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Berliner Zeitung 21.02.2019

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Ortstermin mit dem schärfsten Kritiker: Boris Palmer lässt sich Berlin zeigen – Berlin Seite 12 Heute mit Kulturkalender 6°/10° Wolken bringen Regen Wetter Seite 28 Berliner Polizei bekommt Anti-Terror-Einheit Berlin Seite 9 www.berliner-zeitung.de Die Aspire-Story: der Ferienwohnungs-Markt Berlin Seite 10 Donnerstag,21. Februar 2019 Nr.44HA-75. Jahrgang Auswärts/D**: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Die Werft der „Gorch Fock“ ist pleite Politik Seite 4, Kommentar Seite 8 Lagerfeld-Nachfolge Die neue Chefin in der Rue Cambon VonMarcus Weingärtner Virginie Viard war 30 Jahre an Lagerfelds Seite. schlimmer um ihn stand, ist seit Dienstag klar – Karl Lagerfeld ist im Alter von 85 Eswar eine klareBotschaft, die der absente Kaiser an den Hof sendete. Nicht er selbst beendete das Defilee der Models. An Lagerfelds Stelle trat seine rechte Hand vor das Publikum: Virginie Viard verbeugte sich knapp und beendete somit den offiziellen Teil der Chanel-Modenschau während der Fashion Week in ParisEnde Januar. Der Meister selbst, das war ein Novum, ließ sich entschuldigen, erschöpft sei er. Dass es Jahren gestorben. Es beginne mit ihm und es höre mit ihm auf, so Lagerfeld einmal über die Frage nach seinem Erbe, dem eigenen und natürlich dem bei Chanel. Daswar kokett und nicht wahr –seine Nachfolge,das ließ das Couture-Haus nun verlauten, tritt Viardan. Chanel- Miteigentümer Alain Wertheimer habe „die engste Mitarbeiterin von Karl Lagerfeld seit 30 Jahren“ mit dem Entwurf der künftigen Chanel-Mode betraut, die viel beschworenen Fußstapfen sind übergroß. Viardhatte an der Seite Lagerfelds drei Jahrzehnte Zeit, sich angemessen auf diese Aufgabe vorzubereiten. Eine Entscheidung, die mit Sicherheit schon vor Jahren gefallen ist, einen Global Player wie Chanel überlässt man keiner Praktikantin. Alssolche hatte die Viard, Tochter eines Seidenproduzenten, mit 23 im Hause Chanel begonnen. „ImHause Chanel“ lautet auch der Titel einer Dokumentation von 2005 und wer um Viards Status in der RueCambon wissen will, muss nur beobachten, wie vertraut sie mit Lagerfeld umgeht. „Ich umarme Sie schon mal“, sagt die Studioleiterin in einer Szene zu Lagerfeld am Telefon, während sie an seinem Schreibtisch sitzt. Im Hintergrund ein Gemälde Coco Chanels, deren Vermächtnis Viardnun antritt. Viard, dunkelhaarig, charmant, erinnert anCaroline von Monaco, eine von Lagerfelds engsten Freundinnen. Sieselbst indes dürfte Lagerfeld nicht weniger nah gewesen sein, nach der langen Zeit an der Seite des berühmtesten Zopfträgers der Welt. Nur vier Jahre nach Lagerfeld kam sie 1987 zu Chanel, da hatte der Meister das Couture-Haus längst entstaubt und war auf dem Weg, die Markezueiner zeitlosen Geldmaschine zu machen und einem der wenigen Couture-Häuser, das immer noch in Privatbesitz ist. Nicht weniger als dieser immense Erfolg wird nun vonViard erwartet, die ihrem Chef zu Chloé folgte und 1997 zurück zu Chanel kam, wo sie Studioleiterin wurde und für die Umsetzung der Ideen und Entwürfe Lagerfelds verantwortlich zeichnete. InZukunft kommen die Entwürfe nun von ihr. Panorama Seite 28 VonJulia Haak Um 21.16 Uhr ging in Bohnsdorfdas Licht wieder an, eine Minute später in Wendenschloß, womit auch der letzte Ortsteil vonKöpenick wieder am Netz war, und das Ereignis wurde mit Silvesterböllern gefeiert. Vattenfall meldete in der Nacht, um 21.22 Uhr sei überall wieder Stromgeflossen. Rund 31 Stunden lang kein Strom in einer Großstadt, das entwickelt sich schnell zu einer Herausforderung. In finanzieller Hinsicht werden die Folgen jedenfalls gewaltig sein. Der Köpenicker Stromausfall wird in die Geschichte eingehen. So lange war eine Fläche dieser Größenordnung noch nie vom Berliner Stromnetz abgeschnitten. Das Leben im Südosten Berlins war ein anderes in den vergangenen eineinhalb Tagen. Mehr als 31 000 Haushalte und 2000 Gewerbebetriebe mussten sich ohne Elektrizität Der längste Stromausfall in der Stadt ist vorbei –wie istes, so viele Stunden ohne Strom, warmes Wasser und Telefon zu leben? Die Berliner Zeitung berichtet aus Köpenick. Und trifft auf Menschen, die sich gefasst einer ungeahnten Herausforderung stellen. behelfen. Die Blockheizkraftwerke in Köpenick und Friedrichshagen gingen vorübergehend vom Netz. Schulen und Kitas blieben geschlossen, Geschäfte ebenso.ZweiKrankenhäuser mussten auf Notstromversorgung umgestellt werden. Tramlinien waren unterbrochen. Telefonleitungen