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Berliner Zeitung 14.09.2019

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Seite 5 GETTY IMAGES Bremens Pizarro über Union SportSeite 24 Monika Herrmann, die bündnisgrüne Bürgermeisterin des Bezirks Friedrichshain- Kreuzberg, ist eine Politikerin, die mitunter mit pointierten Worten für Aufregung sorgt. Zum Beispiel am Donnerstag in der Zeitung DieWelt –als sie auf die Frage, obsie sich in der Dunkelheit in den Görlitzer Park traue, antwortete: „Ich gehe in Berlin durch gar keine Parks. Ichweiß ja nicht, wie Sie das handhaben, aber das ist mir als Frau zu gefährlich.“ Dafür erntete sie Spott und Empörung. Am Freitag versuchte sie dann, ihreAussage wieder einzufangen. „Ich freue mich über die zahlreichen Reaktionen, denn jetzt diskutieren wir wieder darüber, wie Frauen und Männer den öffentlichen Raum wahrnehmen“, sagte sie der Berliner Zeitung.„Mir geht es um die Frage,obsich die Menschen subjektiv an bestimmten Orten unsicher und unwohl fühlen.“ Das Problem bestehe nicht nur im Görlitzer Park oder in den Berliner Parks, sondern vielerorts. Dass ausgerechnet Herrmann sich nicht in den Görlitzer Park traut, rief am Freitag heftige Reaktionen hervor. DerKreuzberger CDU-Abgeordnete KurtWansner empfindet das als Bankrotterklärung „Wer wie Frau Herrmann Drogenkriminalität nicht bekämpft, sondern Dealer in Parks ,integrieren‘ will, muss sich über die Folgen nicht wundern.“ Wansners Fraktionschef im Abgeordnetenhaus, Burkhard Dregger, sieht es ähnlich: „Wenn sich Frau Herrmann nachts nicht mehr durch Parkstraut, muss sie sich fragen lassen, was sie in ihrem Bezirkfalsch gemacht hat.“ Bodo Pfalzgraf von der Deutschen Polizeigewerkschaft hat Monika Herrmann nun einen gemeinsamen Nachtspaziergang durch den Görlitzer Park angeboten. „Wir könnten über alle ideologischen Grenzen hinweg mal über die Probleme dortreden“, sagt er.„Aber bis jetzt hat sie sich noch nicht gemeldet.“ Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) meldete sich zu Wort: „Es tut uns leid für die Bürgerin Monika Herrmann, dass sich die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann vor ihrer politischen Verantwortung drückt“, sagt GdP-Sprecher Benjamin Jendro. Es sei skurril, wenn die politisch Verantwortliche seit nunmehr sechs Jahren polizeiliche Maßnahmen erschwert und kriminelle Handlungen bagatellisiert, sich aber mehr Unterstützung durch die Sicherheitsbehörden wünscht. „Dass Frau Herrmann die Existenz vonNo-go-Areas in ihrem Bezirkeinräumt, ist ein erster Schritt“, sagt der FDP-Abgeordnete Marcel Luthe. „Nun müssen weitereFolgen und die Ursachen konsequent bekämpft werden: Gewohnheitskriminelle gehören weder tags noch nachts in Parks, sondern inHaft. Dann kann sich auch Frau Herrmann wieder ohne Angst frei bewegen.“ Angst im Park Kreuzbergs Bürgermeisterin Monika Herrmann hat erklärt, wo es ihr in Berlin zu gefährlich ist –und damit eine heftige Debatte über die Sicherheit in der Hauptstadt ausgelöst VonAndreas Kopietz und MikeWilms „Es ist skurril, wenn die politisch Verantwortliche seit sechs Jahren polizeiliche Maßnahmen erschwert und kriminelle Handlungen bagatellisiert, sich aber mehr Unterstützung durch die Sicherheitsbehörden wünscht.“ Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei Im Görlitzer Park stehen seit Jahrenzahlreiche Dealer an den Eingängen und Wegen und verkaufen Drogen –meist an Partytouristen und Clubbesucher. Die Dealer stammen zum größten Teil aus afrikanischen Ländern. DieAngebotspalette reicht vonweichen Drogen wie Marihuana bis Kokain und Ecstasy. Die Drogenkriminalität zieht Begleitkriminalität nach sich: Diebstähle, Körperverletzungen, Raubtaten. Allerdings seien für die meisten Raubüberfälle auch andere Täter verantwortlich, die nichts mit den Dealern zutun hätten, sagt ein Fahnder. DieKriminalität im Görlitzer Park ist in den vergangenen zwei Jahren wieder gestiegen. So registrierte die Polizei Zuwächse bei Raubtaten und Körperverletzungen. In den ersten vier Monaten dieses Jahres erfasste die Behörde 27 Fälle von schwerer und gefährlicher Körperverletzung. Bei Einsätzen wurden etwa 1000 Menschen überprüft, es gab 45 Festnahmen. In Haft kam niemand. Bei Einsätzen gegen Drogendealer werden auch mehr Polizisten verletzt, weil die Verdächtigen sich heftig wehren oder die Beamten direkt angreifen. So zählte die Polizei im Jahr 2017 insgesamt 17 Angriffe auf ihre Beamte. 45Attacken waren es im vergangenen Jahr und bereits 13 vonJanuar bis Maidieses Jahres. Für den Park gab es schon verschiedene Ideen: von einer Null-Toleranz-Politik über Standflächen für Dealer bis hin zu Parkläufern, die das Gespräch mit Dealernsuchen sollen. Mitte August wagte Innenstaatssekretär Torsten Akmann (SPD) einen Vorstoß: Nachts solle der Park geschlossen werden. Dazu müssten eine bessere Umzäunung installiert und die Eingänge mit Türen versehen werden. Vorbild könnte laut Akmann das Tempelhofer Feld sein, dessen Eingänge ab 22 Uhrgeschlossen werden. Dorthabe man gute Erfahrungen gemacht. Dazu sagte Monika Herrmann am Freitag: „Würde eine Absperrung helfen, das Drogenproblem im Görlitzer Park zu lösen, wäre dies schon passiert. Aber die Drogenszene ist bis Treptowund Neukölln ausgebreitet. Da hilft es nicht, immer nur auf den Görli zu schauen. Wenn die 200 Männer dortnicht mehr dealen können, gehen sie nach nebenan.“ Für Heiterkeit sorgt derweil eine neue Idee, wie man sich mit den Dealern arrangieren könnte: Der Parkrat, ein Anwohnergremium, will an diesem Sonnabend ein Fußballturnier unter dem Motto „Kreuzberg Solidarität“ veranstalten. „Es treten zehn Mannschaften gegeneinander an, überwiegend Menschen aus anderen Ländern, die sich viel im Park aufhalten“, heißt es in seinem Aufruf. In den sozialen Netzwerken ist hämisch von einem „Dealer-Turnier“ die Rede. Der Spielplan steht schon fest: „Senegambia“ tritt gegen „Algeria Tunisia“ an, Senegal gegen Mali“, „224 Guinea“ gegen „Guinea Bissau“. Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr13-14 Uhr), Fax-499 Leser-blz@dumont.de; Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501801 61037 Die schönstenStunden erleben Sie an einem Ort, an dem alles stimmt. Mit Formen, die einfach und klar sind. Ralph Bosshammer GmbH Karl-Marx-Allee 77 –79. 10243 Berlin. Tel. 030 42201520. www.dk-bulthaup.berlin

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