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Berliner Zeitung 19.04.2018

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Kalkül und Krawall: Das Echo auf den Echo – Feuilleton Seite 21 Heute mit Kulturkalender 14°/24° Nur wenige Wolken Wetter,Seite 2 FU-Präsident Peter-André Alt über seine neuen Pläne Wissenschaft Seite 17 www.berliner-zeitung.de Barbara Bush: ein Leben mit zwei Präsidenten Seite 3 Donnerstag,19. April 2018 Nr.91HA-74. Jahrgang Auswärts/D**: 1.60 €–Berlin/Brandenburg: 1.50 € Bomben-Entschärfung: Verkehrschaos befürchtet Berlin Seite 9 USA Diplomatin von Hause aus VonTobias Peter Wir leben in Zeiten, in denen es in den deutsch-amerikanischen Beziehungen sekundenschnell zu Problemen kommen kann. Etwa, wenn US-Präsident Donald Trump etwas twittert, was diesseits des Atlantiks für Aufregung sorgt. Ein paar Sätze oder Worte – und, rumms,kann die Krise da sein. In solchen Zeiten braucht Deutschland in der US-Hauptstadt Washington einen Vertreter,der sowohl robust ist als auch diplomatisches Geschick hat. Eigenschaften, welche die Bundesregierung offenbar in Emily Emily Haber soll Botschafterin in Washington werden. Haber erkennt, die bis vor kurzem Staatssekretärin im Bundesinnenministerium war.Die 62-Jährige soll deutsche Botschafterin inWashington werden, wie Der Spiegel berichtete. Haber wäre die erste Frau auf dem Posten. Siesoll demnach Nachfolgerin von Peter Wittig werden, der im Sommer nach London wechseln werde. Haber gilt als durchsetzungsstark. In der letzten Legislaturperiode war sie für Minister Thomas de Maizière eine wichtige Stützeseiner Arbeit. Sie war dortzuständig für Sicherheit, Migration und Integration –die großen politischen Themen der vergangenen Jahrealso. Das Handwerk der Diplomatie wurde ihr vonHaus aus mitgegeben. Ihr Vater war Leiter des Planungsstabes des Auswärtigen Amtes –sowie Botschafter in Griechenland, Indien und der Türkei. Emily Haber, 1956 in Bonn geboren, studierte in Köln Geschichte und promovierte mit einer Arbeit zur deutschen Außenpolitik in der Marokkokrise 1911. Sie war Kulturreferentin an der deutschen Botschaft in Ankara und hatte wichtige Funktionen in der deutschen Botschaft in Moskau inne. Im Auswärtigen Amt arbeitete sie als politische Direktorin und später als Staatssekretärin, unter anderem mit dem Schwerpunkt Europapolitik. Mit anderen Worten: Haber ist bestens vorbereitet auf den JobinWashington. DieFrau, die mit einem Diplomaten verheiratet ist und zwei Kinder hat, kennt sich in den relevanten Themen aus.Und sie dürfte auch mit Situationen umgehen können, in denen es einmal nicht so läuft wie geplant. Gelegenheit dazu verschafft ihr Präsident Trump bestimmt. VonJulia Haak Ein junger Mann zieht seinen Gürtel aus der Hose und schlägt damit zu. Mehrfach und brutal. Dabei brüllt er in arabischer Sprache das Wort Jude. Diese Szene spielte sich am Dienstagabend auf dem Helmholtzplatz in Prenzlauer Berg ab –sie ist auf einem Video zu sehen, das am Mittwoch im Internet kursierte.Der Fall sorgte bundesweit für Empörung. Politiker und Verbände gehen voneinem brutalen antisemitischen Übergriff aus. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Mittwoch: „Der Kampf gegen antisemitische Ausschreitungen muss gewonnen werden.“ Der junge Mann, dem der Angriff galt, heißt Adam A., ein 21-jähriger Tiermedizinstudent, der seit drei Jahren inDeutschland lebt und erst seit einem Monat in Berlin ist. Er und ein Freund trugen an diesem Abend Kippas und filmten den Übergriff mit ihren Handykameras. Ein Test sei es gewesen, es sei darum gegangen zu sehen, ob kippatragende Menschen in Berlin sicher seien. DieKippa habe er von einem Freund geschenkt bekommen. In Berlin solle er sie aber lieber nicht aufsetzen, dort sei es zu gefährlich, habe ihm der Freund im Scherz gesagt, berichtete A. im rbb. Am Dienstag haben er und sein Freund Salah M. dies testen wollen. So erzählt es auch der 24-jährige Salah M. der Berliner Zeitung. Mitten in Berlin Ein Mann attackiert einen Israeli auf offener Straße in Prenzlauer Berg. Die Tatwirdgefilmt –das Video sorgt weltweit für Empörung Sie hätten beide die Kippa getragen und seien die Raumerstraße entlang gelaufen, erzählt M. Dort habe sie ein Mann beschimpft. Salah sagt, er habe ihn aufgefordert, damit aufzuhören. Daraufhin habe der Mann angegriffen. Adam habe mit einer Hand gefilmt, als der Täter auf ihn zukam und sich mit der anderen Hand verteidigt. „Er war so hasserfüllt und aggressiv. Es war schrecklich“, so Salah M. Eine Frau sei ihnen zu Hilfe geeilt und habe gedroht, die Polizei zu rufen. In der Nähe sei ein Lokal mit vielen Menschen gewesen, aber nur eine weitere Frau habe sich um das Geschehen gekümmert. DerTäter habe ihn später dann noch mit einer Glasflasche bedroht, erzählte Adam A. am Abend in der Sendung stern.tv Sieseien beide keine Juden, erklärten die jungen Männer.A.ist in Israel geboren. SeineVorfahren haben muslimische, katholische und jüdische „Der Täter wird hoffentlich schnell gestellt und zur Verantwortung gezogen. Er sollte Gelegenheit bekommen, wahrzunehmen, wie sehr uns sein Verhalten anwidert.