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Berliner Zeitung 15.11.2019

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Niemals geht man so ganz: Uli Hoeneß dankt ab – Seite 3 Netzwerk: Lesen bildet, daddeln nicht Seite 26 4°/12° Wenig Sonnenschein Wetter Seite 28 Paris protestiert gegen Polanski Panorama Seite 28 www.berliner-zeitung.de Die Gewinne der Berliner Landesunternehmen Made in Berlin Seite 6 Freitag,15. November 2019 Nr.266 HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Warum die Grünen auf den Kapitalismus setzen Politik Seite 4 Sprecherin Plötzlich in der SPD VonElmar Schütze Manchmal muss man über seinen eigenen Schatten springen –und sei es für sein eigenes berufliches Fortkommen. Also trat Claudia Kintscher kürzlich in die SPD ein, obwohl sie eine Parteimitgliedschaft als „bisher eigentlich nicht vereinbar mit meinem Beruf“ erachtet hatte. Doch nur so, sagt Kintscher wahrscheinlich völlig zu Recht, konnte sie sich erfolgversprechend auf die vakante Stelle einer Sprecherin der Berliner SPD bewerben. Den Job hat sie bekommen, Claudia Kintscher an diesem Freitag tritt Claudia ist die neue Sprecherin der SPD Berlin. Kintscher ihren Dienst an. Die 50-Jährige stammt aus einer „eher sozialdemokratischen Familie“ (immerhin!) aus Bonn, wo sie Japanologie, Politologie und Volkswirtschaft studiert hat. Seitdem hat sie stets im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gearbeitet. Angefangen hat sie bei Komba, einer Fachgewerkschaft für Beschäftigte der Kommunen. 2007 kam sie mit Komba nach Berlin, 2013 wechselte sie hier zur Fachgemeinschaft Bau, einem Verband der Bauindustrie. Ausgerechnet, möchte man jetzt sagen, denn die Fachgemeinschaft Baugehörtseit Jahren zu den schärfsten Kritikernder auf Regulierung setzenden Wohnungsbaupolitik des rotrot-grünen Senats – also auch des neuen Mietendeckels. Und nun wechselt Kintscher ausgerechnet zur SPD,Anführer der Koalition. „Warum nicht?“, fragt sie, dakönne sich doch ihre Expertise auf der anderen Seite gleich gewinnbringend einbringen. Bisher kann Claudia Kintscher freilich noch gar nicht wissen, welche Expertise ihr neuer Arbeitgeber am nötigsten hat. Die Partei steckt auch in der Bundeshauptstadt noch immer im Umfrageloch. Und das, obwohl sie mit Michael Müller bekanntlich den Regierungschef stellt. Aber auch Müllers eigene Sympathiewerte sind bescheiden. Wie eng Kintscher künftig mit Müller zusammenarbeiten wird, um „unglaublich viel gestalten zu können“, wie sie sich vorgenommen hat, wird sich zeigen. Bisher war die Senatskanzlei das absolute Machtzentrum der SPD, die Zentrale im Kurt- Schumacher-Haus in Wedding spielte öffentlich keine große Rolle. Wird Teslas Gigafactory 4in Brandenburg abgehen wie eine Rakete? Tesla-Chef Elon Musk ist auch Gründer des Raumfahrtunternehmens SpaceX. VonTorsten Harmsen Der US-amerikanische Visionär Elon Musk beschäftigt seit Tagen Berlin und Brandenburg. Er ist nicht nur Mitbegründer von Internetfirmen wie Paypal und Chef des 2002 gegründeten privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX, das irgendwann Menschen zum Mars bringen will. Nun will sein Elektroauto-Unternehmen Tesla im brandenburgischen Grünheide im großen Stil E-Autos, Antriebsstränge und Batterien bauen. In Berlin wiederum soll ein Forschungs- und Entwicklungszentrum entstehen. Doch was bedeutet die Ankündigung Elon Musks für die Region, abgesehen von der Debatte um Arbeitsplätze? Teslas sogenannte Gigafactory 4 könnte den generellen Wandel der deutschen Autoindustrie in Richtung Elektromobilität unterstützen, sagt der Innovationsexperte Dietmar Harhoff. „Das bringt Wind rein, das hilft uns,innovativer zu werden“, erklärte der Direktor des Münchner Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb. Wie der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber jüngst der Berliner Zeitung sagte, könnte Brandenburg mit seiner Nähe zu Berlin „ein Der große Schub Es geht um mehr als Autos und Tesla: WieElonMusk eine neue Technik-Begeisterung in Deutschland weckt führendes Innovationsland für Nachhaltigkeit in Deutschland werden“. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) verwies bereits auf verfügbaren Ökostrom im Land, der Tesla neben anderen Dingen bewegt habe, sich für Brandenburgzuentscheiden. Mit der Ansiedlung der Tesla-Gigafactory würde Berlin-Brandenburgzueinem Zentrum für die Verkehrswende in Europa werden, meint Jan Hinrich Glahr, Landesvorsitzender Berlin- Brandenburg des Bundesverbandes WindEnergie (BWE). „Die Tesla-Gigafactory zeigt: Wir brauchen den Windstrom, der hier bei uns in Brandenburg erzeugt wird“, sagt Glahr. „Die Landesregierung darfden Ausbau der Windenergie daher nicht weiter bremsen.