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Berliner Zeitung 15.05.2019

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Berlin auf den Punkt gebracht: Die neue App der Berliner Zeitung Seite 2 4°/15° Viele Wolken Wetter Seite 2 Sex im Alter –was eine neue Berliner Studie verrät Wissenschaft Seite 17 www.berliner-zeitung.de Stasi-Überprüfungen sollen verlängert werden Politik Seite 4 Mittwoch, 15. Mai 2019 Nr.111 HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Berlin, die Hauptstadt der Drogen Berlin Seite 10 Bahlsen Segeljachten und Zwangsarbeit VonJan Sternberg und Simon Benne Verena Bahlsen, Erbin und überzeugte Kapitalistin EswärefürVerena Bahlsen einfach, zu den Guten zu gehören. Die25- jährige Erbin des Keks-Giganten hat einen Teil ihres Geldes in ihr Unternehmen „Hermann’s“ gesteckt, benannt nach ihrem Urgroßvater, Firmengründer Hermann Bahlsen. Mit „Hermann’s“will sie dazu beitragen, die weltweiten Ernährungsprobleme zu lösen –nachhaltig. Wenn da nicht die Vergangenheit wäre. Bahlsen hat im Zweiten Weltkrieg Zwangsarbeiter beschäftigt, das Unternehmen stellte Frontverpflegung her. „Das war vor meiner Zeit und wir haben die Zwangsarbeiter genauso bezahlt wie die Deutschen und sie gut behandelt“, sagte Verena Bahlsen der Bild-Zeitung.„Bahlsen hat sich nichts zuschulden kommen lassen.“ Nunja. „Ich halte diese Aussage für leichtfertig“, sagt Karljosef Kreter, Leiter des städtischen Teams für Erinnerungskultur in Hannover. Er veranschlagt die Zahl der bei Bahlsen beschäftigten Zwangsarbeiter „im vierstelligen Bereich“, es waren vor allem Frauen aus Osteuropa. „Zwangsarbeiterinnen lebten in der Regel in gefängnisähnlichen Zuständen.“ Sie wurden schlechter entlohnt und beiVergehen höher bestraft. Bahlsen zahlte dann – wie viele andere deutsche Firmen – 766 000 Euro an die Stiftung der deutschen Wirtschaft für die Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter. Bahlsens Satz über die Zwangsarbeiterinnen war ihr zweiter schwerer Fehler in den vergangenen Tagen. Der erste Shitstorm traf sie nach ihrer Rede auf der Konferenz „Online Marketing Rockstars“ in Hamburg vergangene Woche. Als Reaktion auf Kevin Kühnerts Sozialismus-Thesen sagte sie: „Ich bin Kapitalistin. Mir gehört ein Viertel von Bahlsen und da freue ich mich auch drüber. (…) Ich will Geld verdienen und mir Segeljachten kaufen von meiner Dividende und so was.“ Bahlsen hat in London und NewYork studiert, dort sind solche Sätze über Reichtum vielleicht gang und gäbe. InHamburg und Hannover eher nicht. Da half es wenig, dass sie in ihrer Rede ebenso sagte: „Ich scheiß auf Wirtschaft, wenn Wirtschaft nicht ein Vehikel ist, um uns als Gesellschaft nach vorn zu bringen.“ VomPalast ins Schloss Welche Spuren der DDR-Geschichte finden sich im Humboldt Forum? In den Neubau ziehen Bilder und Erinnerungen aus dem Palast der Republik ein. Seite11 Wolfgang Mattheuer malte das Bild 1975 und nannte es „Guten Tag“. Es zeigt eine in die Natur ausgreifende Industriestadt –ein über die DDR hinausweisendes Problem. Deutsche Wohnen steigert Gewinn Größter privater Vermieter Berlins erhöht Mieten überdurchschnittlich und attackiert den Mietspiegel VonUlrich Paul Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen profitiert erneut von steigenden Mieten und kritisiert den neuen Berliner Mietspiegel als zu niedrig. „Das bildet eindeutig nicht die realen Marktentwicklungen ab“, sagte Finanzchef Philip Grosse am Dienstag bei der Vorlage der jüngsten Quartalszahlen. Am Vortag hatte Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) den neuen Mietspiegel für die Hauptstadt vorgestellt. Demnach stieg die durchschnittliche Nettokaltmiete in Berlin in den vergangenen beiden Jahren überraschend langsamer als in den Vorjahren: um 2,5 Prozent pro Jahr. Laut Grosse wäre ein Mietanstieg um rund zehn Prozent eine deutlich realistischereGröße. Die Reaktion folgte prompt. Der Geschäftsführer des Berliner Mietervereins (BMV), Reiner Wild, bezeichnete die Äußerungen des Finanzchefs der Deutsche Wohnen als „massiven Angriff auf den Mietspiegel“. DerVerband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU), der den Mietspiegel unterzeichnet hat, müsse sich fragen lassen, wie es sein könne, dass sich sein größtes Mitgliedsunternehmen so abwertend über den Mietspiegel äußere. Erstmals seit 2013 hatten alle an der