“ Sören Benn, Bezirksbürgermeister von Pankow Wurzeln, hieß es. „Egal welcher Mensch sich eine Kippa aufsetzt, wenn es dann zu solch einem Angriff kommt, ist das die Perversion der Zustände in dieser Stadt“, sagt Mike Delberg, Repräsentant der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Laut Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus hat es im vergangenen Jahr mit 947 Fällen die höchste Zahl antisemitischer Übergriffe in Berlin gegeben, seit die Initiative mit der Erfassung solcher Vorfälle begann. Der aktuelle Fall wurde bekannt, weil der Betroffene sein Video in einer Chatgruppe veröffentlicht hatte. Dort entdeckte es ein Mitarbeiter der Initiative Jüdisches Forumfür Demokratie und gegen Antisemitismus. Der Polizeiliche Staatsschutz fahndet nun nach den Tätern. Der gefilmte Angreifer ist augenscheinlich im selben Alter wie sein Opfer. Adam A. betonte am Mittwoch ge- genüber dem israelischen Fernsehen, dass dem Übergriff kein Streit vorausgegangen sei. Unklar ist, wie viele Männer sie beschimpften. A. sprach von drei Männern, sein Freund Salah M. hatte zwei gesehen, wie er der Berliner Zeitung erzählte. Am Mittwochabend war der Vorfall auch Thema beim Marsch des Lebens, bei dem Hunderte Menschen über den Kudamm zum Wittenbergplatz zogen. Dabei wird europaweit ein Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus gesetzt. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, wiederholte seine Warnung, auf der Straße eine Kippa zu tragen. „Offensichtlich ist es zunehmend problematisch, sich im großstädtischen Bereich offen als Jude erkennen zu geben.“ Der Pankower Bezirksbürgermeisters Sören Benn sagte: „Der Täter wird hoffentlich schnell gestellt und zur Verantwortung gezogen. Er sollte Gelegenheit bekommen, wahrzunehmen, wie sehr uns sein Verhalten anwidert.“ Viele Reaktionen auf den Berliner Fall heben darauf ab, dass der Täter in dem Handy-Video arabisch spricht. Für das American Jewish Committee Anlass für die Forderung, nicht „die Augen vor dem immer häufiger auftretenden Antisemitismus in Teilen der arabischen und muslimischen Community“ zu verschließen. (mit vat., kd.) Tagesthema Seite 2, Leitartikel Seite 8 JFDA/PRIVAT Müller will Hartz IV reformieren Berliner Regierungschef kündigt Pilotprojekt an Der Vorschlag des Regierenden Bürgermeisters,Michael Müller, mit einem solidarischen Grundeinkommen das Hartz-IV-System zu reformieren, könnte in Berlin bald ausprobiert werden. „Da bin ich derzeit in Gesprächen mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, inwieweit es finanziell vomBund Unterstützungfür ein solches Pilotprojekt geben könnte“, sagte Müller der Berliner Zeitung. Wie viele Menschen davon profitieren könnten, ist noch unklar. Müllers Modell sieht vor, dass erwerbslose Bezieher des Arbeitslosengeldes II unbefristete Arbeitsverträge in kommunalen Unternehmen erhalten sollen. Siesollen Jobs übernehmen, die bisher nicht bezahlt werden oder liegen bleiben. Die Höhe des Einkommens soll sich am Mindestlohn orientieren. „Nur 150 000 Menschen würden davon profitieren, es gibt aber bundesweit 7,4 Millionen Betroffene im Hartz- IV-System“, bemängelt Linken-Chefin Katja Kipping. Sie bezeichnet Müllers solidarisches Grundeinkommen als „Etikettenschwindel“. Sie will lieber ein Einkommen vom Staateinführen, ohne Gegenleistung und für alle gleich hoch. DieGrünen dringen währenddessen mit einen Antrag im Bundestag darauf, dass alle Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger ersatzlos entfallen sollen. „Ein Nachweis,dassdie Sanktionspraxis einen Beitrag zur nachhaltigen Eingliederung in den Arbeitsmarkt leistet, liegt nicht vor“, schreibt die Bundestagsfraktion in einem Antrag, der dieser Zeitung vorliegt. „Mit Sanktionen Druck und Zwangauf die Arbeitsuchenden auszuüben, hat sich als Sackgasse erwiesen“, sagte Sven Lehmann, in der Bundestagsfraktion der Grünen Sprecher für Sozialpolitik. (pet., sab.) Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501504 41016 ORANKE CAMP’18 Riesen-Zelt- &Kanuausstellung& ·Anfassen,· Testen, Kaufen Strandbad Orankesee ·10bis 18 Uhr Openair ·www.camp4.de 21. April Eintritt frei! lädt ein zum Start in den Frühling: Riesen-Zelt- und Kanuausstellung, Infostände,Workshops,Essen&Trinken, Kletterturm, Kistenklettern, Slackline, Secondhand-Outdoormarkt, Lagerfeuer, Pappboot-Aktion: Bau und Rennen

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