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Berliner Zeitung 21.06.2019

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30 Jahre Mauerfall: Die Wiederbelebung der Zeha-Turnschuhe – Berlin Seite 10 „Dark“, die zweite Staffel Seite 23 19°/25° Örtliche Schauer Wetter Seite 2 Sex und Geld: Charlotte Roches neuer Podcast Panorama Seite 28 www.berliner-zeitung.de Fragen an Köpenicks Bürgermeister Oliver Igel Berlin Seite 15 Freitag,21. Juni 2019 Nr.141 HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Blick nach rechts: Der Flirt der CDU mit der AfD Politik Seite 4 Anzeige Anzeige #berlinfashionweek www.fashion-week-berlin.com Fête de la Musique Botschafter für den Südosten VonAnnika Leister Raus aus Friedrichshain und Kreuzberg, hin an den grünen Rand Berlins.Dieses Ziel hat sich die Fête de la Musique an diesem Freitag gesetzt. Berlins größtes eintrittsfreies Livefestival will das Publikum raus aus dem hochbelasteten Szenebezirk nach Treptow-Köpenick locken. Das Lockmittel schon bei der Eröffnung am Donnerstagabend: Romano. Romano heißt eigentlich Roman Geike.Doch der 42-Jährige, dessen Markenzeichen die blon- Romano wirbt für sein Zuhause Köpenick. 1.–6. JULI 2019 den Haarzöpfe sind, trägt noch viele andere Namen: MC Ramon, Cornerboy, Left Coast oder Dayton the Fox zum Beispiel. Unter jedem Namen bedient Geike einen anderen Musikstil und geht dabei in Extreme, dass es dem normalen Musikhörer dasVerständnis sprengt: Metal, Elektro, Pop, Rap, Schlager. Als Romano ist Geike eine schlagkräftige Ein-Mann-Pressestelle für den Stadtteil, in dem er geboren wurde und aufgewachsen ist: Zu Interviews trifft er sich mit goldener Bomberjacke an der Pommesbude am Bahnhof, führt Journalisten danach durch seinen Kiez. Auf Fotos in den sozialen Medien posiert ervor Köpenicker Mehrfamilienhäusern oder am Müggelsee. Mit „Köpenick“ hat er dem „Wunderland“ im Südosten der Stadt eine eigene Hymne geschenkt. Für seinen unprätentiösen Stil wird erbundesweit als Original gefeiert. Einbisschen prollig, aber vor allem sympathisch und authentisch. Er könnte so tatsächlich dafür sorgen, dass sich die Touristenströme verlagern. Zumindest in der Zahl der Konzerte hat Treptow-Köpenick inzwischen aufgeschlossen: Mit 106 Veranstaltungen bei der Fête de la Musique liegt der Bezirk auf Platz 2. Allerdings immer noch hinter Friedrichshain-Kreuzbergmit 165. VonMarkus Decker und Annika Leister Die frühere Berliner Ausländerbeauftragte BarbaraJohn will wissen, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und den Taten des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) gibt. Die Ombudsfrau der Bundesregierung für die Hinterbliebenen der NSU-Opfer fordertdies vorallem mit Blick auf Halit Yozgat, der am 6. April2006 in Kassel vom NSU erschossen wurde. „Ich schließe nicht aus, dass der jetzt Festgenommene damals zu den NSU-Kreisen gehörthat, die im Hintergrund beteiligt waren“, sagte John der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk Deutschland, RND). „Deshalb müssen die Akten zum Mordfall in Kassel wieder geöffnet werden.“ Der Verfassungsschutz und die Landeskriminalämter seien in der Pflicht, etwaige Bezüge zu prüfen und darzulegen, warum der wegen des Lübcke-Mordes in Untersuchungshaft sitzende Rechtsextremist Stephan E.„nicht weiterhin im Beobachtungsfeld geblieben ist“. Bis heute ist unklar,wie der NSU seine Opfer ausgesucht habe. Denkbar wäre, dass E. den Hinweis aufYozgat gab. Der Kasseler Verdacht Gibt es eine Verbindung zwischen dem NSU-Mord an Halit Yozgat und dem tödlichen Schuss auf Walter Lübcke? Barbara John, Ombudsfrau für die Angehörigen der NSU-Opfer,fordert neue Ermittlungen Der vom hessischen Landesamt für Verfassungsschutz beanspruchte Quellenschutz von120 Jahren könne nicht gelten, sagte John. Die Ombudsfrau erinnerte außerdem an ein Treffen der Hinterbliebenen der NSU-Opfer mit dem neuen Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, Anfang April. „Da ist noch einmal deutlich geworden, dass keine Sicherheit herrscht, ob nicht doch aus den rechtsradikalen Kreisen, die zum NSU geführt haben, Verbindungen existieren zu Leuten, die heute noch präsent, aber vielleicht nicht sichtbar sind.