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Berliner Zeitung 16.05.2018

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Fahrlässige Tötung: Ermittlungen nach Radfahrer-Unfall – Brandenburg Seite 16 TomWolfe ist tot –ein Nachruf Seite 22 14°/22° Schauer und Gewitter Wetter Seite 12 Stress, lass nach: Berliner haben Rücken Kommentar Seite 8, Berlin Seite 12 www.berliner-zeitung.de Henry Hübchens „Spätwerk“ in der ARD Medien Seite 23 Mittwoch, 16. Mai 2018 Nr.112 HA -74. Jahrgang Auswärts/D**: 1.60 €–Berlin/Brandenburg: 1.50 € Özil und Gündogan: Trikots, Profit und Politik Leitartikel Seite 8 Fußball-WM Löws Joker aus dem Harz VonJörg Winterfeldt Das waren mal gute Nachrichten für den FC Einheit Wernigerode. DerKlub im Harz hat schwereSchicksalsschläge verkraften müssen, nicht zuletzt, als neulich die 40 Jahre alte baufällige Tribüne abgerissen werden musste.Aber nun hat es einer,den der Klub hervorgebracht hat, bis in die Nationalmannschaft, und, mit ein bisschen Glück, zur WM-Teilnahme gebracht: Nils Petersen, 29, ein Stürmer, der über Jena, Cottbus, den FC Bayern und Werder Bremen beim kleinen SC Freiburggelandet ist. Nils Petersen Dort hat er fährtmit nach eine besondere Russland –vielleicht. Spezialität entwickelt, die ihn offenkundig WM-tauglich gemacht hat: Jokertore, seit der Saison 2016/17 hält er mit 19 Treffern als Einwechselspieler den Rekord. In der abgelaufenen Spielzeit hat kein anderer deutscher Torjäger es auf 15 Tore gebracht wie Petersen. Der hatte sich erst im vorigen Sommer feierlich ins Goldene Buch seiner Heimatstadt eingetragen. Nun erfuhr der Präsident seines Jugendvereins beim Autofahren aus dem Radio von der Sensation: „Mir ist fast das Herz stehengeblieben“, sagte FC- Einheit-Boss Helmut Homann. Um Petersen erstmals zu nominieren, hat Bundestrainer Joachim Löw überraschend auf erfahrenere Spieler wie Sandro Wagner verzichtet. Das ist interessant, weil Löw gelegentlich in der Kritik steht, übermäßig oft Spiele seines früheren Klubs Freiburg zu besuchen. „Nils hat bei einer Mannschaft, die wahrlich nicht in jedem Spiel wahnsinnig viele Torchancen herausspielt, 15 Tore erzielt“, lobte Löw: „Wenn er reinkommt, ist er sofortda. Mein Gefühl sagt mir,dass er mit der Aufgabe wächst. Vonihm verspreche ich mir einiges.“ Eine Unsicherheit bleibt: Biszum 4. Juni muss Löw von27ausgewählten Kickern vier streichen. SportSeite 20 Das Geld-Geflecht Der Verkauf des Kudamm-Karrees passt in eine Reihe dubioser Immobiliengeschäfte – Teil 3der exklusiven Recherche der Berliner Zeitung Seiten 2und 3 Dashcam-Aufnahmen sind künftig vor Gericht als Beweismittel nach Unfällen zugelassen VonMelanie Reinsch Das Aufzeichnen des Straßenverkehrs mit einer Kamera am Armaturenbrett ist illegal. Trotzdem dürfen die Aufnahmen bei einem Unfall vor Gericht in einem Zivilprozess als Beweismittel verwertet werden. Zu diesem Urteil kam am Dienstag der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Injedem Einzelfall müsse zwischen den Interessen abgewogen werden, argumentierten die Richter. Konkret ging es um einen Unfall, bei dem zwei Autos beim Linksabbiegen seitlich miteinander kollidiert waren. Der Kläger behauptete, der andere Fahrer sei auf seine Spur gewechselt. Seine Unschuld wollte er mit Hilfe der Aufzeichnungen aus seiner Dashcam beweisen. Das Amtsund Landgericht ließen das Bildmaterial jedoch nicht zu, der Bundesgerichtshof entschied nun anders. Vorsicht,Kamera! Zwar sei die Aufzeichnung nach datenschutzrechtlichen Bestimmungen unzulässig, da sie ohne die Einwilligung des betroffenen Fahrers geschehen sei. Trotzdem sei sie verwertbar und führe im Zivilprozess „nicht zur einem Beweisverwertungsverbot“, so die Richter. Das Interesse des Klägers an der Durchsetzung seiner