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Berliner Zeitung 16.03.2019

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Terror und Trauer: Reportagen aus Neuseeland und einer Berliner Moschee – Report Seiten 2und 3 Anzeige Anzeige Altpapierrecycling kostengünstig und zuverlässig Entsorgungslösungen für Gewerbe und Industrie www.bartscherer-recycling.de www.bartscherer-recycling.de 4°/8° Regenwochenende Wetter Seite 16 AM WOCHENENDE www.berliner-zeitung.de Heute mit Service und Immobilien Sonnabend/Sonntag,16./17. März 2019 Nr.63HA-75. Jahrgang Auswärts/D*: 2.00 € Berlin/Brandenburg: 1.80 € Anzeige Im Magazin: Das Holz, aus dem die Träume sind Kein Bauregt die Fantasie so an wie die Hütte Seiten 2und 3 Auf der Ochsentour ins Glück Diesagenhafte Karrieredes Axel„Aki“ Bosse Seiten 4und 5 Hellhörige Altbauten Jochen-Martin Gutsch und die Nachbarn Seite 10 Anzeige www.atala.de Tausende bei der Schüler-Demo Berlin Seite 9 Biermanns Bekenntnisse Ein Gespräch mit Wolf Biermann über sein Gefühl für Berlin –über alte Freunde, alte Feinde und neue Liebesgeschichten. Feuilleton Seiten 26 und 27 DPA/WALTRAUD GRUBITZSCH Da ist der Eisbär los Berlin Seite 15 Christchurch liegt 18 000 Kilometer von Berlin entfernt. Am anderen Ende der Welt. Und doch kommen uns die Bilder, die Nachrichten, das Entsetzen nach dem Terroranschlag auf Muslime in der neuseeländischen Stadt so nah, so seltsam vertraut vor. Das ist nicht verwunderlich. Die Tat folgt einem terroristischen Denken, das auch hier wohlbekannt ist. Sie folgt einer rassistischen Weltanschauung, die in Deutschland einst mörderische Staatsräson war. Dieses Denken ist immer noch unter uns, esgewinnt sogar wieder mehr Raum und Öffentlichkeit als seit Jahrzehnten. Und esschlägt immer wieder auch in todbringenden Terror um. Geistige Verwandtschaft zum NSU Die Mordserie des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds, der neun in Deutschland lebende Muslime und eine Polizistin zum Opfer fielen, ist so ein Beispiel. Oder das Massaker des Massenmörders Anders Breivik an norwegischen Kindern und Jugendlichen 2011. Er war mit seiner rechtsextremistischen und islamfeindlichen Einstellung ein geistiger Verwandter des NSU. Vordem Hintergrund der Todesschüsse von Christchurch erhalten die anonym verschickten Mails eine neue Brisanz, mit denen linke Politiker, Anwälte und Journalisten in Deutschland seit Monaten voneiner „Nationalsozialistischen Offensive“ bedroht werden. Die Absender kündigen darin an, Briefbomben zu verschicken und Menschen auf offener Straße zu exekutieren. Ähnlich bedroht wird die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz, die im NSU-Prozess Angehörige von Opfern der Mörderbande vertreten hat. Hier besteht sogar der Verdacht, dass die Angriffe aus dem Polizeiapparat heraus gestartet wurden. Den ideologischen Überbau liefert derweil die rassistische „Identitäre Bewegung“, die radikal völkische Ideen vertritt und bis in die AfD hinein vernetzt ist. Dies zeigt auch, dass ein Gedankengut, das Jahrzehnte lang in Deutschland nur im Verborgenen extremistischer Splittergruppen gepflegt werden konnte,immer weiter in den gesellschaftlichen Diskurs vordringt. Dass die Trauerfeier für einen Rechtsextremisten im Chemnitzer Fußballstadion in der vergangenen Woche vonden Verantwortlichen desVereins erst im Nachhinein für problematisch erkannt wurde, das ist durchaus symptomatisch für diese Entwicklung. Dasgleiche Muster radikal identitären Denkens findet sich auf der anderen