Erarbeitung beteiligten Vermieterorganisationen den Mietspiegel 2019 wieder unterzeichnet. Bei aller Kritik am Mietspiegel kann sich die Deutsche Wohnen über geringe Mieteinnahmen nicht beklagen. Im Vergleich mit dem ersten Quartal des Vorjahres stieg der Konzerngewinn um 7,4 Prozent auf 111 Millionen Euro.Das Ergebnis aus der Wohnungsbewirtschaftung verbesserte sich den Angaben zufolge von 163,7 Millionen Euro im ersten Quartal 2018 auf 183,7 Millionen Euro in den ersten drei Monaten dieses Jahres. Besonderen Anteil daran haben die Immobilien in Berlin, wo die Deutsche Wohnen mit 111 610 Wohnungen den Löwenanteil ihrer insgesamt 164 400 Wohnungen besitzt. In „Die Quartalszahlen der Deutsche Wohnen machen deutlich, dass sie an ihrer Mieterhöhungsstrategie festhält.“ Reiner Wild, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins den Wohnungen in der Hauptstadt erhöhte die Deutsche Wohnen die Kaltmieten im Schnitt von 6,53 Euro auf 6,76 Euro je Quadratmeter –ein Anstieg von3,5 Prozent. Damit liegen die Mietsteigerungen der Deutsche Wohnen deutlich über der im Mietspiegel ausgewiesenen Entwicklung. Beim Abschluss neuer Verträge in Berlin und im Umland verlangt die Deutsche Wohnen mit durchschnittlich 8,99 Euro je Quadratmeter gar rund ein Drittel mehr als in ihren bestehenden Mietverhältnissen. „Die überdurchschnittlichen Mietsteigerungen der DeutscheWohnen gehen weiter. Und es wird nicht aufhören“, kritisiert Rouzbeh Taheri, Sprecher der Initiative Deutsche Wohnen und Co enteignen. Die Initiative hat Anfang April die Unterschriftensammlung für ein Volksbegehren gestartet, das die Vergesellschaftungvon Immobilienkonzernen mit mehr als 3000 Wohnungen zum Ziel hat.„Während das Unternehmen dieMietenimmer weiter in die Höhe treibt, wird die Instandhaltung vernachlässigt“, sagt Taheri. Die Ausgaben für die Instandhaltung sänken weiter, die von den Mietern zuzahlende Modernisierung werde aber vorangetrieben. Die Deutsche Wohnen verweist dagegen darauf, dass sie imersten Quartal rund 73 Millionen Euro investiert habe,20Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Einen Großteil der Kosten tragedas Unternehmen dabei selbst. (mit dpa) Berlin Seite10 STIFTUNG DEUTSCHES HISTORISCHES MUSEUM; VG BILD-KUNST, BONN2018 EU-Urteil: Arbeitszeit ist zu erfassen Auch Heimarbeit muss registriert werden Der Europäische Gerichtshof hat am Dienstag eine Entscheidung getroffen, die die Arbeitswelt in Deutschland verändern wird: Arbeitgeber sollen verpflichtet werden, die gesamte Arbeitszeit ihrer Beschäftigten systematisch zu erfassen. Alle EU- Staaten müssten dies durchsetzen, entschieden die obersten EU-Richter in Luxemburg. Nursolasse sich überprüfen, ob zulässige Arbeitszeiten überschritten würden. Und nur das garantiere die im EU-Recht zugesicherten Arbeitnehmerrechte. (Rechtssache C-55/18). Nach dem Urteil müssen Arbeitgeber Systeme zur Arbeitszeiterfassung einrichten. Heil prüft Gesetzesänderung Gewerkschaften reagierten erfreut. Für die deutschen Arbeitgeber wirkt die Entscheidung aber wie aus der Zeit gefallen. „Wir Arbeitgeber sind gegen die generelle Wiedereinführung der Stechuhr im 21. Jahrhundert“, teilte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände mit. Die Entscheidung dürfe keine Nachteile für Arbeitnehmer mit sich bringen, die flexibel arbeiteten. Auch künftig kann der Arbeitgeber aus Sicht des Verbands seine Beschäftigten verpflichten, ihre Arbeitszeit selbst aufzuzeichnen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat eine gründliche Prüfung des europäischen Urteils zur Arbeitszeit angekündigt. „Die Aufzeichnung von Arbeitszeit ist notwendig“, sagte Heil am Dienstag in Berlin. Ob nun Gesetzesänderungen in Deutschland notwendig seien, werdegeprüft. Auch Heimarbeit oder Außendienst müsste nach dem Urteil künftig registriert werden, etwa über Apps oder am Laptop. (dpa) Wirtschaft Seite 6, Kommentar Seite 8 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 31020 Trekking··· mit Zufriedenheits-Garantie! Vergiss nicht, rechtzeitig Wanderschuhe zukaufen. Plane für eine Wanderschuhberatung bei uns bis zu 30 Minuten ein. Und wähle dazu die perfekte Leichtausrüstung für deine individuellen Ansprüche. Dannwirdesder perfekte Urlaub. Die OutDOOr-insiDer Karl-Marx-Allee 32 Berlin-Mitte www.camp4.de

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