“ Von der Größenordnung her wäre Teslas „Das bringt Wind rein, das hilft uns, innovativer zu werden.“ Dietmar Harhoff, Direktor des Münchner Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb Gigafactory 4ein guter Motor für die Transformation, die mit dem Ende des Kohlezeitalters in der Region in Gang kommen soll. ZumVergleich: In der Lausitzer Braunkohle sind derzeit etwa 8000 Menschen beschäftigt. Die geplante Tesla-Fabrik in Grünheide könnte am Ende bis zu 7000 Stellen haben. Und ein industrieller Ersatz für die Braunkohleindustrie wird bereits seit langem gesucht. Auch besäße das Land mit dem Lausitzring eine ideale Teststrecke für E-Fahrzeuge vonTesla. Mit Teslas Werk und dem Entwicklungszentrum könnte Berlin seine Rolle als Technologie-Standort ausbauen. Unter anderem bei der Batterieforschung. Die Technische Universität (TU) Berlin besitze hier „eine weitreichende Expertise, von IMAGO IMAGES der Material-, Elektroden- und Zellherstellung bis hin zum Recycling“, teilte die TU am Donnerstag mit. Sie sei Partnerin des deutschlandweiten Kompetenznetzwerkes Lithium-Ionen-Batterien (Klib). Die Forschung könnte befeuert werden vom Engagement Elon Musks in der Region. Denn Tesla ist führend bei der Entwicklung leistungsfähiger Batterien. Erst im September beschrieb eine von Tesla unterstützte Forschergruppe an der Dalhousie University im kanadischen Halifax die Entwicklung einer Lithium-Ionen-Batterie, mit der ein E-Auto mehr als 1,6 Millionen Kilometer –etwa 40-mal um die Erde –fahren und rund 4000 Ladezyklen überstehen könne. Eingesetzt werden könnte sie in „Robotaxis“ und Langstrecken-E-Lastern, wie sie Teslaentwickelt. Wenn der Produktions- und Forschungsstandort erst einmal gebaut und entwickelt ist, wäre sicher vieles denkbar.Denn neueste Technologien werden nicht nur für Autos gebraucht. In seinen beiden US-Gigafactorys in Nevada und NewYorkentwickelt Tesla etwa auch Akkus für stationäre Stromspeicher – etwa auf Häusern –sowie Solarziegel und Fotovoltaik-Module. Die Region Berlin- Brandenburg könnte davon profitieren. (mit dpa) Tagesthema Seite 2 Bundestag schafft Soli für fast alle ab Vorallem Familien werden entlastet Die meisten Bundesbürger müssen von 2021 an keinen Solidaritätszuschlag mehr zahlen, beschloss der Bundestag am Donnerstag. Nur die einkommensstärksten 3,5 Prozent der Steuerpflichtigen werden weiterhin voll zur Kasse gebeten. Dazwischen ist es nach Einkommen gestaffelt. Der Abbau sei möglich, weil die Deutsche Einheit weit vorangekommen sei, sagte Finanzminister Olaf Scholz (SPD). Der Soli war als Sondersteuer vor allem für den Aufbau Ostdeutschlands nach der Wende eingeführt worden. Er beträgt 5,5 Prozent der Körperschaft- und der Einkommensteuer, imvergangenen Jahr brachte er 18,9 Milliarden Euro Einnahmen. Durch den Teil-Abbau nimmt der Bund ab 2021 rund 10,9 Milliarden Euro weniger ein. Ab welchem Einkommen künftig noch Soli fällig wird, kann man nur ungefähr sagen, da es bei der Einkommensteuer unterschiedliche Freibeträge etwa für Kinder oder verheiratete Paare gibt. Laut Finanzministerium wirdeine Familie mit zwei Kinderninetwa bis zu einem Jahresbruttolohn von 151 000 Euro voll entlastet, Singles bis zu einem Jahresbruttolohnvon rund 73 000 Euro. Besonders Steuerzahler mit mittlerenEinkommen profitieren. Der Streit um den Rest-Soli geht aber weiter. Der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven, kündigte eine Verfassungsbeschwerde an. Vor allem Unternehmer, Selbstständige, aber auch gut verdienende Facharbeiter würden weiter belastet. „Der Soli ist somit eine Strafsteuer für die Mitte der Gesellschaft“, sagte Ohoven. Ähnlich sieht es die FDP.Die AfD hält die Abgabe für eine verkappte Vermögenssteuer. (dpa) Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr13-14 Uhr), Fax-499; leser-blz@berlinerverlag.com Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@berlinerverlag.com Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 51046 Besser hier.Besser wir. Joachimsthaler Str. 5–6 ·Friedrichstr.150 ·Schlossstr.18 Wilmersdorfer Str.125 ·Bayreuther Str.37–38 Goldpreisauf Höhenflug!JetztGold undSchmuck zu TopPreisen verkaufen. Hier bekommen Siemehrfür Schmuck, Uhrenund Diamanten. Auch Hausbesuche! 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