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Berliner Zeitung 18.01.2019

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Nie wieder Fleisch? Die Ernährung der Zukunft – Berlin Seiten 14 und 15 Doping im Biathlon Seite 16 0°/3° Abschied von der Sonne Wetter Seite 2 Endlich pünktlich: Die Bahn will sich bessern Wirtschaft Seite 7 www.berliner-zeitung.de MitLeichtigkeit: Deutsche Handballer besiegen Serbien Sport Seite 18 Freitag,18. Januar 2019 Nr.15HA-75. Jahrgang Auswärts/D**: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Strom statt Diesel: Mehr E-Autos in Berlin Made in Berlin Seite 6 Eine Mutter gegen den Clan-Chef VonElmar Schütze Wir sind Elternvon fünf Kindern! Vergiss nie,ich würde alles tun, um das zu schützen! ALLES! Ich bin bereit, dich dahin zu bringen, wo du hingehörst –ins Gefängnis!“ Starke Worte, geschrieben von einer Frau, die lange unterschätzt wurde. Autorin ist Anna-Maria Ferchichi, 37 Jahre alt –derjenige, der ins Gefängnis gehören soll, ist Arafat A., 42 Jahre alt, Berlins bekanntester Clan-Chef. Seit Dienstag sitzt er in Untersuchungshaft, die Anklage wirft ihm Mitbeteiligung an einer Anna-Maria Ferchichi, Gattin des Rappers Bushido Kriminalität geplanten Entführung vor. Es handele sich um eine „versuchte Anstiftung zur Begehung von Verbrechen zum Nachteil vonFamilienangehörigen Bushidos“, wie die Staatsanwaltschaft twitterte. Seit sieben Jahren ist Anna-Maria Ferchichi mit Anis Ferchichi verheiratet, bürgerlicher Name des Rappers Bushido. Zusammen haben sie vier Kinder –das fünfte Kind, von dem eingangs die Rede ist, stammt aus einer ihrer früheren Ehen. Im März 2018 gab das Ehepaar Ferchichi dem Stern ein Interview. Bushido erklärte, dass und warum er sich nach rund 15 Jahren wirtschaftlich und emotional von seinem Freund Arafat A. getrennt habe.Seine Frau berichtete von kriminellen Machenschaften des Clans und von der Angst, die sie vordiesem habe. Ob Anna-Maria Ferchichi nun die Frau ist, die Arafat A. ins Gefängnis brachte,darfbezweifelt werden –zumal sie über Jahreauskömmlich von der Liaison des Musikers mit dem Clan-Chef lebte. Hauptbelastungszeugin soll eine Schwägerin von A. sein, die inzwischen mit ihren KinderninDänemarkuntergetaucht ist. Dennoch steht Anna-Maria Ferchichi im Fokus.Doch das kennt die kleine Schwester der Schlagersängerin Sarah Connor. Sie selbst fütterte den Boulevard kräftig, als sie nacheinander mit den Fußballern Ludovic Magnin, Pekka Lagerblom und Mesut Özil liiertwar. Schwieriger ist die Suche nach einem möglichen Beruf, dem sie über die Jahre nachgegangen sein mag. Ach ja, nach der Trennung von Özil soll sie in einer Bremer Boutique gejobbt haben, ist zu lesen. Eine Löwenmutter ist sie auf jeden Fall. Ran an die Urne: Die Schauspielerin Molly Wessely hält vor den Wahlen zur Nationalversammlung im Januar 1919 eine Rede auf dem Kurfürstendamm. VonDaniela Vates Weiß ist ein Teil des Plenarsaals an diesem Tag: weiße Blusen, Jacketts, T-Shirts und Kleider. Die Frauen der SPD-Fraktion haben sich bei der Kleiderfarbe abgesprochen, auch die Ministerinnen leuchten weiß von der Regierungsbank. Der Bundestag feiert an diesem Donnerstag den 100. Jahrestag des Frauenwahlrechts.Am19. Januar 1919 durften Frauen in Deutschland erstmals wählen und gewählt werden. 37 Frauen zogen damals in den Reichstag ein, sie stellten neun Prozent der Abgeordneten. Ihre weißen Blusen stachen im Meer der Anzüge hervor. „Meine Herren und Damen!“, so begann die ehemalige Fabrikarbeiterin MarieJuchacz damals die erste Rede einer Frau im Reichstag. Das Protokoll verzeichnete Heiterkeit. Beider Feierstunde lässt sich neben der weißen Kleidung im Saal verzeichnen, dass aus dem Kabinett Innenminister Horst Seehofer fehlt und vor allem bei Union und AfD ein paar Abgeordnetenreihen leer geblieben sind. Es mag ein Zufall sein, dass Union und AfD die Fraktionen mit dem geringsten Frauenanteil sind. FDP und Grüne haben ihren Frauen alle vorderen Reihen überlassen. Rund 30 Prozent der Abgeordneten sind in diesem Bundestag Frauen, so wenig waren es zuletzt vor 20Jahren. Und das ist dann auch das Thema, das sich durch die Reden zieht. Zwei ehemalige Politikerinnen und Ex-Frauenministerinnen haben die Festreden übernommen: Rita Süssmuth von der CDU und Christine Bergmann vonder SPD. Süssmuth, lange eine der wenigen zentralen Frauenfiguren in der CDU und mittlerweile 81 Jahre alt, erzählt, wie sehr Frauen in den 60er-Jahren darauf drängen mussten, dass der damalige Kanzler Konrad Adenauer sich bereit erklärte, auch mal eine Ministerin zu ernennen. Adenauer sei zu erschöpft für Gespräche –sohabe man versucht, die Frauen abzuwimmeln. „Ich möchte keine weiteren 50 Jahre warten, bis wir den nächsten Schritt tun“, ruft Süssmuth. „Wer heute annimmt, er könne ohne Frauen in der Welt etwas bewegen, der irrt sich.