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Berliner Zeitung 15.07.2019

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Clans, Bars und Spätis: Neukölln ist mehr als das, sagt Bürgermeister Martin Hikel – Berlin Seite 11 Berlin und die neue Grundsteuer Seite 9 14°/19° Starkbewölkt Wetter Seite 2 Rackete, Thunberg, Rapinoe: Die Kraft der Frauen Tagesthema Seite2 www.berliner-zeitung.de Wimbledon: Djokovic gewinnt Drama-Finale Sport Seite 18 Montag,15. Juli 2019 Nr.161 HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Wiesich Union für die Bundesliga fit macht Sport Seite 18 Franz Beckenbauer Licht und ein Schatten vor dem Auge VonChristian Schwager Manchmal machen gesundheitliche Beschwerden den buchstäblichen Sinn von Sprichwörtern deutlich. Bei Franz Beckenbauer ist das so. Der 73 Jahre alte Münchner hat dieser Tage einen Infarkt im Auge erlitten. Das hat er am Wochenende bei der Eröffnung eines Golfturniers zugunsten seiner Franz-Beckenbauer-Stiftung in BadGriesbach mitgeteilt: Auf der rechten Seite, hat er gesagt, sehe er wenig bis gar nichts mehr. Einen Schatten, buchstäblich. Franz Beckenbauer sieht mit dem rechten Auge fast nichts. Ein Schatten im übertragenen Sinn hängt seit einiger Zeit über dem früheren Ausnahmefußballer, dem Kaiser Franz, Weltmeister 1974 als Spieler und 1990 als Teamchef, dem viermaligen Deutschen Meister mit seinem FC Bayern München und 1982 mit dem Hamburger SV. Europapokalsieger, Weltpokalsieger, WM-2006-nach- Deutschland-Holer – er galt als Lichtgestalt. Die einen haben ihn dazu ernannt, andere rückten ihn später ins Zwielicht. Als Oberorganisator der WM in deutschen Landen soll er 2002 über sein Konto einen Millionenbetrag an eine Firmavon Mohamed BinHammam überwiesen haben, seinerzeit Funktionär des Weltverbandes Fifa. Das Geld wiederum stammte vom damaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus. Korruption, hieß es. „Erstunken und erlogen“ seien die Vorwürfe, sagt Beckenbauer. Doch der Öffentlichkeit sei nun mal ein falsches Bild von ihm vermittelt worden, es zu revidieren, aussichtslos. Schleierhaft, noch so ein Wort, das Beckenbauer aus der Seele sprechen könnte. Die Zeit nach der WM 2006 jedenfalls hat ihn viel Kraft gekostet. Es gab Rückschläge, von denen der schwerste nicht einmal etwas mit Fußball zu tun hatte. Eines seiner fünf Kinder starb 2015; Stephan, 46, Nachwuchstrainer beim FC Bayern. Diagnose: Hirntumor. „Ich weiß nicht, ob man das jemals verarbeiten kann“, hat Beckenbauer später einmal gesagt. Zwei Operationen hat er sich danach unterziehen müssen. Bestand ein Zusammenhang zum Verlust des Sohnes? Gut möglich. Es war das Herz, das Franz Beckenbauer damals Probleme bereitete. Weichensteller:Mit seinem Vorschlag hat Berlins Regierender Bürgermeister MIchael Müller (SPD) eine kontroverse Diskussion ausgelöst. VonPeter Neumann Das vorgeschlagene 365- Euro-Jahresticket für Berlin würde die öffentliche Hand enorm belasten. Das geht aus einer internen Hochrechnung der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hervor, von der die Berliner Zeitung erfuhr. Den Kalkulationen des Landesunternehmens zufolge ergäbe sich für die BVG ein zusätzlicher Zuschussbedarf von rund 170 Millionen Euro pro Jahr. Hinzu käme die jährliche Zahlung an die S-Bahn Berlin GmbH, die um circa hundertMillionen Euro aufgestockt werden, hieß es weiter. Damit ergäbe sich allein schon für die beiden größten Nahverkehrsunternehmen der Hauptstadt-Region ein Mehrbedarf von 270 Millionen Euro, wenn der Vorschlag von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) umgesetzt würde. Die anderen Betriebe sind noch nicht eingerechnet. BVG-Sprecherin Petra Nelken äußerte sich zu den internen Zahlen nicht. „Ob ein 365-Euro-Jahresticket für Berlin eingeführt wird oder nicht, ist eine politische Entscheidung, die unser Eigentümer, das Land Berlin, zu treffen hat“, betonte sie aber am Sonntag. „Klar ist aus unserer Sicht, dass er für den Zuschussbedarf, der dann entstünde, aufkommen müsste. Zusätzliche Tarifvergünstigungen müssen wie zusätzliche Angebote entgolten werden.