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Berliner Zeitung 15.04.2019

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Dr.Wald: Wiedie Natur Menschen heilt –ein Besuch im Grunewald – Seite 3 Finanztipp: Mit 63 in Rente Seite 6 2°/13° Viel Sonne Wetter Seite 2 Stadtgeschichte: Die schönsten Denkmäler Berlin Seite 10 www.berliner-zeitung.de Dieselskandal: Hat Daimler weiter getrickst? Wirtschaft Seite 6 Montag,15. April 2019 Nr.88HA-75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Hertha verliert auch gegen Hoffenheim Sport Seite 20 Der Trainer passt ins Bild VonChristian Schwager Aito Garcia Reneses kämpft in Valencia um den Titel. Alba Berlin Aito Garcia Reneses hat den richtigen Moment abgepasst. Die Sonne schielt durch die Wolken, die „Ciutat de les Arts iles Ciencies“ liegt am Wasser wie ein Raumschiff, ihre Architektur ist umwerfend. Undweil Reneses,72, das wohl selbst so sieht, hat er das Bild vorzweiTagen auf Instagram gepostet, sein Bild. Alba Berlins spanischer Cheftrainer ist ein passionierter Hobbyfotograf. Er dürfte die „Stadt der Künste“ in Valencia am vorigen Dienstag besucht haben, Stunden bevor seine Basketballer ins Eurocup-Finale starteten. An diesem Montag sind sie wieder dort, diesmal zum dritten und entscheidenden Duell bei Valencia BC. Sie kämpfen in der zweiten europäischen Liga um den Titel. Gut möglich, dass Reneses noch einmal mit seiner Kamera loszieht. Dann, wenn das Team im Hotel ausruht. DieSaat ist ausgebracht, geerntet wirdspäter am Abend. Für diese Ernte hat ihn Alba verpflichtet, wobei sich der Ertrag nicht kurzfristig an Titeln bemisst. Reneses steht für ein Konzept, mit dem die Berliner reichen Klubs aus Spanien oder Russland Paroli bieten wollen. Alba entwickelt Spieler mit Potenzial. Spieler aus der eigenen Jugend, Profis aus der zweiten Reihe. Reneses ist die perfekte Besetzung für diesen Job. Er hat viele Basketballer fit für die weltbeste Liga gemacht, die NBA: Pau Gasol von den Milwaukee Bucks etwa oder Kristaps Porzingis von den Dallas Mavericks. Die Verpflichtung des Trainers im Sommer 2017 wurde Alba daher als Coup angerechnet. Ein Signal ist sie auf jeden Fall. Es kommt an bei Experten und Fans; Reneses wurde zum Eurocup-Trainer 2019 gewählt. Es kommt an bei Spielern. Reneses ist ein starkes Argument für einen Wechsel nach Berlin. Zumal sich der Spielstil nach Art des Madrilenen wohltuend von jener Schule abgrenzt, die lange die Bundesliga prägte. Statt Aggressivität ist Spielfreude gefragt, Defensivarbeit Pflicht, doch Offensivdrang zwingend die Kür. Eigeninitiative sollen die Profis entwickeln, statt millimetergenau einer Strategie zu folgen. Obwohl Reneses einen zentralen Part in diesem Konzept übernimmt, würde es auch unter einem Nachfolger funktionieren. Vielleicht wird der neue Chefcoach Albas Betreuerstab entstammen. Vermutlich aber macht Reneses erst mal weiter. Neulich hat er auf Instagram das Foto von einem Vogel gepostet. Auf Deutsch schrieb Reneses dazu: „Frühling in Berlin. Finken und Rotkehlchen.“ Jemand kommentierte: „Best eurocup coach – best birds photographer in town.“ Reneses und Berlin, das passt. SportSeite 17 „Es wird immer aggressiver“ WarumBerlinhart ist für Radfahrer,der Senat kaum handelt –und andere Städte es besser machen: Ein Gespräch mit dem Rad-Lobbyisten Frank Masurat Berlin Seite 12 Zwei Radfahrer auf einem der üblich schmalen Radwege in Berlin. Merz will zurück in die Politik Derfrühere CDU-Fraktionschef bietet Kramp-Karrenbauer Unterstützung an –Spekulationen um Ministeramt VonMarkus Decker und Tobias Peter In der CDU verdichten sich die Hinweise auf einen Wiedereinstieg des ehemaligen Unionsfraktionschefs Friedrich Merz in die Politik.