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Berliner Zeitung 20.05.2019

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Umjubelt: Die Götter des Rap in der Wuhlheide – Feuilleton Seite 21 Waswurde aus dem Vermögen der SED? Seite 4 14°/25° Gewittrige Schauer Wetter Seite 2 Siebtklässler ohne Schule: Es wird eng in Berlin Berlin Seite 9 www.berliner-zeitung.de Höhere Zinsen locken: Sparen für Kinder Wirtschaft Seite 6 Montag,20. Mai 2019 Nr.115 HA -75. Jahrgang Auswärts/D**: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Dardais Pläne: Wasder Trainer jetzt vorhat Sport Seite 18 ESC Oh, Madonna mia! VonAnne Vorbringer Das Urteil ist deutlich: „Dieser ESC hat Madonnas Karriereruiniert“, titelte eine große deutsche Zeitung nach dem Eurovision Song Contest. Waswar passiert? Um es versuchsweise sachlich zu formulieren: Madonnas millionenschwerer, groß angekündigter und im Vorfeld von viel Hin und Her begleiteter Auftritt beim Eurovision Song Contest am Sonnabend in Tel Aviv ging in die Hose. Stimmlich war die Sängerin bei der Performance ihres Hits „Like a Prayer“ eher Madonna: dünn unterwegs, Stilikone, Trendsetterin etliche Töne traf und Superstar sie schlichtweg nicht. Wobei Madonna damit in bester ESC-Tradition steht; der Sangeswettbewerb ist nun mal eine Liveshow, da wirdregelmäßig danebengehauen. Zudem gibt es ohnehin die Superstar-Tradition, große Auftritte zu versemmeln –erinnert sei etwa an die fünffache Grammy-Gewinnerin Christina Aguilera, die beim Super Bowl patzte,oder an Mariah Carey, die sich zu Silvester 2016 durch ihren Auftritt am NewYorker Times Squareholperte. Solch ein Auftritt ruiniert die Karrieren gestandener Frauen nicht. Wie könnte er auch? Dashieße ja, dass alle Erfolge, die Madonna zum Superstar machten, hinfällig wären. Es lohnt in solchen Momenten der Blick zurück: Madonna 1984, als sie mit „Like aVirgin“ ihre erste Nummer-eins-Single herausbrachte –und für einen perfekten Pop-Moment sorgte. Es sollte nicht der einzige bleiben. Zwei Jahrespäter„Papa Don’t Preach“ – ein Lied über eine Teenager- Schwangerschaft, ein Lied vongesellschaftlicher Relevanz, gesungen zu einer Zeit, als man mit diesem Thema noch alles andere als offen umging. Oder eben „Like aPrayer“, das mit erotischen Anspielungen 1989 für einen handfesten Skandal sorgte. Das dazugehörige Video wurde zum popkulturell bahnbrechendsten Musikvideo aller Zeiten gewählt, ihr Album „Erotica“ gilt als das kontroverseste Pop-Album der 90er-Jahre. Madonna liebt die Provokation – und versteht es, durch Inszenierung Schwächen zu überspielen. Schon vor dem ESC-Auftritt hätte niemand ernsthaft behauptet, dass sie die begnadetste Sängerin aller Zeiten wäre. Darum ging es bei Madonna nie. Sie hat Trends gesetzt, anstatt auf sie zu warten. Sie inspirierte Künstlerinnen wie Lady Gaga, Gwen Stefani und Taylor Swift. Wermöchte,kann im Internet genügend Beweise für gelungene Liveauftritte Madonnas finden. Beweise dafür, dass sie auch im Alter von 60Jahren noch kräftezehrende Shows abliefert. Trösten wir uns also damit, dass Madonna noch nie etwas davon abgehalten hat, ihren Wegzu gehen –und Erfolg zu haben. Panorama Seite 28 Nur ein Torfehlte für den Aufstieg: Fassungslos ist Sebastian Polter nach dem 2:2 in Bochum. Neuwahl in Österreich AFP/INA FASSBENDER Nach Bekanntwerden eines Skandalvideos um FPÖ-Chef Strache sieht Kanzler Kurz keinen anderen Ausweg Nach dem Bruch der rechtskonservativen Koalition in Österreich soll Anfang September ein neues Parlament gewählt werden. Das kündigte Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Sonntag nach einem Gespräch mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) an. DasLand brauche möglichst bald einen Neuaufbau desVertrauens in die Politik, sagte Vander Bellen. Es gehe um dasWohl des Landes und das Ansehen Österreichs in der Welt. Kurz sagte: „Die Neuwahlen warenkeinWunsch, sie waren eine Notwendigkeit.“ In den Monaten bis zur Wahl müsse ein Maximum an Stabilität hergestellt werden. Dazu werde er Gespräche mit allen Parteien führen, kündigte der Regierungschef an. Kurz hatte die Koalition seiner ÖVP mit der rechtspopulistischen FPÖ am Sonnabend aufgekündigt und die Neuwahl vorgeschlagen. Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz- Christian Strache war zuvor zurückgetreten. Auslöser war die Veröffentlichung eines Videos, das zeigt, wie Strache einer vermeintlichen russischen Oligarchin 2017 auf Ibiza öffentliche Aufträge in Aussicht stellte, wenn sie seiner Partei zum Wahlerfolg verhelfe. Dazu sollte sie die auflagenstärkste Zeitung Österreichs, die Kronen Zeitung, erwerben und die FPÖ publizistisch unterstützen. DerKanzler hatte am Sonnabend gesagt, in den Gesprächen, die er mit der FPÖ geführt habe, habe er nicht den Eindruck gewonnen, dass die Partei zu grundlegenden Veränderungen bereit sei. Die FPÖ schade Es ist noch nicht vorbei Der 1. FC Union hat die Chance zum direkten Aufstieg in die Bundesliga knapp verpasst. Nun spielen die Eisernen in der Relegation gegen den VfB Stuttgart Seite 3, Sport Seite 20 dem Reformprojekt seiner Regierung. „Sie schadet auch dem Ansehen unseres Landes“, erklärte Kurz. „Genug ist genug“, sagte er. Damit ist das rechtskonservative Bündnis schon rund 18 Monate nach dem Start wieder am Ende. Welche Auswirkungen das auf die Europawahl in einer Woche hat, ist offen. Umfragen zufolge konnte die konservative ÖVP, die der Europäischen Volkspartei (EVP) angehört, bisher auf Zugewinne hoffen. EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber lobte die Entscheidung des österreichischen Kanzlers. Dieser zeige damit Rückgrat, schrieb der CSU-Politiker auf Twitter. „Die EVP steht klipp und klar zu ihren Werten. Die unpatriotischen Nationalisten verkaufen ihre Länder und Werte.“ Zur Europäischen Volkspartei gehörenauch CDU und CSU. „Ich werde gegen die Nationalisten und Populisten kämpfen“, sagte Weber bei einem Wahlkampfauftritt mit Kanzlerin Angela Merkel in Zagreb. Erwarnte vor Salvini, Le Pen und Co. „Sie wollen zerstören, was wir in Europa aufgebaut haben.“ Zur EVPgehörtallerdings auch die österreichische Kanzlerpartei ÖVP,die die FPÖ in die Regierung geholt hatte. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz fürchtet um das Ansehen des Landes. Van der Bellen verlangte eine „klare, schonungslose, vollständige Aufklärung“ der Vorfälle. Ersprach mit Blick auf das Skandal-Video von Bildern, die ein verstörendes Sittenbild zeigten. „So ist Österreich einfach nicht“, sagte der Bundespräsident. Ausdrücklich lobte er die Rolle der Medien, die Strache seinerseits scharf kritisiert hatte. Am Abend wurde bekannt, dass Verkehrsminister Norbert Hofer Straches Nachfolger als Parteichef werden soll. AFP Vertreter der neuen Allianz europäischer Rechtspopulisten, zu der auch die FPÖ gehört, reagierten zurückhaltend. AfD-Chef JörgMeuthen betonte am Rande einer Kundgebung vonLega-Chef Matteo Salvini in Mailand, er stehe weiter zur FPÖ. „Die FPÖ ist uns ein enger Partner.“ Er werde der Partei nun nicht „in den Rücken fallen“ aufgrund einer „singulären Angelegenheit“. Diefranzösische Rechtspopulistin Marine Le Pen erklärte,dies sei eine Sache der österreichischen Innenpolitik. Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer bekräftigte mit Blick auf das Skandal-Video ihr Nein zu einer Zusammenarbeit mit Parteien an den politischen Rändern. „Der Fall Strache in Österreich zeigt: Rechtspopulisten sind bereit, für ihr persönliches Wohlergehen unsere nationalen und europäischen Werte zu verkaufen“, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe.„Deswegen arbeiten wir für Regierungen ohne Beteiligung von Rechts und Links.“ SPD-Chefin Andrea Nahles griff die CDU-Vorsitzende scharf an. „Noch vor wenigen Wochen hat sich auch die Union im zweifelhaften Glanz der Konservativen-Rechts-Koalition aus Österreich gesonnt“, sagte sie im Spiegel. Plötzlich bekomme Kramp-Karrenbauer kalte Füße und warne vorRechtspopulisten. Dasmache deutlich: „Auf die Konservativen ist im Hinblick auf klare Kante gegen Rechts kein Verlass.“ Linken-Chef Bernd Riexinger nannte die FPÖ auf Twitter „Partei der Reichen, korrupt und dreist“. (dpa) Tagesthema Seite2, Leitartikel Seite8 Ein Toter bei Unfall von Flixbus auf A9 Verunglücktes Fahrzeug war in Berlin gestartet VonMelain vanAlst Auf dem Weg von Berlin nach München ist ein Reisebus am Sonntag schwer verunglückt. DiePolizei berichtete am späten Abend, dass sämtliche Insassen mehr oder minder schwere Verletzungen davongetragen hätten. Eine Person kam ums Leben, mehrereMenschen schwebten den Angaben zufolge in Lebensgefahr. Der Bus des Unternehmens Flixbus hatte sich zwischen den Anschlussstellen Leipzig- West und Bad Dürrenberg um17.28 Uhrüberschlagen, 70 Menschen waren anBord. Anschließend blieb das Fahrzeug auf der Seite liegen. Vier Hubschrauber und zehn Rettungswagen waren im Einsatz, um die Verletzten in die umliegenden Krankenhäuser zu bringen. Die A9 war an der Unfallstelle beidseitig stundenlang voll gesperrt. Zur Unfallursache gab es zunächst keine Informationen. Später wiesen Ermittlungen darauf hin, dass der Fahrer eingeschlafen sei, sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur. „Der Bus war im Auftrag von Flixbus planmäßig zwischen Berlin und München unterwegs“, teilte das Reiseunternehmen mit. „Unser Mitgefühl gilt den betroffenen Fahrgästen und Busfahrern sowie deren Familien und Freunden.“ Im vergangenen Jahr war ein Flixbus auf dem Weg von Stockholm nach Berlin in Mecklenburg-Vorpommern verunglückt. Damals, im August 2018, wurden 16 Menschen zum Teil schwer verletzt. Das Unglück ereignete sich auf der Autobahn 19 bei Linstow. Einsatzkräfte der Feuerwehr arbeiten an der Unfallstelle. DPA/JAN WOITAS Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 11021

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