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Berliner Zeitung 18.12.2019

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Der Smoking stirbt nie –die Ballsaison in Berlin – Hauptstadt Seite 6 Nachhaltig Weihnachten feiern: Sechs Tipps Seite 2 6°/9° Etwas mehr Sonne Wetter Seite 2 Jens Söring: Zurück nach 33 Jahren in US-Haft Panorama Seite 28 www.berliner-zeitung.de Musealer Charme: Der neue Star-Wars-Film Feuilleton Seite 21 Mittwoch, 18. Dezember 2019 Nr.294 HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Ein leiser Dämpfer: Union unterliegt Hoffenheim 0:2 Sport Seite 20 Ungeduld hat einen Namen VonPaul Linke Man muss sich Heinrich Strößenreuther als einen radelnden Menschen vorstellen. Jeden Tagist er unterwegs,mal mehr,mal weniger als zwanzig Kilometer.Wer sich nur gelegentlich mit dem Fahrrad durch Berlin bewegt, weiß, dass Strößenreuther zu einer Risikogruppe zählt. Zwischen Autos und Bussen, zwischen Ampeln und Baustellen lauern Gefahren, tobt ein Straßenkampf, gilt das Recht des PS-Stärkeren. Elf Heinrich Strößenreuther, Klimaschützer Klimaschutz Radfahrer starben 2018 in dieser Stadt, mehr als 700 wurden schwer verletzt. Vorallem aber muss man sich Strößenreuther, 51, als einen ungeduldigen Menschen vorstellen. Es geht ihm nicht schnell genug mit der Verkehrswende; es ist einfach zu wenig, was von der Politik getan wird, um die Straßen zu befrieden. Also ist er aktiv geworden; hat 2014 eine App entwickelt, mit der man Falschparker beim Ordnungsamt melden konnte; hat 2016 den Volksentscheid Fahrrad initiiert; hat im vergangenen Märzein Buch veröffentlicht, in dem steht: „Verkehrswende ist nichts für Feiglinge.“ Der Mut hat Strößenreuther nicht verlassen. Im Gegenteil. Die meisten kennen Strößenreuther als den nervigen Fahrradaktivisten im Anzug, doch er hat das Ganze im Blick, ist auchVorstand desVereins German Zero, der verspricht: „Wir machen Deutschland innerhalb von zehn Jahren klimaneutral –schnell, wirksam, fair.“ In einem am Dienstag vorgestellten Plan heißt es: „Das Klimaschutzpaket der Bundesregierung reicht nicht aus, um Schaden von heutigen und künftigen Generationen abzuwenden.“ Das sollte bald eine mehrheitsfähige Meinung sein. German Zero macht konkreteVorschläge, was die Regierung besser machen könnte in den Bereichen Energie, Wohnen und natürlich Verkehr; der Verein fordert massive Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr. Die Kosten aller Maßnahmen? Können nicht beziffertwerden. Es gilt die grundsätzliche Rechnung: Klimaschutz kostet weit weniger als die Schäden, die die „drohende Klimakatastrophe anrichten würde“. Eine andere Rechnung geht so: Bis 2035 muss Heinrich Strößenreuther noch 109 860 Kilometer auf Berlins Straßen überleben. VonPeter Neumann Für die meisten auswärtigen Passagiereist Tegel ein Horror–für viele Berliner dagegen der Flughafen der Herzen. Damit ist absehbar,dass Tränen fließen werden, wenn der Flugbetrieb endet, was nach jetzigem Stand in knapp zehneinhalb Monaten am 8. November 2020 geschehen soll. Lange Zeit war ungewiss, ob die Flughafengesellschaft FBB solchen Abschiedsgefühlen einen angemessenen Rahmen schafft. Doch nun ist klar: Eswird ein Abschiedsfest geben. Dassagte Flughafenchef EngelbertLütke Daldrup im Interview mit der Berliner Zeitung. Dagegen werde es zur Eröffnung des Flughafens BER, die kurz zuvor am 31. Oktober 2020 stattfindet, keine Partygeben. „Es ist uns sehr wichtig, Tegel Danke zu sagen, und wir hoffen, dass möglichst viele Menschen dabei sind“, sagte Lütke Daldrup. Darum bereite das Unternehmen„etwas Besonderes“ zum Abschied vor. Der 8. November 2020, an dem zum letzten Mal Linienflugzeuge in Tegel starten werden, sei für die Region „ein besonderer Tag, und er wird sicher auch ein festlicher Tag sein“. „Der Flughafen Tegel hat eine Seele“, stellte der Flughafenchef fest. „Viele Berliner hängen an ihm, sie verbinden persönliche Erinnerungen mit ihm. Der Flughafen geht auf die Zeit der Berlin-Blockade 1948/49 zurück. Er ist ein wichtiger Teil der Berliner Geschichte.“ In der Tat. 1948 wurde auf dem ehemaligen Raketenschießplatz im Nordwesten Berlins die damals längste Start- und Landebahn Europas angelegt. Dort landeten zunächst britische und US-amerikanische Transportflugzeuge, die West- Berlin mit Hilfsgütern versorgten. Der zivile Verkehr begann, als 1960 der erste Linienflug in Tegel startete. 