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Berliner Zeitung 19.02.2019

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Die neue App der BVG: Mit „Jelbi“ besser ankommen – Berlin Seite 9 Heute mit Götz Alys Kolumne Seite 8 5°/9° Starkbewölkt Wetter Seite 2 Heimkehr: Wohin mit den deutschen IS-Kämpfern? Tagesthema Seite2,Leitartikel Seite 8 www.berliner-zeitung.de Gewalt unter Affen: Ganz normal, sagt der Zoo-Chef Panorama Seite 26 Dienstag,19. Februar 2019 Nr.42HA-75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Justizpanne in Berlin: Sexualstraftäter kam frei Berlin Seite 14 Mit dem Skalpell vor der Kamera VonTorsten Wahl Als die Charité im Mai 1945 in Trümmern liegt und die ARD- Serie nach fast fünf Stunden ihr bitteres Ende erreicht, da spricht Professor Ferdinand Sauerbruch im blutbespritzten Kittel ein denkwürdiges Schlusswort. Auf die Frage eines sowjetischen Sanitätsoffiziers, was er jetzt am dringendsten brauche, sagt er nur: „Verstand.“ Ulrich Noethen spielt einen Charité- Chef, den man im Lauf der sechs Folgen immer stärker schätzen lernt, obwohl er ein schwieriger Ulrich Noethen, überzeugend in Kinderfilm und OP Charité-Serie Charakter aufbrausend, verletzend, selbstgerecht. Der ist: Chirurg, Müller will nicht enteignen Nach monatelangem Schweigen schaltet sich auch der Regierende Bürgermeister in den Streit ein. Die Kritik von den Koalitionspartnern kommt prompt „Das Volksbegehren ist eine Art Notwehr, nach der die Menschen greifen. Die Berliner haben angesichts ständig steigender Mieten jedenfalls keineswegs das Gefühl, im Sozialismus zu leben.“ der den Machtantritt der Nazis begrüßte, muss nun die medizinische Ethik gegen das Verbrecherregime verteidigen. Noethen, 1959 als Sohn einer Pfarrersfamilie geboren, ist zwar zehn Jahre jünger als seine Figur In kaum einer anderen Stadt steigen die Mieten so schnell wie in Berlin. gegen Kriegsende, beweist aber dessen enorme Präsenz und Autorität. Motorik und Körperlichkeit müssen VonElmar Schütze und Ulrich Paul bräuchte sie danach innerhalb von stimmen, betont der Schauspie- vier Monaten sieben Prozent der ler, der das Agieren am OP-Tisch eigens geübt hatte. Ein befreundeter als zwei Monaten. Jetzt gen unterstützen. Das waren im Die Debatte läuft seit mehr Stimmberechtigten, die das Anlie- Chirurg gab Tipps. Seine Interpretation des Ferdinand Sauerbruch, der langer Unklarheit auch Flughafens Tegel zuletzt etwa hat sich endlich nach Streit über den Weiterbetrieb des unter anderen bereits von Alfred Müller verkörpert wurde, dürfte das Bild dieses Arztes prägen. Bereits vor siebzehn Jahren hätte Ulrich Noethen schon einmal einen populären Mediziner spielen können: der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) öffentlich zu der Frage geäußert, ob große Immobilienunternehmen enteignet werden sollen. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte der Regierungs- 174 000 Berliner. Sollte die Stimmung in den nächsten Monaten Er war für die Rolle des Münstechef, Enteignungen seien „nicht raner „Tatort“-Pathologen Boerne meinWegund meine Politik“. Solche vorgesehen, sagte aber ab. Als Kommissar Süden nach den Büchernvon Friedrich Ani bekam er den Grimme- Preis, seit 2015 spielt er in der ZDF- Reihe „Neben der Spur“ einen Psychiater. Daneben ist Ulrich Noethen so Diskussionen „helfen den Mietern jetzt überhaupt nicht“. Zuvor hatte Müller zum Beispiel ein Angebot der Berliner Zeitung, sich in einem Meinungsbeitrag in die Debatte einzuschalten, abgelehnt. häufig wie kaum ein Kollege seines DerStreit über das Für und Wider Niveaus im Kinderfilm präsent. Ob vonEnteignungen wurde in den vergangenen Katrin Schmidberger, Grünen-Sprecherin für Wohnen und Mieten bei Bibi Blocksberg, im „Fliegenden Klassenzimmer“ oder als Herr Taschenbier in den „Sams“-Filmen – hier beweist Noethen sein komödiantisches Wochen hochemotional geführt. Es fielen Begriffe wie Ideologie, Investorenfeindlichkeit und Sozialismus –und das in einer Stadt, nicht kippen, stehen die Chance der Initiative gut, die Zahl zu erreichen. Talent, das selbst in der die wie kaum eine andere unter der In der jüngsten Umfrage des Mei- „Charité“ immer mal wieder anklingt, vorallem in den Eheszenen mit Luise Wolfram. Im Zusammenspiel mit einer deutlich jüngeren Frau –Margot Sauerbruch war 30 Jahrejünger als ihr jahrzehntelangen Spaltung gelitten hat. In zwei Monaten will die Initiative„Deutsche Wohnen &Coenteignen“ mit der Unterschriftensammlung für das Vorhaben beginnen, Immobilienunternehmen nungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Berliner