Aufrufe
vor 2 Jahren

Berliner Zeitung 16.02.2018

  • Text
  • Berlin
  • Berliner
  • Februar
  • Deutschland
  • Zeitung
  • Welt
  • Deutschen
  • Shades
  • Deutsche
  • Zeit
  • Berlin.de

Berliner Zeitung

Coworking modern: Das Bett neben dem Schreibtisch – Seite 27 . . Freitag, 16. Februar 2018 Nr.40HA-74. Jahrgangwww.berliner-zeitung.de 1.50 € Berlin/Brandenburg -1.60 € Auswärts/D* ................................................................................................................................................................................................................................................................................................................... B E R L I N A L E Ab jetzt wird alles besser V ON KATJA BERLIN Ich liebe die Berlinale. Nicht nur der Filme wegen, sondernauch, weil sie für mich das Ende des Berliner Winters einläutet. Menschen, die noch nicht lange hier wohnen, tröste ich im Januar immer mit dem Hinweis,dass sie nur noch bis zur Berlinale aushalten müssen. Ab dann wirdalles besser. In diesem Zusammenhang empfehle ich eine Art rituellen Abschied vom Winter, der während der Filmfestspiele vollzogen werden kann. Dafür sucht man sich zunächst im Programm einen passenden Film aus, etwa einen traurigen französischen Arthouse-Film in Schwarz-Weiß, möglichst mit Überlänge. Dann geht man alleine ins Kino,setzt sich ins Dunkle und spürt langsam die Verzweiflung in sich aufsteigen. Mandenkt, es gehe nie zu Ende,kann aber auch nicht fliehen, weil man irgendwo in der Mitte sitzt. Doch selbst der längste Autorenfilm hört irgendwann auf, und man darfzurück ins Licht. Undgenauso verhält es sich mit dem Winter in Berlin. Ich kaufe Tickets immer online. Mit Schnelligkeit und einem Quäntchen Glück bekommt man so auch Karten für Wettbewerbsfilme. Für das richtige Berlinale-Erlebnis rate ich allerdings, ungefähr eine Stunde nachVerkaufsstartauf dieWebseite zu gehen. Dann sind nur noch Filme verfügbar, deren Herkunftsländer man erst googeln muss.Hier beginnt für mich das Festival. Die Wettbewerbsfilme laufen später meistens noch im Kino, aber die kleinen Produktionen kann man nur jetzt auf großer Leinwand sehen. Wenn man ein bisschen Kontrollverlust in Kauf nimmt und einfach blind die noch verbliebenen Eintrittskarten kauft, bekommt man mitunter zauberhafte Geschichten erzählt. Falls Ihnen das zu wagemutig scheint, empfehle ich die Berlinale Shorts. Die Kurzfilme dauern maximal 30 Minuten. Verkünstelte oder langweilige Filme könnte man überbrücken, indem man im Geiste die Einkaufsliste für morgen zusammenstellt. Mein größter Tipp aber ist, das eben nicht zu tun, sondern sich auf neue Perspektiven und Erzählweisen einzulassen. Vorallem in Zeiten von Netflix und Amazon Prime Video, in denen uns Algorithmen nur noch empfehlen, was unseren Vorlieben entspricht, finde ich die Berlinale so wichtig. Endlich können wir mal wieder unsereeigenen Geschmackspfade verlassen. Wenn die Filme sich dann wirklich als sehr anstrengend entpuppen, ist das auch kein Drama. Sie wissen ja, alles hat ein Ende.Sogar der Berliner Winter. Unsere Berlinale-Kolumne schreiben im täglichen Wechsel Katja Berlin und Jochen-Martin Gutsch. Lotto-Quoten 16 ................................................................................................................. Rätsel, Sudoku 13, 29 ................................................................................................................. Kleinanzeigen 13, 15 Berliner Verlag GmbH,10171 Berlin Redaktion: (030) 6333 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax –499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)2327-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27 -50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de ................................................................................................................. Postvertriebsstück A6517 /Entgelt bezahlt Happy End Unfassbar: Aljona Savchenko und Bruno Massot gewinnen überraschend doch noch Gold im Paarlauf. SportSeite 22 Das Berliner Schul-Problem In der Hauptstadt entscheiden immer noch der Wohnort und der soziale Status der Eltern über den Bildungserfolg der Kinder –allen Reformen zum Trotz. Es gibt ein klares West-Ost-Gefälle V ON MARTIN KLESMANN Die Postleitzahl, unter der ein Berliner Schüler gemeldet ist, entscheidet immer noch stark über seinen schulischen Erfolg –oder Misserfolg. Trotz aller Anstrengungen der SPD-dominierten Berliner Bildungspolitik samt der vor acht Jahren umgesetzten Schulreform hat sich daran wenig geändert. In Steglitz-Zehlendorf machten zum Beispiel im vergangenen Schuljahr fast zwei Drittel aller Schulabgänger das Abitur. In Marzahn-Hellersdorf war der Anteil der Schüler mit Hochschulreife nicht einmal halb so hoch (31,8 Prozent). Das geht aus der Antwort der Bildungsverwaltung auf einer parlamentarische Anfrage des SPD-Abgeordneten Joschka Langenbrinck hervor. Er hatte nach den Abschlüssen der Schulabgänger des vergangenen Schuljahres gefragt. Und noch etwas sticht hervor. Auch im vergangenen Schuljahr verließ immer noch fast jeder zehnte Jugendliche die Schule ohne Abschluss (9,7 Prozent). Dieser Wert ist kaum besser als in den vergangenen Jahren. Damit wurde ein erklärtes Ziel der Schulreform, die Abbrecherquote deutlich zu senken, auch nach sieben Jahren nicht erreicht. „Das werden wir so nicht hinnehmen“, sagte Maja Schulabgänger in Berlin im Schuljahr 2016/17 an öffentlichen allgemeinbildenden Schulen, Angaben in Prozent Abitur ohne Abschluss Steglitz- Zehlendorf Charlottenb.- Wilmersdorf Reinickend. Pankow Tempelhof- Schöneberg Mitte Friedrichsh.- Kreuzberg Treptow- Köpenick Lichtenberg Spandau Neukölln Marzahn- Hellersdorf Berlin gesamt 5,1 8,8 4,7 11,6 6,2 11,6 11,3 6,6 8,7 14,9 48,7 45,1 45,1 42,4 41,2 40,6 40,4 40,3 36,3 16,9 31,8 12,8 9,7 45,7 64,6 58,5 BLZ/HECHER; QUELLE: ABGEORDNETENHAUS BERLIN Lasic, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Die Schulen in sozialen Brennpunkten müssten weiter gestärktwerden. Immerhin wolle die Fraktion hier mehr Sozialarbeiter einsetzen und auch einen Bonus für dortarbeitende Lehrer erwirken. Ob der Anreiz über einen finanziellen Zuschlag oder über Ermäßigungsstunden geschaffen werde, sei noch unklar. Neu ist, dass nach Neukölln nun der Außenbezirk Spandau die meisten Jugendlichen ohne Schulabschluss vorweist. Offenbar auch eine Folge davon, dass Familien mit mitunter geringerem Bildungsstand wegen der steigenden Mieten dorthin verdrängt werden, worauf einige Bezirkspolitiker hinweisen. Verwunderlich ist zudem, dass der Anteil der migrantischen Schulabbrecher in einzelnen Bezirken wie Treptow-Köpenick oder Neukölln teils mehr als doppelt so hoch wie der der deutschstämmigen Schüler, dieser Unterschied