“ Dieser Grundsatz sei eine Voraussetzung dafür, dass die Finanzen der BVG auf einem soliden Fundament bleiben. Bislang hieß es,dass die Umsetzung der Idee,mit der Michael Müller an die Öffentlichkeit getreten ist, den jährlichen Zuschussbedarf um rund hundert Millionen Euro erhöhen könnte. Nun gibt die Schätzung der BVG einen Hinweis darauf, dass dieser Betrag zu niedrig angesetzt ist. In Berlin ist die Zahl der Abokunden, zu denen die Käufer vonJahreskarten gehören, in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Bei der BVG „Ob ein 365-Euro-Jahresticket für Berlin eingeführt wird, ist eine politische Entscheidung, die unser Eigentümer, das Land Berlin, zu treffen hat. Klar ist aus unserer Sicht, dass er für den Zuschussbedarf aufkommen müsste.“ Petra Nelken, Sprecherin der landeseigenen Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) 270 Millionen und der S-Bahn Berlin GmbH summiert sie sich inzwischen auf mehr als 650 000. Es wird erwartet, dass sich der Anstieg fortsetzt, wenn der Preis der Jahreskarte, der heute je nach Zahlungsweise 728 oder 761 Euro beträgt, starksinken würde.Ein Gutachten des Beratungsunternehmens Civity lässt allerdings Zweifel aufkommen, ob die Halbierung des Jahreskartenpreises die erhofften großenWirkungen hätte.InWien, wo der Preis der Jahreskarte für das Stadtgebiet 2012 von 449 auf 365 Euro gesenkt worden ist, halten sich die positiven Effekte in einem engen Rahmen, so die Gutachter. Vor2012 sei in Wien die Zahl der Fahrgäste stark gestiegen, weil neue Strecken gebaut und Fahrzeuge gekauft wurden. Nach der Einführung für Müllers Idee Ein 365-Euro-Jahresticket für BVG und S-Bahn wäre eine enorme finanzielle Belastung für Berlin IMAGO IMAGES des 365-Euro-Tickets nahm das Aufkommen lediglich um etwas mehr als neun Prozent zu, was dem allgemeinen Wachstum des Verkehrs entspräche.Der Anteil des Nahverkehrs an allen Fahrten, die in Wien zurückgelegt werden, sei nicht gestiegen. DieBefunde wecken die Befürchtung, dass sich ein 365-Euro-Ticket auch in Berlin kaum positiv auswirken würde – trotz hoher Kosten. Nach jüngsten verfügbaren Zahlen erhielten die in Berlin tätigen Nahverkehrsbetriebe 2016 rund 710 Millionen Euro vom Land, davon die BVG fast 420 Millionen Euro. Schon die von der Gewerkschaft Verdi erkämpfte Erhöhung der Löhne und Gehälter, die Müller ausdrücklich guthieß, erhöht den Bedarf nun um hundertMillionen Euro proJahr. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bekräftigte Müller seinen Plan, der Teil des nächsten Doppelhaushalts 2022/23 werden könnte.BürgerfordernKlimaschutz, die Finanzlage wäregut.DiesesZeitfenster sollte Berlin jetzt nutzen. Wichtiger wäre es, das Angebot im Nahverkehr zu verbessern, gab der FDP-Verkehrspolitiker Henner Schmidt zu bedenken. „Dann werden die Kunden auch bereit sein, einen angemessenen Preis zu zahlen.“ Kommentar Seite8,Berlin Seite14 AfD: Streit um Höcke verschärft sich In Brandenburg wird der Thüringer Politiker gefeiert Inder AfD verschärft sich der Streit um den thüringischen Landeschef Björn Höcke. Führende westdeutsche AfD-Politiker forderten den Wortführer des rechtsnationalen „Flügels“ auf, beim nächsten Parteitag für die Wahl des Bundesvorstands anzutreten. Beim Auftakt des Landtagswahlkampfs in Brandenburgwurde Höcke am Sonnabend in Cottbus von seinen Anhängern gefeiert. Der Bundesvorsitzende Jörg Meuthen betonte in Cottbus die Geschlossenheit der Partei: „Wir lassen uns nicht spalten.“ Der rheinland-pfälzische AfD- Vorsitzende Uwe Junge sagte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS), wenn jemand wie Höcke meine, nur er wisse, woes lang gehe, dann solle er auch „seinen Hutinden Ring werfen“. Höcke müsse jetzt den Schneid haben, sich den Mitgliedern zustellen. „Dann wäre das dann auch entschieden. Und ich bin mir sicher, er wird scheitern.“ Am vergangenen Wochenende hatte der Thüringer Landesvorsitzende mit einer Kampfansage an den Parteivorstand den Zorn vieler AfD-Politiker auf sich gezogen. In einem am Mittwoch veröffentlichten Appell vonmehr als 100 Mandatsträgern und Funktionären „für eine geeinte und starke AfD“ hieß es,Höcke habe „die innerparteiliche Solidarität verletzt und ist damit unseren Wahlkämpfern und Mitgliedern in den Rücken gefallen“. Beim Wahlkampfauftakt für Brandenburg wurde Höcke mit Sprechchören gefeiert. Aufdie Auseinandersetzung um seine Person ging er nicht ein. In Brandenburg und Sachsen werden am 1. September neue Landtage gewählt, in Thüringen am 27. Oktober. (dpa) Brandenburg Seite 14 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 11029 MEHRWERT WOCHEN 15.07. –10.08.2019 GRATISZUGABEN AUF VIELE MARKENMÖBEL Möbel Hübner GmbH | Genthiner Str. 41 | 10785Berlin | www.moebel-huebner.de

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