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Berliner Zeitung 18.05.2019

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Trotz Raketen: In TelAviv steigt das ESC-Finale – Panorama Seite 32 Heute mit Service und Immobilien 11°/24° Heiter geht es weiter Wetter Seite 16 AM WOCHENENDE www.berliner-zeitung.de Sonnabend/Sonntag,18./19. Mai 2019 Nr.114 HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 2.00 € Berlin/Brandenburg: 1.80 € Im Magazin: Ach, Europa! SarahWiener will nach Brüssel Seiten 2und 3 NewYork, NewYork Dieletzten Juden vonWashington Heights Seiten 4und 5 Miami Vice Derneue Roman vonThomas Harris Seite 8 Anzeige www.atala.de Maxim Leo will Europa retten Magazin Seite 10 Auf geht’s! Nur ein Sieg zählt: Der 1. FC Union kann am Sonntag in die Bundesliga aufsteigen. Seiten 2, 3und 22 IMAGO IMAGES Menschen und Tiere: Olms Welt Berlin Seiten 10 und 11 Auf dem Hof der Grundschule in der Köllnischen Heide fällt auf, dass nicht wenige junge Schülerinnen bereits das Kopftuch tragen. Hier in der Neuköllner Highdeck- Siedlung wohnen viele arabischstämmige Familien „Leider tragen immer mehr Schülerinnen Kopftücher, inzunehmendem Maße auch diese schwarzen Kopftücher, die als streng islamisch gelten“, sagte Schulleiterin Astrid-Sabine Busse, die auch Vorsitzende des Interessenverbandes Berliner Schulleitungen ist, der Berliner Zeitung. Das Gesetz in Österreich, das Grundschülerinnen das Tragen vonKopftüchernverbietet, sieht sie dennoch skeptisch. „Ich bin gegen Schnellschüsse, ein solches Vorhaben müsste intensiv vorbereitet und geplant werden“, sagte Busse. Damüssten auch liberale Islamgelehrte, Elternverbände und viele andere Gruppen einbezogen werden. „Prinzipiell sehe ich es nicht gerne, wenn schon junge Grundschülerinnen das Kopftuch tragen“, führte die Schulleiterin aus. „Denn ich weiß, dass das nicht ihr persönlicher Wille ist, sondern von Elternund Familie bestimmt ist.“ Als erfahrene Schulleiterin stellt sie sich auch die Frage, wie ein solches Verbot vor Ort überhaupt umgesetzt werden könnte.„Ichkann ja schlecht eine Art Kopftuch-Scharia einführen, die den Mädchen das Tuch wegnimmt.“ Die Würde der Mädchen müsse stets im Mittelpunkt stehen. DieEntscheidung des Parlaments am Mittwoch in Wien hat die in den vergangenen Jahren in Deutschland immer wieder geführte Debatte neu entfacht. „Dass kleine Mädchen Kopftuch tragen, ist absurd –das sehen auch die meisten Muslime so“, sagte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), der Bild-Zeitung. „Alle Maßnahmen, die Mädchen davor schützen –vom Elterngespräch bis zumVerbot –sollten geprüft und angegangen werden.“ Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) äußerte sich ähnlich. „Das ist ein Thema, das die Bevölkerung bewegt“, sagte er der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk Deutschland). „Und wir sind gut beraten, solche Themen aufzunehmen.“ Er habe sich kein abschließendes Urteil gebildet, fügte Caffier hinzu. „Aber ich glaube, gerade an Grundschulen spricht vieles dafür,dass man solche Wege gehen könnte.“ Leni Breymaier,Familienpolitikerin inder SPD-Bundestagsfraktion, ist ebenfalls dafür und nannte dies „eine Frage der Gleichstellung“ –anders als ihr Unions-Kollege Marcus Weinberg, der auf „das im Grundgesetz verankerte Recht“ verwies, „seine Religion frei ausüben zu können“. Nordrhein-Westfalens Landesregierung wertet derzeit ein Gutachten zu den entwicklungspsychologischen und theologischen Aspekten aus. Kopfsache Österreich hat Grundschülerinnen das Tragen von Kopftüchern verboten. Nun wird auch hierzulande darüber debattiert –gerade in Berlin VonMarkus Decker und Martin Klesmann „Ein siebenjähriges Mädchen sollte nicht für etwas sanktioniert werden, was die Eltern zu verantworten haben.