBerlinale ist in dieser Hinsicht meine Endgegnerin. In mir steigt schon Panik auf, wenn ich das Programm nur sehe. Esist für mich ein einziges Dokument des Scheiterns, weil ich ja beim besten Willen nicht alle Filme gucken kann. Hier versagt sogar die heilende Wirkung der Konfrontationstherapie. Ich wache gerade jeden Morgen auf mit dem schlechten Gefühl, zu versagen. Auch ohne schöne Berlinalefotos anderer Menschen auf Instagram. Schlimmer ist es übrigens noch, wenn man akkreditiert ist. Dann bekommt man nämlich rund um die Uhrper E-Mail Einladungen undVeranstaltungshinweise. Das Handy schreit mir quasi ständig zu: „Schau mal! Dashier verpasst du auch noch.“ Jetzt, wo sich die Berlinale schon langsam dem Ende zuneigt, muss ich leider zugeben, dass ich wirklich viel zu wenige Filme geschafft habe. Eswar einfach nicht zu bewältigen, da ich noch essen und schlafen musste. Zu allem Unglück hatte ich noch weniger Zeit als sonst, weil ich dauernd E-Mails mit Einladungen und Veranstaltungshinweisen löschen musste. Berlinale auf den Seiten 21 und 22 BVG erwartet Verkehrschaos VonPeter Neumann Kurzvor dem für Freitag angekündigten Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG)verschärft sich der Ton in dem Tarifkonflikt. „Wir erwarten, dass der Ausstand für viele Berliner zu erheblichen Problemen führen wird“, warnte PetraNelken, die Sprecherin des Landesunternehmens,amMittwoch. Am Freitag sollen von 3.30 bis 12 Uhr keine Busse, U-und Straßenbahnen verkehren. In Kreisen der Gewerkschaft Verdiwurde mit einer Eskalation gedroht. Anlass war ein interner Brief, wonach Arbeitswillige während des Ausstands zu ihren Arbeitsplätzen gelassen werden müssen. Vom Warnstreik ausgenommen sind lediglich 28 Buslinien, die von Subunternehmen betrieben werden, sowie alle Fähren. S-Bahnen und Regionalzüge sind nicht betroffen, allerdings wirdesdortvoll.Wieberichtet plant die S-Bahn auf der S1 (Zehlendorf–Potsdamer Platz) und der S5 (Mahlsdorf–Warschauer Straße) insgesamt rund 50 zusätzliche Fahrten. Damit will sie dokumentieren, dass FAHR MIT MIR „Erhebliche Probleme“ am Freitag. Gewerkschafter drohen mit einer Eskalation DIE AKTIONEN DER BERLINER ZEITUNG: FAHRRÄDER, FAHRGEMEINSCHAFTEN, E-PAPER Kostenloses E-Paper: Am Streiktag bei der BVGgibt es das E-Paper der Berliner Zeitung mit allen Infos zum Ausstand kostenlos. Gratis-Fahrradstunde: Der Fahrradvermieter Nextbikebietet den Leserinnen und Lesernder Berliner Zeitung am Freitag zweimal eine halbe Stunde seine Räder kostenfrei an. Fahrgemeinschaften: In der Facebook-Gruppe „Der BVG-Warnstreik in Berlin“ der Berliner Zeitung kann man sich zu Fahrgemeinschaften verabreden. Alle Informationen zu den Aktionen auf Seite 9 sie die wegen Wagenmangels abbestellten Verstärkerfahrten vomFrühjahr an wieder anbieten kann. „Der Warnstreik bei der BVG ist völlig unangemessen“, sagte Nelken. „Mit einer so langen Arbeitsniederlegung gleich zu Anfang einer Tarifauseinandersetzung schießt die Gewerkschaft eindeutig über das Ziel hinaus.