„Ich möchte,dass die CDU Deutschlands,dass Annegret Kramp- Karrenbauer als unsere Vorsitzende erfolgreich ist. Unddazu möchte ich beitragen“, sagte Merz in Eslohe im Sauerland bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit Kramp-Karrenbauer. Essind Sätze, die aufhorchen lassen in einer Zeit, in der die Unterstützer von Merz noch immer regelmäßig eine wichtige Rolle für ihn einfordern: am liebsten am Kabinettstisch. Merz versuchte sich in Eslohe gleich noch in einer Charme-Offensive, indem er sagte, Treffen mit Kramp-Karrenbauer seien immer „angenehm“ gewesen. Umfragen machen nervös Kramp-Karrenbauer hatte sich bei der Wahl zur CDU-Vorsitzenden nur knapp gegen Merz behauptet. Seitdem hatte es keinen gemeinsamen öffentlichen Auftritt mit Redebeiträgen der beiden ehemaligen Konkurrenten gegeben. „Ich hätte mir auch vorstellen können, dass diese Wahl auch anders ausgeht“, sagte Merz in einer Schützenhalle in seiner sauerländischen Heimat. Der Spiegel berichtete am Wochenende unter Berufung auf Vertraute der Kontrahenten, Kramp- Karrenbauer habe Merz einen Ministerposten in Aussicht gestellt, falls sie einmal Angela Merkel als Kanzlerinnachfolgen sollte.Wirtschaftsminister Peter Altmaier, ein Vertrauter Merkels, gilt als angeschlagen. Der CDU-Wirtschaftsflügel und entsprechende Verbände halten Altmaiers Amtsführung für wenig profiliert – und machen auch kein Geheimnis mehr daraus. Fest steht: Sollte es tatsächlich irgendeine Form der Übereinkunft von Kramp-Karrenbauer und Merz men. Da ist an ein Ministerium zu denken.“ Zwar mache Altmaier eine gute Arbeit, so Sensburg. Doch Merz habe eine unbestreitbare Wirtschaftskompetenz und sei auch rhetorisch herausragend. Im Team wären Kramp-Karrenbauer und Merz „super“. Der CDU-Spitzenkandidat zur Landtagswahl in Thüringen Mike Mohring würde es begrüßen, wenn „Ich möchte, dass die CDU Deutschlands, dass Annegret Kramp-Karrenbauer als unsere Vorsitzende erfolgreich ist. Und dazu möchte ich beitragen.“ Friedrich Merz, unterlegener Kandidat um den CDU-Vorsitz, bei einer Veranstaltung mit Annegret Kramp-Karrenbauer im Sauerland über dessen mögliche Zukunft geben, dann wäre ihre Verbindlichkeit sehr unterschiedlich interpretierbar. Merz dringe auf einen schnellen Wechsel im Kanzleramt, heißt es im Spiegel –denn unter Merkel wolle er nicht Minister werden. Der sauerländische CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg, direkt gewählter Abgeordneter in Merz’ früherem Wahlkreis, sagte der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk Deutschland): „Annegret Kramp-Karrenbauer ist die Parteivorsitzende. Aber Friedrich Merz ist bereit, Verantwortung zu überneh- Merz künftig wieder eine größere Rolle spielen sollte.„Ichwar und bin ein Fanvon Friedrich Merz,der über großen ökonomischen Sachverstand verfügt. Er wird schon im Mai zueiner ersten großen Europakonferenz in Thüringen auftreten“, sagte er.Die Frage nach einem Ministeramt stelle sich gegenwärtig aber nicht. Im ZDF-Politbarometer war die Union zuletzt in der Sonntagsfrage nur noch auf 28 Prozent gekommen, ein Verlust vonzweiPunkten im Vergleich zum Vormonat. Entsprechend nervös ist man in der Union mit Blick auf die Europawahl. IMAGO IMAGES/FLORIAN GAERTNER Die Zeitung Die