“ TomErdmann, Vorsitzender der Berliner GEW Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow(Linke) lehnt ein Verbot ab. „Es gibt verschiedenste Formen vonKopfbedeckung, die mal religiös, mal kulturell motiviert sind und manchmal einfach nur Nützlichkeitserwägungen folgen“, sagte er. „Jetzt ein bestimmtes Kleidungselement staatlicherseits zu verbieten, würde von den Muslimen nur alsantimuslimisch verstanden.“ DieVorsitzende des Grundschulverbandes, Maresi Lassek, sagte, Kopftücher an Grundschulen kämen eher selten vor. In Großstädten gebe es sie aber häufiger.„Dort haben die Grundschulen manchmal durchaus Mühe damit, darauf zu achten, dass ein Kind mit Kopftuch die anderen nicht ,ansteckt‘.“ Zwar sollten muslimische Mädchen erst dann Kopftücher tragen, wenn es in Richtung Pubertät gehe und sie ihre erste Menstruation hätten, fuhr Lassek fort – also nach der Grundschule. Doch manchen Eltern sei es wichtig, ihre Töchter möglichst früh an das Kopftuch zu gewöhnen, um spätere Auseinandersetzungen zu vermeiden. „Ein generelles Verbot von Kopftüchern anGrundschulen halte ich für nicht angemessen und auch nicht für durchsetzbar“, sagte Lassek gleichwohl. „Kinder würden in eine Sonderrolle gedrängt, die wir nicht wollen.“ Sierate eher zum Gespräch mit Elternund Kindern. Der Berliner GEW-Chef TomErdmann räumt ein, dass man in der Bildungsgewerkschaft schon einmal ein Vollverschleierungsverbot an Schulen diskutiert hat. Ein Kopftuchverbot für Grundschülerinnen hält Erdmannaber für unverhältnismäßig.„Ein siebenjähriges Mädchen sollte nicht für etwas sanktioniert werden, was die Elternzuverantworten haben.“ Maja Lasic, SPD-Bildungspolitikerin im Abgeordnetenhaus, betonte, dass eine Debatte über den österreichischen Vorstoß hierzulande Ressentiments auf beiden Seiten schüren würde.Das Problemgebe es allerdings.„Eine Lösung muss immer das Kind in den Mittelpunkt stellen“, sagte Lasic. Die Entscheidung in Österreich fiel mit den Stimmen der konservativen ÖVP und der rechten FPÖ. Von demKopftuchverbot an Grundschulen ausgenommen sind dort Verbände aus medizinischen Gründen oder Kopfbedeckungen als Schutz vorRegen oder Schnee.Die jüdische Kippableibt erlaubt, da sich das Verbot auf Kleidungsstücke bezieht, „welche das gesamte Haupthaar oder große Teiledessenverhüllen“. Als Begründung wird imGesetzestext genannt, dass einVerbot„der sozialen Integration vonKinderngemäß den lokalen Gebräuchen und Sitten, derWahrung derverfassungsrechtlichen Grundwerte sowie der Gleichstellung von Mann und Frau“ diene. Sollten sich Kinder nicht an das Verbot halten, droht Eltern eine Geldstrafe von bis zu440 Euro oder eine Ersatzfreiheitsstrafe von zwei Wochen. Kommentar Seite 8 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499 Leser-blz@dumont.de; Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501801 61020 NEUERÖFFNUNG VESPA CITY STORE 29 18.05. |09-18 Uhr &19.05. |13-18 Uhr Frankfurter Allee 14 |10247 Berlin FAHREN MIT DEM AUTOFÜHRERSCHEIN OHNE ANZAHLUNG PRIMAVERA50/SPRINT50 € Laufzeit 60 Mon. /5.000 km /Jahr Ein Angebot der König Leasing GmbH (Kolonnenstr.31, 10829 Berlin) Monatliche Leasingrate NEU! 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