funktionierten nicht, auch Notrufnummern. Zu dem Zwischenfall war es Dienstagmittag gekommen, als bei einer Bohrung bei Bauarbeiten an der gesperrten Salvador-Allende-Brücke neben dem Hauptkabel für die Versorgung der Ortsteile auch das Ersatzkabel beschädigt worden war. Die verantwortliche Firma habe sich vorab nicht über deren Verlauf informiert, sagte eine Sprecherin des EnergieversorgersVattenfall. An der Reparatur wurde noch den gesamten Mittwoch gearbeitet, bis in den Abendhinein. Erst war der Energieversorger und Netzbetreiber Stromnetz Berlin GmbH davon ausgegangen, dass der Schaden sich bis GETTY IMAGES zum Nachmittag würde beheben lassen. Die betroffenen Kabel mussten komplett erneuert werden. Bei der Reparatur kämen mehrere„unglückliche Komponenten“ zusammen, die man in dieser Form noch nicht gehabt habe, sagte Vattenfall-SprecherinJulia Klausch. Für die Köpenicker hieß das,nach einerNacht im Kalten und ohne Licht auch den Tagohne den gewohnten Komfortzuverbringen. Am Mittwoch öffneten fünf Schulen ihre Türen für Einwohner, die sich dort aufwärmen oder ihr Handy aufladen konnten. Eine Notversorgung mit Essen und Getränken konnte nicht gewährleistet werden. Die Köpenicker Altstadt, sonst ein lebendiger Ort mit zahlreichen Läden, wirkte wieausgestorben. Am Rathaus postierte der Arbeiter-Samariter-Bund einen Einsatzwagen mit Internet- und Telefonanschluss. Die BVG richtete einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Die Verkehrsbetriebe vereinbarten mit der Feuerwehreinen Notfall-Service: Hilfebedürftige Menschen, deren Telefone lahmgelegt waren, konnten sich an Busfahrerwenden –diese würden dann die Leitstelle der Feuerwehrinformieren. DiePolizei hatte noch am Dienstagabend vier Fahrzeuge nach Köpenick als „stationäreWachen“ geschickt. Einsatzhundertschaften und Bereitschaftspolizisten wurden nach Köpenick beordert –auch umPlünderungen zu verhindern. Die Schäden lassen sich aktuell nicht beziffern. Es ist vonhohen Verlustsummen auszugehen. So waren etliche Supermärkte betroffen, darunter vier der Rewe-Kette. Solch ein Stromausfall wirke sich auf diverse Prozesse und Schnittstellen in einem Supermarkt aus, darunter die Kühltechnik, teilte eine Rewe-Sprecherin mit. Da Lebensmittelhändler eine lückenlose Kühlkette sicherstellen müssen, dürfen die gekühlten Waren, die während des Stromausfalls in den Märkten waren, nicht mehr in Umlauf gebracht werden. Seiten 2und 3, Umstrittener Müller-Tweet: AfD scheitert Urteil: Regierender durfte Demonstrationen loben VonElmar Schütze DarfMichael Müller als Regierender Bürgermeister parteiische Kommentareabgeben? Nein.Weil die AfD aber unterstellt, er habe das mindestens in einem Fall getan, war sie gegen den SPD-Politiker vor Gericht gezogen. Nunhat sie den Prozessverloren. Die AfD hatte Müller vorgeworfen, in einem Tweet seine Pflicht zu Neutralität und Sachlichkeit verletzt zu haben. Am 27. Mai2018 hatte die Partei zu einer Demonstration unter dem Motto „Zukunft für Deutschland –für Freiheit und Demokratie“ aufgerufen. Rund 5000 Teilnehmer trafen sich am Hauptbahnhof. Dazu fanden Gegendemonstrationen mit rund 25 000 Menschen statt. Gegen Rassismus Nach Beendigung der AfD-Demo twitterte der Regierende Bürgermeister, beziehungsweise das Social-Media-Team der Senatskanzlei: „Zehntausende in #Berlin heute auf der Straße, vor dem #BrandenburgerTor und auf dem Wasser.Was fürein eindrucksvolles Signal für Demokratie und #Freiheit, gegen Rassismus und menschenfeindliche Hetze.“ DieAfD fühlte sich offenbar angesprochen. Per Organfeststellungsklage vordem höchsten Berliner Gericht, dem Verfassungsgerichtshof, wollte die Partei erreichen, dass dieser Tweet als unzulässig eingestuft wird. Die AfD sei durch den parteiischen Tweet, wie sie ihn wertet, in der Chancengleichheit im Wettbewerb beeinträchtigt worden. Der Verfassungsgerichtshof hat den Antrag zurückgewiesen. Es bestätigte zwar die Neutralitätspflicht für Amtspersonen, aber in dem Tweetsei die AfD nicht genannt worden. Ein „ausreichender Bezug“ sei nicht gegeben, argumentierte das Gericht am Mittwoch. Stattdessen habe sich die Senatskanzlei „mit allgemeinen Wertebekenntnissen von Demonstranten“ solidarisiert, hieß es in der Begründung. Marc Vallendar, Rechtsanwalt und AfD-Abgeordneter, akzeptierte das Urteil. Die Partei bleibe aber bei der Haltung, dass es einen direkten zeitlichen Zusammenhang gebe. Kommentar Seite 8 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt Leitartikel Seite 8, NetzwerkSeite 26 4 194050 501603 41008

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