“ Es gebe das Vorurteil, dass Frauen manches nicht könnten oder wollten. „Wir können das schon“, ruft Süssmuth. „Wenn ihr das auch wollt, können wir noch viel mehr.“ Sie bleibt etwas im Ungefähren, schwingt dafür aber sehr munter eines ihrer Beine. Die Ostdeutsche Christine Bergmann wirdkonkreter:„Nurdort, wo Parteien eine verbindliche Quote festgelegt haben, finden wir Frauen „Es ist an der Zeit, sich ernstlich mit einem Paritätsgesetz zu befassen.“ Christine Bergmann, frühere SPD-Frauenministerin, im Bundestag angemessen berücksichtigt“, sagt sie. „Auch wenn die Diskussion nervt: Mitder Freiwilligkeit sind wir noch nicht so weit gekommen.“ In der ersten Zuschauerreihe klatscht die Frau des Bundespräsidenten, Elke Büdenbender. Esklatschen auch SPD, Grüne und Linkspartei und zahlreiche Frauen der Unionsfraktion. „Es ist an der Zeit, sich ernstlich mit einem Paritätsgesetz zu befassen“, sagt Bergmann. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel applaudiert. Mit einem solchen Gesetz könnten Parteien dazu ver- Auf ins Parlament Vorhundert Jahren, am 19. Januar 1919, durften Frauen in Deutschland zum ersten Mal wählen. Im Bundestag liegt der Frauenanteil heute bei rund 30 Prozent. Das ist wenig. Wielässt sich das ändern? ULLSTEIN BILD/ZANDER &LABISCH pflichtet werden, auf ihren Kandidatenlisten für Wahlen jeweils hälftig Männer und Frauen zu berücksichtigen. AlsimReichstag daserste Malein Gesetz zum Wahlrecht der Frauen eingebracht worden sei, sei dieses abgelehnt worden, erinnert Bergmann und fügt hinzu: „Unter dem Gelächter der Männer.“ Undsie erinnert das gesamtdeutsche Parlament an den „Gleichstellungsvorsprung“ der DDR. Frauen hätten dort ganz selbstverständlich gearbeitet, auch in technischen Berufen. Erwerbstätige Mütter seien nicht als Rabenmütter begriffen worden. Wolfgang Schäuble, der Bundestagspräsident aus Westdeutschland, hat zuvor erklärt, dass der Wandel der Geschlechter-Rollenbilder noch andauere. Und dann hat er sich an die Männer gewandt: Unbezahlte Tätigkeiten wie Kindererziehung, Hausarbeit und Pflege müssten anders aufgeteilt werden. „Das ist eine weithin akzeptierte Erkenntnis, an deren Umsetzung Männer gelegentlich mit Nachdruck erinnert werden müssen.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel hat an diesem Tagein blaugrünes Jackett sowie eine grüne Handtasche gewählt. Bei den ersten organisierten Frauenkämpferinnen, den Suffragetten, stand Weiß für Ehrenhaftigkeit, Violett für Würde und Grün für die Hoffnung. Kommentar Seite8 CDU attackiert Berlins Baupolitik Ex-Justizsenator Heilmann sieht „miserable Bilanz“ VonUlrich Paul Der ehemalige Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) nutzt einen Vorstoß der Linken-Bundestagsfraktion für höhere Wohnkostenzuschüsse an Hartz-IV-Empfänger,um die Berliner Wohnungspolitik zu geißeln. Heilmann, mittlerweile Bundestagsabgeordneter, kritisiert ineinem am Donnerstag verbreiteten Schreiben an Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke), „dass es wohl nicht sein kann, dass die miserable Bilanz IhrerPolitik, die man nur als Wohnungsbauverhinderungspolitik bezeichnen kann, nun mit steigenden Kosten beim Bund ausgeglichen werden soll“. Lompscher habe unter anderem zu verantworten, dass der Wohnungsneubau in Berlin trotz massiv steigender Nachfrage stagniere. Nun wolle sie und mit ihr die Linke steigende Folgekosten beim Bund abladen und beginne eine Debatte um eine großflächige Enteignung von Wohnungen. Lompscher weist die Vorwürfe zurück. „Die Argumentation von Herrn Heilmann ist nicht auf der Höhe der Zeit“, sagte sie. Die Behauptung, die Neubauzahlen seien in der aktuellen Legislaturperiode gesunken, sei „schlicht falsch“. Im Jahr 2017 seien in Berlin 15 669 Wohnungen neu gebaut worden. Das entspreche einem Plus von 14,7 Prozent imVergleich zumVorjahr.Die landeseigenenWohnungsunternehmen planten den Bau von 42000 Wohnungen, so Lompscher. Auch die Anzahl der neuen Stadtquartiere sei von 11auf 14 erhöht worden. Zudem werdedie Neubauförderung ausgeweitet – jedes Jahr würden so jeweils 500 Wohnungen mehr als im Vorjahr gefördert. 2019 sollen es 4000 sein. Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 51003 Besser hier. 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