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Berliner Zeitung 15.10.2019

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Fußball, Politik und Likes: Die Debatte um Gündogan und Can – Sport Seite 18 Kolumne: Eine Curry mit Gysi Seite 11 12°/21° Sonne und Wolken Wetter Seite 2 Deutscher Buchpreis für Saša Stanišics „Herkunft“ Feuilleton Seite 19 www.berliner-zeitung.de Der Cirque du Soleil zieht an den Potsdamer Platz Berlin Seite 13 Dienstag,15. Oktober 2019 Nr.239 HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Streit um bunte Juwelen – ein Wirtschaftskrimi Seite 3 Eishockey Torwart hinter Gittern VonBenedikt Paetzholdt Dass Petr Cech einen entscheidenden Strafschuss hält, ist an sich nichts Besonderes: Der 37Jahre alte Tscheche ist von Berufs wegen Torhüter. Inseiner Karriere als Fußballprofi wehrte er mehr als 20 Prozent aller Elfmeter auf sein Torab. In der Saison 2011/2012 vermasselte Cech in Diensten des FC Chelsea dem FC Bayern den Champions- League-Titel in der heimischen Arena, als er in der Verlängerung einen Strafstoß Arjen Robbens parierte. Dass Cech allerdings Pucks Petr Cech, beim Eishockey umgeschulter abwehrt, daran Keeper muss man sich gewöhnen. Das Engagement beim britischen Viertligisten GuildfordPhoenix ist eher aus einer Schnapsidee heraus entstanden. Seit seinem Rücktritt vomProfifußball im Sommer mit 202 Spielen ohne Gegentor kehrte er vomFCArsenal zu seinem Herzensklub FC Chelsea zurück. Dort ist er als Berater tätig. Offensichtlich fordert ihn dieser Job nicht umfassend, sodass er sich seiner zweiten Leidenschaft hingibt –bei den Puckjägern, deren Arena eine Dreiviertelstunde vonder Heimat der Fußballer entfernt liegt. Als Tscheche ist die Leidenschaft fürs Eishockey quasi geerbt. Cechs Debüt am Sonntag kann dennoch als sensationell bezeichnet werden. Dass er nur zwei Gegentore kassierte, ist bemerkenswert. Zudem parierte er beim Penaltyschießen einen gegnerischen Versuch und sicherte seinem Team somit den Sieg gegen die Swindon Wildcats. Eswar also nicht nur ein loses Versprechen, als Cech ankündigte, erwolle „dem jungen Team helfen, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen“. Um seinem Hobbynachzugehen, verzichtet Cech gerne auf sein Markenzeichen, einen schwarzen Helm aus Kunststoff. In einem Spiel gegen den FC Reading am 14. Oktober 2006 zogersich beim Zusammenprall mit einem Gegenspieler einen Schädelbasisbruch zu. Seit dem Comeback drei Monate später lief er nie ohne diesen Schutz auf; auch als Statement, um auf die Gefahren für Torhütern aufmerksam zu machen. Als Eishockey-Torwart gehört nicht nur ein Helm, sondern auch ein Gitter vor dem Gesicht zur Ausrüstung. DenÜberblick hat Cech behalten. EU schaut dem Syrien-Krieg zu Die Außenminister können sich nicht auf ein gemeinsames Waffenembargo gegen die Türkei einigen VonDamir Fras und Marina Kormbaki Ein Junge hält ein Plakat von Baschar Al-Assad ins Bild. Zwei Männer tragen ein Spruchband, auf dem Syriens Machthaber in Uniformzusehen ist. Andere zeigen die rot-weißschwarze Fahne Syriens: DieseVideoaufnahmen verbreitet die syrische staatliche Nachrichtenagentur Sana am Montag aus den kurdischen Städten Hasake und Kamischli. Assad und seine Truppen, so die Botschaft, sind hier willkommen. VomBand läuft die syrische Nationalhymne. Doch die feierlichen Klänge passen nicht zum Gesichtsausdruck der Menschen: Fragend schauen sie sich um, beobachten schweigend, wie Syriens Militär die Kontrolle über die kurdische Teilrepublik übernimmt. Der Krieg in Syrien nimmt eine dramatische Wendung. Aus Assad, dem Schlächter, soll jetzt Assad, der Retter, werden. Türkisches Großmachtstreben und amerikanische Chaospolitik haben daran erheblichen Anteil. Aber auch europäisches Unvermögen. Parksünder Für Hunde gilt in Berlin die allgemeine Leinenpflicht. Aber nicht jeder Besitzer hält sich daran. In dieser Woche wird in Grünanlagen kräftig kontrolliert. Berlin Seite 9 Die USA haben die Kurdenregion und Nordsyrien verlassen. Die Türken haben daraufhin eine Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG gestartet. DenTürken haben sich islamistische Milizen angeschlossen. Immer neuen Angriffen ausgesetzt, zogen die Kurden Personal aus den Haftlagern, in denen einstige IS-Kämpfer einsitzen, ab und schickten es an die Front. Hunderte IS-Angehörige entkamen. In ihrer Notrufen die Kurden jetzt Assad und die syrische Armee zur Hilfe. Es ist ein unheilvoller Pakt. Aber sonst ist da niemand, der ihnen helfen könnte. Die Europäer nehmen im Syrien-Konflikt vornehmlich dieZuschauerrolle ein. DenKrieg gegen den IS ließen sie am Boden die Kurden von der YPG ausfechten – jene Kräfte, die jetzt von der türkischen Offensiveüberrannt werden. Die Europäer hatten am Montag die Gelegenheit, gegenüber den syrischen Kurden ihreSolidarität auszudrücken. In Wort und Tat. Doch sie haben sie ungenutzt verstreichen lassen. Der Luxemburger Außenminister Jean Asselborn sagt über die türkische Offensive:„Wir sind als Europäer nicht in der Lage,das zu stoppen. Dasmuss man den Leuten ehrlich sagen.