Zeitung sprachen sich 44 Prozent für eine Enteignung aus.39Prozent waren dagegen, der Rest enthielt sich. Mann –ist Noethen auch privat erfahren. mit 3000 Die derzeit stärkste Fraktion der Er lebt mit der Schriftstellerin Alina Bronsky samt Familie in Berlin. Feuilleton Seite 21 und mehrWohnungen zu enteignen. Zunächst braucht sie 20 000 Unterschriften. Für einen Volksentscheid rot-rot-grünen Koalition, die Linke, hat das imageträchtige Thema längst erkannt und unterstützt die Initia- 19% MwSt.GESCHENKT * *Davon ausgenommen sind bereits reduzierte Angebote, die Möbel Hübner PREMIUM-Kollektion, Gardinen sowie die Marken Musterring und Stressless ® ,nicht kombinierbar mit anderen Aktionsund Einkaufsvorteilen, gilt nur für Neukäufe bis 10.03.2019. Aus gesetzlichen Gründen kann die MwSt. nicht als solche erlassen werden. Der Kassenbon wird weiterhin eine MwSt. ausweisen. tive per Parteitagsbeschluss. Die zweitstärkste Fraktion, die Grünen, liebäugelt zumindest mit Enteignung. Und der Regierende Bürgermeister,gleichzeitigVorsitzender der SPD,sagte dazu bisher:nichts. Oder besser: fast nichts. Am 11. Januar, bei seiner Pressekonferenz zum Jahresauftakt, hatte Müller gesagt, eine Enteignung sei „erst der dritte, vierte oder fünfte Schritt“. Seitdem durfte man sich fragen, was er wohl damit meinte. Ist er gegen Enteignung? Oder dafür –wenn auch nicht als ersten Schritt? Oder hat er nur sagen wollen, was ohnehin alle wissen, nämlich, dass in einem ersten Schritt die Initiative die Unterschriften sammeln müsse und in einem zweiten Schritt dieVerfassungs- AFP/JOHN MACDOUGALL mäßigkeit desVolksbegehrens bestätigt werden müsse? Jetzt gibt es zumindest Klarheit darüber,was der Mann will, der im Senat noch die Richtlinienkompetenz hat –obwohl seine Partei in Umfragen längst zur kleinsten in der Koalition geschrumpft ist. Die Reaktionen haben nicht auf sich warten lassen. „Herr Müller muss sich fragen, welchen Interessen seine Aussagen dienen“, sagt Katrin Schmidberger, Sprecherin für Wohnen und Mieten der Grünen- Fraktion, der Berliner Zeitung. Es ärgere sie sehr,„dass uns vorgeworfen wird, Politik àlaDDR zu machen“. Rot-Rot-Grün solle „gemeinsam mit der Initiative ausloten, was jetzt möglich ist“. Dazu gehöre esauch, „sich auf politisches Neuland zu begeben und die Vergesellschaftung als Möglichkeit zu prüfen“. DieHaltung vonCarola Bluhm ist indes ganz klar. „Unternehmen wie die Deutsche Wohnen betreiben Gewinnmaximierung auf Kosten der Mieterinnen und Mieter“, sagt die Co-Fraktionschefin der Linke.Deswegen halte sie es „für angebracht, mit allen uns durch die Verfassung zur Verfügung stehenden Möglichkeiten dagegen vorzugehen und keine von vornherein auszuschließen.“ Kommentar Seite 8, Berlin Seite 10 Tykwer will Dau nach Berlin holen Der nächste Versuch soll im November starten VonStefan Strauß Der Berliner Filmproduzent und Regisseur Tom Tykwer („Lola rennt“, „Babylon Berlin“) startet einen erneuten Versuch, das im Vorjahr von der Berliner Verwaltung abgesagte Dau-Kunstprojekt noch in diesem Jahr nach Berlin zu holen. „Ich würde mir sehr wünschen, dass das Projekt zum Beispiel im November, zum 30. Jahrestag des Mauerfalls, in Berlin stattfindet“, sagte Tykwer im Interview mit der Berliner Zeitung. „Wir haben nur eine Chance, wenn wir den Machern sagen, wir wollen sie in Berlin haben. Wir müssen sie explizit einladen, zurückzukommen“, sagt Tykwer. Zum Projekt gehört auch eine original nachgebaute Betonmauer, die in Berlins Mitte errichtet werden soll. Auf den Spuren des russischen Physikers Lew Landau wollte der Regisseur Ilya Khrzhanovsky reales Leben der Sowjetzeit erfahrbar machen. Er ließ drei Jahre lang rund 400Wissenschaftler und Künstler, Köche, Fahrer, Friseure, Prosituierte zusammenleben undfilmte denAlltag. In PariskonntenBesucherjetzt an diesem Projekt teilnehmen. Auch TomTykwerwar da.„WasinParis gezeigt wurde, passt so gut in unsere Stadt. Im letzten Jahrhundertist keine andere Stadt durch so viele Phasen politischer Gegensätze gegangen, dass es geradezu absurd wäre, dieses Werk,das thematisch so viele Bezüge bietet, nicht hier zu präsentieren.“ 2018 hatten die Behörden die Dau-Anträge abgelehnt, weil sie zu kurzfristig eingereicht worden seien. TomTykwertrifft sich jetzt mit Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Sie unterstützendas Projekt. Feuilleton Seite 20 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 21008 Möbel Hübner GmbH | Genthiner Str. 41 | 10785Berlin | www.moebel-huebner.de

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