Seite des Terrorismus. Dort, wo Islamisten ihren Kampf gegen „Ungläubige“ mit Anschlägen auf Unschuldige führen und ihn auch in die westlichen Metropolen tragen, wie Berlin es bei dem Anschlag auf Christchurch und wir Der Anschlag auf die beiden Moscheen in Neuseeland richtet sich nicht nur gegen Muslime. Er ist ein Angriff auf alle offenen, toleranten Gesellschaften. Ein Kommentar VonHolger Schmale Christchurch: Ein Polizist sichertdie Straße in der Nähe eines Tatorts. AP den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche erleben musste. Dies ist ein Terrorismus, der in einer islamistischen Parallelwelt gedeiht, die sich bewusst vonder westlichen Gesellschaft abschottet und deshalb so schwer zu erkennen und zu bekämpfen ist. Das gilt für den geistigen Nährboden der Rechtsterroristen nicht. Er wurde und wirdmitten in unserer Gesellschaft, unter den Augen und Ohrenaller,bereitet. „Der Schoß ist fruchtbar noch“, schrieb Bertolt Brecht einst in seinem Stück über den Aufstieg des Arturo Ui, einer Parabel über den Aufstieg Adolf Hitlers. Man hat diese Warnung lange ignoriert. Dass auch bürgerlichen Stichwortgebern der neuen Rechten nicht entschieden genug entgegengetreten wurde, rächt sich nun. Offene Gesellschaften zeichnen sich durch Toleranz gegenüber Andersdenkenden aus. Indem Sinne äußerte sich am Freitag auch Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Das ist ein Anschlag, der gegen Muslime gerichtet ist. Er ist damit auch ein Anschlag auf die neuseeländische Demokratie und auf die offene und tolerante Gesellschaft. Wir teilen diese Werte mit Neuseeland.“ Gerade diese Toleranz aber erzeugt den Hass engstirniger Identitärer jeglicher Couleur, die nur ihre Rasse, ihren Glauben, ihre Überzeugung für allgemeingültig und allen anderen überlegen halten. Daraus nährt sich der Terrorismus, daraus ziehen ihre extremsten Aktivisten das Recht, diese Gesellschaften anzugreifen. Oft suchen sie sich dabei die Schwächsten als Opfer aus: Gläubige,die sich im Schutz ihres Gotteshauses besonders sicher fühlen, wie jetzt in Christchurch. Oder Kinder in einem Ferienlager,die der Norweger Breivik gezielt erschossen hat. Oder arglose Besucher eines Weihnachtsmarkts, wie der Islamist Anis Amri inBerlin. Oder Besucher einer Synagoge in Pittsburgh, wo im vergangenen Herbst ein Antisemit elf Menschen getötet hat. Tolerant,aber nicht naiv Offene Gesellschaften sind tolerant, aber sie dürfen nicht naiv und beliebig im Umgang mit ihren Kritikern sein, sie müssen wehrhaft sein. Das bedeutet, schon den Anfängen totalitären, rassistischen Denkens entgegenzutreten. UndSolidarität mit denen zu üben, die angegriffen wurden. Die neuseeländische Ministerpräsidentin hat genau dies am Freitag getan: „Wir sind eine stolze Nation mit mehr als 200 Volksgruppen, 160 Sprachen. Und in dieser Vielfalt teilen wir gemeinsame Werte. Und der Wert, den wir jetzt hochhalten, ist unser Mitgefühl und unsere Unterstützung für die Gemeinschaft derjenigen, die direkt von dieser Tragödie betroffen sind“, erklärte sie. Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499 Leser-blz@dumont.de; Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501801 61011 BEIKÖNIG: OHNE ANZAHLUNG! JETZT5.000 €ABWRACKPRÄMIE FÜR IHRENGEBRAUCHTENSICHERN 1) ! Renault Mégane Kombi Limited Deluxe TCe 115 GPF · Klimaautomatik · Navigationssystem · Einparkhilfe vorne und hinten ·5J. Herstellergarantie ·*zzgl. 799 €für Bereitstellungskosten ·mtl. 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