Welt berichtete unterdessen, Angela Merkel habe ihre Teilnahme an einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung von CDU und CSU am 27. AprilinMünster abgesagt. Unddas,obwohl Kramp-Karrenbauer Merkel um die Teilnahme gebeten habe –und fest mit der Zusage Merkels geplant habe. Millionen mit Aktien verdient Eine CDU-Sprecherin sagte der Berliner Zeitung (RND): „In Absprache mit der Parteivorsitzenden wird die Bundeskanzlerin zur Abschlusskundgebung von CDU, CSU und EVP nach München kommen, darüber freuen wir uns. Abgesehen davon ist ihre erfolgreiche Politik für ein starkes Europa die entscheidende Wahlkampfunterstützung für die CDU.“ Aus Parteikreisen verlautete, der Bericht der Welt über eine angebliche Verärgerung Kramp-Karrenbauers treffe nicht zu. Die Vermögensverhältnisse von Friedrich Merz, die schon im Wahlkampf um den CDU-Vorsitz eine Rolle spielten, waren auch an diesem Wochenende wieder Thema: Denn an einem einzigen Taghat Merz nun 6,5 Millionen Franken verdient – umgerechnet 5,7 Millionen Euro. Möglich macht das ein Börsengang, an dem Merz beteiligt ist. Wie der Schweizer Blick berichtet, hält Merz 150 000 Anteile an dem Schweizer Zugbauer Stadler, der seit Freitag an der Zürcher Swiss Exchange gelistet ist. Merz arbeitet für das Unternehmen als Verwaltungsrat und wurde wie viele andere mit einem Aktienpaket bedacht. (mit dpa) „Bund soll die Verantwortung wahrnehmen“ BER-Streit: Bartsch kritisiert das Verkehrsministerium VonMarkus Decker DerVorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, hat die jüngste Aufforderung des Bundesverkehrsministeriums an den Geschäftsführer des Flughafens BER, Engelbert Lütke Daldrup, kritisiert, bis Mittwoch einen definitiven Eröffnungstermin zu nennen. „Der Bund ist ja selbst Gesellschafter des BER“, sagte Bartsch der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk Deutschland). „Nun versucht er, von dieser Verantwortung durch solche Briefe abzulenken. Das ist absurd. Stattdessen sollte das Bundesverkehrsministerium seine Verantwortung wahrnehmen.“ Die Länder Berlin und Brandenburgsind zu je 37 Prozent und der Bund mit 26 Prozent an der Flughafengesellschaft beteiligt. Verkehrsstaatssekretär Michael Güntner hatte nach Angaben der Bild-Zeitung am Freitag einen Brief an Flughafen-Geschäftsführer Engelbert Lütke Daldrup geschickt mit der Aufforderung, bis zum 17. April mitzuteilen, ob es bei der für den Oktober 2020 geplanten Eröffnung bleibt. Flughafensprecher Hannes Stefan Hönemann sagte der Deutschen Presse-Agentur dazu: „Wir haben den Brief bekommen, und er wird beantwortet.“ Das Antwortschreiben sei aber noch nicht fertig. Zum Inhalt der Antwort sage er nichts, so Hönemann. Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, sagte der Berliner Zeitung (RND) mit Blick auf Berichte über weitere Verzögerungen: „Ich bin nicht überrascht. Denn ich habe wie viele andere erwartet, dass es so kommt.“ Der Fall zeige, „dass der Staat eben doch nicht alles besser macht“. Das Problem sei, soHolznagel, dass mit jedem Jahr des Verzugs die Normen angehoben würden, sodass diese nicht mehr mit dem übereinstimmten, was bis dahin gebaut worden sei. Deshalbmüsse der Baurasch beendet werden. Er fügte hinzu: „Wir haben früh gesagt, dass die Gesamtkosten nicht unter acht oder neun Milliarden Euro liegen werden. Ich fühle mich bestätigt.“ (mit dpa) Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 11016

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