woanders aber längst nicht so groß ist wie etwa in Mitte.Ohne jegliches Abschlusszeugnis droht jungen Menschen die dauerhafte Abhängigkeit von Sozialleistungen. Auffällig ist auch ein Ost- West-Unterschied, der nachzuwirken scheint. In den betont (besitz)-bürgerlichen Bezirken wie Steglitz-Zehlendorf oder Charlottenburg-Wilmersdorf legen besonders viele Jugendliche das Abitur ab, vornehmlich an den vielen Gymnasien. Hier wird auch kräftig in Nachhilfe investiert, wie diverse Institute bezeugen. In östlichen Bezirken ist der Drang ans Gymnasium nicht so stark ausgeprägt. Dort besuchen anteilmäßig mehr Schüler die Sekundarschulen. Sieschließen auch häufiger mit dem Mittleren Schulabschluss (MSA) – früher Realschulabschluss –ab, was eine gute Grundlage für eine duale Ausbildung ist und zeigt, dass eine Lehre hier noch einen höheren Stellenwert hat. „Wir haben fünf staatliche Gymnasien im Bezirk, damit scheinen wir auszukommen“, sagt Jörg Spieler, Direktor des Hellersdorfer Melanchthon-Gymnasiums. Insgesamt entscheidet natürlich auch das Elternhaus über die Bildungsperspektiven. Erfährt ein Kind viel Anregung, wirdihm regelmäßig in jüngsten Jahren vorgelesen, macht sich das später positiv bemerkbar. Berlinweit erreichten im Schuljahr 2016/17 knapp 33 Prozent eines Jahrgangs den MSA, knapp acht Prozent die erweiterte Berufsbildungsreife –früher Hauptschulabschluss –und 5,6 Prozent die Berufsbildungsreife. Unter den Abiturienten waren junge Frauen übrigens wesentlich häufiger vertreten als junge Männer. Letztere brechen hingegen häufiger die Schule ab. GETTY IMAGES/HARRY HOW [M] 4 O L Y M P I A 2 0 1 8 Mixed-Staffel der Rodler ist unschlagbar Diedeutschen Rodler haben zum Abschluss ihrer Rennen bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang erneut Gold im Teamwettbewerb gewonnen. Natalie Geisenberger,Johannes Ludwig und die Doppelsitzer Tobias Wendl und Tobias Arlt wiederholten damit den Olympiasieg bei der damaligen PremiereinSotschi 2014. Silber ging an Kanada, Bronzesicherte sich Österreich. Svindal siegt in der Abfahrt, Dreßen wird Fünfter Thomas Dreßen hat die erhoffte Medaille in der olympischen Abfahrtverpasst. Als Fünfter sorgte der Skirennfahrer aus Mittenwald am Donnerstag jedoch für das beste Winterspiele-Resultat eines deutschen Abfahrers seit 26 Jahren. Den Olympiasieg vonPyeongchang sicherte sich der Norweger Aksel Lund Svindal vorseinem Teamkollegen Kjetil Jansrud und dem Schweizer Favoriten Beat Feuz. Drittes Rennen, dritte Medaille für Dahlmeier AFP/FRANÇOIS-XAVIER MARIT Laura Dahlmeier schaffte es wieder aufs Treppchen. DieBiathletin LauraDahlmeier hat auch in ihrem dritten Rennen bei den Olympischen Spielen ihreErfolgsspur nicht verlassen. Im Einzelrennen über 15 Kilometer eroberte sie sich die Bronzemedaille.Entscheidend war diesmal ein Schießfehler.Gold holte Hanna Öbergaus Schweden. Silber ging an Anastasiya Kuzmina aus der Slowakei. Beiden Männernlief es dagegen nicht so gut, im sechsten Biathlon-Wettbewerb in Pyeongchang gab es erstmals keine deutsche Medaille.Beim Sieg des Norwegers Johannes Thingnes Bö musste sich Erik Lesser als bester DSV-Athlet mit dem neunten Platz begnügen. Olympia Seiten 19 bis 22 WETTER BERLIN: Es wirdwolkiger,aber es bleibt trocken. Höchsttemperatur 7Grad, nachts 0Grad. Seite 2 194050 501504 51007 dtgv.de TESTSIEGER Goldankauf- Filialisten Test 02/2016 6Anbieter

2019

2018