“ Bei den Verhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag ist ein Ziel vonVerdi, die Wochenarbeitszeit für Beschäftigte, die nach 2005 angefangen haben, von 39auf 36,5 Stunden zu senken –bei vollem Lohnausgleich. Die Arbeitgeberseite will über stufenweise Verbesserungen verhandeln, was Verdiablehnt. Der Warnstreik, den die Gewerkschaft nach der zweiten Verhandlungsrunde am Montag angekündigt habe,sei schon vorher beschlossene Sache gewesen, hieß es in BVG-Kreisen. Bereits am Sonntag kursierte eine Mail, wonach „demnächst ein Warnstreik auf uns zukommen“ wird. Die Kundgebung am Freitag vor dem BVG-Hauptsitz wurde ebenfalls vorMontag angemeldet. In den internen „BVG News“ hieß es,dass der Zutritt zu bestreikten Betriebsteilen für Arbeitswillige „nicht dauerhaft vollständig blockiert“ werden dürfe. Die Notdienstvereinbarung mit Verdi, die solche Themen regelt, gelte nicht für Warnstreiks. Vordem Hintergrund der bisherigen Gespräche stelle die Handlungsweise der BVG eine „klare Provokation“ und einen Wortbruch dar, entgegnete Verdi. DieVereinbarung soll ein Chaos während und vor allem nach dem Streik verhindern. Sie regelt auch, wer bei einem Ausstand arbeiten muss. Nun sei mit „massivenEinschränkungen in allen Bereichen“ zu rechnen. Denkbar wäre, dass auch Leitstellen bestreikt werden und der Betrieb erst am Sonnabend wieder beginnt. Es könnte zudem sein, dass die BVG amFreitag „offen wie ein Scheunentor“ ist, weil Liegenschaften mangels Pförtnern unbewacht und U-Bahnhöfe offen bleiben. Der Vorstand sei sich nicht bewusst, wie sich seine Aussagen auswirkten. Seite3,Berlin Seite9 Syrischer Ex-Agent in Berlin verhaftet Mutmaßlicher Folterer des Assad-Regimes InBerlin und Rheinland-Pfalz sind am Dienstag zwei Agenten des allgemeinen syrischen Geheimdienstes verhaftet worden. Dem 56Jahre alten Anwar R., der in Charlottenburg verhaftet wurde, werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit und andere Straftaten vorgeworfen. Er soll zwischen Ende April2011 und Anfang September 2012 als hochrangiger Mitarbeiter des syrischen Geheimdienstes an Folterungen und körperlichen Misshandlungen mittäterschaftlich beteiligt gewesen sein. Der zweite Beschuldigte, Eyad A., ist der Beihilfe zu einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie anderer Straftaten dringend verdächtig. Er soll zwischen Anfang Juli 2011 und Mitte Januar 2012 als Mitarbeiter des syrischen Geheimdienstes zu der Tötung von zwei Menschen sowie der Folterung und körperlichen Misshandlung von mindestens 2000 Menschen Hilfe geleistet haben. Spätestens seit April2011 war das syrische Regime dazu übergegangen, regierungskritische Aktivitäten der Opposition flächendeckend mit Gewalt zu unterdrücken. Den syrischen Geheimdiensten kam dabei eine wesentliche Rolle zu, so die Bundesanwaltschaft. DasZiel war es, mithilfe der Geheimdienste die Protestbewegung bereits zu einem möglichst frühen Zeitpunkt zu unterbinden. Die beiden Beschuldigten gehörten dem syrischen Allgemeinen Geheimdienst an. Anwar R. war für die Folterungen vonGefangenen bei ihrer Vernehmung verantwortlich. Eyad A. soll verdächtige Personen festgenommen haben. Täglich wurden etwa 100 von ihnen gefoltert. 2012 verließen die beiden Beschuldigten Syrien. Sie sitzen in nun Untersuchungshaft. (BLZ) Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 41007 JETZT BIS ZU 1.000 € GESCHENKT Nur noch bis DIESEN SONNTAG 17.02.2019 |13–18 Uhr *Abeinem Einkaufswertvon 5.000€. Ausgenommen sind bereits reduzierte Artikel, Gardinen und die Möbel Hübner PREMIUM-Kollektion. Keine Barauszahlung möglich, nicht kombinierbar mit anderen Aktions- und Einkaufsvorteilen, gilt nur für Neukäufebis zum 17.02.2019. * Möbel Hübner GmbH | Genthiner Str. 41 | 10785Berlin | www.moebel-huebner.de

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