“ Nach dem Tod Lübckes haben weitere Politiker, die sich gegen Rechtsextremismus und für eine vielfältige Gesellschaft einsetzen, Morddrohungen erhalten. Darunter: Anne Helm, Parlamentarierin der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus. Inden Hassbotschaften an sie kündigten Rechtsextreme einen„Tag X“ an, an dem Tribunal gehalten werdeund für Helm „schon ein Platz reserviert“ sei. Morddrohungen erhalte sie regelmäßig und seit vielen Jahren, sagt Helm. Sie wolle sich keine Angst machen lassen. In den „Ich schließe nicht aus, dass der jetzt Festgenommene damals zu den NSU-Kreisen gehört hat, die im Hintergrund beteiligt waren.“ Barbara John, ehemalige Berliner Ausländerbeauftragte letzten Tagen aber gehe es ihr nicht gut. „Die Drohungen, die ich erhalte, sind denen, die Lübcke erhielt, im Tenor sehr ähnlich“, sagte sie. Helm hofft darauf, dass der Fall Lübcke nun „eine Kehrtwende“ auslöst. „Wir müssen verstehen: Die Gesamtgesellschaft wird inihrer Pluralität angegriffen. Dastrifft uns alle.“ In der Nacht zu Mittwoch haben auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) und Andreas Hollstein (CDU), Bürgermeister im westfälischen Altena, Schreiben erhalten, in denen ihnen mit Hinrichtung gedroht wird. So- IMAGO IMAGES/CORD wohl Reker als auch Hollstein waren in den vergangenen Jahren zum Ziel vonAttentäterngeworden. DieErmittlungen zu den jüngsten Drohmails übernehmen die Berliner Staatsanwaltschaft und das Berliner Landeskriminalamt, teilten die Behörden mit. Zurzeit werde untersucht, ob die E-Mails im Zusammenhang mit „einem bereits bei der Staatsanwaltschaft geführten Ermittlungskomplex wegen bundesweiter Drohschreiben stehen“. WeitereInfos gab es zunächst nicht. Anzunehmen ist, dass es sich bei diesem Ermittlungsverfahren um die im März bekannt gewordene bundesweite Serie von Morddrohungen gegen Politiker,Behörden, Juristen und Journalisten handelt, die die Täter mit „NSU 2.0“ oder „Nationalsozialistische Offensive“ unterschrieben. DieOberbürgermeister der Brandenburger Städte Cottbus und Frankfurt (Oder) teilten am Donnerstag mit, dass auch sie in der Vergangenheit bereits Morddrohungen erhalten haben. Das Cottbusser Stadtoberhaupt Holger Kelch (CDU) sagte,dass er innerhalb vonStunden mehr als 500 Hassmails und drei Morddrohungen erhielt – weil er nach einem Mord an einer Rentnerin durch einen Syrerdazu aufrief, Ruhe zu bewahren. Leitartikel Seite8 #berlinfashionweek www.fashion-week-berlin.com Die Führungsfrage der SPD Franziska Giffey ist offenbar nicht abgeneigt Mit der Entscheidung, die SPD im Bund und Bundestag von vier Sozialdemokraten kommissarisch zu führen, hat die Partei sich erst einmal Zeit gekauft. Die Hoffnung war, handlungsfähig zu bleiben und ohne größere Personaldebatten über den Sommer zu kommen. Explizit hat sich noch keiner der führenden SPD-Politiker offiziell um das Vorsitzenden-Amt beworben. Aber es gibt wohl Interessenten. Die Berliner Politikerin Franziska Giffey etwa, zumindest sind Äußerungen und Nicht-Äußerungen von ihr so zu verstehen. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung zum Beispiel hat sie die Anforderungen an den neuen Parteichef so beschrieben, dass sie genau auf sie passen. Aufgroße Unterstützung aus der Berliner SPD kann Giffey allerdings nicht hoffen. Der schnelle Aufstieg und die Herkunft aus dem für Berliner Verhältnisse eher rechten Bezirksverband Neukölln helfen ihr nicht unbedingt. Aber großen Einfluss haben die Berliner auf Bundesebene ohnehin nicht. Giffey ist inzwischen auch nicht allein. Es gibt noch Thomas Kutschaty, der ehrgeizige Fraktionschef der SPD im NRW- Landtag. Die einfachste Lösung: Die SPD entscheidet sich für eine Doppelspitze. (BLZ) Tagesthema Seite 2, Kommentar Seite 8 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 1.–6. JULI 2019 501603 51025 Trekkingurlaub ··· mit Zufriedenheits-Garantie! Schlafsack, Isomatte, Tarp, Regenkleidung und vieles mehr muss in den Rucksack passen und darf nicht zu schwer werden. Wir bieten eine große Auswahl an Trekking-Leichtausrüstung mit Fachkompetenz. Zufahrt und Parken schillingstraße via Singerstraße bzw. Magazinstraße wegen Baustelle Karl-Marx-Allee Die OutDOOr-insiDer Karl-Marx-Allee 32 Berlin-Mitte www.camp4.de

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