1974 wurde dann das sechseckige Terminalgebäude eröffnet, der erste Entwurf des damals jungen Planerbüros vonGerkan, Marg und Partner. Die Architekturikone ist inzwischen von weiteren Gebäuden umstellt – weshalb ein CDU-Politiker Tegel einst als „Vereinigte Hüttenwerke“ bezeichnete. Mit inzwischen mehr 22 Millionen Fluggästen und fast 190 000 Flugbewegungen pro Jahr wirkt die Anlage, die angesichts der geplanten Verlagerung des Flugverkehrs zum BER jahrelang nur notdürftig gepflegt wurde,überlastet. Auf der Bewertungsseite von Skytrax, auf der Vielflieger Erfahrungen austauschen, überwiegen negativeKommentare. „Dieser Flughafen ist eine Schande“, schrieb ein britischer Fluggast am 10. Dezember.Tegel sei sehr schlecht ausgestattet, letztlich sei dieser Flughafen ein „Es ist uns sehr wichtig, Tegel Danke zu sagen, und wir hoffen, dass möglichst viele Menschen dabei sind. Viele Berliner hängen an diesem Flughafen, sie verbinden persönliche Erinnerungen mit ihm. “ Engelbert Lütke Daldrup, Chef der Berliner Flughäfen Container (englisch „portacabin“). Er könne nicht glauben, wie sich Deutschland dort Besuchern vorstellt. Melanie Carmichael, ebenfalls aus Großbritannien, notierte am 17. November:„Dies ist ohne Zweifel ein ekelerregender,schmutziger und deprimierender Flughafen. Ich werde ihn nie wieder benutzen.“ Für viele Berliner zählt anderes: Tegel ist kompakt, die Wege sind kurz – auch die Anfahrtswege aus „Danke, Tegel“ Zur BER -Eröffnung wird es kein Fest geben –dafür aber eine große Party zum Abschied vom alten Flughafen WWW.IMAGO-IMAGES.DE dem Norden und Westen Berlins. Wenn der Flugbetrieb am BER in Schönefeld konzentriert wird, müssen viele Berliner längere Fahrten in Kauf nehmen, gestand der Flughafenchef ein. „Anderewerden kürzere Wege haben“, sagte Lütke Daldrup. „Aus meiner Sicht ist etwas anderes entscheidend: dass die Region endlich einen Flughafen bekommt, der eine vernünftige Schienenverkehrsanbindung hat, und in dem die Wege vom Bahnhof zum Gate sehr kurz sind. Die Züge halten am BER direkt unter dem zentralen Terminal T1.“ Nach dem Abschiedsfest bleibt der Flughafen Tegel knapp sechs Monate betriebsfähig, erklärte Lütke Daldrup. Die Anlage wird bewacht. „Es wirdaber definitiv keinen regulären Flugbetrieb mehr geben“, betonte er.„Weder die Deutsche Flugsicherung noch wir haben das Personal, um Tegel und den BER mehr als ein paar Tage lang gleichzeitig zu betreiben. Für einen solchen Parallelbetrieb würden zum Beispiel mehr Fluglotsen benötigt, und unsere Flughafen-Feuerwehr müsste viele zusätzliche Schichten besetzen.“ Eine sechsstellige Zahl von Berlinernund Brandenburgernkann sich darauf einrichten, dass sie ab Mai 2021 nicht mehr unter Fluglärm leiden müssen. Dagegen müssen sich die BER-Anlieger darauf einstellen, dass ihre Belastung im November Tesla-Vertrag doch noch nicht unterzeichnet Landesregierung: „Nichts ist gescheitert, nichts im Verzug“ VonJens Blankennagel, Potsdam Ein grundlegender Vertrag für den geplanten Bau einer sogenannten Giga Factorydes US-Elektroautobauers Tesla wurde nicht wie erwartet bis Dienstag unterschrieben. Somit kann die extra für Mittwoch um 10 Uhrangesetzte Sondersitzung des Finanzausschusses im Potsdamer Landtag nicht stattfinden. Der Vertrag regelt den Verkauf der Liegenschaft in Landesbesitz an Tesla. Wie die Landtagsverwaltung mitteilte, wurde die Sitzung kurzfristig abgesagt, weil die „Beschlussgrundlage“ fehlt. Die Beschlussgrundlage wäre der Vertrag mit der Firma des US-Milliardärs Elon Musk gewesen, der angekündigt hatte,inGrünheide (Oder-Spree) für etwa vier Milliarden Euro eine seiner Giga-Fabriken zu bauen. In der Potsdamer Landesregierung heißt es, dass die Nichtunterzeichnung des Vertrages nicht bedeute, dass der Deal scheitern könnte. „Wir sind auf einem sehr guten Weg. Es ist nichts gescheitert und auch nichts im Verzug“, heißt es. Immer wieder wird auf ein Zitat von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) verwiesen, der gesagt hatte: „Der Vertragist fertig, wenn er fertig ist.“ Am Dienstag fand das zweiteTreffen der Taskforce der Landesregierung zur Tesla-Ansiedlung unter Leitung von Woidke statt. Hinterher sagte Wirtschaftsminister JörgSteinbach (SPD): „Der Vertrag zum Kauf des im Besitz des Landes befindlichen Grundstücks in der Gemeinde Grünheide für den Aufbau einer Fabrik des US-amerikanischen Automobilkonzern Tesla ist noch in Verhandlung.“ Brandenburg Seite 16 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr13-14 Uhr), Fax-499; leser-blz@berlinerverlag.com Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@berlinerverlag.com Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 2020 enormansteigt. Berlin Seite10 4 194050 501603 31051 Werden Sie Aussteller! Messe Ausbildung &Karriere 14. &15. Februar 2020 Jetzt Stand buchen! Cafe Moskau Karl-Marx-Allee 34 10178 Berlin Kontakt unter: berlin.messen@berlinerverlag.com oder (030) 2327 6736 BERLIN MESSEN

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