zivilrechtlichen Ansprüche überwiege gegenüber der informationellen Selbstbestimmung. Zudem argumentierten die Richter, dass die Kameranur Vorgänge im öffentlichen Raum aufgezeichnet habe und Unfallbeteiligte ohnehin Angaben zu Namen, Anschrift oder Führerschein machen müssten. Der Automobilclub ACV sieht in dem Urteil einen „Beitrag zur Verkehrssicherheit“. DerEinsatz der Kameras könnte gefährliches Drängeln und zu dichtes Auffahren reduzieren, sagte Sprecher Jürgen Koglin. Er warb für einen standardisierten Aufnahmemodus, der das Auslesen der Daten erst durch eine gerichtliche Anordnung ermögliche sowie die Aufzeichnungen schnellstmöglich überschreibe und lösche.Einer ACV- Umfrage zufolge will fast jeder Zweite (44 Prozent) eine Dashcam nutzen, wenn der Einsatz legal ist. Nicht ganz so überzeugt zeigte sich Bernhard Gause vom Gesamtverband der Versicherungswirtschaft. Zwar könne man bei strittigen Schadenfällen einfacher feststellen, werwelche Schuld an einem Unfall trägt, trotzdem blieben die aktuell geltenden Regeln nicht eindeutig, sondern widersprächen sich sogar. Auf der einen Seite seien die Kameras nicht verboten und ihre Aufnahmen könnten nach Ansicht des BGH in einem Zivilprozess verwendet werden. „Auf der anderen Seite weist der BGH zugleich darauf hin, dass man gegen das Datenschutzrecht verstößt, wenn man während der Fahrt durchgehend Personen und Kennzeichen aufzeichnet“, kritisierte Gause. Kritisch sieht das Urteil die SPD- Digitalpolitikerin Saskia Esken: „Es ist schon einigermaßen widersprüchlich, dass da ein Beweismittel zugelassen wird, das nur einbringen kann, wer einen andauernden Rechtsbruch begeht.“ Siefinde diese „Ausleuchtung des öffentlichen Raums“ durch private Videokameras „sehr bedenklich“, sagte Esken. Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz fürchtet die Signalwirkung des Urteils: Es bedeute,dass illegale Aufzeichnungen im Zweifel helfen könnten. „Das darf nicht zu einer Logik führen, dass es sich in unserer Gesellschaft lohnt, wenn Bürger sich gegenseitig überwachen. Heute sind es die Dashcams,morgen die Drohnen. DasProblem wirdsich ausdehnen“, befürchtet von Notz. Kommentar Seite 8, NetzwerkSeite 26 ILLUSTRATION: ANNETTE TIEDGE; DPA (4); GETTY IMAGES (2) [M] Anzeige Entsorgungslösungen für Gewerbe und Industrie kostengünstig und zuverlässig Nordkorea stellt Gipfel mit Trump in Frage Pjöngjang verärgert über US-Manöver mit Südkorea Nordkorea hat laut einem Bericht der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap mit der Absage des Gipfeltreffens zwischen Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump gedroht. Zudem sagte das Regime in Pjöngjang die für diesen Mittwoch geplanten hochrangigen Gespräche mit Südkorea ab, berichtete Yonhap unter Berufung auf die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Grund ist demnach ein Militärmanöver Südkoreas mit den USA, das am Freitag begann. Diese Übung sei eine vorsätzliche militärische Provokation, hieß es aus Pjöngjang. Das Treffen zwischen Kim Jong Un undTrump,das erste direkte zwischen den Staatschefs Nordkoreas und der USA, sollte am 12. Juni in Singapur stattfinden und hatte Hoffnungen auf eine Lösung des seit langem schwelenden Atomkonflikts genährt. (AFP,dpa) PolitikSeite 6 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 www.bartscherer-recycling.de 194050 501504 31020 HEUTE GROSSE FILMPREMIERE INANWESENHEIT DES REGISSEURS IMKINO INDER KULTURBRAUEREI 20:30 UHR JULIE GAYET THIERRY NEUVIC JULIE DEPARDIEU LUCIEN JEAN-BAPTISTE Von der Kunst des Zusammenwohnens – Ein Muss für alle, die Patchwork-Familie leben und für alle, auf die das noch zukommt! www.wohne-lieber-ungewoehnlich.de AB 17. MAI IM KINO /wohnelieberungewoehnlich

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