“ In der Debatte der Minister über möglichst wirksame Reaktionen wird schnell klar, dass es nur wenig Aussichten auf ein EUweites Waffenembargo gegen das Nato-Mitgliedsland Türkei gibt. Das hat Schweden vorgeschlagen. Auch gemeinsame Wirtschaftssanktionen sind vorerst nicht zu erwarten. Denn einige Mitgliedsstaaten haben Bedenken, darunter Ungarn, Bulgarien und Großbritannien. Am Ende einigen sich die EU-Außenminister inklusiveder Briten darauf, das türkische Vorgehen in Nordsyrien zu verurteilen. Auch wird in einer gemeinsamen Erklärung begrüßt, dass einige EU-Mitgliedsstaaten entschieden haben, keineWaffen mehr in die Türkei liefernzuwollen. Doch das ist kein formales EU- Waffenembargo,sondernein Bündel aus nationalen Lieferstopps von Waffen und anderen Rüstungsgütern. Frankreich hat sich dazu entschlossen, Schweden und die Niederlande auch. Deutschland macht mit, wenn auch mit einer Einschränkung. Es werde keine neuen Genehmigungen für den Export von Rüstungsgütern geben, die durch die Türkei in Syrien eingesetzt werden könnten, hat Außenminister Heiko Maas (SPD) verfügt. Dass es den Europäern anEntschlossenheit mangelt, liegt nicht zuletzt in Ankaras Rolle für Europas Flüchtlingspolitik begründet. Erdogan droht damit, Flüchtlinge aus Syrien unkontrolliert Richtung Europa zu schicken. In Berlin haben am Montag zahlreiche Menschen gegen den türkischen Militäreinsatz demonstriert. Zu mehreren Demonstrationen am Brandenburger Tor hatten die Gesellschaft für bedrohte Völker und das Bündnis „Riseup4Rojava“ aufgerufen. Mobilisiertwurde über das Internet und über den Messenger- Dienst Telegram. Den ganzen Tag über hatte es bereits Protestaktionen in Berlin gegeben. Unter anderem blockierten etwa 50 Demonstranten das Bundeswehr-Büro ander Friedrichstraße. (mit kop.) Tagesthema Seite 2, Kommentar Seite 8, Berlin Seite 10 IMAGO IMAGES /STEFAN ZEITZ Der Westen dominiert die Ministerien Nur wenige Ostdeutsche in Leitungsebenen vertreten VonMarkus Decker Ostdeutsche sind auf der Leitungsebene von Bundesministerien nach wie vor unterrepräsentiert. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Matthias Höhn (Linke) hervor. Demnach haben von 1750 Referatsleiterinnen und Referatsleiterninden Bundesministerien und im Kanzleramt nur 217 eine ostdeutsche Herkunft; die Angaben für das Verteidigungsministerium fehlen. Dies entspricht einem Anteil von zwölf Prozent –bei einem Anteil von rund 17 Prozentder Ostdeutschen an der Gesamtbevölkerung. Im Kanzleramt sowie im Landwirtschafts-, Finanz-, Verkehrs- und im Umweltministerium lagen die Quoten mit sieben bis elf Prozent sogar noch darunter. Auf der Ebeneder Abteilungsleiter ist der Anteil mit drei von121 noch geringer; dies entspricht einer Quote von 2,5 Prozent. Höhn zufolge zeigt„der Vergleich, wie blockiert Spitzenkarrieren für Ostdeutsche“ immer noch seien. Wenn über 200 Ostdeutsche qualifiziertgenugseien, um Referate zu leiten,aber nur drei vonihnen fähigsein sollten, auch Abteilungen zu leiten, dann beweise dies, dass es an mangelnder Qualifikation nach 29 Jahren Einheit nicht liegen könne. Jeweiter man nach oben schaue, desto mehr nehme die Zahl derOstdeutschen ab. Ostdeutsche sind in Spitzenpositionen fast durchweg seltener vertreten –auchimOsten selbst. Besonders eklatant ist die Unterrepräsentanz im Bereich der Hochschulen und der Justiz.Umdies zu verändern, ist unter anderem eine Ost-Quote im Gespräch. Die aber wird von Experten allein aus rechtlichen Gründen kaum für durchsetzbar gehalten. Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr13-14 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 21042 Jetzt ein Statementsetzen! Berliner Zeitung lesen. 14 TAGE KOSTENLOS TESTEN! (030) 24 00 25 berliner-zeitung.de/testangebot

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